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Der Israelit · 1907-01-24 · Heft 4 (24.1.1907) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 4 (24.1.1907)
Date
1907-01-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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No. 4. Seite 12. Der Israelit. 24. Januar 1907. Km?» ,iDö*n rvrV!r6vrn nana^a yw po' Herr und Gott, Dein ist die Größe, Ruhm und Ehre dem, der Heilung bringt! Biel Größe im Ueberfluß, da wir hier sehen Das teure Kind, gebaut durch Gottes Hand. Unser Wesen, geschaffen zu großer Lust, Ein Geschenk von Gott, der ewig besteht. Hier wird gesehen Freude, große Macht - Verherrlicht sei Gott, der solches tat! Glücklich die Eltern, die solches schauen, Ein Kind, das erlangt die Beschneidung! Glücklich das Kind, das sie als erstes erhält - Das ist eine Taufe, die reinigt ohne Wasser. Ein starker Knabe, ohne Tadel, Gesund, er gehe nie zu Grunde. Abraham vollzog sie zuerst: (auch seine Kinder und die Erzeugten seines Hauses)^). Er gebot seinen Nachkommen, sie zu vollziehen. Und wer sie nicht erhält am 8. Tage, Ist nicht von den Hebräern und nicht geheiligt. Das angekommene Kind erhielt die Beschneidung - Gott behüte es unter dem Himmel! Das angekommene Kind, das beschnitten ward, Gedeihe und gehe und gelange zur Stufe des Alters! Das angekomniene Kind, das erhalten die Beschneidung, Erhalte und lasse ihn lang leben im Gewände der Kraft! Und nachdem m u die Vorhaut des Kindes beschnitten, mögen sie sprechen: Dies ist ein Haus (vielleicht muß es statt rva nt heißen: n'nan nt, dies ist der Bund «, das (der) ist ein Andenken an Germanus4), den Römer, der Israel nicht an an der Beschneidung hinderte: DpDpD D-ip DlpD «H •KOn tniDK POTI 3Ö1? r:?N tltassoretiscber Text und Septuaginta. Von Rabbiner Dr. Ludwig A. Roserrthal in Preuß. Stargard. Kön I., S. 31, 32 lesen wir. iD'b nnp*1 nroa» mbn wi "jten im o^ajni omi **331 noto ^a lbcan man •rv»an ni:a^ nya»ni crsyn lya-») Kap. 6 B. 1 hat: bmw'' vd nnxb n:tp ni«o yanj* nw d’Oiöbd w «nnn «in in ttnna rryann rowa crnsD pwa :'nb rran pn >by nnbv -fich ■wn In der Kittelschen Biblia Hebraica sagt Kittel: G B L trsp 31, 32 a post 0,,. Eine kurze, aber wichtige Bemerkung! Sie besagt, daß die Septuaginta nach der Fassung der vatikanischen Handschrift und der Lucianischen Bearbeitung die Schlußsätze 31, 32 bis Q^ajm hinter Kap. 6„ setzt. Auf den ersten Blick scheint die Versetzling sehr einleuchtend. Wird doch im sechsten Kapitel der Bau des Tempels geschildert, warum sollen die dazu gehörigen Arbeiten 5. 31, 32 nicht damit verbunden werden? Und bei der Ueberschätzung, der die § eptuaginta h utc begegnet, könnte man ihrer Fassung noch den Vorzug gebeit! Sehen wir aber einnml genau hin! Kap. 5 erzählt uns von den Vorbereitungen des aues, Kap. 6 voni Bau selbst. Und solche Vorbereitungen schildert auch die Stelle 5. 31, 32. — Beweis: '13! ^■qvi „so bereiteten sie Holz und kleine zum Baue des Hauses vor." Kap. 6 erzählt uns vorn Baue selbst, indem 0.,,,, die Größenverhältnisse der Grenzen gezeichnet werden und dann der übrige Bau geschildert wird. Somit ist die Umstellung durch die Septuaginta wieder einmal eine Verschlimmbesserung 8) die eingeklammertcn Worte: lr^a 'H^l V^ai sind wohl Zusatz des Schreibers. 4) Unter der Negierung des genannten römischen Kaisers Constantius sotten die Samaritaner von den Christen viel zu leiden gehabt haben, wobei auch der Bischof Germanus, der auch am Nicäischen Konzil teilnahm, eine Rolle spielte. Ein Enkel des damals verfolgten Hohenpriesters Akbun, Baba Raba, der die zerstörte Gemeinde wieder erhob, ermahnte seinen Sohn Nethanael, dem Gesetze treu zu bleiben. Dieser ließ seinen Sohn Baba Raba heimlich beschneiden, und da Germanus, ohne eine Bestechung annehmen zu wollen, bereit war, die Sache zu verschweigen, segnen die Samaritaner bei jeder Befchneidung sein Andenken. (Jost, Geschichte des Judentums und seiner Sekten, I, 75). Allerdings haben jene griechischen Fassungen das l^a-*! an seiner Stelle gelassen, — aber dieser Teil des Satzes, der von der Vorbereitung des Holzes und der Steine handelt, ist von dem Vorhergehenden (5. 24 ist von dem Holze und 31 von den Steinen die Rede) doch nicht zu trennen. Dieselben griechischen Fassungen haben Kap. 6 V. 37,38, wo der Anfangs- und Endpunkt des Baues zeitlich bestimmt werden, ebenfalls hierhergebracht, so daß die Sätze vor Kap. 6 B. 2 zu stehen kommen. Richtig ist es aber, daß sie am Schlüsse des Ganzen zu stehen haben, da nach der Vollendung des Baues mit Recht abschließend die Dauer desselben angegeben werden muß, während hier, von Beginn der baulichen Arbeiten, die Erwähnung des Abschlusses störend istder Beginn der Arbeit dagegen da zeitlich angegeben wird, wo auch der Schluß derselben sich findet. So heißt es: (6. 38) ow paw lnsan und 7. m^a n«) nw nnwy wvo now naa- Diese letztere Angabe mußte als Gegensatz zur Zeit des Tempelbaues daneben stehen, um nach Ansicht unserer Weisen den Vorzug anzudeuten, den Salomo seinem eigenen Hause vor dem Tempel hat angedeihen lassen. Dieser von der Schrift beabsichtigte Zug geht bei den Satzversctzungen der Septuaginta vollkommen verloren. Die griechischen Uebersetzer haben oft nach ihrem Sinne die Schrift verbessern wollen, ebenso den Zusammenhang. Ihr Uebereifcr hat sie an vielen Stellen irregeführt Gerade in unserem Kapitel verrät sich, daß das Griechische nicht die Urgestalt des Textes enthält, sondern eine bewußte Aenderung desselben, noch in folgendem Zuge: 6. 11—13 kommt mitten in der Schilderung des Baues die göttliche Mahnung vor, die Satzungen der Thora zu bewahren, damit Reich und Bau bestehe. Das ist den beiden Fassungen wohl als eine Störung des Zusammenhangs erschienen, und sie haben diese wichtigen Sätze einfach — gestrichen. Dafür, daß man njKCQ eine solche Mahnung nicht nur aussprechen, sondern wiederholen soll (s. Raschi und Midraschim zu Exodus 16„g), daß das Unterlassen einer Mahnung in solcher Stunde eine schwere Versäumnis ist, dafür hatten jene Textesver — besierer kein Gefühl. Es gilt heute, die hebräische Bibel vor Verstümmelungen und Verunstaltungen zu schützen, die auf Grund der Septuaginta unbekümmert vorgenommen werden. Dazu gehört aber eine genaue Kenntnis der Septuaginta und ein Ueberblick über die Aenderungen, welche sie mit dem Hebräischen vorgenommen. Dazu ist die bei Hinrichs in Leipzig vor kurzem in zwei Bänden erschienene Kitteliche „Biblia Hebräica" ein ausgezeich etes Hilfsmittel. Sie enthält den unveränderten Bibeltext oben, und in kurzen Anmerkungen unten all' die Verschlcdcnhoiten, welche sich in den alten Uebersetzungen und Handschriften, wie durch die Forschungen der Neuesten als Lesarten gebildet haben. Zwar werden die Lesarten nach ihrem heute von der Forschung angenommenen Werte als „sichere" und „weniger wahrscheinlich" angegeben, dem Leser bleibt aber die Wahl zwischen ihnen. Wir brauchen nicht hinzuzufügen, daß uns die durch die Massora überlieferten Lesarten' die allein maßgebenden find - wie oben in einem Fall, haben wir das an anderer Stelle an einer ganzen Reihe von Lesarten gezeigt, wobei uns die Kittelsche Bibel der Wegweiser war. Hücherschav. Le Nouvel Empire Arabe. La Curie Romaine et Le Pritendu Peril Joif Universel. Reponse ä M. N. Azoury bey par Fard Kassab Paris 1906. V. Giärd et E. Briere. 47 S. Das Schriftchen enthält in feinem ersten Teile eine, mannigfach wörtliche, Wiedergabe eines Werkes „das Erwachen der arabischen Nation" von Azoury, Paris, Plon. Heer Azoury, ein Jesuitenzögliug, einst Adjunkt der Regierung zu Jerusalem, der aber entlassen wurde, bespricht in feinem höchst phantastischen Buche zwei ranz nahe, unausbleibliche Erscheinungen: 1» den allgemeinen Aufstand der arabischen Nationen, mit dem Zwecke, sich vom Türkenreiche koszutrcnnen und eine unabhängige liberale unb konstitutionelle Monarchie zu gründen - 2die allgemeine jüdische Gefahr, eine : rt Hochflut, die die 5 Erdteile in nicht allzu langer Zeit verschlingen wird. Im zweiten Teile übr Herr Farid Kassab Kritik an den Plänen un) Wünschen seines Landsmannes. Es ist nicht meine Aufgabe und dürste die Leser dieses Blattes auch nicht interessieren, Herrn K. in seiner Kritik überall zu folgendas Judentum hat schon ganz andere Angriffe als die des Herrn Azoury überwunden. Ebensowenig habe ich Lust zu untersuchen, ob die Beschuldigungen des Herrn K. gegen die verschiedenen katholischen Missionen und namentlich gegen die unter Jesuiten stehenden Anstalten begründet find, oder weshalb Herr A. gegen die heutige echt demokratische französische Regierung so sehr wütet. Es liegt mir am Herzen, einem weiteren Kreise zu , zeigen, in wie hoher Achtung die jüdischen Kolonisten in > Palästina bei den Nichtjuden stehen. Da ich von jeher gegen speziell jüdische Berichte, wenn auch nicht mißtrauisch, so doch wenig empfänglich bin, erfüllt es mich mit Freude zu lese», eine wie gute Meinung Herr K., der ja die palästinensischen Verhältnisse aus unmittelbarer Anschauung kennt, von dem jüdischen Auswander hat. Herr K. hält es für eine Schmach, den elenden russischen Familien, die gepeinigt und gehetzt in. Palästina ankommen, das innigste Mitleid zu versageneifersüchtig zu werden, wenn man sie dieses Land lieben sieht, das für sie voller Erinnerungen ist und einst ihr schönes Vaterland warum Hilfe zu schreien und vor Wut zu heulen, als ob man einem sein Eigentum entreiße, wenn man sie einige öde Länderstrecken kaufen, eine Kolonie gründen, Schulen errichten sehe. Herr K. hält mit seiner Sympathie für die Juden nicht zurück. Sie seiend harmlos, gehörten zur semitischen Rasse wie die eingeborenen Araber und seierr friedliche und treue Untertanen der Pforte, sie fügten sich besser inS Staatsganze als andere Nationen. Sie seien nicht die Pioniere einer fremden Macht, dienten keiner fremden Nationalität und hätten ihre Ländereien gekauft, „und Herr Azoury weiß doch wohl, daß man das Recht auf Besitz hat, wenn man kauft?" Herr A. möge auch keine Angst davor haben, daß die Juden den Christen ihre Heiligtümer nähmen, die Juden, in deren Ohren noch die Stimmen der Propheten wiederhallten, die sie vor jedem Symbole des Judentums warntensie überließen gerne, selbst wenn sie das Verfügungsrecht darüber hätten, die Zeichen des Fetischismus und Heidentums den Anderen. Die Juden wünschten, mit den Eingeborenem moralisch zu verschmelzen und mit ihnen eine einzige Nation zu bilden. Sic überließen gerne ihre nationalen Gegenstände der Verehrung der fremden Kirchen. Herr Kassab vergleicht die Juden mit den Christen, aber auch auch dies ist für mich von keiner Bedeutung, sondern nur, was er von den Juden sagt. „Sie haben Kolonien in Palästina, aber sie haben unwirtliche und sumpfige Gebiete in Gemüsegärten, Farmen, Dörfer umewandelt. Sie haben Industrie, Wohlstand, Leben tn& and gebracht. Sie haben dem Lande einen unvergeßlichen Dienst geleistet, was kann man mehr von ihnen verlangen? Sie haben den schlaffen Eingeborenen ein Beispiel der Arbeit,' der Tätigkeit, der Geduld gegeben. Sie stellen dem Lande und seiner Regierung Männer, und das genügt." Wertvolle Worte, da sie aus dem Munde eines Eingeborenen kommen. Wertvoll, nicht als Abwehr gegen antisemitische Angriffe, sondern für die jüdische Ko onisation in Palästina an und für sich. Aber meine Freude bei ihrer Lektüre wurde etwas getrübt durch den Gedanken an die Ziele des extremen Zionismus. Wird die günstige Beurteilung, die den jüdischen Ackerbauern zu teil wird, fortdauern, werden die einsichtigen Araber vom Schlage des Herrn Kassab ferner mit günstigem Auge der jüdischen Kolonisation zuschauen, wenn die unverfälschten Zionisten in. der Bewegung das Uebergewicht erlangen? Doch ich bin nur Berichterstatter, möchte mich nicht in das Tagesgezänk mische«'. Ich wäre aber nicht ehrlich, wenn ich die Befürchtung, die mir beim Lesen der interessanten Schrift aufstieg, nicht wenigstens angedeutet hätte. Dr. I. C. Tie Weltanschauung des moderne« Naturforschers. Von Dr. phil. E. Dennert. Stuttgart 1907. Max Kielmann. Der Verfasser, der sich durch zahlreiche frühere Arbeiten einen geachteten Namen erwo«ben hat, gibt in diesem Werke eine klare und gründliche Darstellung derjenigen Gedankengänge moderner Naturforscher, die aus dem naturwissenschaftlichen Tatsachenmaterial Schlösse z m Aufbau einer Weltanschauung ziehen. Er setzt sich zunächst mit seinem alten Antipooen. H ä ck e l, und bei« dieser Gelegenheit auch mit dem weit vorsichtigeren uyd ernster zu nehmenden Klaatsch auseinander und behändann W a l l a c e, den Jenenser Phisiologen Verwarn, den Engländer George Roma ne s, den bekannten Chemiker O st w a l d, Driesch und Reinke. Häckel und R e i n k e bezeichnen die beiden äußersten Pole der zur religiösen Weltanschaung der Bibel durchaus verschieden sich verhaltenden Naturforscher-Gruppe: dort ein fanatischer Haß gegen alle selbständige Geistigkeit, ein begeistertes Bekenntnis zu dem Dogma des blinden Naturgeschehens — hier der induktive Beweis einer zwecksetzenden, freien Intelligenz über dem Weltall und eine neue Apotheose der „mosaischen" Schöpfungslehrc. Dazwischen, die vielfältigsten Versuche, den Zwiespalt zwischen Matene und Geist, Naturzwang und Freiheit durch Naturwissenschaftliche Hypothesen zu lösen, ein imponierendes Bild menschlichen Erkenntnisdranges, zugleich aber auch eine Mahnung zur Vorsicht gegenüber voreiligen Schlüssen auf dem Gebiete der letzten Probleme und zur ausharrenden Geduld an alle diejenigen, die in diesem o)er jenem Punkte religiöse und wissenschaftliche „Erkenntnis" noch nicht mit einander zu vereinigen vermögen — njlb n^nV "11N n\T» any- Dennert hat jedenfalls ein Buch geschaffen, das für die akademische Jugend sowohl wie für alle gebildeten Juden ein trefflicher Wegweiser ist. Bedauern mtlß man, daß von berufener jüdischer Seite Aehnliches noch niemals versucht wurde. — m. Das n*On ntoc 1DD ist nicht bei Jsne Holpert, wic irrtümlich gedruckt wurde, sondern durch den Berfaffer Jone Holpert in Mako (Ungarn) zu beziehen- vi r Kr- -X&g:

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