Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 28 (11.7.1907)
- Date
- 1907-07-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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■.«.-p.yiw^w 11. Juli 1907.__ aviO^ pnno nai? m*ran. Die min ist die nV** □'an*?, die sie vor jugendlichen Fehltritten bewahren, und das Wundermittel, welches sie als tüchtige, echtjüdische, selbstbewußte und pflichtgeweihte Lehrer befähigen wird, ein njn ein für die Thora begeistertes Geschlecht heranzubilden Y'Da. Der zweite halbe Tag soll aus den Unterricht in den übrigen, vom Staate vorgeschriebenen Disziplinen verwendet werden. Denn auch in anderen Präparandieen werden blos 4—5 Stunden täglich für den Unterricht in den vorgeschriebenen Disziplinen verwendet. Die übrige Zeit verbringen die Zöglinge mit Stundengeben re., um sich eine armselige Existenz zu verschaffen. Natürlich müßte aber — und das betonen wir nochmals — dafür gesorgt werden, daß die Zöglinge mit gar keinen Existenzsorgen zu kämpfen haben, damit sie ihre ganze Zeit den Studien in nnin und profanen Disziplinen widmen können. Denn nur in diesem Falle werden sie ihrer doppelseitigen Ausgabe entsprechen können. Was den Ort der zu gründenden Anstalt betrifft, so darf diese keinesfalls in der Hauptstadt des Landes errichtet werden. Denn schon das "HK dortselbst ist für die Religiosität und Moralität junger Leute gefährlich. Es wäre am zweckmäßigsten, sie in einer Provinzstadt, wo sich eine große rcw und andere höhere Lehranstalten besinden, zu errichten. Vielleicht wäre Preßburg der geeigneteste Platz hierfiir, wo sie der Oberaufsicht und strengsten Kontrolle seitens des dortigen Oberrabbiners und Jeschibahrektors unterstehen würde. Dort gibt es immer eine ganze Anzahl tüchtiger- D'nina, die bereits 4 Mittelschulklassen absolvierten und die gerne in eine solche Anstalt einlreten möchten, um dem gefährlichen Dilemma einer eventuellen künftigen Brotlosigkeit, oder des Eintrittes in eine der beiden nn'sa-Anstalten in Budapest entrinnen zu können. Auch giebt es dort viele höhere Lehranstalten, sodaß die für die Anstalt notwendigen Lehrkräfte für profane Disziplinen sich sehr leicht und verhältnismäßig billig verschaffen ließen. Den heißesten Dank Hunderter aus den Krallen der Pester nYLa-Anftalten zu rettender Jünglinge und Zehntausender aus den Händen unjüdischer Lehrer zu erlösender unschuldiger Kinder würde sich der nunmehrige, die Bedürfnisse der Zeit kennende Oberrabbiner in Preßburg sichern, wenn er einen kühnen Schritt nicht scheuend, unseren Vorschlag in Erwägung ziehen, und seine große Wichtigkeit einsehend, der Verwirklichung desselben näher treten möchte. Wir glauben nnmn^ VTTDK lYin Dlpö! Die Anstalt könnte auch, um vor allem Der Israelit. __ fremden, auch staatlichen Einfluß geschützt zu sein, privaten Charakter haben. In diesem Falle könnten die Zöglinge die Prüfungen an irgend einer anderen Präparandie ablegen, von der Anstalt selber aber ein Zeugnis über ihre jüdischen Kenntniffe re. erhalten. In Bezug auf die Existenzmittel eines solchen Instituts müßte man die Opferwilligkeit von Gemeinden und Einzelnen in Anspruch nehmen. Sind doch auch in Deutschland und sogar drei orth. Lehrerbildungsanstalten auf solcher Basis errichtet worden, ohne Staatssubvention zu bekommen. Denn schwerlich würde uns staatliche Hilfe gewährt werden. Auch ist es vom jüdischen Standpunkte aus viel besser keine staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, damit wir in der Anstalt völlig freie Hand behalten. Der Staat soll sich eben damit zufrieden geben, daß die Zöglinge die vorgeschriebene Examina ablegen. Alles andere, der hebr. und Talmudunterricht re., geht doch blos uns an! Bei Gewährung einer staatlichen Subvention möchte sich aber der Staat in interne Angelegenheiten hereinmischen. Zu genanntem Zwecke aber müßte vor allem eine begeisterte Propaganda eingeleitet. werden. Vor allem sollen diejenigen DTQ Pya, die von der Notwendigkeit der Errichtung einer orth. Präparandie überzeugt sind, selbst mit dem guten Beispiel vorangehen und größere Summen zum festen Fond, zum nD'p pp einer solchen Anstalt niederlegen'. Dann — aber nur dann — werden ihnen auch die Massen folgen, Einzelne und Gemeinden, jedweder mit seinem Scherflein. Denn mit bloßen Worten ist's nicht getan Wenn irgendwo, so gilt hier vor allem: Geld, Geld und wieder Geld! Bevor wir nun schließen, halten wir es für unsere Pflicht, einige Worte den, gleich nach unserem ersten Artikel in Nr. 24 dieses Blattes, erschienenen und allem Anscheine nach gegen unsere Ausführungen in gen. Artikel gerichteten Angriffen in der Nr. 32 der in Lemberg erscheinenden „M a ch si kö H a d at h" zu widmen. Alle die gegen Errichtung einer orth. Präparandie geltend gemachten' objektiven Einwendungen desArtikels: *0121*0 nnn mo rbxv1?, wie auch die am Schluß des Artikels zitierte naitfn des Herrn Rabbiners Deutsch in Bonyhüd (Ungarn) haben bereits in unserem zweiten Artikel ihre sachliche Besprechung gefunden. Doch müssen wir den Vorwurf des Verfassers, als sei die Absicht der präparandiefreundlichen Elemente gegen die min gerichtet: „Die offenen Feinde der min kommen offen und fordern mit vollem Munde das, wes das Herz voll ist, während der versteckte Feind versteckt und ver- Rr. 38. Seite 5 larvt kommt. Süß spricht er mit seinem Munde, er sagt, daß er alles zu deinem Besten und Heile beabsichtigt. Doch brütet er in der geheimen Kammer seines Herzens Böses über dich aus, von dem du gar keine Ahnung hast", — diesen schweren Vorwurf müffen wir aufs allerentschiedenste zurückweisen! Der Herr Artikelschreiber in L e m b e r g scheint sehr übel beraten zu sein. Er hat sich an die falsche Adresse gewandt. Für künftighin empfehlen wir ihm, Herrn Bänoezi und Comp, mit derartigen Stilblüten zu bedenken, damit wir einen Kämpfer mehr haben in dem Streite wider die Anführer der Assimilation in Budapest. Denn auch uns ist moV und minn arp das hehrste Gut unseres Volkes, der ewige Heilesschatz Israels. Wir vergessen aber auch daran nicht, daß die Zeiten sich ändern. Nicht daß i"n irgend eine Zeit üb er der min stünde Yam^ö Dfi. Aber zu jeglicher Zeit, müffen wir die von der Zeit dargebotenen Hilfsmittel benützen, um die Verwirklichung der min-Jdeale anzubahnen, um der ewigen nun auch in der gegebenen Zeit zum Siege zu verhelfen. Dieses Prinzip hatte den großen bbn veranlaßt, die Einrichtung des 7l3Tins zu treffen. Diesem Prinzipe zufolge hatte Iran toirm min'' die Mischnah verfaßt, Maimonides seine starke Hand nptn Y gezeigt, oder in neuerer Zeit der große nsio onn?ya die noaDH zur hochdeutschen Raschiübersetzung von Dr. Leopold Dukes gegeben. Der Befolgung dieses Prinzipes hatte z. B. auch in Deutschland der große S. R. Hirsch ungeahnte Erfolge zu verdanken. Diesem Prinzipe müssen auch wir in Ungarn Folge geben, denn — wie sagt Hirsch — „In den Ghettis könnte das Judentum zur Not auch durch bloße Macht der Erziehung vererbt werden. Auf dem Weltmärkte kann nur der Geist das Judentum sorttragen." J$t Sbylock ein Jude? Ein Vortrag von Rabbiner Dr. A. Cohn in Basel. (Schluß.) Mit dem Seher-Auge des Dichters schaut Shakespeare in das Herz des Juden, des mit den Füßen getretenen, den man aus der menschlichen Gesellschaft gestoßener vergegenwärtigt sich sein Seelenleben uno er mußte zu der Ueberzeugung kommen, daß ein Jude, mißhandelt und gepeinigt wenn die Gelegenheit zur Rache sich bieten würde, grausam und unmenschlich sich rächen werde. Wenn man einen ganzen Bolksstamm Jahrhunderte lang wie Tiere behandelt, muß er nicht vertieren? Wenn man ihm gegenüber jede Regung der Menschlichkeit vergißt, muß über diesen gänzlich unerwarteten Vorgang sank die verzeichnete Linie rapid ab, die Blutgefäße im Arm der Versuchsperson hatten sich stark zusammengezogen. Ein bekannter Physiologe hat ein ähnliches Experiment zu Ehren einer fürstlichen Persönlichkeit gemacht, die sein Laboratorium besuchen wollte. Er ließ einen Assistenten, der von dem bevorstehenden Besuch nichts wußte, in einem besonderen Zimmer mit einem Apparat ausrüsten. Als nun der hohe Besuch eintrat, stellte sich sofort die typische Veränderung an der vom Apparat verzeichneten Linie ein, als ein greifbares Unterpfand respektvollen Staunens seitens der überraschten Versuchsperson." Diese Ausführungen rücken die Verse aus Mischte und die Stelle in Gittin in eine ganz neue Beleuch-- tung. €i$d>o b'aw am Rusgang des Schabbos. Es ist eine sehr verbreitete Meinung, daß wenn — wie in diesem Jahre — 3*q nywi mir Ausgang des na& beginnt, man bis zum völligen Eintritt der Nachr essen und ttinken dürfe. Es ist dies ein Irrtum. Auch in diesem Jahre muß man aufhören zu essen und zu trinken, wenn es noch entschieden Tag ist. Bekanntlich beginnt der jüdische Tag mit dem Abend und endet mit dem Abend (aiv IV anyo)- Die Uebergangszeit von einem Tage zum andern, also die Abenddämmerung, gehört mit ihrem Anfänge entschieden dem Tage, d. h. dem ablausenden Tage, mit ihrem Ende entschieden der Nacht, also dem kommenden Tage an. Der mittlere größere Teil der Dämmerung, also die Zeit, in welcher es nicht mehr ganz hell, aber auch noch nicht ganz dunkel ist, heißt niWDfn p3- Für diesen Zeitabschnitt ist es unentschieden, ob er zum alten oder zum neuen Tage gehört. Des Zweifels halber muß man sich daher in dieser Uebergangszeit (niVQB'n pa) so Verhalten, daß man niemals Unrecht begeht, einerlei ob diese Zeit zum ablaufenden oder zum kommenden Tage gerechnet werden niuß. Man bars daher am Freitag Abend in dieser Zeit keine am nätP verbotene Arbeit verrichten, aber ebenso am Aus, ang des n3W noch keine Arbeit verrichten, bis es zweifellos Nacht ist. Ganz so hat man sich am a*0'E 3ny zu verhalten. Alles was am 2tta^ Verboten ist, ist sch n nitfDB'n pa verboten, einerlei ob a**a'ü any an einem Wochentage oder an einem nattf ist. Nur in einer Beziehung ist niVOB'n pa am nDW von dieser Zeit an einem Wochentage verschieden. Mm darf nämlich, so lange es natC ist, keine Trauer zeigen, und well, wie eröttert, niVQVn pa des Zweifels halber noch als pnv bettachtet werden muß, so darf man die Schuhe nicht ausziehen und sich nicht auf die Erde setzen, bis es völlig Nacht geworden. In der Synagoge wartet man mit dem Schuhausziehen bis nach 13-Q; nur der Borbeter zieht die Schuhe aus, ehe er zum aiBy geht. Wann niBfown pa anfängt, darüber gehen die Ansichten der Gesetzeslehrer auseinander, und daher ist auch in verschiedenen Gemeinden der miD verschieden. Keinesfalls beginnt niVBWD pa vor Sonnenuntergangaber nach einigen Ansichten sofort nach Sonnenuntergang. In manchen Gemeinden (auch in Frankfurt a. M.) wird daher niVOVn pa stets von Sonnenuntergang an gerechnet, und man muß in jenen Gemeinden also auch am a*ta any mit Sonnenuntergang das Fasten beginnen. In anderen Gemeinden wird oicse Zeit erst später gerechnet. Man rechne jedoch überall mindestens 25 Minuten vor Nacht. Wenn auch nach manchen Ansichten nitPDE'n pa noch etwas später ist, so ist zu bedenken, daß erstens die Zeit, die in den Tabellen und in den mmb angegeben ist, notgedrungen wegen des gebotenen nav nDDin und aus anderen Gründen nicht ganz genau sein kannferner, daß man wegen einiger Minuten leicht zu einem -,10''** kommen kann. Man höre daher dott, wo kein anderermiO ist, spätestens 25 Minuten v o r N a ch t auf zu essen und zu ttinken. Am narr' '**L1O — am Anfänge des a**a'*3 wird keine n^Han gemachte Dagegen sage man über ein Licht die nana, die man sonst sagt: nämlich V*rn 'ni*W *nia- In der Synagoge sage man diese nana sofort nach vor na*1**- Am Sonntag Abend nach Ausgang des at*a njwn wird dann n*?nan gemacht, aber ohne CN3W3, und ohne Kerze, ganz wie am Ausgang eines Wer 3*q'e ganz nach Vorschrift hält, von dem gilt das Wort nnnowa.ntom nair d^iy by baanon Ramschten wir alle durch die ernste Trauer, mit der wir den Tag im Sinne unseres Gesetzes verbringen, dazu beittagen, daß er bald in unserer Zeit sich wandte in einen Tag der Freude für Israel. (Gerim in Palästina.) Religiöse rusiische Bauern, die viel im alten Testament lasen und hier die jüdische Lehre kennen lernten, fingen an die jüdische