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Der Israelit · 1907-06-20 · Heft 25 (20.6.1907) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 25 (20.6.1907)
Date
1907-06-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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cJjeVvart llleraris Eine vissenzcbattlicbe Täiscbnnfl? Bor einiger Zeit erhielt ich von der Buchhandlung Schwager u. Frankel in Hussiatyn ihren Katalog Nr. 14. Auf der letzten Seite dieses Katalogs las ich eine Bekanntmachung des Vereins 'dw tisip 'aan , daß in kurzem erscheinen werde. ny w« nni22i pVin '□ a 's"y osnai n«n py innaw «Vi D^yai rnav 'vi 7,2 mi«' na*?ff »"an1?;Dim ''s oy o^iya -vrv '"2,2 "*?«aV«* Hocherfreut dachte ich, daß nun endlich auch die Streitfrage, ob überhaupt ein 'aWn' D'ttHp “HD vorhanden war, endgültig erledigt sei. (Bekanntlich hat in der letzten Zeit sich Rainer in seinem D'^ttni'i p'X rann dahin ausgesprochen, daß ein D'ttHp 'D^ern' wohl bestanden hat. Siehe Ratner u. a. auf n'y'Dtt? /dd pag. 79.) Eine Handschrift nebst Kommentar von Salom Algasi! Keinen Augenblick zweifelte ich daran, daß wir hier Handschrift und Kommentar von dem so bekannten Salomon Algasi vor uns bekommen, von dem Asulai berichtet, daß jeder Buchstabe seines Vor- und Familiennamens gleich der Anfangsbuchstabe eines seiner Werke ist. Wie groß war 'jedoch meine Enttäuschung als mir die Edition selbst zu Gesicht kam. Ich suchte 'T«a^« tP'Hna, fand jedoch auf dem deutschen Titelblatte als Herausgeber Rabbiner Dr. Salomon Friedländer, Szatmürhegy (Ungarn) und dann erst auf dem hebräischen Trchv na1?« n«Vai nen nnsttraa -vysn 22« nai2v '-nson V'xr d"-hd p«a;ra v"D mi«' “»ynayVny'is! Das also ist der Algasi. Es ist wohl wichtig, ihn etwas näher anzusehen. Der Name “»y-iay^-iyms rmrn na*?tf (mim nicht mit « nach sefar bischer Weise) ist wohl bekannt, ob günstig ist eine andere Frage. Dieser Herr hat nämlich vor einer Reihe von Jahren die Tosesta zu den Sedarim Seraim und Naschim mit einem Kommentar ptpn heraus? gegeben. Er ist dabei mit den alten Texten mit einer Willkür umgesprungen, die ihresgleichen sucht. Wohl spricht er im Kommentar von Handschristen, nach denen er koniiziert, aber er beschreibt dieselben nicht und Niemand hat sie je gesehen. Schwarz sagt in der Einleitung zu seiner Tosesta-Ausgabe von Friedländers Edition folgendes: (Ich übersetze aus dem Hebräischen so wörtlich als möglich.) „Dieser Verfasser tat, was weder bei Juden noch bei Nichtjuden geschieht, nämlich daß man Konjekturen NIS'lwi _ni'2T2 ni'DHD in den Text eines alten Werkes setzt. Und dieser Kommentator tat Sonderbares, er setzte mit einer Frechheit, die nicht größer denkbar ist, seine Noten und Fehler, Vttna'ttn vornan, Lesearten, die er sich ausgedacht und die er in seiner sefardischen Handschrift, die Nienmndes Auge je gesehen hat — in seiner großen Einleitung sagt er nichts von einer Handschrift, die er besitzt, im Gegenteil, S. 29 sagt er ausdrücklich, daß überall, wo er von Handschrift spricht, die Erfurter gemeint ist — gefunden haben will, und nicht allein Fehler, sondern auch Fälschungen l'Si'T, in den Text der Tosesta selbst.. Wer sein Werk mit Aufmerksamkeit liest und nicht nur durchfliegt, wird mir zustimmen, daß die Tosesta des Verfassers des Kommentars nabt? pttH ni'aa haben muß." In der Tat, ich könnte Friedländers Edition nicht besser charakterisieren als Schwarz es getan. Dieser Herr Friedländer nun ist der Herausgeber des bis jetzt in der ganzen Welt unbekannt gewesenenJeruschalmiSeder K 0 d a s ch i m. Er hat ihn entdeckt, (wie: darüber weiter unten) wie er auch zu der Entdeckung gekommen ist, daß er selbst ein Algasi, Sohn des Gaon '“nson V'ST DV'na. Sehr lange scheint er die Papiere noch nicht zu besitzen, aus denen dieses sein Jichus hervorgeht. In Mühlausen im Elsaß, wo er zur Zeit der Herausgabe der Tosefta lebte, war er noch lynay^nyms a'*? naVtt? vn und auf dem französischen Titelblatte Lev. Friedländer. Dort ist er, wie mir Pros. Lewy schrieb, eingetragen als Friedländer Ludwig, geb. in Hrabszke (BezirkSzekcsö), Ungarn. (Sein ganzes Signalement, das bekannt gemacht ist, herzusetzen ist ja überflüssig.) Einige Jahre später ist der ungarische Herr Fr. zum Russen geworden. In der in Waitzen erscheinenden Zeitschrift NVL?0 *?n S. 180 lese ich von t?D'tr w« «'an mV' ly^aySiyns *nv na Vor dw nr« nn pr«Vin nam na'ar'a lnnV'a ypn nnyi ra2ir«a jymn^rvaa maa-o wa'v HE I*?n« und nun wird aus dem Russen ein Sefardi, der den Namen Algasi trägt! Den Doktortitel wird Herr F. sich wohl ebenso selbst beigelegt haben. Daß ich mit Mißtrauen das Werk öffnete, wird Jedermann natürlich finden. Aus das Titelblatt folgen nitt2Dn und eine Einleitung. Ich hoffte in derselben beruhigende Angaben über die Herkunft und Echtheit der Handschrift zu finden, um wenigstens im Allgemeinen der Edition Vertrauen entgegenbringen zu können (auf gehörige diplomatische Genauigkeitist ja bei den Antecedentien Fr.'s nicht zu rechnen). Was ich da las, ist so ungeheuerliH, daß es mir unbegreiflich ist, wie bis jetzt noch Niemand öffentlich gegen diese Edition ausgetreten ist. Der Leser höre und staune. Fr. erzählt folgendes: Im Jahre D“i"n (j. e. demselben Jahre in welchem Fr. in Waitzen in Ungarn lebte) erhielt ich ein Schreiben von meinem Buder 'amnn D"D 17V*?« n"io -ipinm, der damals in Smyrna und jenen Gegenden Handel trieb über Seen, <«■- ■ ferne Länder durchzog, wo faktisch Niemand hingelangt, daß er alle sehr wertvollen Werke, die aus dem Nachlasse des Gaon Josua Benvenisti, Verfasser des ytnm mir, stammen, gekauft habe, darunter die Venediger-Ausgabe des Jeruschalmi mit Randglossen und Noten auf den ganzen Jeruschalmi, auch vielen abweichenden Lesearten, die größtenteils in der Jeruschalmiausgabe mit yttnm mtr gedruckt sind . ... In jenem Jeruschalmi fand ich zwei Briefe von sehr großem Werte. Der erste ist vom Konftantinopeler Rabbiner Mose Benvenisti, Verfasser der Responsen ntPD '2£, gerichtet an die Rabbiner in Smyrna und an deren Spitze, den Gaon Salomo Algasi. In diesem Briefe nun, der das Datum trägt 7p>« iir^C D^Virn*?^ — daswärena"N—berichtet Mose Benvenisti Salomo Algasi, daß Josua Benvenisti von einem der (8ic) ViaDHS 'Dia« Namens 'iS"i oma« pn, der Lissabon verlassen und zum Glauben der Väter zurückgekehrt sei, eine Handschrift erhalten habe, die diesem von von einem von Juden herstammenden Priester, der früher «3i*?anaa iaia“>a naW p~i geheißen habe, geschenkt worden sei. Josua habe nun darin den Jeruschalmi Seder Nesikin — andere größere Rezension als die wir besitzen — und den Jeruschalmi Seder Kodaschim gesunden, die bisher unbekannt waren, alles in vortrefflichem Zustande in schöner deutlicher Schrift. Josua B. habe ihm das mitgeteilt und so wende er sich an Salomo Algasi mit der Bitte, nun Geld zu sammeln, damit die Handschrift gedruckt werde. Unterzeichnet d"d ntwaaa .wo 'axn. Diesem Schreiben von Mose B. sind einige Zeilen hinzugefügt von Josua B., der unterzeichnet mit yttnrn D"D ni^aaaa* Das zweite Schreiben, das Herr F. in dem Buche gefunden haben will, ist von Chajim Benvenisti an seinen Bruder Josua Benvenisti gerichtet. In diesem Schreiben drückt Rabbi Chajim B. seine große Freude darüber aus, daß sein Bruder in den Besitz der zwei bisher ganz unbekannten Sedarim des Jeruschalmi gekommen ist. Er rät ihm jedoch, mit der Publizierung zu warten mit Rücksicht aus die augenblicklichen Wirren *>«wa ^xpapya ^£2 iai '2. Unterzeichnet a"D ntwaaa myxn «im o"n. Ehe ich die weitere Erzählung des Herrn Fr. mitteile, einige Bemerkungen. Fr. erhielt oder fand diese Briefe im Jahre er lebte damals in Waitzen, einer dhbiDi D'D2i“i n«^D *vy, und zeigte sie dort Niemandem, sondern sandte sie seinem (unbekannten) Bruder zurück! Ist das nicht sehr verdächtig? Noch mehr! Wer mit dem sefardischen Stil etwas bekannt ist, wird leicht merken, daß die Sache nicht in Ordnung fft; aber ich habe auch einen untrüglichen Beweis, daß die Briefe unecht sind. Keiner der drei hier genannten Ben

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