Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1907)
- Date
- 1907-06-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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kulrines her aare mack steht Ken und lsge- und liebe ollte Zerse sich den, ein rncht nbeveg-! als all- >olofcfettt tion Gedes und das ung Übel Mit ein des 3 oto- Anerbrunauf ont, Genem ung 6. Juni lSV7. lauf strikte Erfüllung an uns herantritt, wie irgend eine andere N12V, die ethisch durchsichtiger, aber in ihrem Zusammenhänge mit der Gesamtheit der göttlichen Heilslehre sicherlich nicht mehr und nicht weniger als konstituttves Element dastehen wird, als das an die jüdischen Männer gerichtete Verbot, die Ecken ihres Bartes zu veruichten. ki' Jos1? rojnn dtd lon 'npn?prn rnas T1?:: upt *?s ipn -»'Op' ntt mp v'vv An unsere D'D» DNT, an unsere Gottesfurcht, an unser Bewußtsein von dem Walten eines ewigen - Schöpfers und Leiters .appelliert das Gesetz, wenn es uns die Vernichtung der Battecken durchs Scheermesser verbietet. Es mag schon sein, daß der moderne Mensch als Ausdruck der Gottesfurcht ein elegantes Bethaus, dessen Inneres allsabbathlich von machtvollenOrgelklängen durchflutet wird, tausendmal höher einschätzen, wird als die ängstliche Gewiffenhaftigkeit, mit der z. B. V't sowohl Messer als Scheere von seinem Batte ferngehalten und nur sein Lippenhaar gestutzt, damit es ihm beim Effen nicht hinderlich sei, ja sogar darauf bedacht war, seinen Batt nicht zu berühren, aus Furcht, ihm zwei Haare zu entreißen. Diese praktische Religiosität, diese erstaunliche „Werkheiligkeit", die keinen Unterschied macht, dott, wo ein göttlicher Gesetzgeber spttcht, zwischen wichtig und unwichtig, einleuchtend und rätselhaft, steht deshalb doch, auch wenn der Spott modernen Leichtsinns sich ihr in die Wege wirft, ungleich mehr mit dem Geiste des Gesamtgesetzes in Einklang, als eine für Feinschmecker zugestutzte Religiosität, die wie ein Schmetterling von Blume zu Blume hüpft und als ein auf willkürlicher Grundlage systemlos auflgebauter Eklektizismus mit dem absolut heiligen und dem absolut göttlichen ein frevles Spiel treibt. Dieses Gesetz will sich irun einmal, ob wir wollen oder nicht, auch auf Wangen und Kinn mit feinen Forderungen ausprägen. Der Batt — ob es nun richtig ist, ihn als Scheidevorhang zwischen den mehr sinnlicher Tätigkeit zugewandten und solchen den Mann mehr als Träger einer geistigen Bestimmung veranschaulichenden Gesichtspattien aufzufaffen, oder nicht — darf nun einmal nach I göttlicher Anordnung durchs Scheermesser nicht vernichtet werden. Ein männliches Antlitz, auf welchem an bestimmten, diskursiven Ecken die > Batthaare durch ein Rasier-Jnstrument vernichtet i sind, empfindet der Schöpfer von Himmel und l Erde als eine Störung der Harmonie, die er mit seinen allen Wesen ausdrücklich erteilten Gesetzen oder All zugewiesenen Ttteben und Instinkten, im Weltall bezweckt. Will hier jemand wagen zu befehlen: BiS hierher und nicht weiter!! Raubmörder flüchtig geworden, wer den erwischt, bekommt | öüs ®Üb.a „Mit meinen schlechten Augen ist'S schwer Leute dieser Art zu suchen und noch schwerer fie zu finden, entgeanete der Tourist. „Lest doch einmal vor, waS da steht!" I Da las der Küfermeister in breitspurigem Nachtj wächterfon den Steckbrief vor und meinte am Ende: „Jetzt wißen wir ganz genau, wie er aussieht, jetzt fehlt unS nichts «S er selber." „Und die tausend Mark," ergänzte der Fuhrmann. „Wo kommen Siejetzt her?" fragte er, fich an den > Touristen wendend „Ich komme direkt aus dem Zilletthal," antwortete dieser. - vJns Zill erthal hat fich noch nie ein Spttzbub' verirrt dott können Sie ihn nicht treffen," meinte der Küfer und erhob sich, indem er seinen Schoppen auStrank. Sein! Zechbruder folgte dem Beispiel und beide verließen zuj lammen daS Wirtshaus. AlS die WtrtSstube leer war, griff der Flüchtling sein Name war, wie fich später Herausstellte, Ulrich Reiflnaer, gierig nach dem ZetnmgSvlatt und studierte die Schilderung feiner Person zum zweitenmale. „Sie Men muh ganz mit gqetchnel," bemerke er leise für st« : „aber wie ich Heute «Äsche, hätte ich recht wohl in Rttchnchall bleiben könne«, selbst mein etngekerketter Freund Dachshoftr würbe mich nicht mehr kennen. Respekt vor ihm! Sr hat mein« Namen nicht verraten, sonst würbe er in dem Steckbrief nicht vergeffen sein. Ach hätte Dachshoftr übrigens ebenso wenig ins Unglück gebracht, Wenns umgekchtt gegangen wäre." tztttge konnte fich Retfirmer seinen Gedanken nicht bingchewdenn jcht trm dtt Löwenwttt ein und VraAe das FrWtück. DerftWe hatte es dem Fremdm eom dorgqetzt, «ü» Jakob WSer ihm forste, um seine Erb- Der Mratttt. Der hat den Ueberblick über die Gesamtheit alles Seins und Geschehens, daß er sprechen dürfte, nur Mord und Diebstahl brächten einen Mißklang in die Harmonie einer nach göttlichen Gesetzen sich regelnden Welt, und es erlitte die gottgemäße Einheitlichkeit alles Geschehens nicht schon einen schwer verunzierenden Riß, sobald nur ttgendwo auf einer versteckten Violine eine kaum beachtete, nebensächlich scheinende Saite platzt und nur ein Ton zu tief, nur ein Ton zu hoch, im Leben des Einzelnen auch nur eine Beziehung übrig bliebe, die fich dem Einfluß des göttlichen AÜgestalters entzöge. Uns ist die Wichtigkeit der Werktagsarbeit so einleuchtend, uns sind die Gefahren, die mit einer ohne Stillstand fortgesetzten Werktagsmüh verbunden sind, im Zeitalter oer Sozialpolittk so deutlich offenbar geworden, daß der jüdische Sabbathgedanke in der Gegenwart wie der Freiheitsruf eines Erlösers wirkt — ja, wer sagt uns denn, daß diese bunten Erdensorgtzn und Erdenfreuden dem Erfasser des Rafierverbotes nicht noch tausend- und millionenmal kleinlicher" erscheinen mögen, als uns armseligen Menschenkindern im schwachen Abglanz seiner wirklichen Größe derSabbathgedanke erhaben dünkt! Wer gibt uns das Recht, über den Sabbath in Ekstase zu geraten, wenn wir hinterher so kleinlich sind, beim Verbot des Rasierens unsere Kurzsichttgkeit zu vergessen! Es ist doch ein recht eigentümlicher Widerspruch. Auf sozialpolitischem Gebiet beginnt man allmählich, den unendlichen Segen einzusehen, den die mosaische Gesetzgebung, richtig aufgefaßt und betätigt, der Gesellschaft zu bttngen vermag. Auch als kundiger Ordner des täglichen Menus bat sich das alte Testament samt Kommentatoren bei verschiedenen Gelegenheiten hygienisch zu Empfehlen gewußt. Und es sollte die Att, mit der die Bibel die Toilettenftage der Haar- und Battbehandlung löst, in der Tat weiter nichts als eine legislatorische Schrulle des Moses sein? vie Uortrlge des Paters Erleb Aasmann {«Berlin. Bon Dr. A. Wohlgemuth in Berlin. (Fortsetzung). Ein Punkt ist noch zu erledigen. Die Deszendenztheorie lehrt, daß jede höhere Stufe aus der niederen hervorgegangen sei, daß nicht nur die vollkommenere Stufe auf die unvollkommenere ütlich folgt, daß wir es nicht nur mit einem Nacheinander von Entwickelungsprozeffen zu tun haben, sondern mit einer Entwickelung auseinander. Können wir die Lehre von der schüft tn Empfang zu nehmen. Obwohl dieser nicht den Witt, sondern den Bürgermeister suchte, wurde er doch mit oer gastlichen Herzlichkeit deS Wittes und nicht mit der Amtsmiene des Bürgermeisters empfangen. „Ich habe Euch schon lange erwattet," rief ihm der Bürgermeister entgegen. „Das macht Euch keiner so leicht nach, wenn er weiß, daß er 4200 Dollar in Gold hier liegen hat, baß er sich erst drei vier Tage später danach umsteht. Ihr scheint da oben Geld wie Hm zu haben, sonst ward Ihr gewiß früher gekommen." „Ihr habt's geraten, Herr Bürgermeister, Gelb haben wir da oben wie Heu,- denn dieses Jahr haben wir auch kein Heu, bei dem großen Regenmangel," entgegnete der Bahnwärter. „Aber heut' müßt Ihr schon ein paar Flaschen springen lasten, denn man macht nicht jeden Tag eine solche Erbschaft!" meinte schlau blmzelnd der Bürgermeister in seiner Eigenschaft alS Witt. „So viel Ihr wollt," erwiderte der Bahnwärter, „aber zuerst wollen wir die Sache fettig machen und nach dem Geschäft bas Vergnügen." Der Bürgermeister hotte das Geld herbei und eine Empfangsbescheinigung, die der Empfänger unterzeichnen mußte. Dann nahm Dieser das Geld in Empfang, das ihm in Gold vorgezählt wurde. Das alles geschah in der Wirtsstube. „WaS fangt Ihr jetzt mit dem vielen Gelbe an?" fragte teilnehmend der Herr Bürgermeister. „Zunächst weiß ich noch gar nicht, wie viel eS ist," entaegnete der Gefragte, „und Ihr werdet'S auch nicht in Gulden auSrechnen können. Zuallerst nehme ich daS Gew einmal nach Haufe, damit es meine Frau auch ficht und dann werden wir zusammen überlegen, was wir damtt ansangrn." „Nehmt mtt's nicht übel, Herr Weber" meinte der Bürgermeister, „da» hatte ich nicht für gut. WaS wollt _Seite 3. Rr. 38 tatsächlichen Entwicklung auch in unsere religiöse Weltanschauung hinübernehmen? Ich glaube, daß auch dies zulässig ist. Nach den obigen Ausführungen wäre die Entwickelungslehre im eigentlichen Sinn wohl in Einklang zu bttngen mit dem Wortlaut der Bibel. Wir könnten das wiederholte „Und Gott sprach" an den Anfang der einzelnen Etappen des großen einheitlichen Entwicklungsprozesses setzen. Und vom Standpunkt der Religionsphilosophie wäre erst recht nichts dagegen einzuwenden. Wenn ein Maimonides und Jehuda Halevy, um nur zwei der hervorragendsten Bettreter zu nennen, auch die Weltauffaffung Platos als mit der jüdischen Religion vereinbar annahmen, nach der die Materie ewig und unerschaffen und Gott nur Weltbild« er ift1), so würde die andere Auffassung, nach der Gott die Keime der Entwickelung in die Matette gelegt, um sie zu immer vollkommeneren Stufen sich entfalten zu lassenihnen ebenso zulässig erschienen sein. Allein es läßt sich nicht leugnen, daß der schlichte Wottsinn für eine zeitliche Aufeinanderfolge von Schöpfungspettoden spricht. Und ein zeitliches Aufeinander statt einer Entwicklung auseinander auch für die Schöpfungsgeschichte anzunehmen, dafür spttcht, wie wir später sehen werden, auch die Analogie der Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Es wäre nun die Frage: Können wir das Tatsachenmaterial, das für die Entwicklungslehre spttcht, auch erklären, wenn wir nicht eine Entwickelung der einzelnen Stufen auseinander annehmen, sondern nur eine Aufeinanderfolge in der Zeit. Diese Frage ist au bejahen. Wir geben hierzu das Wort Rudolf Otto, einem Dozenten der evangelischen Theologie. Und zwar aus zwei Gründen. Zunächst könnten wir das, was wir zu sagen haben, nicht mit besseren Wotten sagen, als es hier geschieht. Sodann aber (und darum geben nir hier einen umfangreichen Abschnitt seines Buches wieder) sollen seine Ausführungen eine Probe sein, wie die evangelische Theologie, wenmstens die liberale das hier erörtette Problem ansieht. Wir werden bald zu dem zwetten Teil unserer Aufgabe schreiten, zur Kttttk der Stellung, die die Presse, vor allem die Boffische Zeitung, das Organ des Protestantenvereins, zu den Wasmannschen Borträgen einnahm. Diese Stellung wird in besonders eigentümlichem Lichte erscheinen, wenn wir sehen, wie ein Mann, der einerseits unter den evangelischen Theologen als der beste Kenner naturphilosophischer Fragen gilt, andrerseits innerhalb des liberalen Protestanttsmus auf dem linken Flügel steht, wie dieser Mann nichts anderes als Wasmann sagt. Bezüglich der von l) More Nebuchim H 25 Ende, Kusatt I 67. Ihr das viele Gelb in Euer Wachthäuschen Hinaufschleppen und da vielleicht ewige Zeit liegen laffen. Der erste Veste Gauner, kann Euer Geld und Eure Hütte in die Westentasche stecken und eS kräht da oben kein Hahn danach." „Die Strolche müssen erst noch geboren werben, die in einem Bahnwärterhäuschen Geld suchen" erwiderte der Bahnwärter lachend. „Auf d i e Gefahr hin nehme ich ruhig daS Geld mtt. Nachts bin ich immer zu Hauseich gehe jeden Tag von fieben vis elf und von eins bis fünf meinen Gang, die Bahnlinie entlang. Am hellen Tage wirb doch keiner bei uns einbrechen kommen, und Nachts wollte ich einem Einbrecher schon einen Empfang berettm, daß er nicht zum zwetten Male wieder kommt. Ich habe meinen Sttchen geladen über meinem Bett hänge«." _ „So abgeschieden von aller Welt ist der Tag «ich viel besser wie die Nacht ' entgegnete der Bürgermeister „Da ist Eure Frau allein im Hause und eS ist Keiner da, der ihr helfen kann." „Narrenßposien," meinte der Bahnwärter, „wir hausen jetzt schon seit Jahr und Tag da oben und noch niemals hat uns Jemand in Freud oder Leid besucht) wo denkt Ihr nur hin?" „Ihr habt auch vielleicht noch niemals so viel Dollars da oben gehabt," gab der Bürgermeister zurück. „Aber wie Ihr wollt, vielleicht habt Ihr Recht und ich sehe zu schwarz. WaS für Wein wollen wir trinken?" Weber warf einen Blick auf die Schwarzwälder Uhr. an der Wand und erhob fich indem er einen Dollar auf den Tisch legte. ,-Jch muß jetzt sott) in anderthalb Stunden hübe ich auf dem Posten zu sein , dreiviertel Stunden brauche ich hinauf) jetzt können wir den Trunk nicht nehme«. AVer ich halte mein Gelb jedenfalls nicht lange da oben und bringe e» in einige Tage wieder heruntervielleicht auf