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Der Israelit · 1907-04-25 · Heft 17 (25.4.1907) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 17 (25.4.1907)
Date
1907-04-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Bette 90 Der Israels. Jt* 17 25 Aprll 190f. n großes Hetr einreiht undjedem seifte Pflichl und Aufgaben zuweist. Wir alle find Miteder. dieser großen Heeresorganisation, uns alle i der größte Feldherr auf einen Posten gellt, den wir mit all unserer Energie und Tattst auszufüllen haben. Zur Regelung der zenseitigen Beziehungen zwischen den einzelnen iedern dieser Heeresorganisation dienen die SLVV, die Rechtsordnungen, die wie ein unzthares Band alle Teile umschließen. Aber S Recht allein genügt nicht, um den Menschen der Höhe zu führen, die er bei Entfaltung seiner Kräfte erklimmen kann. Das starre;cht ist vielleicht die Unterlage, das Piedestal, s dem sich der Bau der sittlichen Gesellschaftsdnung erheben kann, die notwendige Vorberguvg für die Möglichkeit des Zusammenlebens td Zusammenwirkens von geistig stark vergebenen Wesen, aber es ist nicht dieser Bau selbst, schweige denn seine Krönung. Zum pi tritt B.iWDrn hinzu, zum VLVV die npi2, zum :cht die Milde, zur Gerechtigkeit die Liebe, und :se Bereinigung bildet erst den Gipfel, die .önung des gesellschaftlichen Baues. Und wie stt zum 7^1 das v^rarn gesellt, so dürfen wir, i der Nachsicht so bedürftig sind, in unseren lichten nicht auf dem Standpunkte des pi Herren. Wir haben unendlich wenig getan, wenn x nur kein Unrecht getan haben. Unsere hei- $ Stadt, so lautet ein Wort der Weisen, ging ix deshalb zu Grunde pi ty ormm rpoyw nn weil ihre Bewohner bei dem starren Recht hen blieben, well, sie nicht begriffen, daß es ein nchen des Mißmutes und der Gleichgültigkeit , wenn man auf seiner umschriebenen Pflicht berrt, wenn man mit peinlichster Sorgfalt darauf jtet, daß man nur nicht zu viel tue, wenn man chts so sehr fürchtet,als daß man für „übertrieben" lten konnte. iniv2 mp - rrin v'Viip tft uns unsere min zu. Enthaltet euch mir zu hren auch erlaubter Genüsse, zeiget, daß ihr ücklich seid, wenn ihr mir etwas von den Neimgen, von den erlaubten Neigungen eures erzens opfern könnt. as «mp '2, denn auch ) bin heilig, und worin besteht diese meine «iligkeit?npi22 anpa vnpn bum i"nn, daß h mit Milde und Liebe die einzelnen Glieder keiner Heeresmaffen führe, daß ich mit väterlicher iebe eure Geschicke leite. Und wenn es schon in eurem ganzen Leben »rinzip sein muß, etwas mehr als eure Pflicht u tun, so ist es bei einer Seite unseres Lebens in Gebot der Selbstenthaltung uns so weit als löglich zu heiligen. Diese Seite des menschlichen ebens ist niya2 na N2iv nn*w Dipo *?2 TBHp K2iö nnte nny. Wo du findest, daß man estrebtist, das teuerste Kleinod des jüdischenBolkes, ie heilige und hohe Reinheit des Famiienlebens mit aller Kraft zu schützen und zu ördern, da findest du wahre Heiligkeit. D'BHp »nn D'arns-rnn. Heilig sollt ihr sein, das >eißt, enthaltsam sollt ihr sein, wachet darüber, aß euer Geist nicht durch die Sünde ausgelöscht oerde, wachet über euren Körper, daß er nicht »urch die Sünde welke, wachet über die Reinheit eurer Familien, die Reinheit euer Jugend, daß sie nicht befleckt werde, orgt dafür, daß euer Familienleben als glänzen- >es Muster hehrer, keuscher Sittenreinheit datehe, denn in den Familien liegt der Keim eurer Zukunft. Wenn von eurem Staate schon längst ede Spur verwischt sein wird, wenn ihr, unter Nagen und Seufzen auf den Trümmern eurer Herrlichkeit stehend, an der Möglichkeit verzweifeln verdet, daß jemals neues Leben aus den Ruinen Mühen könnte, so werden es eure Familien ein, die euch Hoffnung gewinnen taffen, so Werren es die Familien sein, die Bausteine zum Tempel eurer netten Freiheit liefern. In der nvD.i verleiht der Prophet Amos diesem Gedanken -errliche Worte. In den der mvsn vorangehenden Versen schlldert der Prophet den Untergang des Staates Israel. „Schlage auf sie Säulenkrone, daß die Pfosten erbeben, und iWere sie über den Häuptern Aller. Und es entrinne ihnen niemand. Graben sie sich in die Unterwelt ein, soll meine Hand sie holen, steigen sie zum Himmel hinauf von da stürze ich sie nieder... Denn Gott verhängtes der Herr der Heerscharen, der dcr berührt die Erde und sie zerrinnt und es trauern alle, die daraus wohnen, sie schwillt auf wie der Strom ganz und gar und senkt sich wie der Strom Mizrajims, Er, der da bauet im Himmel seine Stufen und seinen Bund aus der (Srbe fest gründet, der da ruftt dem Gewäffer des Meeres und über die Fläche der Erde sie ausgießet — Haschern ist sein Name!" Und nun kommt die Begründung dieses göttlichen Entschlusses in der Haftorah. „Seid ihr mir doch wie die Söhne Kuschs, Söhne Jißroels, spricht Gott." Lüge und Täuschung ist euer ganzes Staatsleben, die Grundlagen, aus denen sich ein jüdischer Staat erheben kann, sind unterwühlt, ihr segelt unter falscher Flagge, imy nt ’WD HD ntP2D TMWü' Die schwarze Hautfarbe des Aethiopiers erweckt in uns den Glauben, daß auch sein Inneres schwarz sei, und doch beruht diese Annahme auf einem Irrtum. Aeußeres und Inneres sind grundverschieden von einander, ebenso täuscht auck die ättßere Gestaltung eurer staatlichen Oronung über den inneren Kern eurer staatlichen Wirklichkeit. Das Auge des Menschen wird getäuscht, aber nasann 12^002 wp^n 'i wy nan, das Auge Gottes hält die äußere Hülle nicht auf, er blickt tief hinein in das Wesen der Dinge und er erblickt, daß der Staat, der sich jüdisch nennt, in Wirklichkeit von Gott abgefallen ist, daß der äußere Glanz nur dürftig das innere Elend verdeckt, daß der nach au.ßen hin als Gottes Reich geltende Staat schon längst mit Gott gebrochen hat, — daß er für den Untergang reif ist. >1 vtra apy rvn nn i'QVk ivm tfy '2 dsk n'2 nt* oian V22 'nijrarn n 120 '2an nan '2 IpK *irt2 VlS' tfVl .11222 Pia- 1LM2 W* „Doch nicht vernichten werde ich das Haus Jakobs, spricht Haschem. Denn siehe, ich bestelle es und treibe das Volk hinaus durch alle Völker, jedoch so, wie etwas im Siete geschwungen wird, daß nichts Kernhaftes zu Boden fällt." Das grundsätzlich sündigende Reich, das sich von Gott losgesagt hat, wird vernichtet werden, aber das Haus Jakobs, die jüdische Familie wird bestehen. Die Organisation wird zerschmettert, aber die einzelnen Teile dieser Organisation, die jüdische Familie mit ihrer stolzen Reinheit, mit ihrem Verantwortlichkeitsgefühle Haschem gegenüber wird sich erhalten. Ohne Staatsverfaffung, ohne sichtbares Band der Zusammengehörigkeit, aber durch Gesetz und Lehre, durch strenges Recht und heilige Sitte, durch unzählige unsichtbare Fäden zusammengehalten werden die jüdischen Familien als Wächter der jüdischen Ehre, als Träger der reinsten und heiligsten Menschenpflichten dastehen. Das jüdische Volk wird im Golus gesiebt und gereinigt werden, aber sie werden im Siebe geschwungen werden. Das Exil wird einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Häusern Jakobs herbeiführen, einen Zusammenhang weit innigerer und dauernderer Art als das rein äußere Band der Staatlichkeit war. Im Reinigungsprozeß des jüdischen Volkes — im Siebe — werden sich alle diejenigen zusammenfinden, an denen noch was Kernhaftes ist IpK 1112 K/V Der eine wird für den anderen einstehen, sie werden ein geschloffenes Ganzes bilden und diese Geschlossenheit wird sie erhalten. Diejenigen aber, die hinaustreten werden aus diesem geschloffenen Kreise, die ihrer Verantwortlichörit der Gesamtheit gegenüber vergeffen werden, die diese Solidarität verleugnend auf eigene Faust gegen Jißroels Heiligtümer, gegen Recht und Wahrheit freveln zu dürfen glauben: „durch das Schwert sterben alle grundsätzlich sündigenden in meinem Volke, die sagen: um unseretwillen wirst du das Unglück nicht näher kommen und nicht früher eintreten lassen." Man kennt diese Bescheidenheit, die der Ausfluß der Scheinheiligkeit und Heuchelei ist. Wie oft hören wir nicht die Stimme des gekünstelten Leichtsinns, der allxs Schlechte tun *u dürfnr glaubt, weil j zu können. „Wer steht sich denn nach mir um?" und wie all diese Phrasen noch lauten. Diese bescheidenen Leute werden im Reinigungsprozeß des jüdischen Volkes verschwinden, denn ein jeder wird sich seiner Verantwortlichkeit dem Hause, dem er entstammt, gegenüber bewußt werden, ein jeder wird all seine Kräfte anspannen, um das Haus Jakobs in seiner Reinheit und Ganzheit zu erhalten, ein jeder wird dafür Sorge tragen, daß nichts Wesentliches und Kernhaftes von ihm absalle. Und wenn dieses Streben am Ende der Tage von Erfolg gekrönt sein wird, wenn das Haus Jakobs seine Keduschohbestimmung erfüllt haben wird, wenn es fest geblieben inmitten der Stürme, wenn es rein geblieben inmitten der Unreinheit, wenn es frei geblieben inmitten der Unfreiheit, wenn eA sich nicht selbst verloren in der Wüste der Völker, dann „richte ich die Hütte Davids auf, die gegenwärtig dem Einstürze nahe ist, umzäune ihre Riffe und richte auf, was es zerstört hat und baue sie auf wie in den Tagen der Vorzeit. Urtd es kommen die Tage, wo der Pflüger erreicht wird vom Schnitter und der Weinkelterer von dem, der die Saat ausstreut." Es kommen die Tage, da die Frucht reif geworden ist, die Gott hat reifen lassen wollen, da die Saat aufgehen wird, die Gott gestreut, da jeder erkennen wird, wozu dieses Pflügen gedient hat. Die Ernte wird sofort auf das Pflügen folgen und die Berge, das sind die jüdischen Stämme, werden vor Saft überströmen. Dazu hat das Pflü-- gen gedient. „Und ich führe dann die Vertriebenen meines Volkes wieder heim und sie werden die verödeten Städte wieder ausbaueil und sie bewohnen, und pflanzen Weinberge und trinken ihren Wein, leaen Gärten an und genießen ihre Frucht. Ich pflanze sie ein auf ihrem Boden und sie werden nicht mehr entwurzelt werden aus ihrem Boden, spricht Gott, dein Gott." Es werden tiefe Furchen gezogen, aber dafür werden wir dann auch tief eingepflanzt in unserem Boden, aus dem uns'nichts mehr entwurzeln kann, denn wir sind rein geworden, wir sind reif geworden für unser Land und für unseren Staat! Rabb. Dr. Herm. Klein—Kronstadt. RuBland, Rumänien und andere Kultnrctaaten auf der Raager?rieden$konferenz. Vom Propheten Secharjah b. Berechjah b. Jddo. Am vierundzwanzigsten Tage des elften Monates, bas ist der Monat Schewat, im zweiten Jahre deS Darjowesch, erging das Wort Gottes an Secharjah, den Sohn Berechjohus, des Sohnes des Propheten Jddo: Ich sah, es war Nacht. Und stehe da, ein Mann, reitend auf blutig rotem Roste! Er hielt stolz unter den bescheidenen Myrten in der schattigen Tiefe. Hinter ihm noch eine Mmge roter Roste, scheckige und weiße. Da sprach ich: was find diese, mein Herr? Da sprach zu mir der Engel, der mit mir redete: ich will dir zeigen, was diese sind. Da Hub an der stolze Mann, der zwischen den Myrten hielr und sprach: Diese sind die Gott ,,gesandt hat", sich auf der Erde zu ergehen. Dann Huven fie alle an mit dem „Gesandten GotteS", der da hielt zwischen den Myrten, und fie sprachen: wir haben unS auf der Erbe lustwandelnd ergangen, uno steh, die ganze Erde ist ruhig und friedlich- Da begann der Engel Gottes und sprach: „Gott der Schöpfunasscharen, wie lange wirst Du Dich JeruscholajimS und der Städte JudaS nicht erbarmen, über die Du nun schon fiebenzig Jahre zürnst?" Da entgegnete Gott dem Engel, der mit mir sprach gute Worte, trostreiche Worte. Da sprach zu mir der Engel redete, verkünde also dem Botte. So hat Gott der Schöpfungsscharen gesprochen, geeifert habe ich für Jeruscholajim und Zion mit großem Eifer. Aber mit großem Zorne zürne ich über die Böller,, die übermütig sorglosen, die, während ich wenig zürnt» ihrerseits /.um Bösen halfen. Darum hat Gott also gesprochen: Wenn ich nach Jeruscholajim in Erbarmen zurückgekehrt bin, wird mein HauS darin wieder erbaut werden, ist der Ausspruch Gottes der SchvpstmgSscharen, und die Meßfä nur wird auSgespannt werben üver Jeruscholajkm Ferner verkünde also: Co hat Gott der Schöpfungscen gesprochen: In reichem Maße werden übermvmen inetne GtMe Hon

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