Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 31 (1.8.1907)
- Date
- 1907-08-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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WWMGichch cl>e Wart llieraris Eine literarische sälscdaag? (Fortsetzung). - In Ha-Jona*) Heft I (bisher einziges), S. 15 ff. berichtet Wolf Rabinowitz, daß auch ihn die Nachricht vom Erscheinen eines Jeruschalmi Kodaschim sehr erfreut habe, zumal er selbst über das Vorhandensein eines solchen Forschungen angestellt habe. Mit Eifer durchmrschte er den neuen Jeruschalmi und kam zu ' her Aeberzeugung, daß der Charakter (121220) desseben sehr verschieden ist von dem des ulten Jeruschalmi durch Sprache, Redeweise Md Sätze, die nur ihm eigentümlich sind. Des . Herrn R. Aufteichnungen sind umfangreicher als Äe meinigen. Mtn kann sehen, daß er aus dem Bollen geschöpft. Ich laffe daher seine Bemerkungen hier folgen. 1. ChMin39a«2D17 2137 1'37L, ibidem 44a i«DD «2DH, ebenso Bechoroth 19a VT^y D"h «2DH, ibid. 28b 2137 1'3712C «2D17. Diese Ausdrucksweise kommt im alten, echten Jeruschi nicht vor. 2. Chullin 6 a 7D« «Dlb 'D« '7 p'bv '2, so auch 21a^ 27 a 7D« «3lb «7'yf p'bl '2, so auch 36 b) siehe auch ibidem 27 a '1 «n« '2 70« ]'2«, ibid. 46 a «Dlb «11 12 «"1 '7 p'bD 12 ID«, ibid. 64 b IO« «Dlb «2« '7 p'bü 12. Diese Ausdrucksweise kommt im Jeruschalmi nicht vor, ist wohl im Babli gebräuchlich. 3. Chullin 13a nnw» '1 p22 «b« '210 "210 «V, ibid. 32b s'llvl '«PI p2 «b« 7"21D "21D «b. Im alten, echten Jeruschalmi ist der Ausdruck stets '210 72'n« «7. 4. Chullin 46b nsbpiw i2«n 7'2'2n jon '121 aus Tosefta Schebiith I. Im alten Jerufchalmi findet man derartiges nicht, daß eine Barajtha mit 7'2'21 701 eingeleitet wird, während es in diesem Jeruschalmi häufig vorkommt, 56b .1«2.12 iniö 1V21 T2 )Dn 7'2 'inn, ebenso 60 a 1N2 ,12 ,i7N2»k I7'7p j'2'2n pn (au dieser Stelle korrigiert der Kommentator den (seinen?) Text und liest statt 7'2'21 )Dn — '2n), 74b P'7^1 pyvV D"pV D'D' 72 7^2'21 (VN, Bechoroth 35a pvipv 7'« pn j'2'2n7) ganz besonders auffallend ist Chullin 77a, wo der Ausdruck pn 7'2'217 bei einer ipblD b " 2 V 71 7211' '7 gebraucht wird! 5. Chullin 74a bb3 V'lLV 12'«, ibid. 16b bb2 ib HD« «bl* Im alten Jeruschalmi 1711'.'"y . .. "Jliy V117DD 'Tiobl 7W? 121'1 (* . rrro« '”y iivb «Li' ^221« p*3iin MOND 7121 yb >1. 'i3i 211 mwn rann rrraiyi "up^nn irDD „ -«hZN« ,'1ZN2ZQ p*pl 1*2« D"n»7jni ID^V 11VDW - * - ’ -foin kommt das Wörtchen bb2 in diesem Sinne nie vor. 6. Chullin 36 a, 43 b, 45 b kommen die Worte 'Di «1'« vor bei Fragen, die vor der Hand liegen (nosyo n22lD «VW), was ich auch nicht ein einziges Mal im alten Jeruschalmi gefunden habe) Chullin 64b, 69 b die Ausdrücke 73 « p " i «n'2no und «ri'2riD « p " i «201"«, wofür im alten Jeruschalmi 72 mo« «n'2no gebraucht wird. 7. Mehr als 50 mal, sagt Rabinowitz, vielleicht find's hundert mal, habe ich in diesen zwei Traktaten «"1 '7 '2n bei Barajthas unserer Tosefta gekunden,wovon ganz besonders auffallend (V713 iii'i) ist Bechoroth 12b s«"l '7 '211 121 112121 1'22 py'DD V1P O'lbl D'212 12' Dasselbe wird in unserem echten Jeruschalmi (Demai 6, 3 und Kidduschin II Ende) gebracht, aber mit dem einleitenden Worte D'2121 '211) 131, der alte Jeruschalmi gebraucht bei unserer Tosefta nicht «" n '1 '211, (denn es ist sicher, daß diese in der Zeit R. Chijas und Hoschaias noch nicht geordnet war, sondern erst in oen Tagen der letzten Amoräer, vielleicht erst, nachdem die beiden Talmude geordnet waren, wie ich das an anderem Orte nachgewiesen habe.) 8. In diesen Talmudtraktaten finden sich Ausdrücke, die aus dem Babli stammen. Chullin 4b «b 12'3D p12 «b 7'« U'2D p12, ib. 7 a 11'12 ,1'b 1'« mm' '7 (bereits besprochen) und 8b D31 «2 1221 72m' y7 1D«1 (cfr. Babli Erubin 36 b), 50 b vb2 ll22ipi b2 vbvi i'by (cfr. Babli Joma 33 a), 55 a bbl3 HD'«2, 69 b '2D «1'21D. Bechoroth 5 a 1'b 'DD «bl '«1 «D'VL p2, ibid. 10b 112'2 121D 7D«p1 '« «D'tPS, 14a '121 7"7Dp1 7221 '«D «Dy D1, 24a 'l'VII '«D «DyD, siehe auch ibid. 29a nbnr>2 «in bp 72yr?3 1D11 111D, wofür die Quelle Babli Jebamoth 81 a, während im Jeruschalmi z. St. derartiges nicht vorkommt. 9. Während im Babli Dezisionen bei Streitigkeiten der Amoräer Vorkommen —- die Halacha ist wie der eine Amora gegenüber dem anderen — findet man solche im Jeruschalmi, der vor dem Babli HD2 ist, nicht) nur in diesem Jeruschalmi (?) kommt das vor Chullin 16b 7211' '72 12bn 7211' '71 27, 27 a b"2ttni 7211' '7 7211' '73 12bl * 10. In diesem neuen Jeruschalmi (?) findet man manchmal, daß die nähere Angabe fehlt, die im Babli vorkommt, [ÖID will 'b22i by 1DD1], siehe Chullin 30 b 7227 n'«i 71:621, siehe Babli 50 b (der Kommentar sagt selbst '2'7L1 '7222 7221 «2'«1); 34a '1 b«y «211 722121 pni 72272 711b V711 7211', siehe Babli 56«, b (für mich ist es zweifellos, daß die «2iyD1 '«LUD der Ursprung der «2.11 7227 dieses Jeruschalmi (?) bilden!)) 46a also i"« IL'ID 71,ID 11 'P'DL« «Liy2 712«, nicht so bei 1D12, siehe Babli 76 b) 48 b i'27p 1«LD1 1p12 7'piim 117121 7'2li2, auch hierbei gllt als Voraussetzung das Babli 59 b Gelehrte, daß die Zeichen der i'«n i'l sind, daß die Hörner 1121711117111 112172- Bechoroth 10a HD «171 71« 712 '27 '2 'Dl' '27 fl.1'2'2 ,7D2, das nähere zu ersehen aus Babli 21a. Aus allen mitgeteilten Beispielen — sagt Rabinowitz — folgt mit Sicherheit, daß der § Ordner" dieses neuen Jeruschalmi in keinem lle derselbe ist, der dm' alten geordnet hat. ne Zweifel kannte er sowohl den Babli als den echten Jeruschalmi, zu dem er Zusätze macht, z. B. Bechoroth 15 b 1'27 pp' p2 71127211«'1 «77D wn )b 7'72pD «77 «77D, ein Zusatz zu Jeruschalmi Nedarim IV^ saus dem dort stchenden "Dl 721 macht unser Verfasser Dl «1'«); 19 b '^2D7 113 wem D2O« p17L '77 "7213, Zusatz zu Jerusch. Berachoth 4, l. Diese Erzählung ist dem Babli 36 a entlehnt, kommt im Jeruschalmi nicht vor. Siehe auch 39 a utf? '21 '131 I'l"7pb P©2, ein Zusatz zu Jerusch. Terumoth 1,4 (nach Fr. die Quelle für Machsor VitrY p. 519) wie wohl mindestes wahrscheinlicher, ist Machsor Bitry dafür die Quelle.) Man sieht aus allem Angeführten, mit welchem Ernst Herr Rabinowitz die Sache bchandelt hat, und am Schluffe seine- Aufsatzes spricht er, allerdings nicht mit Bestimmtheit, das Buch dem geonäischen Zeitalter zu. Wie er mir schriftlich mitteilt, tat er das nur, weil er seine wahre Meinung, nämlich daß es eine Fälschung sei, nicht rundweg öffentlich aussprechen wollte, bevor sich auch andere über diese Edition geäußert haben. Einem Freunde gegenüber, einem Brisker Dajan, habe er sein wahres Urteil längst ausgesprochen. Sehr gefteut habe er sich zu vernehmen, daß Schreiber dieser Zellen derselben Meinung sei, da in der Tat die Fälschung ins Auge springt (O'2'yb vbl2 IBI'TI). „Wie der Affe im Vergleich mit dem Menschen, so ist dieser Jeruschalmi im Vergleich mit oem echten." In meiner mit Herrn W. R. geführten - geführten Korrespondenz habe ich aus die außerordentlich zahlreichen Stellen hingewiesen, die aus dem wirklichen Jeruschalmi und zwar aus vielen Traktaten in diesen herübergenommen sind/) worin für mich die Erklärung der auffallenden Erscheinung liegt, daß Herr Fr. zu seinem Talmud, den er ja dem wirklichen möglichst ähnlich machen wollte, keine sog. D"V1 niiDD - *) Wobei manchmal Merkwürdiges paffiert. Chullin 63 a ist ein Zitat aus Challah I, 1 das nur an letzter« Stelle einen guten Sinn hat, an unserer aber unbeäreip« ltch ist. In Challah wird nämlich aus Jesajah 18, 26