Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1907)
- Date
- 1907-05-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ff illcraris il E.D-G. LZj Belmann Michael und Leopold Zunz. Das vor einigen Tagen erschienene neue Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft, aus das wir noch ausführlich zurückkommen, bietet der Publikation eine Fülle wissenschaftlichen Materials. Besonders intereffant ist der darin enthaltene Briefwechsel zwischen Michael und Zunz, dessen Herausgabe dem verdienten Berliner Historiker Prof. Dr. A. Berliner zu verdanken ist. Ueber den eigentlichen Ursprung der Publikation gibt folgendes Vorwort, das wir aus der Schrift selbst mitteilen, Aufschluß: „In dem Borworte zum bibliograpischen und literarischen Wörterbuche von Heimann Joseph Michael, welches 1891 unrer dem Titel □"nn TIN erschienen ist, habe ich auf den fleißigen 2 erkehr, welcher zwischen Michael und Zunz bestand, Hinweisen können. Mit dem Manuskript für die T rucklegung dieses Werkes batten mir die Söhne des Berfaffers zur Zeit auch eine Anzahl von Briefen übergeben, aus welchen dieser Verkehr noch näher sich erweist. Es waren Entwürfe zu den Briefen, welche der Vater an Zunz im Laufe der Jahre 1832—46 gerichtet hatte. Tiefe Entwürfe waren aber mit so vielen Korrekturen und Aenderungen durchzogen, daß eine für die Drucklegung derselben genügende Abschrift nicht hergestellt werden konnte. Da mir aber der Inhalt der Briefe einer Veröffentlichung wert erschien, so wünschte ich, die Reinschrift, also die Originale der Briefe im literarischen Nachlasse von Zunz, einzusehen. Auf ein diesbezügliches Gesuch hat das Kuratorium der Zunzstiftung meinem Wunsche ^kereitwilligst entdiesen ng 23 hrscheinlich nach dem Tode 'Michaels reklamiert und zurückerhalten hatte. Somtt konnte ich jetzt, diese wie jene Briefe geordnet nach ihrer chronologischen Folge, mit hebräischen Buchstaben, wie sie auch im Original in jüdischer Kurrentschrift geschrieben sind, mit Ausnahme eines einzigen Briefes von Zunz (No. 9), der deutsch geschrieben ist, zum Abdruck bringen. Zunz mit seiner zierlichen Handschrift bietet in der von ihm angewandten Orthographie, die unverändert beibehalten ist, viel Lehrreiches. Aber nrch Michaels Schreibweise ist ohne Korrektur wiedergegeben worden, obgleich sie gar sehr oft in grammatikalischer rnch orthographischer Beziehung fehlerhaft erscheint. Ich durste da nicht erst anfangen, irgendwo zu benchtigen. Michael war^ kein gewandter Sti ist und man muß darüber htnwegsehenseine literarischen itteilungen haben Zunz' Arbeiten bedeutend gefördert, wie Zunz selbst im ersten Briese und an verschiedenen Stellen der anderen , Briefe mit Dank anerkennt. - Was aus diesen Briefen für eine Zunz-Biographie, Nwlche wir noch entbehren, zu gewinnen sein wird, will -ich nicht einmal andeutungsweise hervorheben, ebenso- - wenig auch den Gewinn für die literargeschichtlichen Einzelheiten, wie sie hier in Hülle und Fülle sich dar- . bieten. Ich hoffe, diese Briefe werden nicht nur gelesen, sondern auch studiert und nach mehrfacher Richtung hin Überwertet werden Daher habe ich es unterlasien, durch inweisungen auf die anderen Arbeiten von Zunz und Michael, wie durch Jndices, durch die man heutzutage die MehÄtendsten Werke zu Nachschlagegebüchern degradiert, Men Leser vom Studium des Ganzen abzulenken. Nur geringe Anzahl von Noten habe ich, so zu sagen ^Mter -er Hand, folgen laffen. Ich Bescheide mich gern mit dem Gedanken, den literarischen und fteundschaftlichen Briefwechsel zwischen Zunz und Michael aus dem Dunkel des Archives an das Licht der Betrachtung gezogen zu haben." Dem eigentlichen Zwecke dieses Briefwechsels entsprechend bietet der Inhalt desselben zuni allermeisten literarische Notizen, welche Zunz zur Frage stellt und Michael aus seiner großen Bibliothek beantwortet. Man erkennt daraus, welchen großen Anteil Michael an vielen Darstellungen von Zunz hat, wie dieser selbst ja auch oft durch die Nennung seiner Quelle kundgibt. Ein besonderes Interesse persönlicher Natur gewährt an vielen Stellen Zunz mit seinen eigenartig geprägten Ausdrücken und Phrasen, wobei zugleich ein besonderes Material für das Leben und die Verhältnisse Zunzen's gewonnen wird. Es sei als Probe hierfür der erste Teil des Briefes, mit dem die Sammlung beginnt, zum Abdruck gebracht. Er lautet folgendermaßen: 1. Zunz an Michael. *p,p Yd D*n "n"!nDD D^iom 'jTinn oDnr^ bD) D)bw Von der Erlaubnis Ihnen hochgeschätzter Herr zu schreiben, mache ich nunmehr Gebrauch und eröffne meinen Brief mit der Wiederholung meines Dankes für das viele Gute, das Sie mir während meines Aufenthaltes in Hamburg gewährt haben. Mit der freundlichsten Bereitwilligkeit haben Sie mir die Schätze Ihrer Bibliothek zu Gebote gestellt, Ihre wertvollen Belehrungen hinzugetan und selbst Ihre Muße und Unterhaltung, sogar oft mit Hintansetzung Ihrer Geschäfte, mir zu gute kommen lassen. Ich weiß nicht, wodurch ich so vieler Güte, die man selten antrifft, mich wert gemacht. Auch bin ich außer Stande sie zu vergelten, indes glaube ich, daß die dankbare Gesinnung, mit welcher ich sie anerkenne und das Bestreben Ihnen auf irgend ähnliche Weise Dienste zu erweisen, Ihnen einen Beweis dauernder Anhänglichkeit geben werde. Der angenehmen Pflicht Ihnen schriftlich zu danken, würde ich mich auch schon früher entledigt haben) allein wir waren kaum secks Tage in Berlin, als meine Frau krank wurde und fast 3 Wochen das Zimmer, häufig sogar das Bett hüten mußte. Wahrend der Zeit hatte ich zu Studien weder Zert noch Kopf. Heute habe ich meine Frau wieder spazieren geführt und heute schreibe ich Ihnen. Indessen möchte ich, daß ich selbst heute nicht zu schreiben, sondern nur zu Ihnen zu gehen brauchte) jetzt, wo ich wieder die □'HBD vornehme fühle ich erst, wie mir und seine Sammlung fehlen. Ohnedies ist der hiesige Aufenthalt, der mir fast keine Subsistenzmittel darbietet, zuwider, und ich sehne mich nach Hamburg hin. Ja, wüßte ich dort eine Beschäftigung und wäre es nur die eines Schreibers, die mir ein Drittel oder die Hälfte des Tages frei ließe, und wenigstens 25 Mark nöchentlich einbrächte, ich zöge ohne weiteres dorthin, da ich genügsam bin und Gott für das fehlende schon sorgen wird Sie werden sich erinnern, daß ich oft mündlich den Wunsch in Hamburg zu bleiben, gegen Sie geäußert habe: hätte ich eine Stelle mit 1300 Mark, ich nähme sie an, wenn sie sicher und anständig wäre. Wenn Sie mir in dieser Beziehung dienen können, so werden Sie mir Ihre Mitteilungen oder Empfehlungen wohl nicht vorenthalten etc. llo« den Samaritanern. Bon Dr. B. Koenigsbevger in Pleschen. III. (Fortsetzung.) Frage: Ist die Priesterwürde erblich'? Antwort: Die Priesterwürde vererbt sich von den Vätern auf die Söhneaber die Hohepriesterwürde erbt nur, wer die Weisheit und den Vollbesitz für alle Dinge 0»3T *?33 HN^ön) erbt (oder: die Eignung für alle Dinge). Frage: Dürfen die Priester Leichen berühren? Antwort: Die Priester dürfen einen Toten nicht berühren. Und jeder von der Gemeinde, der einen solchen anrührt, bleibt sieben Tage unrein und reinigt sich im Wasser am 5. und am 7. Tage. Denn in unserer Zeit haben wir nicht die Asche der roten Kuh. Frage: Uebt jeder Priester vor der Gemeinde den -Dienst aus? Antwort: Nur der Priester, der, wie vorerwähnt, nach dem Gebote der Thorah, d. h. nach dem Ausspruche des Heiligen, gepriesen sei Er, ins Amt eingesetzt, den man in sein Amt eingesetzt hat, den Priesterdienst zu üben an Stelle seines Vaters. Frage: Wie stehts mit der Heirat bei der Gemeinde der Kinder Israels, der Samaritaner? Antwort: Die Eheschließung vollzieht sich bei uns folgendermaßen: Zunächst ftagt der Mann den Vater des Mädchens, ob er ihn als Gatten seiner Tochter wolle. Hat sie keinen Vater, so fragt er ihren Bruder, und wenn kein Bruder da ist, ihren Oheim, und wenn auch ein solcher fehlt, so wird, wenn die Mittel des jungen Mädchens ausreichen, ihr ein Vormund (Tp1£) bestellt. Jener bestimmt nun über sie und spricht: Ich gebe meine Tochter oder meine Schwester oder die Tochter meines Bruders oder meinen Pflegling unter Bekundung der Zeugen N. N. dem Jüngling N. N. oder dem Manne N. N., und die versammelten Männer sagen zu dieser Ueberaabe, indem sie an die Tür treten, folgende Bibelverse: „Fürwahr, den Namen ( DIP3 ) des Ewigen rufe ich an und gebet 03m) Größe unferm Gotte. Der Hort, vollkommen ist Dein Tun, ja alle Deine Wege sind Gerechtigkeit, ein Gott der Treue, ohne Fehl; gerecht und redlich ist Er. Gepriesen sei unser Gott in Ewigkeit und gepriesen Sein Name in Ewigkeit! Gerühmt sei Gott; es gibt keinen Gott außer dem Einzigen. Höre, Israel, der Ewige, unser Gott, der Ewige ist einzig. Gepriesen sei der Name Seines herrlichen Königtums immer und ewig. Und du sollst lieben den Ewigen, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen. Und diese Worte^ die Ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen,