Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 26 (27.6.1907)
- Date
- 1907-06-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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fitesd - w ein sorgenloses Thorastudium gestatten, andererseits find besonders hervorragende N'v?n Ö'öDH höheren Alters in gleicher Weise im größeren Umfange zu unterstützen. Eine Kommission hervorragender n"n der heiligen Städte hat nach noch näher zu bestimmenden Gesichtspunkten die Auswahl unter den für diese Prämien in Betracht kommenden Jünglingen und älteren n"n zu treffen. 7. In dem Maße als es gelingt, durch die Einführung von Arbeitsgelegenheit und moralische Einwirkung größere Beträge der Chaluka. welche bisher zur Erhaltung der erwerbslosen Familienväter verwendet wurden, frei zu machen, soll die Förderung von min und die Unterstützung von Witwen, Waisen, älteren Personen und Kranken größeren Umfang annehmen. 8. Vorbedingung für den Beginn und die Durchführung des Reorganisationswerkes ist die Errichtung eines ständigen Bureaus von bezahlten Beamten der Chalukaverwaltung in Jerusalem. Das Bureau soll aus mindestens zwei Beamten bestehen, von denen einer entweder ein tüchttger Kaufmann und Berwaltungsbeamter oder ein prakttsch erfahrener Nationalökonomsein soll, dem ein geblldeter twn Töf?n ans Europa zur Seite steht. 9. Die Chalukaverwaltung und ihr Jerusalemer Bureau wird nach wie vor die engste Fühlung mit den geistigen Führern der palästinensischen Judenheit aufrecht erhalten und sie soll darauf bedacht sein, daß deren Autorität zum Segen der religiösen Berhältniffe aufrecht erhalten bleibt." In dem Begleitschreiben zu diesen Grundzügen werden die Vertrauensmänner ersucht, der Chalukaverwaltung bei der Auswahl der geeianeten Beamten zur Seite zu stehen. Es heißt darüber u. a. „Es gllt vor allem, als ständige Vertreter der Chalukaverwaltung im heiligen Lande Beamte hinauszusenden, die schon durch ihre Persönlichkeit, durch die Vereinigung gewissenhafter und aufrichtiger religiöser Pflichttreue mit echter Bildung die westeuropäische Orthodoxie in würdiger Weife repräsentieren, die ferner Ers rung, Einsicht und Energie genug best um die ihnen gestellten schwierigen prakttschen Aufgaben so vollkommen wie möglich zu lösen." Das Schreiben schließt mit folgender Aufforderung: „Soll das Reorganisationswerk gelingen, so muß eine starke Propaganda einsetzen um die Einkünfte der Chaluka kräftig zu steigern und allenthalben neue Sympathieen für unser Hilfswerk wachzurufen. Wir behalten uns vor, Ihnen Aleines Feuilleton. Sie „grüne" Sans«. Ei« Wort an unsere Hausfrauen. entspringt dem Gedanken, so lieblichen Zeit s. baß man gerade in dieser den gSttlichm Spender mißachtet und seine Gaben dazu benützt, eines der wichtigsten Gesetze Unserer min zu übertreten. Ich meine baS Verbot, Würmer,Insekten, und andereKriechtiere zu genießen, wie eS uns an mehreren Stellen des Pentateuch ausdrücklich und nachdrücklich eingeschärst wirb. So z. B. 3. Bch. M. 11,41-47: „Alles Kriechende -aS auf der Erbe kriecht, ist ein Gräueles soll nicht gegessen werden. Machet nicht zum Abscheu eure Person durch alles Kriech-Getier, baS da wimmelt, verunreinigt euch nicht durch dasselbe, auf daß ihr nicht unrein bleibet durch eS. Denn ich bin; der Ewige euer Gottso heiligt euch, damit ihr heilig werdet, denn heilig bin ich. Und verunreinigt nicht eureSeelen durch alles Zkrtechende, das sich regt auf der Erde." Diesem so llar gegebene Thoragebote widmet der nyi mV ein besonderes Kapitel im § 84, O'v^in niD^ri/ die Vorschriften über „Würmer". — R. Abraham Danzig in leitet dies Kapitel mit folgenden rar oft verwarnt uns die Thora, hmfichteinen möchten Bez . ganisation überall zuregen und auf übersenden, rem eoru Sammlungen anie Werbung neuer Kontribuenten bedacht zu sein." Es wäre im höchsten Grade erwünscht, wenn auf diese Weise schon im laufenden Jahre eine wesentliche Erhöhung der Chaluka-Eingänge erzielt und damit eine wirksame und energische Durchführung des Reorganisationswerkes gesichert werden könnte. Möchte es den einsichtigen Männern, die an der Spitze der Chalukaverwaltung stehen, gelingen, ihr großes Werk, dessen Schwierigkeiten sie selbst am wenigsten verkennen, so rasch wie möglich und so gründlich wie möglich zu vollenden. C.D fc Mochenrun-schau. Panik In vgessa. In der großen Hafenstadt am schwarzen Meer erhebt wieder das Pogromgespenst grimmig das t>aupt. Ein Mitglied des „Verbandes echtruffischer eute" ist jüngst auf der Straße mißhandelt worden. Natürlich waren Juden die Täter. Der Generalgouverneur selbst bezeichnet den Angriff als einen jüdischen Racheakt. Der Militär-Kommandant Kaulbars tut selbstverständlich auch seine Schuldigkeit und hetzt in gewohnter Weise das Volk gegen die Juden auf. Dazu kommt noch die Duma-Auflösung, die von den echtrussischen Leuten unter Mitwirkung des Militärs mit großen Festlichkeiten gefeiert wird. Die richtige Pogromstimmung ist nun vorhanden. Die jüdische Bevölkerung lebt in Angst und Schrecken. Kein Jude ist auf der Straße sicher. Die Läden werden geschloffen. Niemand weiß, was der nächste Augenblick bringen wird. Die fürchterlichsten Untaten werden den Juden von der verwllderten Menge angedichtet. Man hat das Gerücht ausgesprengt, sie hätten sechzig Christenmädchen ermordet. Eine Masse von Hooligans zieht darauf nach dem Friedhof, um die Toten zu sehen. Es ist ein wahres Wunder, daß diese Hooligans, als sie nichts fanden, sich wieder zerstreuten, daß nicht das bloße Gerücht genügte, ein Blutbad zu entfesseln. Wo bleibt Herr Stolypin mit seinen Versprechungen? Es sieht nicht so aus, als ob lich der Kriechtiere! Wer ein Kriechtier des Wassers genießt, verdient vierfach die nip!w-Strafe, beim Genüsse eines Erden-Kriechtiers diese Strafe fünffach, beim Genüsse von fliegenden D^nv — wie Mücken u. bgl. — genannte Sttafe sechsfach. Dieferlei Genüsse machen die Seele unrein, wie es auch heißt: „Ihr werbet durch sie unrein werden.^ Darum nehme man sich darin überaus in Acht, daß man nicht strauchle. Wie man sieht, wirb genanntes Verbot sowohl im schriftlichen Gesetz, wie in dm Codices mit hohem Ernste behandelt. Und doch, welch bedauerliche Mißstände errschen in dieser Hinsicht allenthalben- In der Großtadt wie auf' dem flachen Lande, in den verschiedensten Kreisen wird gefehlt gegen dieses Gesetz der Thora. Selbstredend sprechen wir nicht von denen, die dem spezisisch jüdischen Leben gänzlich entfremdet sind! Wer sich aus röW Mffl nichts macht, wer an ntchtjüdischer Tafel sich ntedersetzt, wer noch andere Fundamentallehren un erer Thora außer Acht läßt, wie soll der sich etwa noch um die kleinen O'rNV diel kümmern? Wohl aber wendm wir uns in diesen AuSführungm an die besseren Kreise, die noch konservattven Sinn genug befitzm, um Israels Traditton mit warmem Herzm zu und dem kommenden Geschlecht weiter zu ver- J ° fahrung, die nur das "a Gerade jetzt beim JgpV DTK «Sorten <in: le Leben lehrt. Beginn der Gemüsesatson dürfte der Hinweis auf die obigen GefetzeSbcstimmungm angebracht ^erscheinen. Jeder jüdische Lehrer, der es mit seinem Berufe ernst nir die Erörterung der Frac MS praktisch jüdisch Gedankenkreis also nahe, das ist ein Vorzug gmmüber manchem Wissensstoff, den man mehr sozusagm als toten _y.flifttfiMff. er in Odessa die Macht der Regierung zur Geltung bringen wolle. * * * Die Konsequenzen des öemeindehonfliftfs in ITTündien. Wiederum kommt aus der bayrischen Hauptstadt eine Kunde, die, weit über das lokale Jntereffe hinausgehend, alle Kreise der gesetzestreuen Judenheit lebhaft beschäftigen wird, diesmal aber nicht im Sinne freudiger Genugtuung wie bei der Sonntagsruhe-Angelegenheit. Wenn man sich die merkwürdigen Vorgänge vergegenwärtigt, von denen die im Nachrichtenteil veröffentlichte EinDßr der Münchener Orthodoxie Beschwerde führend zu berichten weiß, so glaubt man sich in der Tat um einige Jahrzehnte zurück in jene gesegneten Zeiten versetzt, da die Reform, in ihrer Sünden Maienblüte, das letzte Stündlein des altmodischen zurückgebliebenen Judentums gekommen wähnte, und allmächtige Gemeindevorstände im Namen,' des Fortschrittes die ^streuen Minoritäten überall im deutschen läterlande rücksichtslos zu knebeln verstanden. Man denke : Ein orthodoxes Brautpaar m u ß es sich, gegen seinen Willen, gefallen lassen, in einerausschließlich aus den Mitteln der orthodoxen Minorität und für diese erbauten Synagoge von einem ausgesprochen neologen Rabbinatssubstituten getraut zu werden, und dem erwählten geistigen Führer dieser orthodoxen Minorität, einem Gelehrten von anerkanntem Ruf, wird mit kränkender Absichtlichkeit untersagt, dem an ihn ergangenen Rufe der eigentlich doch allein maßgebenden Nächstbeteiligten Folge zu leisten! Diese Leistung der Münchener Vorstandsmajorität setzt allem, was bisher an neologem Uebermut dort zutage getreten ist, die Krone auf. Bor allem gilt es nun, ruhigen Blutes zu untersuchen, ob das Verfahren des Vorstandes den derzeit in Bayern geltenden gesetzlichen Bestimmungen entspricht, oder ob ein durch das Ministerium als Aufsichtsbehörde zu sühnender Nebergriff vorliegt. Sollte ersteres der Fall sein — was wir nicht beurteilen können — dann wäre es allerdings eine unbedingte Ehrenpflicht der Münchener Orthodoxie, sich mit allen gesetzlichen Mitteln des Gewissenszwanges zu erwehren, dem matt sie unterwerfen mochte, und zu diesem Zwecke so bald wie möglich eine gründliche Revision der bayerischen Judengesetzgebung zu erstreben. Es soll nicht verkannt werden, daß das bayerische Judenedikt aus dem Jahre 1813 viele wertvolle, sogar nachahmenswerte Bestim- Ballast mitschleppt. Hier ist auch der Konnex zwischen Schule und Haus gegeben. Der Lehrer kann indirekt auf Kleinigkeit ist. Es muß verstanden sein gelehrt werden. Wer fich je dafür interessierte, der weiß, baß auf grünm Blättern sich der sogenannte grüne Erdfloh, die Blattlaus oder äpdis rosse nur schwer entdecken läßt, des kleinen xy es gehört a u dazu. Da heißt es die Gemüseblättlein auf beiden Setten anschauen, die Faltm auseinanderscheiden, Angefreffenes entfernen. Ost ist es ratsam, das grüne Blatt gegen das Licht zu wenden. Man kann so zu seinem Erstaunen manches gewahren, 'das man zuvor nicht vemertte. Das erfodert sicher auch Zeit, und die hat man heutzutage oft nicht! Gerade in Restaurationen, wo täglich große Mengen Gemüse und Salat verwendet werben, besorgen oft junge, unerfahrene Mädchen das «Besehen". Die Wirtschafterin hat dafür nicht Zeit. Die Grünware trifft mitunter spät ein, muß aber rechzeitig serviert werden. Da gebtS dann über Bausch und Bogen. Entstammen die jungm Mädchen, wie daS oft der Fall, unreligiösen Häusern, dann ist der umso leichter möglich. Dazu betrachtet man bas „Besehen" als eine ganz untergeordnete Beschäftigung, wie etwa das Aufspülen. Ohne zu generalisieren, darf ich doch sagen, daß ich seit Jahren der Geflogenheit treu blieb, dem Genüsse aller Gemüse und Sälüte in öffentlichen Speisehäusern zu entsagen. Auch im Privathause treffen wir in dieser Hinsicht Mißstänoe aller Art. Und da könnten fie noch eher vermieden werden. Einige Erfahrung aus dem, praktischen Leven wollen wir hier berühren und zu erwägen geben. Ein weltverbreiteter^Jrrtum ist's, als ob „harte"