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Der Israelit · 1907-08-08 · Heft 32 (8.8.1907) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 32 (8.8.1907)
Date
1907-08-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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INI .'■'W -yPTOWmü^ 8. «ugust 1907. yy>9 Der Israelit. Seite 11. Nr. 32. auch dazu — mußten das Referat als eine tief durchdachte Arbeit gelten lassen. Die Debatte, die sich daran anschloß, war unserem Empfinden nach verhältnismäßig recht dürftig und förderte bei keinem Punkte ein positives Ergebnis zu tage. Wir haben den Grund für diese Erscheinung erst jüngst angedeutet: die jüdischen Lehrer sind über grundlegende Dinge. in der Methode des hebräischen Unterrichts so! uneinig als nur möglich und die Aschaffenburger Tagung hat auch keine Klärung gebracht, konnte es wohl auch gar nicht bei der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit. Der Schwerpunkt liegt wirklich in dem Unterrichte der Seminare und es wäre schon viel gewonnen, wenn diese unter sich eine Einigung über die Hauptpunkte erzielen würden. Als Ort für die nächste Jahresversammlung wurde Rothenburg a. Tauber ausersehen. Bei dem nun folgenden gemeinsamen Mahle herrschte eine gehobene Stimmung. Die Herren Rabbiner Dr. Wachenheimer und Dr. Bamberger ließen uns ihren Toasten etwas nun hören; der Vereinsdichter, Herr Kollege Oppenheimer- Sulzbürg und sein angehender Konkurrent, Herr Wechsler-Alzenau, gaben die Erzeugnisse ihrer stets heiter gestimmten Muse zum besten. Noch besser gefiel uns die Prosa eines wackeren Kollegen, der für eine sehr weitläufige „Verwandte" deS Lehrerstandes eine Kollekte veranstaltete, die eine recht hübsche Summe ergab. So klang die Konferenz in einem schönen Akkord aus. Ein kleines Häuflein blieb noch beisammen, das einen gemeinsamen Ausflug nach dem Niederwald unternahm. besondere Zeit in Anspruch und wenn, wie das in jeder Religwnsschule geschehen sollte, das Schreiben der hebräischen Quadratschrift geübt wird, so ist auch kein besonders Lehrbuch, ja nicht einmal eine der vielen Tabellen, die alljährlich auf dem Büchermarkt erscheinen, notwendig, denn dann gibt es ja für das Schreiben gar keine bessere Uebung als die Formen der jüdischen Sprachlehre. Ich möchte ferner noch darauf aufmerksam machen, daß unser fremdsprachlicher Unterricht eigentlich auch nach der anlehnenden Methode (Plötz-Kares) betrieben wird. Dort wird doch auch ein zu diesem Zweck besonders bearbeitetes Lesestück dazu verwendet, um eine Sprachform oder eine Regel zur Anschauung und Einübung zu bringen. Unser THD bietet aber gerade durch die Häufung synonymer Ausdrücke und Redewendungen eine vorzügliche Gelegenheit, die Formenlehre zur Einübung zu bringen. Das yiDtr, das Tisch- und das Achtzehngebet, Stücke, die ja in fast allen Schulen sehr frühzeitig behandelt werden, sind besonders dafür geeignet. Außer dem THD muß auch der Pentateuch für die Grammatik nutzbar gemacht werden, da er im Gegensatz zu jenem ausschließlich reines Hebräisch enthält. Der Unterricht muß vor allem systematisch sein, d. h. der Lehrer setze sich vornherein seinen Lehrgang fest, sodaß er für jede Lehrstunde genau weiß, welchen Teil der Lese- oder Formenlehre er durchzunehmen hat. Diese Forderung des systematischen Vorgehens scheint mir nämuch die Hauptsache zu sein, nebensächlich dagegen die Frage der Reihenfolge. Mit der Leselehre muß sehr frühzeitig begonnen werden und die Fibel bietet dafür den geeignetsten Uebungsstoff. und Mir, nmaa nns und p'eo, S'ySö und ynSe, ano und rppa, Veränderung des Hauptworts, wie mir Bf'«, b) mit geringer Veränderung D^iy p«, <r) in der Mehrzahl wie na d) umlautend von nauf n-, Beispiel mXD); 10. das hinweisende Fürwort; 11. die Steigerung des Eigenschaftsworts; 12. die Konjugation des Zeitworts im *?p, a) die Vergangenheit, b) die Zukunft, c) das ’psnn'l, d) die tätige Gegenwart, e) die Befehlsform; 13. die Verbindung der Verhältniswörter mit dem besitzanzeigenden Fürwort ('S und 'n« können schon früher behandelt werden),- 14. das Zeitwort im nay und Tny des Sp mit den Suffixen; 15. die übrigen D'a'aa nur im *ay und Tny, im Sys und rysn auch das Mittelwort; 16. von den unregelmäßigen Verben nur die wichtigsten Formen wie Btt«, np«, *]Sk usw. Das scheint mir das für die Schüler Wissenswerte und Notwendige zu sein; wer mehr leisten kann, den beneide ich darum, aber ich befürchte, auch der von mir angegebene Stoff wird sich noch in vielen Schulen eine Kürzung gefallen lassen müssen. Es gilt wohl auch hier das Wort unserer Weisen: TDaS naftSon "pSy #S moo SöanS pan p nn«. lieber den Unterricht in der bebrdiscben Grammatik. Bon B. Rohrheimer, Lehrer in Ahrweiler. ist jetzt an der Tagesordnung über die der Methode in den verschiedenen )es hebräischen Unterrichts zu reden und zu schreiben. Heftig wogt der Kampf hin und her; der eine weist überzeugend nach, daß das bisherige Lehrverfahren nicht vor den Schranken der modernen Pädagogik bestehen kann; ein anderer wehrt sich mit aller Entschiedenheit gegen eine derartige Behauptung und tritt mit voller Kraft für seine Methode ein, mit der er glänzende Erfolge erzielt haben will. „In jenes Kampfes Mitte" will ich den verehrten Leser nicht stellen, aber für ein damit zusammenhängendes, bis jetzt ziemlich vernachlässigtes Gebiet möchte ich ihn heute interessieren, für die hebräische Grammatik. Bezüglich ihrer Stellungnahme zu diesem Unterrichtsfach kann man die jüdischen Lehrer in 3 Gruppen einteilen: 1. in solche, die einem selbständigen systematischen Grammatikunterricht das Wort reden; ihre Zahl ist recht klein. 2. in solche, die einen anlehnenden Sprachttnterricht betreiben, und dann kommt 3. die gar nicht kleine Zahl derjenigen, die ihn für zeitraubend und entbehrlich halten. Es besteht für mich kein Zweifel, daß man auch hier die goldene Mittelstraße einschlagen muß, jenen Weg, den uns auch der iri-,Dempfiehlt,wenn er sagt: ySDK3 dik “|St oSayS Dir o'p'Töntr 'aso D's-n hsd “jSt Sm o'an Mit der dritten Gruppe brauche ich mich eigentich nicht auseinanderzusetzen; Gedankenlosigkeit und Bequemlichkeit sind die Gründe für ihr Verhalten. Für einen selbständigen, von dem Uebersetzen ganz losgelösten Unterricht, etwa an der Hand von Japhets o'nstr pnta, fehlt es uns vor allem an der Zeit und dieser Grund müßte ja allein schon genügen, es fehlt uns aber auch an dem geeigneten Schülermaterial, denn ein solcher Unterricht bietet recht viele Schwierigkeiten. Der Grammatikuntericht ist aber auch für uns nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Der anlehnende Unterricht hingegen nimmt kaum keine von diesen Uebungen darf in einer Fibel fehlen, die nur den geringsten Anspruch auf Brauchbarkeit macht. Am schwierigsten ist für den kleinen Oles-beshelden die Unterscheidung von ya Mir und na mit, sowie von S'ySö und ynSo. Grundsatz muß hier sein: keine Regel, sondern nur fortgesetztes, konsequentes Ueben. Das richtige Lesen muß den Schülern in Fleisch und Blut übergegangen sein. Es gehört fteilich eine Hillelsgeduld dazu, bis man es soweit bringt, aber MUK *ayx dsS, der Erfolg lohnt die Mühe. Dazu ist ferner nötig, die Fibel immer und immer wieder hervorzunehmen, auch wenn die Kinder schon längst das Gebetbuch benutzen, denn jene enthält alle schwierigen Leseformen in genügender Anzahl und es wäre eine Selbsttäuschung wollte man glauben, daß unsere Kleinen der Schwierigkeiten so rasch Herr werden. Es mag seine Berechtigung haben, möglichst bald zum Gebetbuch zu greifen, aber die häufige Rückkehr zur Fibel ist dann um so notwendiger. Was die Formenlehre anlangt, so gebe ich in Nachstehendem den von mir eingehaltenen Lehrgang wieder, ohne daß ich auf die strenge Einhaltung der Reihenfolge besonderen Nachdruck lege. Jnbezug auf das Zahlwort möchte ich bemerken, daß ich abweichend von dem üblichen Verfahren aus praktischen Gründen — Verwendung beim Omern, Vorkommen schon auf der ersten Seite des Pentateuch — recht früh mit der Einübung desselben beginne. Auch bei der Formenlehre sind Regeln möglichst zu vermeiden. Der Schüler muß wissen, daß der Artikel n mit nachfolgendem Dagesch n und in seltenen Fällen auch n heißt, den Grund für diese dreierlei Formen braucht er nicht zu kennen, wenigstens der Volksschüler nicht. Bei den Vorwörtern D'S'2'2 erkläre man die Zusammenziehung des Vorworts mit dem Artikel durch den Hinweis auf zum die analoge Form im Deutschen „im, " usw. 1. Das ny'Tn n; 2. das naanna'a; 3. das Hauptwort in der Mehrzahl (die Dualisform später); 4. das persönliche Fürwort; 5. das Zahlwort (Grund- und Ordnungszahlwort); 6. das Eigenschaftswort (adjektivisch und prädikativ); 7. Hauptwort mit besitzanzeigendem Fürwort (als Paradigma D1D nnd ni2Q); 8." die Vorwörter D"V/D"3; 9. die verbundene Stellung,») ohne iücherscha«. Merkheft für de« Unterricht i« der hedrüische» Sprache von S. Rosen selb, Lehrer in Buchen (Baden). Kommissionsverlag von I. Kauffmann, Frankfurt a. M. Preis 23 Pfg. Das vorliegende Merkheft ist empfehlenswert. Auf knapp 9 Seiten hat der Verfasser da» Wichtigste aus der hebräischen Grammatik zusammengedrängt. Wesentliches ist ihm dabei nicht entgangen, doch bringt die Kürze von selbst manche Unklarheit mit sich. Bet dem rVD'DD des Dingworts hätten wir eine deuttichere Fassung gewünscht; waS kann fich beispielsweise ein Kind denken, wenn eS liest: „2. Fall des Pferdes DIDfi mit vorhergehendem •pDa"? An manchen Stellen find die Beispiele, dieses wichtigste Beranschaulichungsmittel bei der Grammatik, weggeblieben, was wir besonders bet dem -penn yn, einem für den Uebersetzung unterricht sehr bedeutungsvollem Kapitel, sehr bedauern. Am schwierigsten ist natürlich die Behandlung des unregelmäßigen Verb» auf so engem Raum. Sie ist im allgemeinen gelungen, doch hat der Verfasser nicht immer berückfichttgt, daß das Merkheft für die Hand der Kinder bestimmt ist; so beim Zeitwort Qlp: „Piel, Pual und Hispaöl haben doppelten Srtsn ^>(0, z. B. ppip ,Döip /DDipnn" Bei einer Neuauflage empfehlen wir die Anfügung von Beispielen der Verbindung des Zeitworts mit dem persönlichen Fürwort im Accusattv, wie "poBf« usw. Sdiulberhhte. Jahresbericht der Israelitische« Realschule nebst Volksschule zu Jurth für b< as Schuljahr 1906/07 (45. Schuljahr). Die meisten Schul- und Anstaltsberichte äußern fich mit großer Weitläufigkeit über ihren materiellen Stand, über ihre Einnahmen und Ausgaben: fie find gleichsam die finanzielle Rechnungsablage der Oeffentlichkeit gegenüber. Der Jahresbericht der israelischen Realschule in Fürth weicht ganz von dieser Gepflogenheit ab; er gibt uns nur Auskunft über ihren geistigen und wissenschaftlichen Stand, über ihre Leistungen auf allen Gebieten des Unterrichts. Und damit man nicht etwa glaube, daß das Papier geduldig, find, gleichsam zur Kontrolle, die Aufgaben bei der schriftlichen Absolutorialprüfung im Jahre 1907 im Anhang abgedruckt. Sie geben ein beredtes Zeugnis für die hohen Anforderungen, die man in Bayern an die Abiturienten der sechsklasiigen Realschulen stellt; besonders in den mathemattschen Fächern sind fie bedeutend höher als in Norddeutschland Ebenso find die Aufgaben in den handelswiffenschaftlichen Fächern recht schwierige und Zöglinge, die fie gelöst haben u. E. Anspruch auf den Eintritt in erste Geschäftshäuser. Wenn wjr noch hinzufügen, daß bei der Fan 11. Juli v. I. (für dieses Jahr liegt das Ergebnis noch nicht vor) mtter dem Borfitz des Ministerialkommissärs Rektor Dr. Langerhans abgehal enen mündlichen Absolutorialprüfung sämtliche Schüler der MM

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