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Der Israelit · 1907-01-31 · Heft 5 (31.1.1907) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 5 (31.1.1907)
Date
1907-01-31
Page
– (sequence 9)
Language
German
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31 Januar 1907. - L'Zion, Petach Tikwah, Mikweh Israel, Jaffa, Port Said/ Catro, Heluan, Cairo,^Alexandria, Brindist (Venedig), Triest, Wien oder Alexandria, Piräus <Athen), Konstantinopel, Budapest, Wien. In Konstantinovel, in Syrien und Palästina und in Aegypten werden die interessantesten Sehenswürdigkeiten besucht. Die Tellnehmerpretse sind 1200 und 1400 Kronen. In diesen Preisen find enthalten: die Reise hin^und retour, Logis in I. klasiigen Hotels mit Bedienung und Beleuchtung, Aus- und Einschiffungen, Entrees, Wagen oder Esel, und Führer für die Ausflüge, sowie alle programmmäßigen Spesen. Minsk, 20. Jan. Der hiesige jüdische Kaufmann Moses Brein geriet vergangenen Sommer mit seinen Arbeitern in Differenzen, weil er ihre Forderungen nicht erfüllte. Wie viele andere reiche Minsker Juden löste darauf Brein sein großes Geschäft auf und begab sich ins Ausland. Bor kurzem nun kehrte Brein wieder nach Minsk zurück, um sein Geschäft mit neuem Personal wieder zu eröffnen und das ftühere entschädigte er für den inzwischen ihnen entgangenen Verdienst durch Auszahlung von entsprechenden Geldbeträgen. Am Freitag Abend aber trÄ ihm, als er eben den Tempel verließ, ein Individuum in den Weg und feuerte sechs Schüffe ab, die ihn am Fuß und auf der Seite verletzten. Der Attentäter entkam. London, 27. Jan. Wie der Hajehudi mitteilt, sprach vor Kurzem eine mittellose jüdische Frau, die kurz vor ihrer Niederkunft stand, bei dem Board of Guardians vor und bat, man möge ihr die Hilfe eines Arztes zur Verfügung stellen. Man antwortete ihr, daß ste sich früheitiger an den Verein hätte wenden müssenauch als sie arauf an anderer jüdischer Stelle ihre Bitte wiederholte, erhielt sie keinen Beistand. Die Folge war, daß die Frau bei den Missionaren um Hilfe nachsuchte, die ihr auch bereitwilligst gewährt wurde. Das oben genannte Blatt übt scharfe Kritik an dem Board ok Guardians, beffen Statuten, wenn sie so widersinnige Bedingungen stellten, wie nach dem Geschilderten anzunehmen ist, geändert und mit dem realen Leben in Einklang gebracht werden müßten. Jerusalem, 20. Jan. Es verlautet, daß hier in Kürze ein Versammlungshaus für Kaufleute, eine Art Börse, gegründet werden solle. New-Aork, 18. Jan. Am vergangenen Sonntag wurde die Einweihung der Orach-Chajim-Synagoge und gleichzeitig die Installation des Rabbiners Prof. I. M. Ascher bei Gemeinde Orach-Chajim vollogen Herr Prof. Ascher hatte bisher das Rabbineramt ei einer anderen Gemeinde tnne, gab es aber auf, weil diese Gemeinde in ihrer Synagoge Reformen einführte. verelnsmsen. Frankfurt a. M., 29. Januar. Am vergangenen Sonntag hielt der Verein Mekor-Chajim seine ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Marcus Hirsch erstattete zunächst den Jahresbericht. Er gab einen Ueberblick über die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit und dankte vor allem den Herren Posen, Direktor Dr. Lange, Julius Hirsch, Rektor Falk, Prof. Weyl und Einstätter für die von ihnen abgehaltenen Lehrkurse in □'O’H iOpID/ und fniDJ- Die Mitgliedervorträge am Schabbosnachmittag fanden regelmäßig statt. Außer seinen Q'Hiy'W in #"103 hielt Herr Direktor Dr. Lange einen Cyklus von Borträgen über Koheleth. Arßerordentliche Vorträge hielten während des Berichtsjahres Herr Prof. Dr. Sulzbach über Abrah. Jbn Esra; Herr Dr. Raph. Breuer über „Die Philosophie der Zukunft" und Herr Rabb Dr. Bondi- Mainz über „Die Vorschriften unserer Weisen in der Geschichte". Eine außerordentliche -Sitzung hat einen neuen Statutenentwurs genehmigt, wonach u. a. der Vorstand aus sieben statt wie bisher fünf Mitgliedern bestehen soll; als beraten e Personen find ihm nämlich zwei jüngere Vereinsmitalieder beizugeben. Die Mttgliederzahl bettägt 223. In den Vorstand wählte die Versammlung die Herren David Ansb.acher, Nathan Eschwege, Marcus Hirsch, Julius Lewin, Jos. Sänger und Hugo Rothschild; aus der Mitte der übrigen Bereinsmitglieder werden.statutengemäß bclegicxt die Herren Moritz Goldschmidt und Joseph ttauß. Vorsitzender ist wie bisher Herr M. Hirsch. Es folgt nun die Verlesung des Berichts der Abteilung *>33! nbnj (Bereinigung zur Pflege jüdischer iL e b ens an sch auun g.) Dieselbe hat während des Wintersemesters 1905/06 folgende Lehrgänge veranstaltet: 1. Grundtatsachen des jüdischen Bewußtseins." (Leitung Herr Dr. I. H. Bondi. Referenten zu den einzelnen Themata waren die Herren Max Neuberger, Siegfried Wohlfahrt, Hermann Goldschmidt und Julius Lewin.) 2. „Aus dem sozialen Pflichtenleben." (Leitung Herr Prof. Dr. Sulzbach. Referenten die Herren I. Bamberger und Leopold Oppenheimer.) Besonders starken Besuches erfreuten sich die Litteraturabende, an denen folgende Gegenstände behandelt wurden : 1. „Auf dem Wege zum Baume des Lebens." Eine literarische Plauderei (Referent: Herr I. Rosenheim.) 2. „I. H. Weiß und sein Geschichtswerk." (Refer.: Herr Oberlehrer Dr. Fink.) 3. „Henrik Ibsens Dramen." (Referent: Herr I. RosenheirN.) Außerdem wurden folgende Borträge gehalten: 1. Im Anschluß an dm Lehrgang I: „Raschis Bedeutung für die Erhaltung der. mündlichen Ueberlieferung." (Referent: Herr Provinzialrabb. Dr. Hirschfeld-Gießen.) 2. „Krieg- und Friedensidee im Judentum." (Herr Rabb. Dr. Kahn-Eßlingen:) 3. Zum Jahrzeitstag S. R. Hirschs: „Samson Raphael Hirsch und die jüdische Geschichtsforschung." (Herr Max Neuberger.) 4- „Der ethische Gehalt des Buches Esther." Der Israelit. (Herr Dr. I. Ansbacher.) An einem „Freim Abend" wurde über die durch den Bortrag des Herrn Dr. Kahn- Eßlingen angeregten Ideen diskutiert. Ferner fand wieder in Gemeinschaft mit der hiesigen Ottsgruppe des Verbandes der S avbatsfreunde eine Versammlung statt, in der Serr M. A. Loeb über „Die Erfolge der Sabbathbewegung" referierte. Anden Quellenstudien-Abenden, die am 13. und 20. Dezember 1905 und am 10. und 17. Januar 1906 stattfanden, wurde die eingehende Behandlung der nrOTTI mwy fortgesetzt und zu Ende geführt. Im Rahmen der Sonntagsvorlesungen für Damen hielt Herr Dr. Bondi einen Cyklus von vier Borträgen unter dem Titel „Ausgewählte Kapitel aus den Psalmen") Herr Prov.-Rabbiner Dr. Bamberger-Hanau: vier Borttäge über „Erziehungsweisheit aus Bibel und „Talmud". Während von einer besonderen Feier zu rD'lin in der Berichtsperiode abgesehen wurde, fand in großem Sttl ein vortrefflich verlaufenes Bereinsftst am 13. März zur Feier des Purim statt. In der Zusammensetzung des Vorstands fand eine Veränderung nicht statt. Stratzbnrg i. E., 24. Jan. Die „Gesellschaft für die Geschichte der Israeliten im Elsaß- Lothringen", die im Jahre 1905 begründet wurde, veröffentlicht ihren ersten Bericht. Wie die Statuten besagen, stellt sich die Gesellschaft die Aufgabe, die auf die Geschichte der Juden im Elsaß-Lothringen bezüglichen Urkunden und Denkmäler zu sammeln, zu inventarisieren und für ihre Erhaltung Sorge zu tragen, und ferner durch Verleihung von Stipendien, durch Veröffentlichung von Werken und durch andere geeignete Maßnahmen das Studium der Geschichte der elsaß-lothringischen Juden zu fördern. Die Mttgliederzahl der Gesellschaft betrug bis zum November v. Js. 125 und das Vermögen belief sich auf 1428,67 Mk. Der Bericht teilt im einzelnen mit, was für die Erhaltung von Urkunden und Denkmäler bisher getan worden ist und zählt unter näherer Angabe der vorgenommenen Arbeiten die Orte auf, 'an denen Nachforschungen angestellt worden sind. Emden, 28. Jan. Der Plan, in Emden ein Waisenhaus zu errichten, rückt nunmehr seiner Verwirklichung entgegen. Nach einem gefaßten Beschluß soll im Herbst d. Js. der Grundstein zu dem Anstaltsgebäude gelegt werden. Am 30. September v. Js. betrug das Vermögen des Waisenhausvereins 98.163,31 Mk. gegen 91.212,14 Mk. im Vorjahre. Der Verein hofft, gestützt auf die zu Tage tretende große Opferwilligkeit, bis zum 1. Januar 1908 ein Vermögen von rund 100,000 Mk. zu besitzen. Die finanziellen Bedenken, die bislang gegen die Inangriffnahme des Baues erhoben wurden, werden alsdann beseitigt sein. Der durch den früheren Landrabbiner Dr. Buchholz begründete Verein zur Unterstützung und Erziehung armer, verwaister Kinder im Bezirk Emden, ist durch Herrn Landrabbtner Dr. Löb zu seiner jetzigen Blüte gebracht worden. Mit wahrem Feuereifer hat dieser verstanden, edle Herzen für die gute Sache zu begeistern und so die Idee der Errichtung eines Waisenhauses der Ausführung nahezubringen. Der Name des Herrn Dr. Löb wird deshalb für alle Zeiten mit dem Waisenhausverein und seinem Werke verknüpft sein. Pose«, 8. Januar. Die gute Entwickelung des Vereins „Jüdisches Mädchenheim" hat auch in dem zweiten Jahre des Bestehens angedauert. Das Wohlwollen der jüdischen Mitbürger ist unverändert dem jungen Institut erhalten geblieben und die reichen Spenden an Geld sowie die sonstigen Zuwendungen zeigen deutlich, daß das Interesse an dem Gedeihen des Mädchenheims ein recht reges ist. — Am Schluffe des Vereinsjahres waren sieben Mädchen in der Anstalt, von denen fünf als Buchhalterinnen, eines als Maschinenschreiberin, eins als Lehrmädchen in Stellung sind. — Seit der Eröffnung des Mädchenheims am 1. Oktober 1904 bis zum 30. September 1906 waren 21 Mädchen in demselbenhiervon waren 14 im kaufmännischen Berufe, fünf als Putzmacherinnen, eine als Maschinenschreiberin beschäftigt, während ein Mädchen das Kindergärtner-Seminar besuchte. — Die finanzielle Lage des Vereins ist folgende: das Stiftungskapital von 30,000 Mk. ist in 30,300 Mk. nominal 4 % Posener Stadtanleihe im Kurswerte von 30,525.30 Mk., der Ueberschuß des Vorjahres und des laufenden Geschäftsjahres zinsbar angelegt. Es wurden für 3815 Verpflegungstage rund 3240 Mk. Verpflegungsgelder verbraucht, mithin per Kopf 0.85 Mk. Der Jahresabschluß weist einen Ueberschuß von 2314.26 Mk. auf. — Gern würde der Vorstand dem Mädchenheim eine große Ausdehnung geben, insbesondere auch unbemittelten Mädchen eine Freistelle gewähren, aber noch reichen die Mittel hierzu nicht aus. Vielleicht findet sich unter den Mitgliedern jemand, der ein ausreichendes Kapital überweist, aus dessen Zinsen eine Freistelle gewährt werden könnte, andernfalls hofft der Vorstand, wenn die reichen Spenden weiter wie bisher dem Heim zuteil werden, daß es gelingen wird, aus dem aufzusammelnden Ueberschusie im Laufe der Jahre ein genügendes Kapital zusammenzubringen, um wenigstens eine Freistelle zu schaffen. — Den Vorstand bilden: Emma Licht, Klara Czapski, Martha Leffer, Else Ephraim, Ella Peyser, Placzek, Kuttner, Schleyer, S. Hamburger, Ad. Baruch. Das Spendenverzeichnis pro 1905/06 weist 1290 Mk. nach. Personalien. Frankfurt a. M., 30. Januar. Am 18. d. Mts. eierte Herr Rabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim einen siebzigsten Geburtstag. Der Name alvendi hat in weitesten Kreisen der Judenheit einen guten Klang, Nr. 5. Seite §. und nicht nur bei unseren palästinensischen Brüdern, für die der Jubilar so außerordentlich Segensreiches geleistet hat, sondern überall, wo man Sinn und Verständnis besitzt für die Jntereffen des heil. Landes, wird man bei der Kunde von dem Ehrentag Dr. Salvendis seiner bedeutenden Lebensarbeit in Dankbarkeit gedenken. Wir hegen dm Wunsch, daß der verdiente Mann, der durch ständige Beilage seiner Spendeverzeichniffe auch mit dem „Israelis in freundschaftlichen Beziehungen steht, in voller Kraft seine gesegnete Tätigkeit für notleidende GlaubenSgmoffen noch lange möge fortsetzen können. Frankfurt a. M., 30. Januar. Ein Mann von seltenem Werte, ein O2N in der tiefsten Bedeutung des Wortes ist uns entriffen worden: ElieserRoos, der Sohn des weitbekannten Sekretärs der Pekidim in Amsterdam, Rabbi Jakob Roos ^1, hat am 11. Schwat das Zeitliche gesegnet. In Amsterdam geboren, war es dem Heimgegangenen vergönnt, zu den Füßen der Größtm seiner Zeit, R Jakob Ettlingers und R. Israel Hildesheimers zum wahrhaften „Schüler der Weisen" zu reifen, und als ein lebendiges Exempel auf die Weisheit und Charaktergröße zeitigende Macht der jüdischm Lehre hat sich Elieser Roos in einem geräuschlosen und doch rcichgesegneten Leben bewährt. Achtundzwanzig Jahre hat er in einem bayerischen Landstädtchen, in Wer neck, als Lehrer gewirkt, in seiner Gemeinde nicht nur, sondern darüber hinaus im Kreise seiner Kollegen ein Mittelpunkt lebendigen geistigen trebens, Gründer und Förderer des bayerischen Landeslehrervereins, der eigentliche Schöpfer des jüdischen Hospitals in Würzbura, vor allem aber Vater eines jüdischen Hauses, in dem die Menschenliebe in Perfon ihre Stätte genommen zu haben schien. Die Unglücklichsten aller Unglücklichen, die jüdischen Insassen der Landesirrenanstalt in Werneck, wiffen davon zu erzählen. In der Atmosphäre seines Hauses sind unter der Obhut einer des Gatten würdigen Dmtter dem Heimgegangenen öhne und Töchter herangewachsen, die es im Leben verstanden haben, des Vaters Ideale weiterzutragen. Um ihnen nahe zu sein, zog der Heimgegangene vor acht Jahren hierher nach Frankfurt, wo er in dem gleichgesinnten Kreise der Israelitischen Religionsgesellschaft als einer der besten und hervorragendsten Träger echten Thorageistes geliebt und geehrt ward. Nun ist er, nach einer glücklich gelungenen Operation, im Begriffe, geheilt in sein Heim zurückzukehren, plötzlich abberufen worden. An seiner Bahre kennzeichnete Herr Rabbiner Dr. Breuer in ergreifenden Worten die Bedeutung des Heimgegangenen als min D/ als Charakter, als einen aus dem Kreise der rfrUD 'HTl’V deren leider bei uns immer weniger werden. Herr Rektor Falk widmete namens des bayerischen LandeslehrervereinS Worte der Verehrung und des Dankes. mvtn. Berlin, 28. Januar Moritz Steinschneider, der berühmte hebräische Bibliograph ist am 25. Januar in Berlin gestorben. Anläßlich seines 90. Geburtstages im vorigen Jahr wurde die Persönlichkeit und die wissenschaftliche Arbeit des hervorragenden Gelehrten in diesen Blättern des Näheren gewürdigt. (Siehe No. 13, 1906.) Wir beschränken uns daher darauf, nur das Wichtigste aus seinem Leben und seinem Schaffen hervorzuheben. Steinschneider war am 30. März 1816 in Proßnitz (Mähren) geboren, studierte in Prag Philologie und Pädagogik, in Wien, Leipzig, Berlin orientalische Sprachen, Geschichte ».nd Literatur. 1842 kan» er nach Berlin und ist als Lehrer, Direttor der Töchterschule der Berliner jüdischen Gemeinde, als Bibliothekardaneben als unermüdlich tätiger Privat gelehrter bis zu seinem Tode dort wohnhaft geblieben. 1894 wurde ihm der Profeffortilel verliehen, nachdem schon 1850 die philosophische Fakultät der Universität Leipzig ihm in Anerkennung seiner hmgebenden und verdienstvollen gelehrten Arbeit den Doktorgrad verliehen hatte. Bon seinen zahlreichen gelehtten. zumeist bibliographischen Arbeiten sind die bemerkenswertesten : Catalogus librorum hebratorum in bibliotheca Bodleiana — Conspectus codicum manuscriptorum hebraeorum in bibliotheca Bodleiana — Katalog der hebräischen Handschriften zu Leiden — Die hebräischen Handschriften der Königlichen Hof- und Staatsbibliothek in München — Katalog der hebräischen Handschriften in der — tadtbibliothck zu Hamburg — Katalog der hebräischen Handschriften der Königlichen Bibliothek zu Berlin — Jüdische Literatur (in Ersch und Grubcrs Encyklopädie) — Polemische und apologetische Literatur in arabischer Sprache — Die hebräischen Ueberfetzungen des Mittelalters und die Juden als Dolmetscher — Die Ueberfetzungen aus dem Griechischen — Hebräische Bibliographie — Alfarabt — Donnolo. Pharmakologische Fragmente aus dem 10. Jahrhundert — Baldi. Vite di matematici arabi — Abraham ibn Esra. Berlin, 25. Jan. Nach dreimonatlichem Leiden ist am vergangenen Montag Frau Prof. Paul ine Berliner, die Gattin des gefeierten jüdischen Historikers, von hinnen gegangen. Eine schmerzliche Lücke ist damit in die Reihen der Gemeinde gerissen worden, in der die Verklärte in ihrem reichgesegneten Leben unendlich viel gewirkt. Sie war die Tochter von R. Salomon Michael Struck y\$T in Filehne und hat es verstanden, die im Elternhaus gepflegten jüdischen Ideale ihr ganzes Leben hindurch in herrlichster Weise zu betätigen. Von der Bewunderung, die die Wett der wissenschaftlichen Arbeit Profeffor Berliners zollt, gebührt auch ihr, die ihrem Gatten so treu und sorglich allezeit zur Sette gestanden, und die ihm in Krankheit und Leid dieSchaffensfteude erhielt, ein gutes Teil. Wie durch ihre Tätigkeit im Hause, das ein nnv6 mns ITD war, so kann sie auch in ihrem Wirken innerhalb der Gemeinde das Vorbild einer jüdischen y>n NV8 genannt werden. Sie war die Begründerin und Vorsteherin des Frauender-

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