Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1907)
- Date
- 1907-02-28
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9. Gelte ren auswärts in Pflege gegeben. — Der Nmbau der Abteilung für weibliche Steche, die Minka von Goldschmidt-Rothschlldsche Stiftung, wird voraussichtlich im Mai ihrer Besttmmung übergeben zwerden können. l ~ 1111 »kV». , t* Frankfurt a. M., 27. Febr. Die 11. ordentliche General - Versammlung der Krankenkasse für isr. Frauen und Mädchen, hier, fand dieser Tage unter dem Vorsitz des Herrn Raphael Ettlnger statt und ist aus dem Borstandsbericht zu entnehmen, daß sich die Zahl der ordentlichen Mitglieder vergrößert hat und ferner 5 Kinder satzungsgemäß ohne Eintrittsgeld ausgenommen wurden. Die Kaffe bietet ihren ordentlichen Mitgliedern (Jahresbeitrag Mk. 12, bis zum 14. Lebensjahre nur 6 Mk.) nicht nur kostenlose ärztliche Behandlung bei freier Aerztewa l, sondern gewährt auch alle Medikamente, Verbandmaterial, Bäder etc. sowie auch bei Erwerbs¬ und Arbeitsunfähigkeit 1 Mk. pro Tag Krankengeld. Die Ausgaben betrugen Mk. 1916,46, welchen Mk. 3253,50 Einnahmen gegenüberstehen. Das Gesamtvermögen der Kaffe beläuft sich jetzt auf ca. 11,000 Mk. Verschiedenen Anregungen betr. regelmäßigere Beaufsichtigung der erkrankten Mitglieder, Propaganda für die Kaffe u. a. wurde möglichste Berücksichtigung zugesagt. Die aus dem Borstande ausscheidenden Herren Max Bauer und Samuel Joseph wurden einstimmig wiedergewählt. Frankfurt a. M., 26. Febr. Am vergangenen Donnerstage hielt der Frankfurter Friedensverein in den Räumen des Börsenrestaurants seine 20. Jahresversammlung ab. Wie der Bo. fitzende, Herr Rechtsanwalt Dr. D i e tz, mitleilte, ist der Verein in einer erfreulichen Entwicklung begriffen. Der namhafte Zuwachs an Mitgliedern — die Zahl derselben beträgt jetzt 1103 — beweist, daß das hohe Streben der Friedensfreunde mehr und mehr Verständnis im Volke findet. terr Pfarrer Umfried aus Stuttgart, der zweite orfitzende der deutschen Friedensgesellichast, sprach in der Versammlung in begeisterter Weise über das Thema: «Kampf ums Dasein und Humanität im Kriege, mit besonderer Berücksichtigung der Expansionspolitik." Wir wünschen dem Verein, in dem wir eine \ Förderer der von unseren Propheten verherrlichten höchsten Menschteitsideale begrüßen, bestes Gedeihen. Anmeldungen zur lkitgliedschaft nimmt Herr Dr. Dietz, Gr. Gallusgaffe 18, entgegen. Bettin, 20. Febr. Der Frauenverein in der Israel. Synagogengemeinde Adaß Jisroel läßt seinen Jahresbericht erscheinen. Der Bericht gedenkt in Dankbarkeit der langjährigen Vorsitzenden des Vereins, Frau Profeffor Berliner, die uns vor kurzem durch den Tod entrissen wurde. Die Einnahmen betrugen 1407,30 Mk. und wurden hauptsächlich für Waisen- und Armenpflege sowie für Krankenfürsorge verwendet. Berlin, 25. Febr Am 24. Februar hat in Berlin die erste Delegierten-Bersammlung des Zentral-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens unter der "Leitung des Vereins-Borsitzenden, Justizrates Dr. M. Horwitz, getagt. Die Versammlung war von über 120 Delegierten aus allen Teilen Deutschlands beschickt worden. In erster Linie sind Organisations- und Propagandafragen beraten worden, über die als Referenten die Rechtsanwälte Dr. Brodnitz-Berlin und Dr. Htnrichsen-Hamburg ber chteten. Die eingehenden Verhandlungen führten zu der Ann hme nachstehender von Rechtsanwalt Dr. Waldstein-Attona eingebrachten Resolution: „Die Delegierten-Bersammlung ersucht den Vorstand unter tunlichstem Zusammenwirken mit den b - st henden Ortsgruppen zusammen mit dem Ausschuß' einen neuen Entwurf der Satzungen auszuarbeiten unter Eingliederung der Ortsgruppen (ev. der Landesverbände von solchen) und der Delegierten-Bersammlung. Dieser Entwurf soll einer demnächstigen Delegierten-Bersammlung zur Feststellung, und dann ein.r Gencral-Bersammlung Hur Be,chlußfass na unterbreitet werden. Die Vorbereitung und Einberufung dieser Delegierten-B.rsammlung w.rd dem Vorstand überlasse.i." Den nächsten Punkt der Tagesordnung bildeten die letzten Reichstagswahlen. D.r Referent, Dr. Jos. Lewy-Berlin, gab ein ausführliches Bi d von der neugeschaffenen Situation und der Wahltätigkeit, die der Verein, soweit es seine Tendenz Zuließ, entfaltet hat. Bon den meisten Rednern, die sich an der Diskussion beteiligten, wurde dem Referenten darin zugestimmt, daß die Zunahme der antisemitischen Mandate besonders auch aus dem Grunde bedauerlich fei, weil die lokalen Oiaanisatwnen der linksstehenden Parteien d.n von den Zentralleitungen ausgegebenen Wahlparolen, keine Stimme den Antisemiten zu geben, in vielen Wahlkreisen unbeachtet gelaffen haben. . Der Bericht des Refer nten fand eine dankenswerte Ergänzung durch das Korreferat des Justizrates Dr. Lövinson-Be.lin. Auf Anregung des Abgeordneten Dr. Cohn-Dessau wurde folgende Resolution gefaßt: „Der Zentral-Berein d utscher Staatsbürger jüdischen Glaubens richtet an alle deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens das bringende Ersuchen, durchweg — ein jeder in seiner Partei — zu umfass.nder Bekämpfung des Antisemit smus in die politische Bewegung einzutreten. Im weiteren Teile der Verhandlungen beschäftigte man sich mit einer Reihe von aus der Versammlung gegebenen Anregungen. Insbesondere Wurde die Frage erwogen, in welcher Weise der Verein am besten wirke, um die chrfftlichen Mitbürger mehr als visher über die Ziel? der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens aufzuklären, die keine Sonderintereffen verfolgen, sondern nur den Anspruch auf die ihnen gesetzlich gewährleistete Gleichberechtigung machen. Insbesondere sei eS Aufgabe des Vereins, gegenüber dm vielfach herrschenden Borurteilm aufklärend zu wirkm und die chrfftlichen Mitbürger zu bewegen, aus eigenem Gerechtigkeitsgefühl aktiv für die berechtigtenIAnsprüche ^der deutschen Juden einzutreten. J 31 Berlin, 17. Febr. Die Hauptversammlung des BerbandeS der deutschen Juden wird dieses Jahr in grankfurt a. M. stattstnden. Als Tag der Zusammennft ist der 6. Oktober bestimmt. __ Halle a. S., 26. Febr. Der vor Jahresfrist hier gegründete Verein jüdischer junger Kaufleute, der bisher seine Bersammlungsabende nur im Kreise der Mitglieder abhielt, trat gestern mit einem Vortrag des Herrn L. Schwarzschilo „Die Sozialpolitik der Bibel" zum erstenmale in die Oeffentlichkeit. An den beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine rege Diskussion. Der Vorsitzende, Herr Herm. Apelt, schloß die Versammlung mit dem Wunsche, die Anwesenden möchten auch weiterhin dem Verein ihr Interesse bewahrm. Personalien. Frankfurt a. M., 27. Febr. Die Zahl derer, die im Thorastudium ein Lebenselement, ja den Ouellpunkt ihres geistigen Strebens erblicken, ist auch hier in unserer Stadt, absolut genommen, nicht sehr groß. Doppelt hart trifft daher jeder Schlag, der einen dieser Wenigm vom Schauplatz des Wirkens abtreten läßt. Lisman Fürth, der vor wenig Tagen uns eniriffen wurde, war ein min p im besten Sinne, und die Vornehmheit seines Wesens, die geistige Lebendigkeit seiner Rede wurzelten im Boden der min- In dem benachbaren Hanau geboren, hatte Lisman Fürth gründliches jüdisches Wissen sich schon im elterlichen Hause angeeignet und rastlos war er in Frankfurt, seiner neuen Heimat, der Stätte seiner Erwerbsarbeit und seiner Hausesgründung, bemüht, dieses Wissen zu mehren und zu vertiefen. Nach dem ganzen Ausmaße seines reichen Könnens widmete er einer Reihe von jüdischen Institutionen hingebungsvolle Tätigkeit. Lange Jahre hat er dem Schulrate der Israelitischen Religionsaesellschaft angehört. Besonderen Dank schuldet ihm der Palästinaverein Lemaan Zion, in deffen Vorstand er das Amt eines Kassierers bekleidete, und die Sodener Kuranstalt. Leid und Weh ist dem Heimgegangenen in seinem langen Leben nicht erspart geblieben," erwachsene Kinder sah er in der Blüte der Jahre ins Grab sinken, aber — p*»** nm — in unerschütterlichem Gottvertrauen, gestützt von seiner gleichgesinnten Gattin, blieb er aufrecht und voll ungebrochenen Lebensmutes bis zum Ende. An der Bahre gaben die Herren Rabbiner Dr. Horovitz, Manfred Goldschmidt und Direktor Dr. Adler dem Schmerze der Familie und dem Danke der von ihnen vertretenen Korporationen beredten Ausdruck. n'Pian- Dortmund, 27. Febr. Wir haben soeben einen Mann zu Grabe geleitet, der es wohl verdient, daß seiner auch in diesen Blättern gedacht werde. Mit Adolf Oster hat die hiesige jüdische Gemeinde einen trefflichen Jehudi verloren, der es verstanden hat, sich in allen Kümmernissen des Lebens ein unerschütterliches Gottvertrauen und innige Liebe zur min als kostbare Kleinodien zu bewahren. Der jüdischen Gemeinde in Xanten, wo er am 25. Febr. 1841 geboren wurde, hat er eine Reihe von Jahren als vorgestanden und als solcher mit seiner gleichgesinnten Gattin ein musterhaftes jüdisches Haus geführt, dessen schönster Schmuck eine weithin bekannte Bibliothek hebräischer Bücher bildete. Der Verblichene hat keine Kosten gescheut, um diese seine Sammlung fortgesetzt zu vergrößern, wobei er der nQD min sein ganz besonderes Interesse zuwandte. So bereinigte er in seiner Bibliothek einige hundert Ausgaben der min neben einer fast ebenso großen Anzahl verschiedener Ausgaben der niDN Leider war es ihm nicht mehr vergönnt, seinen Lieblingswunsch nach einer systematischen Katalogisierung seiner großen Bibliothek erfüllt zu sehen, denn ein schweres körperliches Leiden, das ihn nach seiner Uebersiedelung hierher befiel, warf ihn aufs Krankenlager, von dem er leider sich nicht wieder erheben sollte. n*P8in- Wanfried, 24. Febr. Im Alter von 84 Jahren wurde Herr Nathan Ehrlich unserer Gemeinde durch den Tod entrissen. Der Verstorbene bekleidet Jahrzehntelang das Amt eines Vorstehers und versah auch ehrenamtlich die Funktion des #-np ^3/3. Echt jüdische Gesinnung und reiches jüdisches Wissen, gepaart mit moderner Bildung, haben ihn ausgezeichnet. n"3!ün- Emde«, 18. Febr. Die Herren Lehrer Levy in Bingen und Wallach zu M-ppen wurden von der Königlichen Regierung zu Osnabrück definitiv angestellt. Herr Lehrer W lkowski-Neustadtgödens scheidet zum 1. M i ds. Js. aus, dem diesseitigen Schuldienst aus und übernimmt eine Lehrer telle in Königsb rg i. Pr. In Herrn W. verliert unser Konferenzbezirk ein umsichtiges, hervorragendes Mitglied. Grotzwardein, 20. Febr. Der König hat dem Direktor der hiesigen orthodox-israelittschen Bürgerschule, Herrn ZakovGabel, für seine ersprießliche Tätigkeit auf dem Gebiete der Bolkserziehung bas goldene Berdienstkreuz verliehet». Die Ueverreichung erfolgte in feierlicher Weise durch den Overgespan in Gegenwart zahlreichen Versammlung, zu der auch der Oberstadt mann und andere Beamte erschienen waren. Dnnedin »Neuseeland), 3. Dez. Hier starb vor kurzem Dr. Wolf Heinemann, ein geborener Deutscher, Lektor für Deutsch und Hebräisch an der Ottmo- Universität und Religionslehrer der hiesigen jüdischen Gemeinde. Heinemann war in Malsfeld (Rb. Kassel) ge-«., boren, hatte dort das jüdische Lehrerseminar besucht mrd war als junger Mann Lehrer am Joelschen Institut in? Pfungstadt gewesen. Er ging später nach London und ' wanderte 1895 nach Neuseeland aus. Sabbat-Anfang u. Ausgang. Kirn *o OST: Anfang Datm» AuSgang UhrlMm. 1907 5667 UhriMüt Frankfurt a. M 5 45 2. März 16. Adar 6 Sk> Berlin .... — — tt tt 6 28.' München . . . 5 45 n n 6 37 Stratzburg . . 6 — h tt 6 55 Pose» .... — — // tt 6 14 Breslau . — — n n 6 14 Nürnberg. . — — n » 6 39 Stuttgart 5 45 n tt 6 46 Prag 5 55 n .r 6 25 Für de« Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich r insbesondere ist es auSschlietzlich Sache der Leser, die im Reklameteil oder in den Prospektbeilageu enthaltenen Empfehlungen ritueller Ware» oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters ans ihre Zuverlässigkeit zu prüfe». Der hentige» Nummer liegt ein Prospekt des Internationalen Handelsinstitnts von Dr. jur. Caleb in Strastburg i. Eli. bei. Kaiser Friedrich Quelle 6346) —-- OfTenbach a. M. - „6egen Gicht u. Rheumatismus bewahrt.“ Natürlicher Biliier Saierkroii diätetisches Tafelwasser erfrischend - wohlschmeckend - reine ftafurfüliung in'/» u.'/, 5l. überall erhältlich. Hauptniederlage in (6687) Frankfurt a.M. bei H. 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