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Der Israelit · 1907-01-24 · Heft 4 (24.1.1907) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 4 (24.1.1907)
Date
1907-01-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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WWWWWWW WWMWWW WWWWWWW WWW4W<!M?M?ßWWMWDWDMW »IWpit d)eVX^art llleraris mals erblühen Männer, über von Mendelssohn vir sierrl. Psychologische Studien zur jüdischen Geschichte. Bon Dr. Rapyeel Br «er in Fra« furt a §tt. IV. Fr ankel. Es gibt Menschen, denen es vergönnt ist, die Saat des Guten, die sie ausstreuen, noch zu Lebzeiten aufgehen zu sehen, sowie auch aus allem Bösen, das sie gestiftet, den Erfolg mitzuerleben, andere wiederum, die sich nur an der Wurzel erfreuen, Stamm und Frucht ihrer Erdenmüh' nie- und reifen sehen, und endlich deren Grabstätte erst der vollherangelvachsene Baum seine Krone wiegt, dem sie einst zum Wurzelschlagen mit lebendiger Hand und nichtsahnenden Gemüts die Erde gelockert. Frankel gehört zu der letzten Kategorie. Denn wenn ich es auch nicht mit sicheren Daten belegen kamt, daß die volle Wirkung seines Lebenswerks erst nach seinem Tode, also Ende der siebziger Jahre, und weiter bis jetzt, eingetreten ist, so ist doch schwer anzunehmen, daß er mit solcher Verantwortungslast beschwert, im anderen Falle halb so glücklich und zufrieden aus dem Leben geschieden wäre, wie seine Lebensbesihreiber erzählen. Etwas vom alten, ungetrübten Judentum wäre doch in ihm wieder erstanden, wenn er die ganze große fürchterliche Verheerung mit leibhaftigen Augen gesehen hätte, die sich aus seiner hervorragendsten Schöpfung, dem Breslauer Seminar, über die jüdischen Gemeinden des westlichen Europas breitete. Aber nein — er war stolz auf dies Seminar. Und warum hätte er es denn nicht sein sollen? Waren doch Hunderte und Tausende stolz auf Liese Bildungsanstalt, an deren Gedeihen sich nach der Meinung Zahlloser nichts Geringeres "als die Hoffnung des Judentums knüpfte! War doch mit diesem Seminar der kühne Traum phantastischer Stürmer erfüllt, und da hätte Frankel nicht stolz sein sollen, wo eine halbe Welt ihn und seine Schöpfung bewunderte! Er hie.t sich und man hielt ihn für ben Mann der Zeit, der zur richtigen Stunde gekommen war, die sich imnier mehr zuspitzenden Gegensätze zwischen Orthodoxie und Reform durch eine kluge Bernnttlerarbeit allmähli h zu überbrücken. An Ken Extremen hüben und drüben ließ man weiter alle die Elemente ihr Genüge finden, die sich einerseits einbildeten, das alte Judentum mit seinem unverbrüchlichen Anspruch auf Erfüllung auch in die Mitte der glanzvollsten europäischen Kultur forttragen zu können, oder andererseits dem Wahne le.ten, es sei schon endlich mal an fcer Zeit, m t dem alten unfruchtbaren lästigen tlunder gründlich aufz «räumen. Die populäre timmung aber wandte sich von beiden Extremen und wartete auf den Propheten, der die Kluft schienen und seiner Zeitgenoffenschaft das Wählen «Äschen zwei Extremen ersparen sollte, die man Leide zum Teufel wünschte. Er kam und sein Name war Frankel. Als er zu Frankfurt es ablehnte, mitzutaten, wie man mit der Kenntnis des Hebräischen dem alten Judentum den Garaus mache, jubelten ihm Unzählige im Lande zu. Und als später ein unbequemer Rezensent seinem Seminar die Maske vom Gesichte riß, da schwieg man draußen im Land, betreten, bestürzt, und wollte es lange, lange nicht glauben, daß es mit dem jüdisch-religiösen Charakter Frankels doch so'n eigenes Ding sei. Man glaubte halt an ihn. Und Du weißt es, lieber Leser, die Liebe ist blind. So schloß sie auch über den schroffen Gegensatz, in den sich Frankel zur Tradition setzte, die Augen, und wenn die Leugnung der Göttlichkeit unserer Thora deutlich sichtbar war, so deutlich, daß Frankel auf die heftigsten Vorwürfe schwieg und nur di? Anstandsform mit ein paar allgemeinen Bemerkungen zu wahren suchte, die blinde Liebe ließ nicht nach, man hatte sich nuir einmal in ihn, in seine Darke Hamischnah, sein Seminar, so leidenschaftlich ve gafft, daß man angesichts der unzweideutigsten Beweise für seine Liebens un Würdigkeit mit Galiläischer Stierköpfigkeit steif und fest dabei verharrte: Und er ist doch orthodox! Glücklich, wer von einer nach Tausenden zählenden Generation eine solche Liebe wirklich verdient! Genossen hat sie Frankel, und er genießt sie heute noch. Verdient hat er sie nie. Die Liebe ist süß und bitter,-je nach den Persönlichkeiten, die lieben und geliebt werden. Die Liebe, die Frankel genoß, war bitter, weil mit dem Opfer der Wahrheit, der Redlichkeit erkauft. Kein reformjüdischer Matador hat uns so geschadet wie er. . Kein Geiger, kein Holdheim, kein Aub, kein Philippson — er, er hat unser Judentum aus dem Lande gejagt, mit der Doppelzüngigkeit von Lehre und Leben, er m't seinem Tallis und seinen Thefillin, er mit seinem orthodoxen Gesicht und seiner abtrünnigen Lehre, mit seiner Taschenspielerkunst, wie man die Göttlichkeit und sinaitische Descendenz der mündlichen Lehre leugnen kann, ohne aufzuhören ein „frommer" Jude, ein „konservativer" Rabbiner zu sein, ayf die Verirrungen seiner Feder und seines Mundes ist — wenn auch nicht überall der Sturz — so doch die allgemeine Verkümmerung und Verwässerung der Thora in unseren Gegenden zurückzuführen. Frankel ist der Typus des modernen Kompromißrabbiners, der schwarz tut und und weiß denkt, desien Lebensweg ein immerfort schwankendes Balancieren von hier nach dort, von rechts nach links darstellt und der in der Ausübung seiner Amtspflichten das Höchste erreicht zu haben glaubt, wenn er gefällt, wenn nian ihn liebt, umschmeichelt und kost und in der Liebenswürdigkeit feiner werten Person und in der Reflexion des Publikums darauf den Triumph der Thora beschlossen glaubt. Er ist nicht der einzige dieser Art, aber her erst? hetvprragmde HAus einer Rabbinepspezies, deren Exemplare kaum zu übersehen finb, die sich fortwährend gegenseitig ergänzen und imitieren und von denen jeder dem Urtypus Frankel dadurch am treffendsten gleichzuwerden hofft, wenn er an Biegsamkeit des religiösen Rückgrats seine Kollegen recht erfolgreich übertrumpft. _ (Schluß folgt.) von den Samaritanern Von Dr. B. Koenigsberger in Pleschea. (Fortsetzung.) III. Nun folgt das Lied, das Rabbi Marqah — der Wohlgefallen des Ewigen ruhe auf ihm — verfaßt hat. Und dieses Lied ist in der Targumsprache geschrieben:') , nms-i «\n ^S'n «mnS«n mo Q 'dd 'ich p«S D'Diin o'np'en . «3« I'Dy p«n nmo ny «s-» ts-i p nS« n's «rso Ni'p' «-nyx . «an «nonn «a'sn (*piap p dSvS iv DK'p nS« p «jno I. «31 «Srn nn *dvd «n nsv pn nS« ':nrv ]'dv pn «nns« 'SDi «mws efsS ns n«op ns coSn «n'S' 'stdt D'DS «Sn '31D V^SD in - Soso «Sn Svn nmsi «Sds «S dSvS «'"»31 nn'3 'n'S'i T'isi :n«op ns caS onns« ns eaS' «nns pS npri «:'Dn «dt's ns caS «Sn pi cnpo «St '«"»sv je Tn'S «nn?» cfsSd iöD«n nn'S' «'DTtp *)'pD nS« ninD' «nntas »sSd iöD«n nn'S' nms'D snnS töd't vSpn nsv' ') Wir geben auch den Text des Gedichtes, desien Bersanfänge tnr Akrostichon den Namen des berühmten samaritanischen Dichters ausmachen, wie aut, weiterhin bei dem Gedichte desEleasar t>. Pincha , und hoffen bei späterer Gelegenheit etwas Näheres über die samaritanischen Dichter zu bringen. Einiges siehe bei H. Bauet h, des Samaritaners Marqah an die 22 Buchstaben, den Grundstock der hebr. - prache anknüpfende Abhandlung. Berlin 1886, S. 12—17. Bei Marqahs Geburt soll dem Vater ein Engel mit der Aufforderung erschienen sein, das Kind zu nennen Wegen der Heiligkeit dieses Nantens bei den Samaritanern sei ihm dies jedoch nicht gestattet worden, und er nannte ihn “pne, desien Zahlenwert dem des Namens r'Z'D gleichkommt (Peterman, Reisen im Orient, I, 226) Marqah ist wohl mit dem römischen v. mmn Marcus identisch, wle sich auch sein Vater Amram mit dem wohl dttn römischen Tit s identischen Namen j<D"D benannt. M. lebte z. Zt. des römischen Kaisers Cvnstamrus (um 390 d. g. Z). (persckia)^^ **benM (auch iw Syrischen) soviel als pp

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