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Der Israelit · 1907-01-17 · Heft 3 (17.1.1907) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 3 (17.1.1907)
Date
1907-01-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Der JSraeltt. Rr. 3. 17. Januar 1907 Lemberg, 10. Januar. Dienstag, am 15. Tewet veranstaltete der Verein der konservativ. Zionisten „Tikwath Zion" hier einen iBDn auf den in Papa Heimgegangenen Oberrabbiner Moses Arje Roth ty'Xl in Anwesenheit einer zahlreichen Gemeinde. — Herr Rabbiner Dr. Jzchak Kobak hob in seiner Trauerrede die Verdienste des Verewigten um das Judentum und insbesondere um die strenggläubige Judenheit hervor. Der Verblichene war nicht allein ein tiefer Talmudgelehrter und gottesfürchtiger Jude, sondern auch ein Freund seines Volkes, für dessen moralische und geistige Förderung er große Opfer brachte. Dnnäszerdahely, 14. Januar. Hier wurde ein „Selbstbildungsverein" unter dem Namen D'JDD nTOK/ bestehend aus talmudisch gebildeten jungen Leuten, gegründet. In diesem Verein werden allabendlich abwechselnd von den Mitgliedern des Vereines, mit Diskussion verbundene Borträge aus abgehalten. Personalien. .^»ochlladt (Kr. Hanau), 10. Januar. Einen herben Verlust hat die hiesige Gemeinde erlitten. Frau Wwe. Jette Sichel, die ein ganzes Menschenleben hindurch allen jüdischen Frauen der hiesigen Gemeinde und darüber hinaus das Leben einer ntW* in musterhafter Weise vorlebte, hauchte am 9. Tebeih nach kurzer Krankheit im 45. Lebensjahre ihre reine L eele aus. Diese Edle, eine jener hehren auf dein Lande immer seltener werdenden für n"J11 nTDy min begeisterten Frauengestalten verdient es in diesen Blättern gewürdigt zu werden. Dreißig Jahre lang war die Heimgegangene ihrem Gatten, der das Amt eines Vorstehers der hies. Gemeinde verwaltete, Gefährtin int Sinne unserer heil, min und hat, da sie auch nach dem Tode des Gatten den würdigen Söhnen, die treue Beraterin geblieben war, durch ihre seltene Gemütstiefe und außergewöhnliche Herzensgüte viel zum Frieden und der Wvhlfabrt unserer Gemeinde beigetragen. Durch ihre ungewöhnlich große Gastfreundschaft gegen Reiche und Arme in der ganzen Gegend berühmt, betätigte sie den Ausspruch der Mlschnah: .-ps *•» u*:y vrvn nnr6 rnnc vp Sie lindert Not, rechnete nicht, wenn es der nplU galt und gab über ihre Verhältnisse hinaus. Ein überaus großes Leichenbegängnis, an dem sich auch sehr viele christl. Einwohner beseitigten, legte Zeugnis von der Beliebtheit der Verschiedenen ab. Am Grabe entwickelte unser hochverehrter Herr Provinzialrabbiner Dr. Bamberger, Hanau in einem ergreifenden 1ED!“I ein Lebensbild der Entschlafenen. Hof. 10. Januar. Am 1. Januar 1907 wurde der isr. Volksschullehrer Jonas Wetzler in Floß zum -,H a u p t l e h r e r" ernannt. Herr Wetzler, welcher schon im 43. Dienstjahre steht, wirkt bereits 28 Jahre in der isr. Kultusgemeinde Floß und erfreut sich dort allgemeiner Achtung und Wertschätzung. Pinsk, 1. Januar. Die Bestattung des Heimgegangenen Oberrabiners Wolk gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung der Liebe und Verehrung, deren sich der Heimgegangenen Große, sowohl bei der jüdischen, wie bei der nichtjüdischen Bevölkerung erfreute. Schon um elf Uhr vormittags war in den Hauptstraßen kaum durchzukommen und es war nicht etwa die Lust an Sensation, welche die Massen in Bewegung setzte, sondern lebendige, aufrichtige innere Anteilnahme, die überall zu Tage trat. Die Bahre wurde zunächst nach der Synagoge getragen und von dort auf den ziemlich weit von der Stadt gelegenen Friedhof. Nach vorsichtiger Schätzung haben mehr als 20000 Menschen an dem Zuge teilgenommen. Der Sohn des Heimgegangenen Rabbi Jacob Wolk sprach am offenen Grabe. Dann wurde em Brief verlesen, den der große Tote an seine Gemeinde hinterlaffen hat. Er bittet darin die Gemeindemitglieder in Gottes Wegen zu wandeln, des Gesetzesstudium nicht zu vergessen und auch die Werke, die er im Manuskript Hinterlagen hat, womöglich zu veröffentlichen. Oberrabbiner Wolk hat, davon legen die Tränen Zeugnis ab, die an seinem Grabe vergossen wurden, zu den wahrhaften ''DJ"© inn gehört, die, wie die jüdischen Führer in Aegypten, mit ihrem Rücken die Streiche auffangen, die für ihre unglücklichen Brüder bestimmt sind. Unzähligen hat er vor Behörden und Beamten als Fürsprecher gedient, Unschuldige verteidigt und die unsäglichen Mühen nicht gescheut, die in einer Zeit wie der heutigen mit einer solchen „Anwalts"tätigkeit in Rußland verknüpft sind. Das npT/ das der Verstorbene sich erworben, wird seiner unglücklichen Familie und seiner Gemeinde auch ferner beistehen. An Spenden gingen ein: Für Crez Israel: durch A. Roßmann. Gersseld: Juda Wahlhaus 1.4.50; Juda Wahlhaus II. 1 für Talmud-Thora in Jerus.;für MisgabLadoch 2; allgemeine Volksküche in Jerusal. 2; David Hommel 2; L. Hommel 1; Oppenheimer 1; Meier Morgenroth I: Moses Morgenroth 1; Isaak Weinberg 2; Windmüller l: Juda Wahlhaus III. 2; Barth 1; Freund 0,50; Marianna Wahlhaus 2; Ploni 3; für MatnasJad 1; für Rabbi Meir baal Hannes 1; für Moschab Sekenim 0.50; aus der Synagogenbüchse 11,05. Sa.40.30. N.N. 1. K. K.» Großkrotzenburg 20.—. Kramer aus Fürth 2.—. Frau Menko Heilbronn. Tann a. d. Rhön 7.20. K. Loebenstein, Fulda 2.—. L. Ermreuther, Ermreuth 4.—. Cherro Sudo Mekor Chajim Fulda 16.10. Cherro Sudo Mijan Verein. Fulda 25.—. Hirsch Wertheim 6.—. N. N. 10. Summa 133.60. Für Marie Hülsuer: E. Fribourg, Metz 5.-^ Lehrer Ackermann, Wiesloch 3.—. Für arme Russen: ^.inderecke. preis-Husschreiben. Wir möchten unseren kleinen und großen Freunden Gelegenheit zu lebhafter Mitarbeit an der „Kinder-Ecke" geben und fordern daher zu einem litterarischen Mettverrrenv auf, dessen Bedingungen im folgenden zusammenestellt sind. Die Hledaklion des „Israetit. ‘ Bedingungen des Wettbewerbs: 1. Zugclassen werden nur Originalarbeiten, die noch nirgends veröffentlicht sind, und zwar kurze, dem Verständnisfüns- bis dreizehnjährigerKinder angepaßte Erzählungen, Märchen Fabeln, Stimmungsbilder und Gedichte. 2. Tie Arbeiten müssen geeignet sein, jüdisches Empfinden zu wecken und sollen dem Kinde insbesondere das Berständis des jüdischen P fl i chtleb e n s gefühlsmäßigzu erschließen suchen. 3. Ter Umfang jeder Arbeit sott 60—70 Druckzeilen nicht überschreiten. 4. Tie Arbeiten sind auf einseitig beschriebenen Blättern in deutlicher Schrift bis zum 80. Januar 1007 bei der Redaktion einzureichen. 5. Jedem Manuskript ist Name nnb Adresse des Verfassers und, sofern es sich uni P o st abonnenten handelt, die Postquittung» sonst nur der Hinweis auf ba§ Abonnement beizufügen. 6. Ten Verfassern der zehn besten Arbeiten gehen als Prämien wertvolle Bücher zu. Die Erhöhung der Anzahl der Prämien bleibt für den Fall starker Beteiligung Vorbehalten. 7. Das Ergebnis des Preisausschreibens wird spätestens Ende Februar veröffentlicht. Oie v'rocbo. Becky ging sehr nachdenklich von der Schule nach Hause. Sie dachte über etwas nach, das sie gerne wißen wollte, nnd als neugieriges kleines Mädchen war sie sehr ärgerlich, daß sie es nicht gleich heraus hatte. In der hebräischen Stunde hatte der Lehrer die B'rochoth durchgenommen, die meisten kannte Becky ja, die Eltern und Brüder hatten sie sie gelehrt, aber die B'rocho über das Wasser war ihr fremd. „Weshalb macht man denn überhaupt darauf eine B'rocho, es kam doch umsonst aus der Wasserleitung, man mußte es nicht erst kaufen, wie Milch oder Brot?" Gerade als sie den Lehrer fragen wollte, schellte es, so mußte sie sich bis morgen gedulden. Unterwegs fragte sie wohl die Freundinnen darüber, aber die hatten so viel anderes zu reden, daß sie auf die wichtige Frage nur mit einem: „Ja, das ist mal so!" antworteten. — Zn Hause stürmten ihr die Brüder entgegen. „Hurrah, Becky, heute Mittag geht's in den Wald, Tante hat eben telephoniert, wir sollten sie sogleich nach Tisch zu einem Ausflug abholen. Das wird fein!" Ei, da hieß es sich sputen. Die Aufgaben für den kommenden Tag, d!e glücklicher Weise alle schon gearbeitet waren, wurden nochmals überlesen, die Bücher für den nächsten Tag wurden geordnet und bald hing der Ranzen am Nagel. Dann wurde die Botanisiertrommel hervorgeholt, Becky hatte einen kleinen Kamps mit Bruder Max zu bestehen, der ein Schmetterlingsnetz mitnehmen wollte, es gab alle Hände voll zu tun und die wichtige Frage war vergessen. Im Walde war's prachtvoll, alles grünte und die Wiese stand voller Blumen. Becky pflückte einen Strauß Zittergras, die andern Blumen ließ sie stehen. „Unterwegs verwelken sie so schnell," meinte sie, „wenn wir sie stehen lassen, blühen sie noch einen ganzen Sommer und jeder hat seine Freude daran". Doch die Brüder Sabbat-Anfang u. Ausgang. OBT: Anfang Datum Ausgang Uhr iMin. 1906 5667 Uhr Min. Frankfurt a. M 4 35 19.Jan. 4. Sch'wat 5 50 Berlin .... — — // tt 5 15 München . . . 4 35 tt n 5 35 Stratzburg . . 4 45 ff ft 5 50 Posen ... — — ft ft r> — Breslau . . — — tt tt 5 05 Nürnberg. . — — tt tt 5 35 Stuttgart 4 30 tt ft 5 40 Prag 4 30 " n 5 20 Für den Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich r insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltenen Empsehlungen ritueller Waren oder sonstige Angabe« religionsgesetzlichen Charakters aus ihre Zuverlässigkeit zu prüsen._ Kaiser Friedrich Quelle 6346) —■—— Offenbacli a. M. —- „Gegen Gicht u. Rheumatismus bewährt.“ tf Natürlicher \ Bilintr Sauerbrunn diätetisches Tafelwasser erfrischend - wohlschmeckend - SÖllTGtilOBild reine Hafurfüllung in 7, u.'/, 51. überall erhältlich. Hauptmederlage in (668?) Frankfurt a.M.bei H. Kölsch Xuohf., Redstock 1. i^Bnillneu-Dircktion Bilm, Böhmen.^ Künstliche ». natürliche Mineralwasser : -- Aepfelwein Flaschenbier - - liefert frei ins Haus W. Wissenbaum, Frankfurt a. M., Wollgraben 2. --— Telefon 5441. ——>————- Eins—fünf—acht—elf Entschuldigungen! Unb alle wegen Erkältung. Karl hustet, Willi hat Halsschmerzen, Hermann ist heiser — und so geht es fort die ganze Reihe hindurch, und Tag für Tag. Wenn doch die Leute endlich einmal begreifen wollten, welche Wohltat ihnen mit Fays ächten Sodener Mineral-Pastillen an die Hand gegeben ist! Wenn die Kinder statt all der Leckereien, die ihnen doch nur den Magen verderben, regelmäßiger Favs ächte Sodener bekämen, hätten wir nicht den zehnten Teil der Erkrankungen. Fays ächte Sodener kauft man für 85 Pfg. in allen Apotheken, Drogen- und Mineralwasserhandlungen. Meyers Großes Konservations - Lexikon. 14. Band Mittewald bis Ohmgelo Auch dieser Band schließt sich den übrigen bereits in ausführlichster Weise in diesen Blättern besprochenen auf das würdigste an und sei allen Freunden einer gediegenen Encyclopädie auf das beste empfohlen. waren anderer Ansicht und pflückten große Sträuße im Weiterwandern. Tiefer ging's in den Wald hinein, dann über einen Feldweg. Es war recht heiß, sodaß die Blumen der andern unterwegs ihre Frische verloren und die Köpfchen vor Durst hängen ließen. Aber nicht nur die Blumen waren durstig, auch die Menschen, vor allem Becky. Sie ging still für sich allein und sprach fast garnicht, denn Durst quält. Zu Hause hatte sie allerdings mehr Wasser in der Leitung, als sie trinken konnte, aber das half ihr jetzt nichts. Endlich kam die Gesellschaft an eine Quelle. So gut hatte Becky noch nie ein Becher Wasser geschmeckt, auch die Blumen bekamen ihr Anteil und richteten bald die Köpfchen wieder auf. Am andern Jage stellte Becky in der Stunde ihre Frage nicht. Sie hatte inzwischen verstehen gelernt, daß das Wasser eine wichtige Gottesgabe ist, die der Mensch noch schwerer entbehrt als das Brot. W a r t f pk e t. (hebr.) Wenn Du richtig gesetzet des Wortes Teile — Ich zerstöre, ich sühne, ich heile! R. N. Mk. 10.—

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