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Der Israelit · 1907-05-16 · Heft 20 (16.5.1907) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 20 (16.5.1907)
Date
1907-05-16
Page
– (sequence 19)
Language
German
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IS. Mar 1907._ seinen „Wohltäter" vorstellig, waren sie. voll des Lobes und Dankes gegen ihn. Die Freunde der Familie wurden von der glücklichen Wiederkehr des Hausherrn verständigt und zum Festmahle eingeladen. Sie erschienen. Der junge Arzt wurde in Tischreden verherrlicht. In seiner guten Laune stand nun der Millionär auf und stellte an den jungen Mann die Frage, wie er sich denn dankbar zeigen könne; er liebe ihn über alle Maßen, wenn er daher seine Tochter, die Erbin seines Vermögens, heiraten wolle, werde er sich ganz glücklich schätzen. Der junge Mann wurde noch denselben Tag in Anwesenheit der Gäste mit der Jungfrau verlobt. Er schrieb seinen Eltern und lud sie zur Hochzeit ein. Da sie eine so große Reise nicht unternehmen wollten, erteilten sie ihrem Kinde brieflich den Segen, worauf die Vermählung stattfand. — Der Sohn zeigte sich dankbar, er schrieb oft den Wächtern seiner Jugend und überraschte sie mit Geschenken. Da starb Plötzlich seine gute Mutter, und damit wurde auch das Glück des Vaters zu Grabe getragen. Er konnte das Geschäft nicht allein weiterführen und verlor sein Vermögen. Auf wiederholte eindringliche Bitte seines David eilte er zu ihm in die neue Welt. Seine Hoffnung war, daß er in dex Nähe -er jungen Eheleute seine alten Tage Glücklich cherde perOben Unnen. Doch welche Enttäuschung! Der reiche Jude und dessen Schwiegersohn waren keine Wilhelm Rothschilds und beschäftigtensich nicht wie dieser auch im Glücke mit der der Thora und der Erfüllung ihrer Gesetze. Alles Jüdische war aus ihrem Hause verbannt. Der Sohn sorgte zwar dafür, daß sein frommer Vater in einem Privathause mit ritueller Kost versehen wurde,- wenn aber seine Frau mit der Mutter Festlichkeiten veranstaltete, mußte der Vater des jungen Arztes zugegen sein, denn sie verehrten ihn gar sehr. Die öffentliche Verletzung des heiligen Sabbaths und der übrigen Gottesgebote erfüllten aber dessen Herz mit tiefer Trauer. Er fühlte sich nicht glücklich bei seinem einzigen Kinde, griff wieder zum Wanderstabe, kehrte in die alte Heimat zurück, und seinem verwundeten Herzen tut es unendlich wohl, daß er wieder im Kreise frommer Glaubensbrüder den Sabbath heiligen kann. Vor einigen Jahren war er mein Gast,- sein Unglück hat mich tief bewegt. Geldunterstützung schickt der Arzt, sie lindert aber nicht des alten Mannes Schmerz ob der Gottvergessenheit seines Kindes, und sein zerstörtes Familienheiligtum kann sie nicht ersetzen. Unser alter Stammvater Jakob war als Greis glücklicher! Josef, der Vicekönig Egyptens, war auch in dieser -Eigenschaft ein frommer Jehudi geblieben, und er strebte selbst danach, daß auch seine beide Söhne mit Stolz die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs sich nännten. O, daß die Kinder der Frömmigkeit ihrer Vorfahren nachciferten, eine Zierde des Judentums würden und der Stolz ihrer Eltern! „Jeder ehrfürchtet nur dann seine Mutter und seinen Vater, wenn er meine Sabbathe hütet." MWWMWWWKW Der Israelit. Nr. 20. Sette 11. Zwiegespräch. „Du hist nicht mit am Sinai gestanden, Vater, als i e Juden die Thauroh empfingen?" „Nein, mein Junge!" „Aber der Großvater, war doch sicher dort, er ist schon so alt und sein Haar ist weiß, seit ich ihn kenne?" „Nein, auch der Großvater nicht, schon sehr, sehr lange ist's her, daß die Juden, die zehn Gebote und somit auch die Thauroh von Gott empfingen, schon mehrere Tausend Jahre!" „Und damals, war es da so, wie gestern der Lehrer den Brüdern erzählte: dampfte der Berg Sinai wirklich im Feuer, sah man Blitze und hörte man Donner und Schofartöne?" „Ja, so war es!" „Und dann ließ Gott sich nieder auf den Berg, und er verkündete dem Volke die zehn Gebote!?" „Nicht alle, nur die beiden ersten, alsdann fürchtete sich das Volk, und es bat Mosche, er möge Gottes Wort hören, um es ihnen dann übermitteln zu können!" „Ja, so sagte gestern der Lehrer- Moscheging sodann auf den Berg und er weilte dort oben zweimal vierzig Tage und vierzig Nächte, er aß in dieser Zeit kein Brot und trank kein Wasser! Er empfing die Gesetze und schrieb sie nieder!" „Nicht alles, mein Junge, nur die Grundgedanken ließ Gott den Mosche niederschreiben, nur Andeutungen zu den einzelnen Gesetzen! Die Ausführung mußte er dem Volke als mündliche Lehre vortragen, und die wurde nicht niebergeschrieben!" „Wieso kennt man denn heute noch all diese Gesetze, wenn niemand sie aufschrieb?" „Sie erbten fich fort von Geschlecht zu Geschlecht, der Vater, der die Offenbarung am Sinai empfangen, teilte sie seinem Sohne mit und erkärte ihm die Gesetze, die er in der Thauroh angedeutet fand! Der Sohn lehrtest in Kind, was er selbst gelernt, und so pflanzte fich die Lehre weiter- und weiter, vom Vater zum Sohn, zum Enkel und Urenkel. Erst zur Zeit des zweiten Tempels begann man allmählich mit der Aufzeichnung der mündlichen Lehre: die Weisen fürchteten nämlich, da die Zeiten immer unruhiger wurden, die Gesetze könnten vergessen werden. Auch der zweite Tempel war schon lange zerstört, als Rabbi Jehuda Hanafi alle Aufzeichnungen in den sechs Bänden der Mischnah zusammenfaßte." „Aber bis dahin, Vater, wurde bis dahin nie ein Gesetz vergessen?" „Nie! Gerade dadurch, daß die mündliche Ueberlieferung nicht ausgeschrieben wurde, beschäftigte sich jeder einzelne mit ihr, und jeder einzelne trug sie frisch und lebendig in sich. Noch einen Vorteil hatte es, daß die Lehre nicht ausgeschrieben wurde! Ein geschriebener Satz kann mißverstanden werden, der eine legt ihn so, der andere so aus, bei einer mündlichen Erklärung ist nur eine Deutung möglich, denn der Lehrer teilt dem Schüler ja zugleich mit dem Satze den Sinn, den er hineinlegt, mit. Verstehst du das?" „Ja, Vater." „Auch du mußt fleißig das schriftliche und mündliche Gesetz lernen, denn das ist ein Gebot, das jeder Jude zu erfüllen hat." Sabbat-Anfang u. Ausgang. WB2 ORT: Anfang Datum Ausgang UbrlMin. 1907 5667 Uhr iMin. äfranf fort a M 7 35 18. Mai 5. Siwan 9 00 Berlin .... — — n » 8 54 München . . . 7 15 n tt 8 35 Strastburg . . 7 30 ff ff 8 55 Bosen .... — — n ff 8 40 Breslau . . — — n n 8 30 Nürnberg. . — — n n 8 46 Stuttgart 7 30 // n 8 49 Prag 8 05 n „ 8 35 Für den Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich rinsbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltene» Empfehlungen ritueller Ware« oder sonstige Slngadeu religionsgesetzlicheu Charakters anf ihre ZnverlSsfigkeit zu prüfen. Kaiser Friedrich Quelle 6346) -- Offenbach a. H. - ,Qegen Sieht u. Rheumatismus bewährt.“ Natürlicher X Biliiir Siitririii diätetisches Tafelwasser erfrischend - wohlschmeckend - reine nahirfüiiuna in 7t u. 7, ¥1. überall erhältlich. sHauptniederlage in (6687) Frankfurt a. M. bei HJKdlseh üaehf., Redstock 1. Tamilieitnacbricbfen. (Unseren Abonnenten stellt diese Rubrik kostenlos zur Verfügung. Nichtabonnenten haben für die Aufnahme jeder Notiz eine Gebühr von 1 Mk., die gleichzeitig einzusenden ist. zu entrichten. 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Ser Jftai ist da, es blht die Wett, * aber das ist erfahrungsgemäß auch die Zeit, in der man am leichtesten sich erkältet, weil man auf eine zweckdienliche Kleidung nicht die nötige Sorgfalt verwendet, wer nun den Wonnemond sich nicht durch Katarrhe verderben lassen will, der möge daran denken, daß man in Fays altberühmten Sodener Mineral- Pastillen ein ebenso ausgezeichnetes vorbeugungsals Bekämpfungsmittel besitzt, das nie versagt, das bequem cnzuwenden ist und den ganzen Organismus günstig beeinflußt S&ys achte Sodener kosten 85 j)fg. per Schachtel und find überall zu haben. Mit der Aufführung des Pracht - Manege - Schaustückes „St. Hubertus" im Zerkus Albert Schumann hat derselbe einen Schlager allerersten Ranges gebracht. Die lustige flotte Handlung der reizenden Pantomime, welche sich mit ihrem prächtigen Humor als eine Quelle des Frohsinns erwiesen hat» wird zeitweise unterbrochen von tragischen Momenten, an denen das deutsche Jägerleben ja so reich ist. Direktor A. Schumann hat mit der Inszenierung von „St. Hubertus" eine« glücklichen Griff getan, weil er aus eigener Erfahrung schöpfte und die Anschaulichkeit ganz besonders realistisch betonte. Es sind echte Fasanenhähne. Hasen, Rehe und Wlsdschweine. die bei der Treib^ jayd Verwendung finden und überaus werwolle Steinböcke» die bei den Jägern im Hochgebirge das Entzücken der Zuschauer bilden. — Commissionsrat Schumann kaufte, diese seltenen Tier^ von der bekannten Hamburger Firma C. Haaeubeck, welche sie mit bettächtlichen Mühen und Kosten zu beschaffen wußte. Den Tag über bewegen sich die scheuen Steinböcke sowobl als auch die Rehe im Freien in geräumigen Gebegen. welche die Direktion des Zirkus Schumann hinter dem Zirkus längs der Planke bat errichten lassen. — Das unter Aufsicht Seiner Ebrwürden Herrn Rabb. Dr. Neuwirtb stehende Hotel Levy i. Bad Münster a. Stein (Perle des Nahethales) hat seine Sommersaison begonnen. (Näheres Inseratenteil). Baden- IQ Baden Central=Hotel mit allem Komfort. feinstes am Platze. Garten und Terrasse. Ritnelle Küche. 3082) Ph. Iiieblich-Odenheimer. Bad Friedriohsroda i./Thttr. — Hotel u. Pension Siegfried Charig; — 8139 am Herzogsweg. Bevorzugte, vornehmste rnhßge Lage, direkt am Wald. Anerkannt vorzügliche Küche. Schattiger Garten; Wasserspülung. - Xapelleistrde - 81 - Kapelleostrafle - 81 — WIESBADEN Pensionat und Uhere Töchterschule von Hepmine Wolff* Aufnahme von Zöglinge» z« jeder Zeit. Prospekte und Referenzen durch die Vorsteherin. (4540 Bad-Brückenau. Hotel Kaufmann Gejpr. 187«. Streng T! Tel. Ko. 18. Groß, erftklaff. Etabliffement in unmittelb. Nähe d. Knrvarkes. (8202 "1EO Bad Harzburg, Pension Parkhaus unter Rabdinats-Anfstcht vornehmes Etablissement I. Ranges. SO^Salons. Prosp. gratis. (8098) Max liecht. Nordseebad Norderney, Hötel Falk. <-“€3 jVtässige Pensionspreise. Referenzen Seiner Ehrwürden Herrn Landrabb. Dr. Löb, Emden. (9*» i Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ansschUessUchSache der Leser, die lm Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen rltuellerWaren oder sonstige Angaben rellgionsgesntzlichen Charakters anf Ihre Zuverlässigkeit zu prüfen.

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