Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1907)
- Date
- 1907-06-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sette 10. Rr. 24. Der JSraelit. Au Beitragen der Milglieder gingen ein 950 Mk. Die Bilanzierung konnte nur durch äußerste Sparsamkeit erreicht werden. Würde der Verein über größere Mittel verfügen, so könnten sicher auch besiere Resultate erzielt werden. — Als Punkt 2 der Tagesordnung steht ein Antrag des Vorstands zur Beratung, den Vorstand in einen Berwaltungsrat umzuwandeln, von dem 3 Mitglieder als gesetzlicher Borstand fungieren sollen. Dieser Antrag, der nur formelle Bedeutung hat, wird samt den dadurch bedingten Satzungsänderungen genehmigt. Die auf Grund der Statuten ausscheidenden Vorstandsmitglieder weiden durch Acclamation wiedergewählt und die durch Cooplatton vorgenommene Wahl des Herrn Moritz Ezechiel an Stelle d-s unvergeßlichen Herrn Simon Zuckermann bestätigt Der Vorsitzende gibt dann noch auf einzelne Anfragen der Mitglieder Auskunft. Von einem Mitglied wird angeregt, der Vorstand solle durch Aufrufe etc. für Beschaffung größerer Mittel Sorge tragen. Es w rd darauf erw dert, daß so notwendig auch größere Mittel für den Verein seien, der Vorstand sich doch nicht entschließen könne, in eincr Zeit, in der so starke Ansprüche an d e jüdische Welt gestellt werden, die Oeffentl chkeit außer in dringenden Fällen in Anspruch zu nehmen. Der Verein sei bei seiner Gründung auch so gedacht gewesen, daß er sich gleich den entsprechenden nichtjüdischen Vereinen durch die Mitglieder erhalten solle,die die Dienste des Vereins, sei es mit oder ohne Erfolg, in Anspruch nehmen. Deshalb sei der Beitrag auch so niedrig, auf nur 3 M. pro Jahr angesetzt worden. D e Selbstkosten des Bere ns für jede rermittelte Stelle betragen nur 20 M., was noch sehr mäßig ist gegenüber d.n Verhältnissen nichtjüdischer Vereine, bei denen sich die Kosten auf etwa 25 M.'belaufen. Man hat daher erwartet, daß wenigstens die Mitg'ieder, denen der Verein Stellen vermittelt hat, tre.i zu ihm zu halten und durch ihren jährlichen Beitrag die Leistungen des Vereins anerkennen wür en. Leider habe man sich darin getäuscht was ja ein einfacher Blick auf die Summe der Beiträge lehrt. Wenn die Mitglieder, ü escn Appell richtete der Vorsitzende zum Schluß an die Erschienenen die Erkenntnis, weiter verbreiteten, daß mit der einmaligen Zahlung von 3 M. ein stellensuchendes Mitglied und besonders ein junger Mann, bet eine Stellung erhielt, mit Nichten seine Pflicht erfüllt fiat, so würden sie der Sache des Vereins, die ja auch Sache jedes Jehudi ist, einen großen Dienst erwiesen. Mt dem Ausdruck des Dankes an die Erschienenen schloß der Vorsitzende dann die Versammlung. Hamburg, 5. Juni. In einer stark besuchten und glänzend verlau fcnen Versammlung im großen Saale der Heny-Jones-Loge wurde gestern Abend hier eine Ortsfruppe des Verbandes der Savbathr e u n d e ins Leben gerufen. Dem vorbereitenden Komitee gehörten die ersten Kreise unserer Gemeinde an. Als Vertreter des Verbandes war Herr Jakob Rosenfieim aus Frankfurt a. M. erschienen, der in einstündigem Referat die Zwecke und Ziele des Verbandes der Sabbathfreunde darstellte. Besonderen Beifall fanden diejenigen Ausführungen des Redners, die sich mit der Notwendigkeit befaßten, vor der Oeffentlichkeit ohne Scheu die Sache des Sabbaths als Sache der Kultur zu vertreten, um auf diese Weise eine Atmosphäre zu schaffen, die der heranre-senden Jugend die Wahrung des Sab- Vathheiligtums erleichtert. An der anschließenden angeregten Diskussion beteiligten sich die Herren Lippstadt, Dr.D. Schlesinger,Rabb.Dr. Nobel. Herr Bachrach Snamens des Vereins zur Wahrung der konservativen ressen die Erklärung ab, daß tiefer Verein gerne t sei, auch seinerseits Hand in Hand mit der neuzugründenden Ortsgruppe des Verbandes zu Gunsten der gemeinsamen Sache zu arbeiten. In die zirkulierenden Listen zeichneten sich sofort 165 Mitglieder mit etwa 600 Marl Jahresbeiträgen ein. Ueber die von der Ortsgruppe vorzunehmende Vorstandswahl wird ncch berichtet werden. München, 28. Mai. Als vor einem halben Jahre hier der Verein Q^n npD gegründet wurde, schien es ratsam, noch nichts über dessen Bestehen zu veröffentlichen, denn nicht allzu günstig lautete das Prognostikon, welches man der Zukunft des Vereins auch in denjenigen Kreisen stellte, welche den Bereinstendenzen sympathisch gegenüverstanden Unser Jsarathen leidet nicht unter einem Mangel, sondern höchstens an einem Ueberfluß von jüdischen Vereinen, die zum großen Teil unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ihr Dasein fristen. Jnstesondere die Vereine mit ideellen Interessen finden bei-unserer hiesigen jüdischen Bevölkerung so wenig Ank ang, daß man bisher einm Verein, der sich ausschließlich die Pflege des Thorastudiums zur Aufgabe gesetzt, noch nicht zu gründen unternommen hatte. Es gehörte daher ein gutes Stück Optimismus dazu, ein zähliges Häuflein, zwei von Interessenten, zur Gründung des Q^n UpD zu veranlassen. Aber dieser Optimismus wurde durch die Entwicklung des Bereins.nicht nur gerechtfertigt, sondern bei weitem überflügelt. Die Anzahl der Mitglieder hat sich auf 72 erhöht und was bei weitem mehr besagen will, die find derart gut besucht, daß sich das jetzige Lokal des Vereins (Hochbrückenstraße 18, l.), welches ursprünglich auf 30 Personen berechnet war, bereits als zu kle n erwiesen hat. In den zehn wöchentlichen □mjwp sucht der Verein die Kenntnisie seiner Mitglieder in Y'sn und jüdischer Geschichte zu erweitern, auch ein Schiur zur Erklärung der nf>sn hat sich als opportun erwiesen. Die fünf am n3tP stattsindenden rmiZ^V geben den rot? haltenden jungen Leuten Gelegenheit, den r)3W in 6. Im i 1907. würdiger Weise zu verbringen. Mit Rücksicht daraus leistet die hiesige „Ortsgruppe der Sabbathfreunde" dem Mekor Chajim eine dankenswerte-materielle Unterstützung. Die Vorstandschaft des Mekor Chajim setzt sich auS folgenden Herren zusammen: S. Ehrmann, 1. Vorsitzender, S. Levi, 2. Vorsitzender, L. Fränkel, Kassenwart, M. Reiter, 1. Schriftführer, L. Adler, 2. Schriftführer. Ich möchte nicht versäumen, bei dieser. Gelegenheit darauf aufmerksam zu machen, taß Mekor-Chajim Vereine unseres Wissens bereits in Hamburg, Frankfurt, London, Würzburg und neuerdings in Leipzig bestehen und es sicher nur dieser Anregung in Ihrem Blatte bedarf, um den Vorständen die Frage nahezulegen, ob es nicht geraten wäre, daß die einzelnen Vereine sich zusammenschlössen. Abgesehen von den ideellen und materiellen Vorteilen, die jeder Zusammenschluß gewährt, würde es sicherlich nicht allzu schwer fallen, dadurch auch in anderen Städten die Möglichkeit zu schaffen, daß insbesondere unsere jüngere Generation wieder zu einem Studium unserer min veranlaßt und so der einzige Weg zur Gesundung unseres Volkes eingeschlagen werde, den S. R. Hirsch b"M (19 B. S. 97) gezeichnet: „nehmen die Quellen des Judentums EniD /1"3D ,/ sie für 's Leben gelesen, studiert,begriff endaraus Judentums Ansicht geschöpft über Gott, Welt, Menschheit, Israel nach Geschick und Lehre, und das Judentunl aus sich erkannt, aus sich begriffen, und sich zu einer Wissenschaft der Lebensweisheit erhöbe n." Personalien. Berlin, 2. Juni. Zum ersten Jahrzeitstage des Herrn Adolf Goldschmidtn"yhat sich heute eine große Anzahl von Mitgliedern der A d a ß Jisroel-Gemeinde und insbesondere von deren Chewra Kadischah auf dem Friedhofe in Weißensee zusammen gefunden, um dem Gedächtnisse des um zahlreiche Institutionen dieser Gemeinde hochverdienten Verewigten eine Stunde t es Erinnernd zu weihen. An einen Misckmavortrag des Herrn Dr. Wohlgemut h schloß sich eine Gedenkrede des Rabbiner Dr. E. Munk, der auf das Weiterwirken der von dem Betrauerten geschaffenen Chewra Kadischah und des dieser angegliederten Jüd. Krankenheims hinwies und in diesen Institutionen, das Wort an'WyD D'»p'HJt □31131 DD in seiner schönsten Verwirklichung erblickte. Hierauf begab man sich von der Friedhofshalle nach dem Grabe, wo Herr Dr. Meier Hildesheimer angestchts der errichteten rDUE) den Mut zur Tat, der Adolf Goldschmidt n"y tu so reichem Maße beseelt den Nachfahren als Vorbild rühmte. Mit Verrichtung der hierorts üblichen Gebete durch Herrn Cantor Dubowski, schloß die eben so würdige als schlichte Feier. Der errichtete Denkstein trägt in lapidaren Worten die Charakteristik des edlen Menschen und echten Jehudi, dessen sterbliche Reste er deckt. Kempen (Posen), 28. Mai. Tief erschüttert umstand vor kur er Zeir die jüdische Gemeinde zu Kempen die Bahre des Herrn Moritz Gottheiner n"y, in aufrichtigem Schmerze vereint mit der schwergeprüften Familie tes Heimgegangenen. Ein früher Tod hatte den im besten Manncsalter Stehenden aus der Mitte einer in grenzen! oser Liebe an ihm hängenden Familie dahingerafft und der Gemeinde eine ihrer besten, kraftvollsten Persönlichkeiten geraubt. Denn eine Persönlichkeit im besten Sinne des Wortes ist der Verstorbene gewesen, ein Mann von ausgeprägter Eigenart, ein fester, im Boden unserer heiligen Lehre wurzelnder Charakter, ter vernünftig zu wollen und das Gewollte energisch und zielbewußt durchzuführcn verstand. Und wenn nach einem Worte unserer Weisen der Wehruf über den Verlust eines Gerechten sich über die ganze Wett verbreitet, nb'yn bD2 *f>in l^ip na pHIHSO/ so verdient es dieser wahrhaft ftomme Dahingeschiedene, daß die weite Welt seiner Gesinnungsverwandten mit einstimmen in die Klage seiner Familie, seines engeren Kreises. Ausgezeichnet durch eine nicht alltägliche Klugheit, durch einen eisernen Willen und durch ein hilfbereitrsgutes Herz, stellte der Verstorbene seine vorzüglichen Gaben in den Dienst unserer heiligen Religion und in den seiner Mitwenschen. Sein Haus war eine Stätte jener herzerquickenden, als selbstverständlich geübten innigen Frömmigkett, die heute leider immer seltener wird. Er speiste jeden Sabbath und Festtag arme Leute an seinem Tische, nahm so manchen □sriT'D^l für längere Zeit in sein Haus-und förderte unbemittelte Handelsleute durch Rat und Tat. Er veranlaßte zwei reiche tn Amerika lebende Kempener zur Fundierung zweier sehr bedeutender Stiftungen, aus denen minderbemittelte Kaufleute sirst zinslose Darlehen erhaltenmit der Verwaltung war er von den Stiftern betraut. Bon seiner Wirksamkeit als Mitglied der Chewra-Kadischa- und des Gemeinde-Vorstandes seien nur zwei besonders hervorragende Leistungen erwähnt. Unter seiner Leitung nurde ein Verzeichnis sämtlicher Gräber des fast drei Jahrhunderte alten Friedhofes angelegt, das eine leichte Auffindung der alten Grabstätien ermöglicht. Ferner war die Renovation der Kempener Synagoge, eines monumentalen Baues, ganz sein Werkseinem Geiste entsprang der Gedanke, er sammelte die erso derlichen Geldmittel und er leitete die Arbeiten von Anfang bis zu Ende. Wichtiger aber als diese hervorragenden Einzelleistungen war sein stetes energisches Eintreten für tie Sache -es gesetzestreuen Judentums» Das Wort "pi 11JTP IVr- ^3^0# 1311 fand volle Anwendung auf ihn. So bemüht er sich erfolgreich'.um die Konstituierung einer Ortsgruppe des Schomre- Schabbos-Vereins und war auch ihr Präsident. Er war es auch, der Herrn Rabbiner Dr. L. Münz in Kempen anregte, das Buch dhm min für die jüdische Ehefrau, zu. verfassen, eine Anregung, auf weiche die Einleitung, jener Schrift hinweist. Seine vorzügliche Arbeitskraft wurde auch seitens seiner nichtjüdischen Mitbürger hochgeschätzt. Er wurde zum Ratsherrn in den Magistrat der Stadt Krmpen gewählt und bewährte sich auch in dieser ehrenvollen Stellung als tüchtigen, gewissenhaften Mitarbeiter. Was aber besonders hervorgehoben zu werden verdient, ist, daß er immer und überall als ganzer, überzeugungstreuer Jude aufträt. Das Mitgeteilte gibt ein, wenn auch schwaches, Bild von dem, was der Verstorbene seiner Gemeinde, seiner Vaterstadt war. Was er aber seiner Familie und seinen Freunden, zu denen sich auch Schreiber Dieses zählte, gewesen ist, das entgeht sich der Beschreibung. Er hat eine unaussüllbare Lücke htnterlassen. •□'DITO 1DJJ N121O 1113V Q^n Dr. Kl, Briefkasten. R. C. Wir kommen hiermit Ihrem Wunsche nach und bitten diejenigen Leser, die Statuten und sonstiges Material zur Benutzung bei Errichtung einer Erholungsstätte für jüngere Kaufleute in Händen haben, es der Expedition des „Israelit", ev. lechweise, behufs Vermittlung c.n Sie zukommen zu lassen. Sabbat-Anfang u. Ausgang. Y? nbv ORT: Anfang Datum Ausgang Uhr Min. 1907 5667 Uhr Min. Frankfurt a M 7 45 8. Juni 26. Siwan 9 30 Berlin .... — — // n 9 27 München . . . 7 15 // n 9 02 Strahbnrg . 7 30 n n 9 20 Polen .... — — n // 9 13 Breslau . — — n n 9 00 Nürnberg. . — — n u 9 10 Stuttgart 7 30 >/ n 9 16 Prag 8 30 // „ 9 05 Tamiliennacbricbten. (Unseren Abonnenten steht diese Rubrik kostenlos zur Verfügung. Nichtabonnenten haben für die Aufnahme jeder Notiz eine Gebühr von 1 Mk., die gleichzeitig einzusenden ist, zu entrichten. Die Sendungen müssen immer spätestens am Mittwoch Vormittag vor dem Erscheinen der jeweiligen Nummer in unseren Händen sein.) Geburten: Eine Tochter: Willy Kruskal (Benjamin), Frankfurt a. M. — Kolinsky (Gernsheimer), Antwerpen. Verlebte: Hmny Adler, mit Carlo Mayer, Frankfurt a. M. — Berta Marx mit Ludwig Lindheimer, Heidelberg-Frankfurt a. M. — Bella Löwenstein mit Max Possenheimer, Zirndorf-Thalmässing. — Regine Kobn mit Leopold M. Markowits, Kaschan-Hadad (Kom.Spllagy.) Vermahlt: Michel Pleßner mit Mally Oppenheimer, Posen-Frankfurt a. M. Wieder zu haben Karnrn einrappen zum Aufbewahrer, der Israelit-Nummern gegen Einsendung von Mark 1.—, zuzüglich Porto. Natürlicher S Biliner Sanerbroifl _ Jdiätetisches Tafelwasser erfrischend - wohlschmeckend - ÄIHÄIIllilll reine ITafurfüUunfl in Vi u.V, Yf. überall erhältlich. Hauptniederlage in (6687) Frankfurt a.M.bei H-iK Bisch Vacfcf., Rebstock 1.