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Der Israelit · 1907-01-17 · Heft 3 (17.1.1907) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 3 (17.1.1907)
Date
1907-01-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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17. Januar 1907. Der Israelit. No. 3. Seite 9. vermischtes. Wiesbaden, 10. Januar. Wir lesen im „Rhein. Kurier": „Einem armen Israeliten in dem Dörfchen St. verendete kürzlich eine Kuh, wodurch die Familie in große Bedrängnis kam. Der evangelische Lehrer des Ortes erließ darauf in einer israelitischen Zeitung einen Aufruf um Unterstützung für die arme Familie, und in wenigen Tagen trafen schon so viele Geldgeschenke ein, daß mehrere Kühe dafür hätten gekauft werden können. Aber noch täglich fließen die Gaben so reichlich, daß die verendete Kuh eine Quelle des Glücks für den armen Mann geworden ist. Dieser Fall erinnert an einen ähnlichen, der sich vor einigen Jahren in dem Dorfe R. zutrug. Hier war einer armen jüdischen Familie das Wohnhäuschen durch Witterungsverhältnisse so mitgenommen worden, daß es dem Einsturz nahe war, aber die Mittel zur Reparatur fehlten. Da verwendete sich der evangelische Ortsgeistliche bei wohlhabenden Israeliten um Unterstützung für die armen Leute, und in sehr kurzer Zeit waren soviel Gaben eingegangen, daß den Bedrängten ein ganz neues stattliches Wohnhaus gebaut werden konnte. Viele Spenden waren von in den wärmsten Worten gehaltenen Dankschreiben für den Pfarrer begleitet, einzelnen sogar Torten und dergleichen beigefügt. Solche Opferfreudigkeit dürste den Christen zur Nachahmung wärmstens empfohlen werden". Hamburg, 8. Januar. Achtundvierzig mittellose Rückwanderer trafen mit dem Dampfer „Vesta" von London hier ein. Das Israelitische Hülfskomite, welches auch für ihre Unterbringung und Verpflegung Sorge trug, nahm sie in Empfang. Leipzig, 9. Januar. Wie das Leipz. Tagevl. meldet, fallen in Chicago streikende Gesellen dorttger jüdischer Bäckereien tödlich wirkende Präparate, Karbolsäure und andere Giftstoffe in die Teigmaffen gemischt haben, die die Streikbrecher verarbeiteten. Glücklicherweise wurde das Unheil zeitig genug bemerkt, um das Publikum warnen zu können, so daß bisher niemand dem Attentat erlegen ist. Einige Verbrecher sind bereits verhaftet. Die Bäckereien selbst wurden polizeilichem Schutze unterstellt. (Bis auf weiteres möchten wir die Richtigkeit der Meldung bezweifeln. D. Red.) Stuttgart, 2. Januar. Die soeben ausgegebenen „Mitteilungen des König!, statist. Lan esamts" bringen einige statistische Notizen über die Juden des Landes. Danach wurden gezählt am 1. Dezenlber 1900 11,916 Israeliten, am 1. Dezember 1905 12,053, somit Zunahme 137 Seelen. 1900 machten die Israeliten 5,5 0 der Bevölkerung aus, 19)5 nur noch 5,2 Die Zunahme bei den Evangelischen beträgt 5,71 °/0, bei den Katholischen 7 °/0, bei den Israeliten 1,15 %. Die Mitteilungen fügen dem noch bei: Die Israeliten, wohl der beweglichste Teil der Bevölkerung, haben sich seit 1890 erstmals wieder in Württemberg (+ 137) etwas vermehrt. Dieses Anwachsen ist aber auf die großen Gemeinden des Landes beschränktin den 37 Gemeinden des Landes mit je über 6000 Einwohnern wohnten 1900 6668 von 11,916 gezählten Israelitenin den 41 derartigen Gemeinden am 1. Dezember 1905 aber von 12,053 7631. Demnach fanden sich in den Gemeinden mit je unter 5000 Einwohnern im Jahre 1900 noch 5,248, im Jahre 1905 nur noch 4,422 Israeliten. Die Zunahmen waren in den Gemeinden mit erheblicher Anzahl von Israeliten: Stuttgart (neuen Umfangs) 3500.1900, 3895:1905, Zunahme 395, Heilbronn 815:1900, 872:1905, Zunahme 57, Ulm 609 :1900, 613 :1905, Zunahme 4, Laupheim 443:1900, 413 :1905, Abnahme 30. Die drei größten Gemeinden des Landes beherbergen also nunmehr beinahe die Hälfte aller Israeliten, die Zunahme derselben in den 3 Städten von 1900—1905 betrug 456, im Landesreste dagegen (alle übrigen Gemeinden zusammen) die Abnahme 319. Die schon früher in Württemberg und sonst beobachtete Erscheinung des Zuges der Israeliten nach den größeren Städten zeigt sich also auch von 1900—1905 in Württemberg. Karlsruhe, io. Jan. Die Großherzogin hat aus der Jubiläumsspende der Frauen und Jungfrauen des Landes dem Großherzlichen Oberrat der Israeliten für das in Bad Dttrrheim zu errichtende Hospiz für israelitische Kinder und minderbemittelte Erwachsene die Summe von 8000 Mk. zugewiesen und dabei ihrem Interesse an der baldigen Herstellung dieser Anstalt Ausdruck verliehen. Kostschin, 9. Jan. Die hiesige Shnagogengemeinde, zu den ältesten der Provinz Posen zählend, hat sich bis auf zwei Familien reduziert. Die Gemeinde besitzt ein Gotteshaus, das erst vor kurzer Zeit renoviert wurde. Den hebräischen Unterricht an die Kinder erteilt Herr Lehrer Broh aus Schwersenz. Basel, 13. Jan. Die israelitische Kultusgemeinde Basel hat neben der Synagoge um den Preis von Fr. 180,000 eine Liegenschaft angekauft, auf welcher ein Gemeindehaus mit einem 200 Personen fastenden Saale errichtet werden soll. Wilna, 15. Jan. In der Redaktion des Blattes „Das jüdische B olk" zu Wilna verhaftete die Polizei 18 Personen und beschlagnahmte alle Schriften und das gesamte Material des Berlages. London, 11. Januar. Dem Jewish Chronicle wird aus Tripolis über eine fürchterliche Bluttat berichtet, der eine jüdische Familie zum Opfer fiel. Ein Muhamedaner drang, als Frau verkleidet, in das Haus des Abraham Braka ein, besten Gattin er sich in Abwesenheit des Mannes gefügig machen wollte. Als die Frau allen Drohungen und Bitten gegenüber standhaft blieb, tötete der Unmensch, um seine Drohung wahrzumachen, ihre beiden Kinder von fünf und sieben Jahren, um dann selbst einem Dolchstich der unglücklichen Mutter zum Opfer zu fallen. Die Frau wurde beim Anblick ihrer ermordeten Kleinen wahnsinnig und mußte in ein Asyl gebracht werden. Dem Ganzen setzte der Richterspruch des Pascha die Krone auf, der — den unglücklichen Vater verhaften ließ, weil er sein Haus allein gelassen und dadurch die Tragödie verschuldet habe. London, 10 Januar. Die Nachricht, daß Mr. Horatio Bottomley am Jewish Chronicle beteiligt sei, wird von dem Besitzer des Blattes, dem bekannten Zionisten L. I. Greenberg, energisch dementiert. Auch Mr. Bottomley selbst hat erklärt, daß er keinerlei finanzielle oder sonstige Beziehungen zu dem Blatte habe. Petersburg, io. Januar. Vorige Woche fand der Prozeß des Redakteurs Sacharow gegen den berüchtigten Judenfresser Kruschewan statt. Letzterer war wegen Verleumdung und Aufreizung der Christen gegen Juden angeklagt. Kruschewan wurde zu einer Woche Arrests und zu einer Geldstrafe von zweihundert Rubeln verurteilt. Während die Richter sich zur Beratung zurückgezogen hatten, überfiel ein Anhänger Kruschewans, einer von den „echt russischen Männern", den Redakteur Sacharow und verletzte ihn mit einem Knüttel schwer am Kopfe. Der Attentäter wurde verhaftet. Umhrcwmii. Frankfurt a. M, ll. Januar. Die aus Angestellten bestehende lokale Propaganda-Kommission des Vereins zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit versendet ein Rundschreiben, m dem zum Beitritt aufgefordert wird. Es heißt in dem Schreiben u. a.: „Wie sein Name besagt, bezweckt der Verein in erster Linie seinen Mitgliedern bei etwa vorkommender Stellenlosigkeit gegen Zahlung einer verhältnismäßig geringen Jahresprämie eine entsprechende monatliche Rente zu gewähren. Heute, nach ungefähr neunjährigem Bestand, befindet sich die Kasse trotz weitgehender Inanspruchnahme in einer so günstigen Position, daß sie in der Lage ist, allen an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Die Schwankungen der wirtschaftlichen Lage bieten für niemanden unbedingte Sicherheit gegen die Gefahr der Stellenlosigkeit und darf es ja außerdem als eine Ehrenpflicht gerade der besser situierten Gehilfen bezeichnet werden, durch ihren Anschluß die Verstcherungskasie zu stärken und damit mittelbar zur Hebung des ganzen Standes beizutragen. Die Notwendigkeit einer Versicherung gegen Stellenlosigkeit kann heute, nachdem viele kaufmänn. Vereine sie in ihr Arbeitsfeld einbeziehen und sich dabei die Erfahrungen unseres Vereins zu nutze machen, nicht mehr angezweifelt werden. Diese Kassen kommen aus leicht ersichtlichen Gründen für die den Sabbath heiligenden Angestellten kaum in Frage. Wir appellieren daher an den Gemeinsinn eines jeden Einzelnen und bitten Sie, geehrter Herr, in Ihrem eigenen Interesse, sowie im Interesse der Gesamtheit als ordentliches Mitglied unserem Verein beizutreten. Anmeldungsformular liegt hier bei. Die Gegenwart hat bewiesen, daß nur auf dem Wege der straffen Organisation etwas zu erreichen ist - der Verein würde durch den Zusammenschluß aller Gleichgesinnten, Mittel und Macht zu noch höherer Leistungsfähigkeit im Interesse der jüdischen Kaufleute gewinnen." Der Verein hat seit seinem Bestehen Mk. 10,777.98 an Versicherungssummen ausbezahlt und verfügte Ende 1905 über eine Reserve von Mk. 26,280.56. Eine weitere kräftige Entwicklung wäre indessen dringend zu wünschen, wenn man bedenkt, daß die Mitgliederzahl (604) oeschämend gering ist. Frankfurt a. M., 15. Jan. Nach dem uns vorliegenden Jahresbericht des jüdischen Kurhospitals in Bad Colberg verfügt die wohltätig wirkende Anstalt über etwa Mk. 16000.— Jahresbeiträge, zu denen Mark 4000.— Geschenke, für den laufenden Betrieb Mark 12000.— Kapitalzuwendung, Mk. 6000.— Zinsen und Mk. 7000.— Verpflegungsgelder treten. Die Einnahmen an Jahresbeiträgen, die im vorigen Jahre zurückgegangen waren, sind dank den Anstrengung einiger Freunde der Anstalt ungefähr wieder auf der früheren Höhe angelangt. Naturgemäß erstreckt sich die Wirksamkeit der Anstalt hauptsächlich auf Berlin und Norddeutschland, immerhin sind auch einige süddeutsche Patienten verpflegt worden. Durchschnittlich sind etwa hundert Pfleglinge im Hospital. Vorsitzender des Vorstandes ist Herr Dr. med. Heinrichsdorff, Schriftführer Herr Rabbiner Dr. Goldschmidt, Colberg. Berlin, 8. Januar. In der Generalversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Wistenschaft des Judentums sprach Herr Rabbiner Dr. Eschelbacher-Berlin über „Das Judentum im Urteile der modernen protestantischen Theologie." Wenngleich die Augen nicht ungetrübt find, mit denen die moderne protestantische Theologie das Judentum betrachtet und manches verborgen bleibt, was den Eingeweihten in durchaus klarem Lichte erscheint, so ist es dennoch interestant, ein solches Urteil kennen zu lernen, da sie manches andererseits viel schärfer sehen. Nicht um einen Feind, wohl aber um einen Gegner handelt es sich, denn die modernen Theologen stehen unter der Wirkung des Gedankens, daß die Juden das Christentum selbst abgelehnt haben. Dies ttübt die Krittk. Freilich trifft dieser Borwurf nicht die Bertteter der neueren Richtung der protestantischen Exegese, die ein Verständnis der jüd. Religion dadurch anzubahnen str e b e n, daß sie die lokalen Berhältniffe studieren, zum Vergleich mit anderen Religionen die Fund' stätten von Aegypten, Babylonien und Assyrien durchs wühlen, und sich so ein Bild der religiösen Entwicklung des jüdischen Volkes machen. Bet aller Anerkennung dieser Bestrebungen muß man auch hier sagen, daß das geistige Band fehlt und die schöpferische Macht, die im jüdischen Volke tätig war, zu geringe Berücksichtigung findet. Es war ja eine Zeit, wo man vom Alten Testament als der Religionsurkunde eines orientalischen Volkes weit abrücken zu müssen glaubte. Dies war der Standpunkt des vorigen Jahrhunderts, vertreten besonders durch Schleiermacher und Hegel. Gleichzeitig erstand ein Kritiker auf den verschiedensten Gebieten, der Popularphilisoph Samuel Reimarus. Die Bibel ging in der Schätzung der damaligen Welt sehr zurück. Da begann eine neue Bewegung, die vom religiösen Inhalt ganz absah und die Bibel nur nach der ästhetischen und sprachlichen Seite hin betrachtet wissen wollte (Herder)- sie hatte in England einen günstigen Boden. Nunmehr -bewegte sich das Bibelverständnis in aufsteigender Bahn: „Verschiedene Hypothesen kommen und gehen, aber die Bibel bleibt." Von welcher Bedeutung die Bibel für die Theologie geworden, zeigt die in letzter Zeit brennend gewordene Frage nach dem Zusammenhang der Bibel mit der gleichzeitigen Kultur. Der Babelforschung, die sich an den Namen Delitzsch knüpft, wurde nunmehr gedacht und die tendenziösen Versuche, dem Judentum den Anspruch auf göttliche Offenbarung zu nehmen, kritisch beleuchtet. Die Bedeutung des Judentums, so resümierte Vortragender, beruht darauf, der Welt Gott gegeben zu haben und auch Christum, der nur durch das Judentum Mensch geworden ist. Man muß gegen diejenigen Darstellungen des Judentums opponieren, die lediglich auf dem Neuen Testament basieren und alles das, was ihnen darin nicht behagt, als jüdisch aussprechen. Mit einem Ausblick auf die talmudischen Lehren und ihre Beziehungen zum Islam schloß Vortragender seine interessanten Darlegungen, die von einer zahlreichen Versammlung mit warmem Beifall ausgenommen wurden. Hanau, 15. Januar. Anläßlich eines mmn by □V’D hatte die bü p"n eine mWD veranstaltet, welche rQB 'D stattfand. Nachdem man die drei letzten □'»plDD, sowie den ersten p)CD der min in gewohnter Weise mit ll'VNO gelernt hatte, wurde das 2^!2-Gebet verrichtet, worauf man sich zur Tafel setzte. Gleich nach dem ersten Gange erhob sich der erste Herr A. Fürth, zu herzlicher Begrüßung der vollzählig erschienenen Mitglieder, um nach einigen interessanten Bemerkungen über die Gründung und Entwickelung der n"DH Herrn Prov. Rabbiner Dr. Bamberger als Tribut des Dankes für t ie belehrenden Vorträge eine silberne Fruchtschale zu überreichen. Hierauf ergriff Herr Provinzialrabbiner Dr. Bamberger das Wort zu einer längeren Rede. Den □l'D mit der Vollendung des vergleichend, gedachte er, unter Zugrundlegung eines Ems zu den Worten ij-pl pwon DN □''pnL’ n^D rote/ drejenigen Mitglieder, denen es nicht mehr vergönnt war, die Beendigung des gemeinsam begonnenen Werkes zu erleben, insbesondere seines Vorgängers, des Herrn Dr. Koref ^>"^7, dem die gegenwärtige Gestaltung des Lernens zu verdanken ist. Eingedenk des Wortes '»nnoiPI '•nriDtP/ wurden einem alten Brauche gemäß die Reste eines zu dieser miyD eigens bereiteten Gebäcks zu Gunsten der Armen versteigert. Toaste erlisten und heiteren Inhaltes wechselten noch mit einander ab und erst gegen Mitternacht trennte man sich, allseitig befriedigt, in dem stärkenden Bewußtsein neu belebter Gemeinsamkeit. Strasburg, 8. Januar. Seit einiger Zeit besteht hier für die Schuljugend ein minn Nt^lp-Bereinum den sich besonders die Herren canck. pdii. Josef Kaufmann, Fraiikfurt und S. Meyer, Straßburg Verdienste erworben haben Schreiber dieser Zeilen hatte Gelegenheit, die segensreiche Einrichtung am niDtP klIV kennen zu lernen und verließ mit Genugtuung diesen „Jugendgottesdienst," an dem sämtliche Teilnehmer unter der Leitung des Herrn Kaufmann mit anerkennenswertem Fleiße Mitwirken. Königsberg, 11. Januar, lieber die Stellung der Frau im Erwerbsleben sprach im Verein für jüdische Geschichte und Literatur am Mittwoch Abend im Artushof Frau Henriette Fürth aus Frankfurt a. M. Die Vortragende gab zunächst einen kurzen Ueberblick über die Beteiligung der Juden am Wirtschaftsleben überhaupt und kam schließlich bei der Frage, ob die jüdische Frau in der Gesamtheit der erwerbstätigen Frauen eine Sonderstellung einnähme, zu . einer verneinenden Antwort, darum müsse die Stellung der erwerbstätigen Frau im allgemeinen erörtert werden. Da etwa 11 pCt. aller Mädchen in Deutschland dazu verurteilt wären, niemals zur Ehe zu gelangen, so sei es Pflicht der Eltern, ihre Töchter beizeiten einem Berufe zuzuführen. Dieser verschaffe denselben eine ganz andere Stellung den Männern gegenüber, denn erstens brauchten sie nicht auf den Zauberprinzen sehnsüchtig zu warten, der um ihre Hand anhalte, und zweitens könnten sie in der Ehe im Notfall zum Erwerb herangezogen werden. Es gäbe freilich auch viele Mädchen, die aus idealen Gründen zum Berufe hingezogen würden. Oft sei es beobachtet worden, daß jüdische Frauen innerhalb ihres tauses sich der Arbeit entzögen, aus Furcht, dadurch den redit des Mannes zu schädigen. Auch dieser Standpunkt sei durchaus zu mißbilligen. Rednerin schloß mit dem Wunsche, daß die Eltern dafür sorgen möchten, daß alle Mädchen, sobald sie heranwachsen, zu einem Beruf herangezogen, und ihnen dadurch gewisse Glücksgarantien mit auf den Lebensweg gegeben würden.

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