Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 5 (31.1.1907)
- Date
- 1907-01-31
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Beite 10. Der JSraetit. eins d-er Adaß-ZSroel, und die Liebe und Verehrung, die man ihr von allen Seiten entgegenbrachte, zeigen, welche ungemein verdienstliche Tätigkeit fie auch auf diesem Gebiete zeitlebens entfaltet hat. Bei der Bestattung verlieh Herr Rabbiner Dr. Munk dem allgemeinen Schmerz übeer den großen Verlust beredten Ausdruck und unter tiefer Bewegung der Anwesenden rief dann Herr Professor Berliner der teuren Lebensgefährtin oen letzten Scheidegruß zu. ramn* Seunseld (Baden), 27. Jan. Zu Ehren des bis zum 1. Februar d. Js. in Ruhestand tretenden Herrn Lehrers Wolf, fand am 26. Januar eine sehr zahlreich besuchte Abschiedsfeier statt, welche Zeugnis von der großen Beliebtheit des Herrn Wolf, der 31 Jahre hier wirkte, ablegte. In den verschiedenen Ansprachen — so auch von dem Ortsgeistlrchen — wurden die zahlreichen Verdienste des aus dem Amte Scheidenden um Schule und Gemeinde, seine großeMenschenfreundlichkeit und Nächstenliebe, rühmend hervorgehoben. Als Zeichen der Anerkennung seitens der Gemeinde, überreichte Herr Vorstand Reis eine künstlerisch auSgeWhrte Ehrenurkunde. Schon vor Jahren erhielt Herr Wolf von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog von Baden die goldene Verdienstmedaille. Nenmark (Böhm.), 18. Jan. Im Alter von 66 Jahren starb hier Herr Rabbiner Simon Aron Bondi V'jn, ein echter v'OV KT>, der sich durch die Geradheit und Bescheidenheit seines Wesens überall Freunde erworben totte. AN der Bahre des Verblichenen schilderte Herr )ezirksrabbmer Auerbach von Neuaedin die Verdienste, die derselbe sich als Lehrer und Rabbiner erworben, und die Treue, mit der er sein ganzes Leben hindurch bis zum letzten Atemzug am Gottesgesetz festgehalten hat. ro"!ünk^nmbach (Bayern), 20. Januar. Vor kurzem starb hier im hohen Alter von 96 Jahren Frau Clara Landauer, eine durch ihre tiefe Religiöfität und ihre vortreffliche allezeit praktisch bewährte Menschenliebe ausgezeichnete Frau. Sie machte vermöge ihrer hohen Tugenden einen wahrhaftig patriarchalischen Eindruck auf jeden in ihre Umgebung Gelangenden. Ihr Andenken wird als ein Segen in ihren guten Werken weiter fortleben HiMgetische Krscellen. Zu den Worten der dieswöchentlichen Sidra (II. B M. 18,11): 'an bDD 'n *>ru o vum nny bemerkte die Mechilta: tbw obiyn m? moy nm rron vb ddk 'an bjD 'w may «Vi nby lay- Wmn diese Worte Jitro's eine solche Folgerung zulaffen, so erscheint es auffallend, daß wir ganz ähnliche Stellen tit den Psalmen finden, die doch eine solche Auffaffung nicht zulaffenz. B. Ps. 95,31: 'n “O bD by Viti und Ps. 96, 4: -|^e bbnm 'n *>yu V bD by «in am Eine beftiedigende Lösung dieser Schwierigkeit dürfte fich aus der Erklärung Raschi's zu oill'' üb T"QT (II. B. M. 22, 19) ergeben. Es wird dort der Nachweis geführt, daß D'ipb&b sich auf nn nTOJ) bezieht, im Gegensatz zu In der erwähnten Stelle bei Yirp heißt der Wortlaut: O^^«n bDD 'n 'D in den citierten Psalmenstellen ist dagegen der Gottesname ohne pop erwähnt. inderecke. Ich will dir öen Sdiabbos zeigen. Den Sabbat kann man hüten, ehren, heilig halten, aber zeigen? — —-Der Bater der kleinen Hansi reiste die ganze Woche hindurch und kehrte jeden Freitag heim zu den Seinen, um sich zu erholen von der Woche Last und Mühen und mit Weib und Kind den Sabbat gemeinsam zu feiern. Dadurch aber stand der ohnedies schon so schöne Tag dem Kinde immer gleichsam als ein Herrliches, als ein Extrageschenk vor Augen. Dieser Tage also kam der Bater und brachte dem süßen Kind ein neues Püppchen mit. Es bat nun die Mutter: „Zieh mir ein weißcs Schürzchen an, ich will dem Püppchen den Schabbos zeigen." Die Mutter gehorchte, neugierig, was es nun tun würde. Es verlangte ms Wohnzimmer, wo sabbatlich weiß gedeckt war und der rötliche Glanz der Kerzen, der „Entzündlichter" sich mit den» fallen grellen Auerlicht mischte, und wo am Fenster der neue Fenstermantel prangte, den Hansi die ganze Woche schon bewundert hatte, der aber einem schönen Brauche gemäß erst am Schabbos eingeweiht werden sollte. Hansi blieb ganz verklärt an der Türe stehen und sagte mit seinem Silberstimmchen: ,,Siehst du Püppchen, das ist der Schabbos, das sind die Lichtchen, die Datscherdecke und das am Fenster, das neue, siehst Du, das ist der Schabbosmantel!" Und dann zwitscherte es halblaut weiter: „Jetzt kommt der Papi von der Synagoge heim. Dann nimmt er das Kind auf den Arm und singt Scholaum Aleichem und dann macht er Kiddusch und dann gibt's Wein und Datscher und dann ist Schabbos, gelt Püppchen, das ist aber ein schöner Schabbos.^ — Wahrlich, es klang rührend und herzbewegend, mit welcher Innigkeit das kleine Menschenk nd den Schabbos pries. Glückliches Kind! Du weißt noch nicht, wie viele sich selbst dieser köstlichsten aller Schöpfungen berauben, und wie viele dann doch mit heimlicher heißer Sehnsucht an der Kindheit Paradies sich erinnern, wo sie „den Schabbos zeigen konnten." Die oergeffene Brodio. Ais ich in Ihrer letzten „Kinderecke" das hübsche Geschichtchen „die B'rocho" las, fiel mir ein kleines Erlebnis ein, das als ponckanr dienen könnte: An einem schönen, warmen Sommertage vergnügte sich eine fröhliche Mädchenschar während der Pause im Schulhofe. In munteren Spielen suchten sie sich für das stundenlange Stillsitzen schadlos zu halten. Abseits, deui heiterem Getriebe fern stand ein kleines niedliches Mädchen, in der Hand ein Sträußchen roter Kirschen, auf das es sehnsüchtig hinabsah, während große, schwere Tränen Herabflossen.. Eine Lehrerin bemerkte die Kleine, und kam freundlich auf sie zu. „Was ist mein liebes Kind," fragte sie, „warum weinst Du denn?" „Ach" schluchzte die Kleine, „ich möchte so gern meine Kirschen essen, aber ich kann ja nicht, ich habe die B'rocho vergessen!" „Dem läßt sich leicht abhelfen," erwiderte lächelnd und doch gerührt die Lehrerin und sagte dem Kinde die B'rocho vor. Nasch versiegten die Tränen, dasGesichtchen strahlte, ihu töfttiq mögen die Kirschen gemundet haben. Lbamischo osor bescb'lval. „Mutter sprich, was soll'n die Früchte, Die Du so reichlich aufgebaut, In solcher Pracht, in solcher Fülle Sab ich noch niemals sie erschaut i, Aepfel hier und Birn und Traube Und Nüsse von verschied'ner Art Krachmandeln sieh und Apfelsinen, Auch Datteln und die Pfirsich zart, Und Feigen, Ananas, Melonen, Die Mandarinen gelb und klein, Bananen gar, o, liebe Mutter, Und da, was mag das Runde sein? Du hast gespendet aus dem Schranke Erd-, Himbeer und Johanniöbeer, Und stellest neben Wein und Studien Noch fein geschnitt'nen Esrog her Und Pflaumen, Kirsch'und Stachelbeeren, Reineclauden auch und Aprikos', Als ob ein großer Festtag wäre! Sag' Mütterchen, was ist denn los?" — „Ein Fest der Freud' ist's, das wir feiern. Des Danks, dem Vater fromm geweiht, Der mit unendlichem Erbarmen Der Jahre Kreislauf stets erneut. Ein Rosch Hasd)vnoh ist'S den Bäumen, Den Sträuchern und den Pflanzen all, Die neu in ihrem Saft sich regen, Befteiet twn"^es^Ntnters Qual. Im Buch der Bücher wirst du lesen Und Dir erklären Manches dann, Darum mein liebes, kleines Mädchen, Für jetzt nur Weniges voran: In els'gen Banden lag die Erde, Wild schnob der Sturm, es tobt' der Ost, Und über'n Bach baut sich 'ne Brücke, Nr. 5. 31. Januar 1907' Es knirscht der Schnee, es klingt der Frost/. Erstorben scheinet alles Leben Und kahl und einsam liegt die Flur, Die Raben in den Lüften schweben, Sonst Todesstille ringsum nur. — Da tönet gleich des Schöpfers „Werde!" Ein leises Raunen durch die Luft, Ein Weben ist's, ein sanftes Regen, Als ob erwacht der Blumen Duft. Es ist ein Ahnen neuen Lebens Aus nie versiegtem Born der Kraft, Es ist die Huld der heil'gen Liebe Des Vaters, der die Welten schafft. Er hielt in treuen Vaterarmen Die zarten Keim', die junge aat, Er gab ihr, daß sie mög' erwärmen Vom Schnee die dichte Lagerstatt. Und nun ein Drängen, ein Erwachen Bon Zweig und Ast zum Wurzelschaft, Durch alle Stämme dringt belebend Ein neuer, frischer, würz'ger Saft, Der hebt die Kräfte, bringt das Blühen, E- Er bringt die Frucht, die fteut und nährt. So sei denn Dank auch dem Allmächt'gen, Deff' Batergnt' sich stets bewährt. — — Und darum stehst Du aufgebaut Bon Früchten hier die bunte Schar, Wie sie verschiedne Zonen bieten, Wie sie geliefert hat das Jahr. So magst Du fröhlich denn genießen, Die egenssprüche spreche laut, — Dann koste nur die saft'gen, süßen, Bevor Dein Aug zu müd' sich schaut!" —gggBtfe I III >'»l, .. I «I Sabbat-Anfang u. Ausgang. INN' ORT: Anfang Datum Ausgang Uhr!Min. 1807 5667 Uhr iMin. Arankfurt a. M 4 55 2. Febr. 18. Sch'wat 6 10 Berlin .... - — H „ 5 39 München . . . 5 — ft ft 5 50 Straftburg . . 5 15 /r ft 6 10 Pose» ... — — ft n 5 29 Breslau . . — — ft ft 5 25 Nürnberg. . — — ff ft 5 65 Stuttgart 5 — tr ft 6 03 Prag 5 10 ff n 5 40 Für den Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Ware« oder sonftige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfe«. Kaiser Friedrich Quelle 6346) Offenbach a. M. Gegen dicht u. Rheumatismus bewährt.*^ Natürlicher \ r diätetisches Tafelwasser erfrischend - wohlschmeckend — SOlinul reine naturfttllung inu.'/, 51. überall erhältlich. 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