Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 12 (21.3.1907)
- Date
- 1907-03-21
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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WWWWWW ».'»»** 19OT. WWWWWWWWWWWW -Sä- WWWWWWM^W'^WMWUW!!"PWMKMMM'»M^^ Der JSraÄtt. WMWWWW Ro. 13. Seite LI. abfichvgt auch in England und Amerika für die Verbreitung des Schlaum Hotrvereins zu wirken. Chiengo, 7. März. Ein trauriger Vorgang hat sich unter der hiesigen jüdischen Bevölkerung abgespielt. Der fünfzigjährige Abraham Rabbinovitz hat in einem Anfall hon Geistesumnachtung seinem Leben ein Ende gemacht. Die Ursache war, wie aus Briefen an seine noch in Galizien lebende Familie hervorgeht, die Befürchtung, daß die Not ihn zur Entweihung des Sabbats zwingen werde. Dieser Gedanke hatte den Bedauernswerten tiefsinnig gemacht. Oerein$we$eii. und zum der Berlin, 19. März. Am Sonntai, den 10. März hielt wie alljährlich der Jsr. Fortbildungsverein „Monte störe", dahier, seine ordentliche Generalversammlung ab. Die zahlreich besuchte Versammlung war ein schöner Beweis ftir das Interesse, das die Mitglieder dem Verein entgegenbrina n. Der Vorsitzende Herr Dr. Winter eröffnete die Versammlung und gab zunächst an der Hand des vorliegenden Jahresberichts eine kurz' Ueberficht über das letzte Vereinejahr. Die fünfmal wöchentlich abg haltenen Schiurim erstellten sich reger Beteiligung s itens der Mitglieder, während die von §eit zu Zeit veranstalteten Ausflüge und Feste auch bas ntereffe weiterer Kreise für den Verein zu wecken verstanden. Mit Genugtuung konnte der Vorsitzende am Schluffe seiner Ausführung n konstatieren, daß der Verein im abgelaufenen Jahre seinem Ziele, die gesamte bewußt jüdische Jugend Berlins zu umfaffen, ein gut Stück näher tekommen sei. Die sich an den Bericht anschließende )isstlffion ließ erkennen, daß die Mitglieder mit Liebe und Verständnis für das Gedeihen des Vereins mitzuarbeiten entschlossen sind. Dann folgte die Borstandswahl. Herr Dr. Winter erklärte unter allseitigem Bedauern eine Wiederwahl nicht annehmen zu können, eö wurden zum 1. Borsitzenden Herr Edmund Levy, 2. Vorsitzenden Herr Dr. Nathan Moses gewählt. Berlin, 15. März. Am 6. März hielt „Verein zur Erhaltung des überlieferten äudentums" in Dräsels Festsälen seine erste eneralversammlung unter reger Beteiligung seitens der Mitglieder ab. Der Vorsitzende, Herr Rabbiner Dr. Baneth, begrüßte die Erschienenen und konstatierte einen Mitgliederbestand von 200. Das abgelaufene erste Gefchästs.ahr galt vor allem dem inneren Ausbau. Es wurden zahlreiche Borstandsfitzungen abgehalten, in denen die Frage des Religionsunterrichtes, des Jugendgottesdienstes, der Versorgung mit Koscherfleisch, der Organisation des Rabbinates in Erörterung standen. Mangels der erforderlichen Mittel mußte sich der Verein in seiner nach außen hin gerichteten Tätigkeit g wisse Schranken ziehen. Ein Anfang wurde auch nach der Richtung gemacht. In einer öffentlichen Versammlung referierte der Vorsitzende über die Zwecke und Ziele des Vereins, in einer zweiten übernahm Herr Rabb. Dr. Lewy die Aufgabe über wahren und falschen Liberalismus zu -referieren. Den Kassenbericht erstattet der Redant Herr Joseph Chaim, wonach der Verein bei einer Einnahme von 886,30 Mk. und einer Reihe namhafter Spenden an Ausgaben 813,78 Mk. zu bestreiten hatte. Wenn sohin der Verein in finanzieller Hinsicht nicht schlecht situiert erscheine, so werde doch zweifellos die Aufnahme einer intensiveren Bereinsarbeit auch an die Vereinskaffe bedeutendere Anforderungen stellen, wofür rechtzeitig Vorsorge getroffen werden müffe. Herr Chajim schließt mit einem kräftigen Appell an die Mitglieder auch in dieser Hinsicht ihre volle Schuldigkeit zu tun. In der hierauf eröffneten Debatte bemängelt Herr Bukofzer die langsame Geschäftsführung und vermißt eine rege agitatorische Tätigkeit in der breitesten Öffentlichkeit. Herr Seegall wieder vertritt den Standpunkt, baß Anregungen von Seiten des Vereins auch jetzt schon an maßgebender Stelle auf Berücksichtigung rechnen dürsten und belegt dies mit einigen Beispielen aus der eigenen Praxis. Dem gegenüber führt der Vorsitzende aus, daß es dem Verein weniger um vereinzelte Zugeständnisse als um die Geltendmachung von Prinzipien zu tun sei. Da sei auf Erfolge nur dann zu rechnen, wenn eine bereits geschloffene Masse von Gemeindemitgliedern ltntet dem Petenten stehe. Es müffe in Berlin gleich wie in anderen größeren Gemeinden dahin kommen, daß auch der Frömmste von allen religiösen Institutionen der Gemeinde ohne Gewissensbedenken Gebrauch machen könne. Herr Blmn und Herr Wedell behandeln in ausführlicher Rede die Rabbinerstage. Bei den jüngst vorgenommenen Neuanstellungen wurde nur der äußerst radikalsten Richtung Rechnung getragen. Das religiöse Leben innerhalb der Berliner Gemeinde müßte hierdurch schweren Schaden leidest. Herr Webirll geht noch weiter und verlangt die Einsetzung eines Rabbinates, das in Ähre und Leben den StaNdpunkt des Retiaionsgesetzes aus Ueberzeugung vertritt und deffen Entscheidungen alSbann von jed.m deN väterlichen Ueberliefenmgen zugetanen Juden als Maßgebend anerkannt werden müßt«». In längerer Auseistastdersetzung letzt alSbann Herr Dr-Fink dar, daß die Wstrzel des Nebels tu der einseitigen Zusammensetzung unserer Gemeindevertretungen zü suchen sei. «n und für sich sei es ja sehr schön, wenn die Angehörigen der Hochfistästz Und der Intelligenz die Ehrenämter in her juöi- UM Gemeinde erstreben- Wir könnten ihnen auch «n MrrSNg gerne etnräumen, wofern sie stch dgrauf befchrWM wollten, den PerwaltüNgskörper der Mmeinde M Wichest. Dem fei nun ab^r, wie virlsgche Erfahrung lehrtz Nicht so. In Ö^rreich beisptÄsweise dmcetiere das Gesetz die Vorstände zugleich als ober behörde. in Preußen sei dies zwar kein geschriebenes — aber immerhin doch Gesetz. Die Rabbiner empfangen von daher ihre D rektiven. Bedenkt man, daß es sich hierbei um die de ikatesten Angelegenheiten der Religion und der Gewiffen handelt, so muß dies schließlich zu den unheilvollsten Zuständen lühren. AVgeseuen davon, daß laut Tradition und Vorschrift des Juden« tums nur diejenigen in die Vertretung der Gemeinde hineingehören, die vermöge ihrer Kenntnisse und Lebensfüh rung dem Ideale des Judentums möglichst nahe rücken, könnten wir in der Hinsicht noch vieles aus unserer Umgebung lernen. In dm Körperschaften der Selbstverwaltung begegnen wir allenthalbm nicht bloß den durch Glanz und Klang hervorragenden Ramm, sondern autz den Vertretern der übrigen Stände bis hinab zu dem einfachsten Handwerker und Arbeiter. Gerade dtese Leute kennen die Volksseele und ihre Bedürfntffe am besten, mit welcher die anderen bereits jede Fühlung verloren haben. Nachdem noch die Herrm Brock und Löwenthal einzelne Mißstänbe in der Gemeindeinstitution zur Sprache gebracht haben, von letzterem insbeso dere die Unzulänglichkeit des Religionsunterrichts an drastischen Beispielen mrs der eigenen Erfahrung beleuchtet worden ist, wurden die Wahlen vorgenommm, die zu folgendem Ergebnisse führten: Dr. Baneth, Borfitzender, Dr. Jon Lehmann, 2. Borfitzender, Dr. Kahn, Schriftführer., Jos. Chaim, Rendant, Rechnungsrat Mendelsohn, 2. Schriftführer, Seegall, 2. Rendant, M. Karfunkel, A. Kuntz, R. A. Dr. Leszynskv, Dr. Preuß, Dr. Rosenthal, Rixdorf, Wedell, Saul, Bukofzer und Brock afs Beisitzer, Zahnarzt Dr. Karo und Löwmthal als Revisoren. Humbug, 19. März. Die Anforderungm an dm Israelitischen Unterstützungsv erctn für Obdach ose, der auch die rituelle Verpflegung der armen Durchreisenden in dm Auswandererhallen übernommen hat, werden immer größer Alltäglich werden jetzt durchichnlttlich 1500 Personen bespeist. Aschbach (Ober'rk.), 26. März. Durch Herrn Lehrer Wechsler wurde kürzlich hier eine Ortsgruppe deS „Verbandes der Sabbatfrermde" begründet, welche infolge allgemeiner Beteiligung die für unsere kleine Gemeinde recht bestiedigende Zahl von 18 Mitgliedern zählt. Burghas ach (Mittelstk.), 26. März. Wie in zahlreichen deutschen Städtm, besonders auch in vielen Landgem inden Bayerns, bildete sich auch hier eine Ortsgruppe des Vereins „Verband der Sabbatfreunde", an der stch in rechter Würdigung der hohen Bedeutsamkeit dieses Vereins fast ausnahmslos alle hiesigen Familim stch beteiligen. Dukla (Galizien), 14. März. Hier wurde ein „Jüdischer Lese- und Bibliothekverein" DVPP' rVTUN gegründet. Derselbe bittet, da er nur über geringe Mütel verfügt, ihm Bücherspenden zukommm zu lassen. (Adresse: Herr I. Bader.) Ferrottalle«. Dieburg, 23. März. Herr Lehrer Kaufmann hier feiert am 1. April sein 25 jähriges Dienstjubiiäum. Neuftadtgödens, 21. März. Der Lehrer dr israelitischen Volksschule Hierselbst, Herr Wolkowski. ist auf seinen Antrag zum 1. Mai d. Js. aus dem öffentlichen Bolksschuldienste und damit auch aus dem Schuldienste in Neustadtgödens entlassen worden. Haigerloch 18. März. Heute wurde in Haiaerloch Herr LehrerSpeher zu Grabe gettagm. Am Tage feines Tode swurde ihm vom Bürgermeister seine Pmfionierung inS Haus getragen, aber seine welke Hand konnte das Schriftstück schon nicht «.ehr unterschreiben. Tags darauf kam der Kreisschulinkpektor von Hechingm angefahren, um ihn mit einem Orden zu dekorieren. Sein Borgesetzter stand vor einer Leiche. und mußte unverrichteter Sache aus dem Hause des Todes scheiden. Karbach, 23. März. Am 10. Adar schieb hier Frau Amaiia Grünewald im Alter von 80 Jahren aus dem Leben. Sie war eine edle Frau im wahren Sinne des Wortes. Ihr ganzer Lebenswandel war ausgezeichnet durch echte, innige Frömmigkeit und unerschütterliches Gottvertraue,. Wo stch ihr die Möglichkeit bot, sucht: fie stch an We.ken d'r Liebe anregend und beispielgebend zu beteiligen. * Am Grabe gab ihr Sohn, Lehrer Grünewald aus N.umagen an der Mosel, seinem und seiner Geschwister Verlust in schmerzbewegten Worten Ausdmck. rf'ziittn- Amsterdam, 26, März. Ein Mann von seltenen Gaben und edler Gestnnung wurde am Sonntag, den 2. Nissan aus unserer Mitte avberufen. Die Kunde vom Avleb n AH.G oldschmidtson's y'gf kam zwar nicht unerwartet, da sein Zustand bereits fett.mehreren Wochen ein sehr bed enklichrr war, aber ste rief dennoch in weitesten Kreisen tiefe Bestürzung hervor. Dem leuchtenden Beisviel seines Beters nacheifernd, bewährte er sich durch seine sorgfältige Erfüllung der flEID wie durch sein eifriges Thorastudium als einechtr rörp tm Vesten Sinne deS Wortes. Bor ungefähr zehn Jahren hat Oberravbiner Dr. Dünner dem Verstorbene r in Anerkennuna seiner Gelehrsamkeit dm UNW-Tttel verliehen. Er wac Mitglied und eifriger Förderer zahlreicher gemeinnütziger Anstalten. «uf da» innigste ist sein Name mit dem Institut der Pektdim und Amarkalim der rSraelitt chen G metnbm de» hell. Lande» verknüpft. Lä >ger uls 30 Jahre 'hat er dm hilfsbedürfttgrn Glaubensgenossen daselbst feine Sorge gewidmet. Seinem Ramm wird immer ein ehrendes Andmkm bewahrt werden. n"-mvy Briefkasten. M. B. in M. Wir geben grundsätzlich keine Firmen an. S. Btz. in T. Präparate, die nicht unter zuverlässiger ravbtntscher Aufsicht hergestellt find, dürfen am Pesach nicht zu Genußzwecken verwendet werben. _ Der heutigen Nummer liegt eine Beiluge des Hilfsvereins der deutsche« Jude« sei. Für de» Reklameuteil iE die Redaktion «icht verantwortlich r insbesondere ißt eSansfchliehlich Sache der Leser, die im Reklameteil oder in de» Prosvrk.beilageu enthaltene« Empfehlungen rttneSerWaren oder sonstige Angahvn religio»^- geiechlich'e» Chäraktrrsnnf ihre AättlüfkiiÜe« zu prüfe». Kaiser Friedrich Quelle* 6346) Offesbach a. S. ,Oegea Gicht a. Rheumatismus bevUrt.u X Natürlicher Biliner Saierkriii diätetisches Tafelwasser erfrischend - wohlschmeckend - reine naturfüliung inVi u. V. fl. überall Jerhflltflch. Hauytniederlage in (6637) Keankfnrta.M.bei H. KOlsehNachf., Rebstock 1, ^Bmnum-Dlrektion Bilm, Böhmens Vs; ist doch aber wirklich nuigaekat Nun ist Aarlchen schon vier Tage erkältet nnd gerade jetzt vor der Versetzung muß er die Schule versäumen. Schlimm ist's j» nicht, sagt der Doktor, aber in die Schule kan« er nicht. — Ei, so kaufen Sie ihm doch £<tvs ächte Sodener Mineral - Pastillen. Geben Sie dreimal täglich sechs Stück in heißer Milch, die andern soll er lutschen und ich gebe Ihnen die Versicherung, daß er morgen wieder wohlauf ist. Die Schachtel kostet nur 85 Ofg. und ist überall erhälttich. --\ Regina Goldbach Isidor Heinemann Verlobte. K. Ried inberg bei Brückenau. 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