Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 13 (28.3.1907)
- Date
- 1907-03-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 18. Nr. 13 Der Israelit. 28. Marz 1907. Geröll bedeckt. Das WLdi-es-Schvch stößt an seinem Ende auf den kleinen Djebel-HLrün, den Berg des Aron. Hier sind wir schon in der nahen Umgebung des Choreb. Auf dem Djebel- HLrün soll nach der Ueberlieferung der Moslemin Aron das goldene Kalb vor dem Volke aufgestellt haben. Aron wird von ihnen als einer ihrer Heiligen verehrt und sie haben seinem Gedächtnis .auf dem Hügel eine „Kubba" (gewölbte Kapelle) errichtet. Mne unserer Abbildungen zeigt den Ausblick, den man vom Djebel-HLrün auf das WLdi-ed-Dor hat. Durch dieses Tal rieht nun die Karawane weiter bis zum Fuße des Choreb, wo das von Kaiser Justinian vor fast 1500 Jahren erbaute Kloster steht. Der ganze Gebirgsstock weist 5 Zacken auf, die am Kloster sich erhebende Spitze heißt Djebel-Müsa (Mosesberg), dicht daneben ragt der RLs-es- SafsLfeh (von safsaf-Weide), der „Berg des Weidenbusches", empor. Den RLs-es-SafsLfeh hält Prof. Schoenfeld für den Teil des Choreb, auf welchem Israel das Gesetz gegeben wurde. Auf jeden Fall könne. nur diese Berggruppe, nicht aber der SerbLl hierfür in Betracht kommen. Hier am Choreb stoßen vier Täler, zusammendas breiteste derselben ist die hier im Bilde dargestellte Ebene Er-RLha. Von dem sich herabsenkenden Fuß der Felspyramide des RLs-es- SafsLfeh steigt diese Ebene, wie ein Amphitheater nach Norden zu sanft'in die Höhe. „Sie ist," so schildert Prof. Schoenfeld, „ansehnlich breit, heute Gades, wo Israel so lange geweilt, „an derselben Stelle zu rasten, auf welcher auch einst Moses gestanden^ hatte, dieser anerkannt als einer der größten ~ Charaktere aus jener altersgrauen Zeit. Wie oft mochte der 82jährige Greis sorgenvoll, unter der Last seines schweren Herrscherberufes, hier hinaufgeschaut haben zu der stillen Majestät dieser alten, ewigen Sterne, weiche damals gerade so herrlich herabschienen,wie auch heute!" lieber die heutige Beschaffenheit von Ainel-Gadüs sagt Schläuche und Krüge zu füllen. In die flacheren Becken trieben andere ihre Tiere, aus Bequemlichkeit geradezu hinein, damit sie dort ihren RLs-es-SafsLfeh, oder der Choreb der Bibel. 1. Stelle der Aushändigung der Gesetzestafeln. Die Ebene WLdi-er-Raha r Lagerplatz des Volkes Israel während der Gesetzgebung. noch völlig steinfrei und ohne Erdfalten, von einem Kwnze niedriger Berge höchst anmutig umschloffen. Ihre Länge schätzte ich aus sechs Kilometer ab, und chre Breite an den einzelnen, verschiedenen Stellen mag schwanken zwischen zwei und drei Kilometern. In der Tat ein ausgezeichneter Lagerplatz für eine große Volksmenge, dem an Brauchbarkeit keine andere Einsenkung in diesem weiten Ringgebirge sich an die Seite zu stellen vermag. (Der englische Kapitän Palmer schätzt, auf Grund genauer Vermessung, die Ebene für groß genug, um 2 Millionen Menschen aufzunehmen, wenn auf jede Person 1 gm gerechnet wird . . . .) Sie zeigt eine völlig glatte schiefe Ebene, welche von Norden kommend, allmählich auf den Fuß jener Felsenpyramide sich zusenkt Solche Neigung bewirkt es, daß aus der Mitte einer sich dort aufstellenden Volksmenge die Hintermänner stets bequem über die Köpfe der Vordermänner hinwegblicken können Die Riesengestalt jener Bergpyramide, vom Scheitel bis zum Fuße hier überall hin sichtbar, steigt in der Höhe von 1674 Fuß Wer der Talsohle auf." Vom Sinai nahm Professor Schoenfeld mit seiner Karawane den Weg durch die Wüste Paran nach dem türkischen Fort N e k l e, dann von da weiter nach Mn-el-Gadös, das wahr- -scheinlich identisch ist mit dem pentäteuchischen Kadesch-Barnea. ^Es war ein eigenes Gefühls so erzählt- ..von seiner Nachtruhe 'im WLdi-elder Verfasser Folgendes: „In einem anmutigen Talkeffel, dessen Sohle Gras überdeckt, und an dessen Felsrändern Moos entlang klettert, lagern 5 Wafferbrunnen, darunter drei größere und zwei kleinere. Zwei von diesen ruhen in von der Natur gebildeten Felsenschalen, zwei haben eine von Menschenhänden aus rohbehauenen Steinen gebildete Einfassung; und das fünfte Wasserbecken ist ein teichartiger Behälter, größer an Umfang denn die anderen, die beliebteste Tränkstätte der Beduinen für ihr Vieh zu bilden schien." Die nächste Reisestation war Am-el-Gazeima. Schoenfeld hält es für wahrscheinlich, daß dies die Stelle despemateuchischen Ortes A z m o n ist, der an der Grenze zwischen dem Gebiete desStammes Juda und der Wüste lag. In Ain-el-Gazeima, wo sich drei Wasserbecken befinden, ist die hier abaebildeteSzene: Beduinen,. die ihre Herren tränken, ausgenommen. Der Verfasser gibt von dem Vor- Durst selbst befriedigten. Die Füße der stampfenden Kamele und Esel, Schafe und Ziegen rührten den Schlamm derart auf, daß das Wasser ganz trübe wurde. Dieses gab Ursache zum Streit, in den auch meine Leute, welche einige unserer Wasserfäffer füllen sollten, lebhaft eingriffen. Doch es blieb bei ausgetauschten Scheltworten und die Freunde der Reinlichkeit behielten den Sieg. Die Beduinen mußten sich dazu bequemen, das Wasser aus den größeren Becken in die Trinkrinnen zu heben und dort ihre dürstenden Tiere zu befriedigen. . . . Das farbenfrische Leben in diesem Tale gewann mehr und mehr an Reiz, je zahlreicher mit den fortschreitenden Stunden gegen Mittag hin die Beduinen zuströmten und die Herden sich sammelten. Die kleinen, ganz schwarzen Ziegen bildeten einen lebhaften Farbengegensatz zu den flimmernd weißen, langhaarigen Schafen mit ihren Köpfen, gleichwie in Goldbronze getaucht, und wiederum die langsam dahin schreitenden stolz und unzufrieden aussehenden Kamele einen Gegensatz zu den flotten, zu allerlei Scherz und Kurzweil aufgelegten kleinen Eseln." Ueber El-Augah und El-ChLlasa setzte, nunmebr von der Wanderlinie Israels abbiegend, Prof. Schoenfeld die Reise in der Richtung nach Berseba fort. Die ehemals mit Reben bedeckten Abhänge, an denen der Weg vorbeizieht, geben ihm Veranlassung, über die Riesenwein- Frarren, am Brarmea Wasser schöpfend. gang folgende interessante Schilderung: „Aus dem FÄsenquell zÄen die Frauen mittels an Schnüren' herabgelasseuer Lederheutel das Wasser hoch, um ihre mitgebrachtenleeren' traube aus dem Tale Eskol Betrachtungen anzustellen. Da die Traubenernte dort auf der Grenzscheideder Mouase Juli und August stattfindet, so. ergibt sich an der Hand der Zeitberech-