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Der Israelit · 1907-05-30 · Heft 22 (30.5.1907) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 22 (30.5.1907)
Date
1907-05-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Cd* 10. «r. 22. Der Mraüit. 30. Mat 1907. Waisenhauses fungiert und in dieser Eigenschaft seine weise Umsicht und hohe Herzensgüte in schönster Weise bewährt. Mit Vergnügen erinnert man sich auch der früheren Jahre, wo der Entschlafene an den QJfcnii ll'Q' durch feinen gefühk- und verständnisvollen Bortrag die Shnagogenvesucher zu erhöhter Andacht stimmte. In seinem Wesen paarten und m# Tn in harmonischer Weise, und für diese Lebensanschauung''trat er auch stets entschieden ein. Sein unbedingtes Gottvertrauen hat fich m allen herben Schicksalsschlägen, die er erlebte, vortrefflich bewährt. Ein zahlloses Gefolge zeugte von der Beliebtheit deö Verewigten, dem Herr Oberrabbiner Dr. Lerner einen würdigen iddd hielt. •rronwD »to mam bvi :on Otteufoos,^ 26. Mai.^Bor Kurzem schied 7 hier Frau Marianne Prager, die Gattin des Herrn Hermann Prager, im Alter von 67 Jahren aus dem Leben. Ihr Charakter war ausgezeichnet durch tiefe Frömmigkeit und unerschütterliches Gottvertrauen. Sie war weithin bekannt als eine Freundin der Armen. Ihr Leichenbegängnis fand unter außerordentlich großer Beteiligung aus allen Schichten der Bevölkerung statt. Herr Lehrer Heinemann schilderte am Grabe das edle Wirken der Verstorbenen. 5prrcbsaal. Frankfurt a. M-, 22. Mai. Geehrter Herr Red akteur! Anläßlich der Berichte aus Weißcnburg erinnere ich mich dieses Briefes an Sie, geehrter Herr Redakteur, den ich schon einige Wochen, wenn auch nicht in der Tasche, so doch im Kopfe mit herumtrage und dessen Veröffentlichung ich nun nicht mehr hinausschieben möchte. Aus meiner Tour durch Elsaß kam ich nach Weißenburg und mußte auch da hören» daß es dem konservativen Juden nicht allzu leicht gemacht wird, seiner Ueberzeugung zu leben. Um einer Familie den Besuch der Synagoge zugänglich zu machen, sei aus persönlichen Gründen der Beschluß gefaßt worden ein Harmonium in der Synagoge aufzustellen. Da mir bekannt ist» daß nach den bestehenden französischen Gesetzen das Konsistorium in solchen Fragen ein Hauptwort mitzusprechen hat und der Oberrabbiner von Straßburg die Haupttolle in dieser Korporation spielt, hatte ich wenig Hoffnung, daß oben erwähnte Familie ain Konsistorium eine Stütze finden werde, da ja Straßburg selbst eine Orgelsynagoge hat. Trotzdem interessierte es mich, welche Stellung das Konsistorium in diesem speziellen Falle einnahm, da ich wußte, daß ein streng religiöses Mitglied des Konsistoriums, Herr JuleS Klein» Bischheim, sich der Interessen der obeil erwähnten Familie angenommen hatte und ich den Genannten als einen Mann kenne» der auch einer großen Majorität gegenüber nicht leicht das Feld räumt. Herr Klein, den ich, um Näheres zu erfahren, auffuchte, machte mir die interessante Mitteilung, daß weder der. Rabbiner noch die Verwaltung von Weißenburg um Genehmigung zu ihrem Vorgehen eingekommen seien, sondern auf eigene Faust gehandelt hätten. Auf Herrn Kleins Vorgehen hin wurde die Verwaltung um Auskunft über ihre Handlungsweise ersucht und gab den Bescheid, daß die Einführung der Orgel mit 35 gegen 18 Stimmen beschlossen worden sei. Herr Klein beruhigte sich mit dieser Auskunft keineswegs und führte in der nächsten Sitzung des Konsistoriums ungefähr folgendes aus: Die Leute, die gegen Einführung der Orgel protestieren, haben Erklärungen der bedeutendsten Rabbiner der letzten Jahrzehnte auf ihrer Seite und es ist erklärlich , daß sie sich in ihrem Gewiffen beunruhigt fühlen, wenn sie den Aussprüchen dieser Kapazitäten zuwider handeln. Die Verfechter der Orgel hingegen werden sich vergeblich nach einem Gutachten umsehen, das die Orgel als religiöse Pflicht bezeichnet, sodaß sich hier Liebhaberei und Prinzip gegenüber stehen. Eine Verwaltung hat aber nicht das Recht, anerkannte Prinzipien, auf Kosten des Friedens in der Gemeinde. Liebhabereien zu opfern, und das würde sie tun, wenn sie es auch nur einem Mitgliede unmöglich machte, den Gottesdienst zu besuchen, ohne ihm die Möglichkeit zu geben, seine religiösen Bedürfnisse in anderer Weise zu befriedigen. Nach längerer Debatte war das Konsistorium mit Herrn Klein einig, der Verwaltung zu schreiben, daß von der Orgel abzusehen sei, da doch eine nennenswerte Minorität gegen deren Einführung gestimmt habe.- Daß dieser Beschluß bis jetzt ohne praktische Folgen blieb, mag seinen Grund darin haben, daß von den 18 Protestlern alle bis auf oben .erwähnte Familie anderer Meinung geworden waren und die Synagoge trotz Orgel besuchen. Jedenfalls wird aus Vorstehendem klar, daß es nicht auf Richtigkeit beruht, wenn behauptet wurde, daß nur ein Mitglied des Kosistoriums gegen Einführung der Orgel gewesen sei. Im Uebrigen waren es nach Herrn Klein's Meinung keine persönlichen Gründe, die zur Einführung der Orgel führten; man glaubte dies vielmehr dem Zeitgeist schuldig zu sein, wie dies in religiöser Beziehung ja leider bei so vielen Dingen nur zu oft geschieht. XX. Brünn, 27. Mai. Geehrter Herr Redakteur! Die bekannte Tatsache, daß in Brünn koscheres Fleisch schwer erhältlich ist, hatte den Kultusvorstand nach mehrfachen, von verschiedenen Seilen erfolgten Anregungen seinerzeit veranlaßt, eine Kommission zu schaffen, welche sich ausschließlich mit der Frage der Sanierung dieses Uebelstandes beschäftigen sollte. Die Kommission, deren hervorragendstes und eifrigstes Mitglied Herr Rabbiner Dr. Levy war, suchte dem Krebsschaden dadurch wirksam zu begegnen, daß sie vorschlug: „Die Schächter sind in definitiven Gemeindedienst zu übernehmen und die Fleischhauer dürfen von jetzt ab nur mehr bei den von der Gemeinde angestellten L'LNllp fchächten lassen." Ein und einhalb Jahre angestrengter Arbeit waren notwendig, die Zustimmung aller Fleischhauer zu diesem Vorschläge zu erlangen, und in dem Bewußtsein erfüllter Pflicht legte die Kommission das günstige Ergebnis dem Knltnsvorstande zur Genehmigung vor. Doch wider Erwarten wies der Kultnsvorstand, wiewohl ° die Schechitahfrage ohne jedes materielle Opfer der Gemeinde in der Hauptsache damit gelöst worden wäre, den Vorschlag der Kommission zurück, mit der Motivierung, daß durch die Regulierung des Schächtens nicht sämtlichen Uebelständen abgeholfen wäre. Demgegenüber möchten wir hervorheben, daß bei einem so gewaltigen Mißstand, wie erhier vorliegt, man nicht fragen dürfe, ob mit einem Schlage sämtliche Nebel beseitigt werden, vielmehr darauf das Hauptaugenmerk gerichtet werden müsse, daß überhaupt eine Besserung zu verzeichnen ist, als deren Folgewirkung die Ausmerzung der anderen Nebel sich von selbst ergeben wird. Der Kultusvorstand ist zur Beschaffung koscheren Fleisches statutenmäßig verpflichtet, und die Bevölkerung verlangt jetzt deutlich genug Ihr Recht. — Wir ersuchen deshalb den Kultusvorstand wiederholt dringend, sich dem Erreichten gegenüber nicht länger ablehnend zu verhalten, weil nicht alles erreicht wurde, sondern das Seinige zu tun, um wenigstens soweit es bereits jetzt möglich ist, eine Sanierung des gegenwärtigen unerträglichen Zustandes herbeizuführen. x. An Spenden gingen ein: Für Erez Israel: Emma Enoch, Narzyn für Jcschiba Mcah Schcarim 13.35; Jette Katzmann, Chalogeld 2, für Mazzos 0.90 -- 2.90; I. S. Aschaffenburg für Talmud Tora 2; A. Langschur, Ronsperg 6.79: H. Dorn, Erlangen 5; I. Heß, Pfaffenhofen, Ehalogeld 5; R. N. 3;j8eu Zion^Rexingen 3; N. N. Freiburg für R. M. b. H. 12.50; N. N. Berlin für Schomre Tora 30; Christine Rosenstock» Röllbach, Chalogeld 4; Hannchen Oppenheimer, Röllbach,'Chalogeld 2; Rosenthal, Schalkau f. R. M. b. H. 3; Gebrüder Abraham, Oberohn 5.50; M. Z.» Frankfurt a. M. 3; Wimpsheimer, Jttlingen 3; in Summa 103.54. Für arme ruffifche Jude«: I. Heß, Pfaffenhofen ..Mk. 5.00 Für rumänische Juden: Ertrag des Benschen bei der Verlobung Fanny Deutsch—Wilh. Hahn, Ozora 22,24; I. Ullmann, Tiefenort 2; N. N. 3; Lehmann, Eschau 10; I. Strauß, Siegburg durch Dr. Wolf, Cöln 3; in Summa 40.24. Für die Abgebrannten in Krzepitz: M. Adam, Düren 1; S. B. Brieg 10; in Summa 11.— Für das Kinderheim Diez: S. Gerschel, Weißenburg 2; I. S. Aschaffenburg 1; iu Summa 3. Für in Not geratene Familie «Aufruf 7082) Max Hirnheimer 5; N. N. 2;.in Summa 7.— Für Tr rc;rn (Aufruf 7909): S. Kahn, Stuttgart 2; G. Levy, Neubrunn 5; Kissinger, Frankenwinnheim 3; in Summa 10.—. Für kranken Dalmudisten (Aufruf 8081): Benno Nordbeim. Memmelsdorf .M. 5.—. Für Tr re;rn No. 121. Ungenannt, Aub. 5; Jae. D. Reis. Heilbronn 5; G. Levy, Neubrunn 5: H. Rose für Gemeinde Altenstädt 6.30; S. Kahn, Stuttgart 4; A. Hammerschlag, Membressen 3; Dr. Hillel. Leipnik 2; Nitgenannt» Bamberg 4: B. Grünebaum, Cassel 3.05; I. Kissinger, Frankenwinnheim 3: H. Bacharach, Seligenstadt5.20; G. Z. 10 5.00; Steindecker. Bechhosen 5; Nordheim. Memmelstadt 5; M. Rosenbaum, Posen 3; N. N.. Altenmuhr 8; P.L., Fürth 5; Eppstein und Hirnheimer, Greußenheim 6; Jetti Blumenstein, Gunzenhausen 3; N. N., Langenschwalbach 10; Silberfchmidt, Bayreuth 5; Kaufinann, Olnhauseu 5; S. Kahn, Stuttgart 2; H. G-. U. 5; Braver, Jchenhausen 5; M. 3-, Stuttgart 0.30; E. Werlhcimer, Hardheim 5; I. Strauß, Pirmasens 3; S. Eisemann, Westheim 3: K. Kaufmann, Gr. Krotzenburg 5; Zionsfreund Wien 11/1 5; N. N. 5; Lehmann, Eschau 7.50; in Summa Mk. 151.35. Für 88 jähr. mw r (H. 8. 145): I. M. in L. 1.50; Ploni Rexingen 1.20; N. N. Altenmuhr 10; P. L., Fürth 5; L. Brückheimer, Külsheim 2; M. Brückheimer, Külsheim 1; S. Levy» Külsheim 0,50; Eppstein u. Hirnheimer, Greußenheim 6; M. F.» Berlin 3.05; Jetty Blumenstein, Gunzenhausen 3; H. B. II. 3.05; Weißberger Czus 1; H. Löwenstein' Jchenhausen 2; Schlüumoh R.» Hamburg 10.05; I. Blumenfeld, Köln 3; Dreier, Schocken 5; Diamant, Belahaz l; S. Kahn, Stuttgart 2; N. N.» Mergentheim 2;'F. R.» Fürth 8; M. H.» Altona 3.05; N. N., Hamburg 10; I. Strauß, Pirmasens 3; Ploni Almoni 5; G. Levy, Neubrunn 5; A. Sp. 2; L. Salomon Ruhrort 3; N. N., Mainz 3; K. Kaufmann, Gr. Krotzenburg 5; Ungenannt 3; M. Rosenbaum Posen 4; E. Frank» N'ohmen 5; I. Dreifuß, Jchenhausen 1; Lehrer Lehmann, Eschau 8; in Summa. 141.40. Sabbat-Anfang u. Ausgang. ■jntyra ORT: Anfang Datnm Ausgang Uhr iMin. 1907 5667 Uhr IMin. Frankfurt a. M 7 45 1. Juni 19. Siwan 9 20 Berlin .... — — n // 9 17 München . . . 7 15 n n 8 54 Straftburg - . 7 80 H n 9 15 Pofen .... — — // n 9 03 Breslau . . — — H n 8 52 Nürnberg. . — — // n 9 06 Stuttgart 7 30 // n 9 08 Prag 8 30 // „ 9 00 Tamillennacbricbten. (Unseren Abonnenten steht diese Rubrik kostenlos zur Verfügung. 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Für den Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ansfchliestlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltene« Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionSgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfe«. Kaiser Friedrich Quelle 6346) - OfTenbacb a. 1. - „Gegen dicht u. Rheumatismus bewahrt.“ IdliHBchte licht in Schlaraffeilaid seil, jQl denn wie gut die Leute es dort haben mögen — ■VS was fangen sie denn an, wenn sie erkältet find? Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen haben fie dort doch nicht und ich kann mir nicht denken, wie ■CrS man Erkältungen der Luftwege, Affekttonen der Rachenschleimhäute, Heiserkeit und Husten bequem und schnell los werden will, wenn man keine Fahs ächte Sodener hat. — Dieselben kosten nur 85 Pfg. per Schachtel und sind überall zu haben. DiHSollte der eine oder andere unserer Leser in die Lage kommen, Bedarf in Fahrrädern, Motorrädern, Fahrrad- und Automobil-Sportartikeln, Haushaltungsmaschinen» Nähmaschinen» Reiseartikel, Gelegenheitsgeschenke, Uhren rc. zu haben, so empfehlen wir ihm. sich den Katalog der Deutschen Waffen» und Fahrrabfabeikon, Kreiensen. Harz, einzufordern, der ihm auf Wunsch gratis und franko übersandt wird. — Der außerordentlich reichhaltige Katalog enthält eine große Auswahl der obengenannten Artikel und wird bestimmt für jeden etwas enthalten. Die Qualität der aufgeführten Waren ist vollkommen einwandsfrei und bürgt der gute Ruf der Firma, sowie der sich stetig vergrößernde Umsatz schon genug für beste Bedienung. Ein Versuch wird also gewiß lohnen und zu einer dauernden Geschäftsverbindung führen. Dora Schumann, die anmutige Amazone des Zirkus Schumann, ist von der Künstlerhand des bekannten Wiener Sportmalers Ludwig Koch im Portrait festgehalten worden. Er malte die berühmte Schulreiterin auf dem Springpferde „De Wet" im Sprunge über eine hohe Barriere, schon früher hatte er die junge Dame im spanischen Reitkostüm gemalt; das Auftreten des Frl. Schumann bildet stets einen der reizvollsten Akte des Programms, denn Jugend und Talent feiern ihre schönsten Triumphe. Gegenwärtig tritt sie, dem Wunsche zahlreicher Damen der Gesellschaft zufolge» täglich auf. Ihr Lieblingspferd ist „Csitt", das durch sein prächtiges Exterieur» seine elastischen Gänge und gutes Temperament als Damenschulpferd ersten Ranges gilt. UebrigenS wurden dem Direktor Albert Schumann von Kennern und Liebhabern schon ganz enorme Summen für Csitt geboten, doch hat er jedes Angebot bisher dankend ahgelehnt.R

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