Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1907-05-23 · Heft 21 (23.5.1907) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 21 (23.5.1907)
Date
1907-05-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2449244-2449266--63504-2506052
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

Ivorden ist, ist belanglos, da das erhöhte Gehalt lediglich aus der Gemeindekasfe entrichtet wird und von Ihnen kein höherer Betrag zu dieser Besoldung gefordert worden ist, als Sie rhu bis dahin entrichtet hatten. Ferner ist die Beschränkung des eingeführien Fleisches auf meine Zustimmung erfolgt, und zwar von dem Gesichtspunkte aus, daß, wenn auch nur Orte in Betracht kommen, in denen die religiöse Zuverlässigkeit der Schächter sichergestellt ist, gleichwohl eine zu große Ausdehnung der Freiheit des Imports die religiöse Kontrolle erschwert. Danach erweist sich auch Ihre Bemerkung, daß „ein sogenanntes Einfuhrverbot nur vom Vorstände, nicht aber vom Rabbinat ausgegangen sei", gleichfalls als unzutreffend. Jedenfalls hat die Schächtkommission mit ihrer Bemerkung, daß sie die in Aussicht gestellte Zuweisung der hiesigen Anstalten u. s. w. garantiere, nur auf die Konsequenzen Hinweisen wollen, welche die Ablehnung der auferlegten Gebühren naturgemäß nach sich ziehen würde, und kann ich darin nicht eine Anmaßung und eine Einmischung in die Aufsichtsbefugnis des Landrabbiners erblicken. Auch muß ich die Schächtkommission gegen die in Ihren Schlußworten liegende Unterstellung in Schuß nehmen, als ob sie meine Abwesenheit benutzt hätte, um zu einer Sitzung zusammenzutreten: ich habe von der Sitzung gewußt und da meine Reise nicht aufgeschoben werden konnte, mich durch den zweiten Ortsrabbiner vertreten lassen. Ich bedaure ungemein, daß Sie meinem im Schreiben vom 18. April d. I. gemachten Vorschläge nicht gefolgt sind, „durch eine Verständigung mit dem Vorstande der von ihnen gefürchteten Eventualität der Abschaffung des Aufsehers vorzubeugcn". Infolgedessen ist zu befürchten, daß die Aufsicht, die ich bisher noch über Ihre Betriebe führe, demnächst durch das Eintreten der Eventualität mir unmöglich gemacht werden würde. Wegen dieser Befürchtung habe ich mich auch veranlaßt gesehen, für den neuen Kalender, der doch während des ganzen Jahres benutzt wird, die Ihre Geschäfte betreffende Bekanntmachung zurückzuziehcn und muß Ihnen hiermit verbieten, wenn Sic in diesem Kalender inserieren sollten, hierbei die aus meine Aufsicht hinweisenden Worte hinzuzufügen, wofern nicht noch vor Drucklegung die erwähnte Verständigung eintreten sollte. Ta Ihre Ausführungen dazu angetan sind, meine Stellung in dieser Angelegenheit in einem falschen Lichte erscheinen zu lassen, so habe ich mich veranlaßt gesehen, eine Abschrift dieses Schreibens dem Vorstande der Synagogen-Gemeindc zuzusenden." Sohenfalza, 21. Mai. Am vergnngenen Donnerstag hat die feierliche Grundsteinlegung für den hiesigen Synagogenneubau stattgefunden. Der Platz des Neubaues war aus Anlaß der Feier festlich geschmückt. Herr Gemeinderabbiner Dr. Kohn sprach das übliche Gebet und hielt dann die Weiherede. Sodann wurde zur Grundsteinlegung geschritten, die darüber aufgenommene Urkunde zusammen mit einem Exzemplar des bereits im Drucke erschienenen, von Lehrer Herzberg aus Bromberg herausgegebenen Werkes „Aus Vergangenheit und Gegenwart der" Juden in Hohensalza" in einer Büchse verlötet und nach Boll iehung der Hammerschtäge eingemauert. Den ersten Hammerschlag nahm Herr Rabbiner Dr. Kohn vor, dann folgten die Mitglieder des Synagogenvorstandes: Stadtrat Salomonsohn, Stadtverordnctenvorsteher Asfesior Dr. Levh, Sanitätsrat Dr. Warschauer, der Repräsentantenvorsteher Justizrat Latte, Stadtbaurat Baumgrrten und Baumeister Wettcke. Ein Kommers, zu welchen! sich alsdann die Gemeindekörperschaften vereinigten, beschloß die Feier. Dortmund, 17. Mai. Die bekannt Hebraica- und Judaica-Sammlung des Herrn Adolf Oster, Xanten, die unter andern Inkunabeln und Seltenheiten die größte Sammlung von Hagadahs schel Pesach aufweist, ist in den Besitz der Buchhandlung Sänger und Friedberg in Frankfurt a. M. übergegangen. Borek, (Prov. Posen) 15. Mai. Der Vorstand und die Repräsentanten der hiesigen jüdischen Gemeinde haben die notwendig gewordene Renovierung der Synagoge beschlossen. Hierzu haben frühere Mitglieder der Gemeinde, welche nach Berlin, Breslau verzogen, oder nach Amerika übergesiedelt sind, namhafte Geldbeträge gespendet. Uerein$we$en. Frankfurt a.M., 17. Mai.Der Vorstand des Vereins Montefiore dahier ersucht uns um Veröffentlichung folgenden Zirkulars, das von ihm und dem Vorstand des Jugendvereins „Gabriel Rießer", Cöln, unterzeichnet ist: Die Unterzeichneten bitten höflichst die Leser dieser Zeitung und insbesondere diejenigen Herren, die an de. Spitze von jüdischen Jugendvereinen stehen, im Laufe des Monats Juni an einen der unten Genannten 1. ein Statutenexemplar, 2. etwa vorhandene Berichte über die Tätigkeit des ihnen nahestehenden Vereins, sowie 3. kurze Angabe über Mitgliederzahl und Gedeihen desselben einzusenden. Der Zweck dieser Amfrage ist, festzustellen, ob die Bestrebungen, die auf einen engeren Zusammenschluß der jüdischen Jugendvereine Deutschlands hinauslaufen, Aussicht auf Erfolg hüben, ob insbesondere die Schaffung eines ständigen Delegiertentages, eines Korrespondenzblattes und einer Unterstützungskasse für kleinere Vereine von Nutzen sein könnten. Falls die einlaufenden Antworten ein befriedigendes Material darbieten, behauen wir uns eine Einladung zu einer mündlichen Aussprache für den Hochsommer vo. . Berlin, 16. Mai. Am Montag, den 13. d. M. fand eine vom „Verein zur Erhaltung des überlieferten Judentums" einberufene gut besuchte Versammlung statt, auf deren Tagesordnung „Brennende Tagesfragen der jüdischen Gemeinde" standen. Nachdem der Referent, Herr Karfunkel, auf die Ungerechtigkeit hingewiesen hatte, mit der der orthodoxe Teil der Gemeinde behandelt würde, besprach er die Stellung der Rabbiner gegenüber dem Vorstand. Er wies besonders auf die durch einen Federstrich des Vorstandes erfolgte Auflösung des rabbinifchen Kollegiums hin, um dann zu der Amtsentsetzung des Herrn Rabbiner D r. Emil Cohn überzugehen. Gestützt auf das bekannte Tatsachenmaterial bekämpfte er scharf den Beschluß des Vorstandes, der materiell und formell unberechtigt sei. In der nun folgenden Diskussion, die' sich sehr lebhaft gestaltete, mißbilligten alle Redner einmütig das Vorgehen des Vorstandes, durch das die Stellung eines Rabbiners geradezu entwürdigt würde. Herr Direktor Lichtenstein wies nach, daß Herr Dr. Cohn gar keinen Gegensatz zwischen Deutschtum und Judentum habe konstruieren wollen, und erklärte unter einmütigem Beifall, daß ein solcher Gegensatz auch gar nicht bestehe. Herr Tr. Rosenkranz zeigte dann, daß die von Herrn Jacoby bestrittene Aeußerung: „Sie stehen bei uns in Lohn und Brot" in der Tat den Anschauungen des Vorstandes den entsprechenden Ausdruck verleiht und wies dann an der Hand von Vorgängen, die die lebhafte Entrüstung der Versammlung hervorriefen, nach, daß, wenn auch die Form bestritten werde, inhaltlich die Aeußerung Herrn Jacoby ivohl zuzutrauen sei. Er machte auch darauf aufmerksam, daß der zweite Teil: „Sie haben unsere Anschauungen zu vertreten", nicht geleugnet werde. Herr Dr. Baneth erklärte, er habe Herrn Dr. Cohn als erster eine Sympathieerklärung zugehen lassen. Dcrejnige, der andere Anschauungen gegenüber Herrn Dr. Przygode geäußert hätte, als Herr Tr. Cohn, verdiente nicht, Rabbiner zu fein. Zum Schluß betonte Herr Dr. Zwirn, die Einberufung dieser Versammlung, in der der Verein der Ocffentlichkeit Gelegenheit gegeben habe, zum erstenmale Stellung zu dem Fall Cohn zu nehmen, sei ein Ruhmesblatt in seiner Geschichte, und er forderte auf, für die Protestkundgebung möglichst viele Unterschriften zu werben. Eine Resolution wurde nicht gefaßt; doch ist für die Stimmung der Versammlung bezeichnend, daß auf die Aufforderung eines Redners, der gerechten Sache zum Siege zu verhelfen, lauter Beifall von allen Seiten ertönte. Strasburg, 15. Mai. Am 7. d. M. fand hier die Generalversammlung des elsaß-lothringischen Rabbinerverbandes statt. Der Vorsitzende Dr. Bloch-Oberehnheim eröffnete die Tagung mit den: Bericht über die Tätigkeit des Ausschußes, der sich hauptsächlich auf die materielle Befferstelluna' der Rabbiner er treckte. Den Kassenbericht erstattete Dr. Marx- Westhofen. Dann referiert Schwarz-Lauterburg über das Thema „Konfessionelle oder gemischte Schule?" Der Refegelangt nach sorgfältiger Prüfung des Für und Wider zu dem Ergebnis, daß besonders im Interesse der jüdischreligiösen Erziehung die konfeffionelle Schule vorgezogen werden müsse. An das Referat schloß sich eine lebhafte Diskussion. Bei den Neuwahlen wurde der ausscheidende Vorstand wiedergewählt. Personalien. Pose«, 21. Mai. Herr Rabbiner Dr. F e i l ch e n - selb begeht am 15. Siwan seinen achtzigsten Geburtstag. Es werden große Feierlichkeiten zu Ehren des Jubilars vorbereitet, über deren Verlauf wir noch berichten werden. Aschbach (Oberfranken), 12. Mai. Nachdem unsere Gemeinde fast 35 Jahre hindurch das Glück gehabt hatte, die segensreiche Wirksamkeit des durch seine Frömmigkeit und Gelehrsamkeit weithin bekannten Rabbi Samuel Wechsler y'jji zu genießen, find nun wieder 2> Jahre verflossen, seitdem man ihm in seinem Sohne einen würdigen Nachfolger gegeben hat. Dem idealen Streben und dem Einfluffe dieser beiden Männer verdankt es unsere Gemeinde, daß sich religiöser Sinn und religiöses Leben nach den überlieferten Grundsätzen des Judentums in ihrer Mitte erhalten haben, und sie rüstet sich nun, das 25jährige Amtsjubiläum Ihres jetzigen Lehrers, des Herrn Abraham Wechsler, am rDIP und am darauffolgenden Tage, d.m 26. d. M., festlich zu begehen. Auch der zuständige Rabbiner, Herr Dr. Gothein-Burgkunstadt, wird der Feiere beiwohnen. Thalmässiug (Mittelfranken), 12. Mai. Zu einer erhebmden Kundgebung gestaltete sich jüngst die von der jüdischen Gemeinde zu Ehren des in den Ruhestand getretenen Herr Oberlehrers Hammel arrarmierte Abschiedsfeier, an welcher alle Stände und Berrffsarten ohne Unterschied des Glaubens fich beteiligten. Mit tiefem Bedauern steht man in allen Kreisen der Bevölkerung Herrn Hammelder in Thalmäffing 48 Jahre in überaus segensreicher Weise als ReligionS- und Elementarlehrer gewirkt, von dem Orte dieser seiner Wirksamkeit nunmehr scheiden. Herrn Hammel wurde bereits vor zwei Monaten unter Anerkennung seiner Verdienste die nachgesuchte Pensionierung bewilligt. Jetzt vor seinem Weggang nach Nürnberg ward ihm noch eine besondere Würdigung zu Teil, die Ernennung zum Ehrenbürger, worüber der Kunstmaler HanS Treiber in München ein Diplom anfertigte. ' Am 5. d. M. erfolgte die feierliche Ueberreichung des Diploms durch den Bürgermeister, Herrn Pfitzinger. Herr Dekan Gruber, der Lokalschulinspektor schilderte im Anschluß an die ehrenden Worte des Bürgermeisters die Leistungen Hammels als Schulmann. Herr Kultusvorsteher Salomon Neuburger, brachte die Gefühle, die die isr. Gemeinde für Herrn Hammel hegt, zum Ausdruck und überreichte in deren Namen als ein Zeichen dauernder Anhänglichkeit eine goldene Uhr. Tief-?erührr bankte der Scheidende für alle diese Beweise der lebe und Dankbarkeit. Ans Mittelfranken, 17. Mai. Am 1. Juni begeht Herr Elementarlehrer Wolfromm in Cronheim bei Gunzenhausen sein 25jähriges Ortsjabikäum- Die Gemeinde wird das Jubiläum durch eine festliche Veranstaltung feiern Auch Herr Diftriktsrabbiner Dr. P. Cohn aus Ansbach hat seine Teilnahme zugesagt. Herr Wolfromm b ickt jetzt auf eine 34jährige Tätigkeit als Lehrer zurück, in der er sich dank seinem Pflichteifer und seiner Gewiffenhastigkeit stets der Sympathien seiner Gemeinde wie der Vorgesetzten Behörde erfreut hat. Oktrowo, 22. Mai. Zum Rabb ner der hiesigen Synagogengemeinde wurde Herr Rabbiner Dr. Freimann aus Holleschau in Mähren gewählt. Schwerfeuz, (Posen) 21. Mai.;Am nijrQEr my wurde hier das angesehene und allgemein geachtete Gemeindemitglied Herr Salomon L a ch m a n n unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Der Heimge-?iangene, von aufrichtiger Frömmigkeit durchdrungen, uchte stets in opferwilliger, uneigennütziger Weise die Institutionen der Gemeinde zu fördern, wozu ihm als Mitglied des Repräsentantenkollegiums, des Gemeindevorstandes und des Vorstandes der rron reichlich Gelegenheit geboten war. Viele Jahre hindurch übte er auch die n^D rVISD nicht nur in hiesiger Gemeinde sondern auch auswärts stets unentgeltlich aus. Am Grabe entwarf Herr Rabbiner Dr. Lewin aus Wreschen ein getreues Bild von der Wirksamkeit des Dahingeschiedenen. Briefkasten. Paris. Wir bestätigten Ihnen, daß der Name unseres dortigen Korrespondenten nicht Salomon Kohn ist. Sabbat-Anfang u. Ausgang. ORT: Anfang Datum Ausgang Uhr >Min. 1907 5667 Uhr jMin. Frankfurt a M 7 45 25. Mai 12. Siwan 9 10 Berlin .... — — tt ti 9 06 München . . . 7 15 n tt 8 45 Strakburg . . 7 30 ti tt 9 05 Posen .... — — tt tt 8 52 Breslau . . . — — n tt 8 43 Nürnberg. . — — H tt 8 58 Stuttgart 7 30 tt tt 9 00 Prag 8 20 tt 8 50 TamiliennacbricMen. (Unseren Abonnenten steht diese Rubrik kostenlos zur Verfügung. Nichtabonnenten haben für die Aufnahme jeder Notiz eine Gebühr von 1 Mk., die gleichzeitig einzusenden ist, zu entrichten. Die Sendungen müssen immer spätestens am Mittwoch Vormittag vor dem Erscheinen der jeweiligen Nummer in unseren Händen sein.) Verlobt: Helene Altmann mit Sali Fürtb» Paris- Frankfurt a. M. — Hanna Adler mit Jahnarzt Hugo Rothschild. Lübeck. — Anna Heid ingsfelder mit Robert Schwab, Kitzingen-Würzburg. — Lina Reinbeimer mit Hermann Rokofsky, Frankfurt a.M.— AnitaWindarver mit Max Lewandowsky. Breslau-Stralkowo. — Elie Löb mit Edmund van Cleef, Emden. Vermtthlt: Hermann Bayreuth er mit Jenny geb. Schloß, Forchheim. — Geburten: Eine Tochter: Schüler (Kellermann), Frankfurt a. M. — Kohn (Wallach), Frankfurt a. M. Versterben: Isaak Rosenfeld. 57 I., Frankfurt a. M. — Bernhard Gol d berg, Frankfurt a. M — Daniel Schwarzschild, 62I.» Stuttgart. — Simon Goldschmi dt, 62 I.» Fran'mtt a. M<

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.