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Der Israelit · 1907-01-10 · Heft 2 (10.1.1907) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 2 (10.1.1907)
Date
1907-01-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 20. Der Israelit. Xr. 2. 10. Januar 1907 zu sich hinüber. hatte nach dem Bericht oes vorletzten Verses in n'BNna die Kinder Jissroel auf ihre einstige Bestimmung a u ßerh alb dieses ägyptischen Landes hingewiesen. Im Geiste dieses letzten Vermächtnisses des größten Sohnes ihres damaligen Stammes legten sie was sterblich an ihm war, einbalsamiert, in eine Lade, ohne sie zu Grabe zu tragen. So blieb diese Lade und was sie bara^ die unverlorene Mahnung an die spätesten Geschlechter, das fremde Land nicht als Heimat zu betrachten und die stets aufs neu belebte Hoffnung auf Befreiung aus dem „eisernen Tigel". Die Kinder Jissroel aber handelten so, die Kinder Jissroel, „deren Namen hier aufgezählt werden nach ihrem Tode, wie die Kinder Jissroel, deren Namen bei ihren Lebzeiten schon aufgezählt sich finden." Die Kinder waren dieselben kraftvollen Träger ihrer von den Vätern ererbten Bestimmung, wie diese Väter mit Bewußtsein freudig dieser Aufgabe, ernst und schwer, entgegengegangen waren. Wohl mögen sie in erster Freude über die Wiederentdeckung des verloren geglaubten Bruders frohlockend zurück nach Kenaan geeilt sein. Als sie dann aber wieder nach Egypten zogen, um zeitweilig Wohnung dort zu nehmen, da war ihnen wohl die Verheißung, die von 2rn28 ihnen überkommen war, ins Gedächtnis getreten. „Fremdlinge werden Deine Nachkommen in einem Lande sein, das ihnen nicht gehört und man wird sie dienen laffen und sie bedrücken." Ernste Erwägungen haben sie auf ihrem Zug begleitet. Von 2pjT selbst wissen wir, daß er mit Bewußtsein ins zog. In der nächtlichen Erscheinung die zu Beginn des 46. Kap. erzählt wird, und die wohl kaum sein persönliches Geheimnis geblieben ist, wird ihm Mut zum schweren Gang gesprochen. Sein persönliches ni^>a war es nicht, er hatte ausgelitten und durfte den Rest der Jahre die Früchte seines heldenhaften Lebens und Ringens genießen. Er hört auf eine geschichtliche Person zu fetrt; für seine ihm noch übrigen Tage ist er nicht mehr sondern apy\ Jetzt ist die Reihe an seinen Kindern. Sie sind (1. B. M. 46, 5) die 'aa, die ihren Vater nunmehrigen 3pJT — wie ehedem, da er ai^v on tt?« war und noch keine Kämpfe zu bestehen hatte — tragen, die inK „mit ihm" (wiederholt und wiederholt in8) in seinem Sinne ins m?a wandern und bewußt und mutig den Kampf aufnehmeu. Da werden sie denn alle mit ihren Kindern namhaft gemacht. Und aus den Geburtsregistern und den Segnungen des Vaters wissen wir, das; die Namen -Fähigkeiten und Bestimmungen bedeuten. na^mötr 15 und der Midrasch Agodoh führt zu Anfang miotr geistvoll den Gedanken aus Dir1? pYiDtr lKipa in^l8i wie alle Stämme im Sinne der wieder zu erringenden n^wa ihre Aufgabe betätigten. Sie haben ihren Kindern den Weg vorgezeichnet, vorgelebt und anerzogen und hatten somit ein jeder nach feiner Kraft und mit seinem Können in ihren Kindern sich verewigt, sodas; man an den Enkelkindern in onac» noch erkennen konnte, daß sie als '"aa treu ihrer Aufgabe, zur Leistung ihrer Pflichten, zum Kämpfen ihres Kampfes nach v''''2ev gekommen waren: ap)T n8 im Geiste eins mit ihrem Vater, irpai er# im Wirkens eins mit ihren Kindern, in ihnen und durch sie weiterlebend. ncnaCD D'tfan ist Parenthese. Weil sie apjr n8 und irval L"8 nach gekommen waren, darum soll den damaligen D'Kan '"aa ein ehrendes Andenken nochmals gesetzt werden. Denn nach dem Tode ist erst zu erkennen, ob das Leben des Lebens wert gewesen, ob es eine Sprosse bildete zur Leiter, die Jissroel der Menschheit voran zu erklimnien hat zum Bau und zur Festigung des göttlichen Wortes auf Erden in Erfüllung seiner geschichtlichen Berufung. — So des Inhaltes würdig leitet R a s ch i die mit niDtr beginnende Erzählung von der jüdischen Geschichte ein, damit wir die erhabene Philosophie ihres Lebensgedankens niemals <ms dem Bewußtsein verlieren. Uegeiische Miscelken. (Unlieb verspätet Red. d. „Israelit."! Zu rPEWO, Kap. 41, 2—7. Nach der Auslegung Josephs sagt der Traum bekanntlich die Jahre der Sättigung und der Hungersnot, die Geschehnisse der Folgezeit, voraus. Nun wissen wir zwar durch den Bericht der min, daß die Jahre der Sättigung eingetreten sind, wir können derselben aber nicht entnehmen, daß sieben Hungersnotjahre das Land Aegypten heimgesucht haben. Es wird im Gegenteil aus dem Berse Kap. 47, 23 in der nvD 85122151 X. und nDD zu 5. B. M. 11, 10 gefolgert, daß die Hungersnot nach den e r st e n zwei Jahren mit der Ankunft Jakauws in Aegypten aufgehört und erst wieder nach seinem Tode von neuem begonnen habe, wie 1. B. M. 50, 29 angedeutet ist. (Zu dieser Auffassung vgl. Raschi zu47,19 und zu Ezech. 29, 11, welcher die Richtigkeit dieser Ansicht chronologisch gegen die Ansicht des Nachmanides zu 37, 34 beweist, der zu 47, 19 der Bemerkung Raschis nur agadische Geltung zuerkennt. Wenn es nun auch Joseph unbekannt war, daß die Jahre der Teuerung einzelweise, nicht zusammenhängend über Aegypten hereinbrechen sollten, — wie aus 45, 6 zu ersehen ist, woselbst Joseph den Brüdern sagte, daß noch fünf Jahre völlige Unfruchtbarkeit des Bodens zu erwarten feien —, so muß aber jedenfalls der Traum, als göttliche Eingebung die von ihm vorher bezeichneten Ereignisse kommender Tage in ihrer ganzen Wahrheit enthalten. Betrachten wir die objektive Wiedergabe des Traumes, durch die Tauroh! Es steigen (41, 2) sowohl sieben gute, als auch sieben schlechte Kühe herauf: Die Gesamtzahl der über Aegypten kommenden Hungersnotjahre werden gleich den guten Jahren sieben sein. Allein, 41, 4 heißt es: „Es verschlangen die schlechten Kühe <nicht: „die sieben") die sieben fetten." Auch weniger schlechte Jahre vermögen schon den günstigen Einfluß von sieben guten Jahren zu verwischen und □lity □'■□*1 Daß bei den schlechten Kühen die Anzahl nicht genannt ist, obschon auch Pharao bei der Erzählung seines Traumes in diesem Punkte von der Darstellung des Traumes, wie e r w a r, nicht abweicht, scheint Joseph nicht beachtet zu haben. (Bergl. „Die Geschichte des Propheten Jona" Berlin 1897 bei M. Poppelnuer S. 22. Noch deutlichere Sprache reden die Zeichen des zweiten Traumbildes. B. 5 kommen die guten Aehren an einem Halm empor: die guten Jahre kommen in einem zusammenhängenden Zeitganzen, die schlechten Jahre nichtdenn B. 5 wird von den schlechten Aehren nicht erzählt, daß sie an einem Halme sproßten. B. 7 heißt es dann wieder, wie in V. 4: „Die schlechten Aehren (nicht: die sieben) verschlangen die sieben guten Aehren. Anm. Die Gleichzeitigkeit des Erscheinens der guten Kühe dürste V. 2 noch durch das defektiv geschriebene im Gegensatz zu dem die Vielheit andeutenden ni!?y B. 3 bezeichnet sein. In V. 5 und 0 stehen ni!?y und DiriDü im Gegensatz. Während in hier sinnbildlich das einmalige und gleichzeitige Erscheint n der Sättigungsjahrc geschildert ist, soll in niNOL das allmähliche Anwachsen zur Vollendung der Siebcnzahl angedcutet sein. B W. Zu dem Gegenstand empfingen wir von unbekannter Seite zufällig jetzt folgende Zuschrift: Geehrrer Herr Rabb. Dr. Wolf! Im Archiv des Literalur-Vereins fand ich am Schluffe Ihrer Dissertation eine Belehrung Ihres Vaters ^"^bezüglich der Traumdeutung durch rpi\ welche gemäß Inhalts der Träume als irrig erklärt wird. Die als Beweis erwähnte Ausführung erscheint wenig maßgebend. Abgesehen von den richtigen Aufklärungen unserer 0'O25I, diene Folgendes in gedrängter Kürze. Vorab, sei bestätigt, daß rpT Traumdeutung auf 7 Jahre Ueberfluß. wie auf 7 Jahre Hangers korrekt ist. Wenn nach der bezüglichen Angabe beinipi 2^2V das m8 nap2 fehlt, demnach die DJT) 'iW nicht niQlin sein sollten, so war dmnit lediglich ausgcdrückt daß die 7 Hungerjahre wohl nacheinander, aber nicht so intensiv erfolgen werden, so daß jnia ^1 namp bx 182 'D- Dieser bei nrs gebrauchte Ausdruck fehlt bei nipl L>^2V mithin naaip b$ 182 '2 mal ni8San ri8 ipa 1V82 i8bcna mp-in D^atew vgl. 41, 32. Aus dieser feinen Traumgesichtswendung deutete rpV folgerichtig und riet zur Ansammlung von Getreidearten, nicht von Vieh, wie später zum Säen von Samenarten jni Wenn auch damit keine volle Sättigung stattfand, wurden doch durch diese Vorsorge die noch zu erwartenden 5Hungcrjahrv in etwas gemildert und zwar hauptsächlich in n'lüB nicht in □nifD s>28, wie meistens in der Traumerzählung es heißt, was auch V'eh 47, 19 ausdrücken will, denn nirgends findet man 3)nn W na^Dni- Eine Berichtigung in Ihrem Volksfreunde wäre Y'ayja^ notwendig, damit keine Auffassung sich verbreite n’n ^12 rpp! Mit Hochachtung P"IL HUI DÄW 2,218- Hierauf gestatte ich mir den Herrn Anonymos darau aufmerksani zu machen, daß er auf das Hauptmoment der Erklärung gar nicht cingeht. V. 20 heißt es: „Es verzehrten die mageren und schlechten Kühe die sieben ersten guten Kühe." Im selben Sinne B. 24: „Es verschlangt» die dünnen Aehren die sieben guten Aehren.^ Ich bezweifle, daß das -JH8 nap3 nach dem Sinne, den der Herr Einsender ihm gibt, „im selben Maße" wahrheitsgemäßer erklärt ist. Daß rp-n aber darum als ^"12 fortan gelten würde, ist füglich doch nun nicht zu befürchten. Vielmehr dürfte, wenn die Deutung Josephs eine Rechnung ist, die n i ch 1 ohne Rest aus geht, um so eher sein Wort nicht mehr als Bescheidenheit, sondern als ernst gemeinte Wahrheit gelten, das er 40, 8 zu den königlichen Beamten und' 41, 16 und 25 zum König spricht: Daß es nicht seine Deutungskunst und nicht menschliche Weisheit ist, die aus ihm spricht, sondern ein ihm eingegebenes, göttliches Wort. Wird doch darum ebensowenig cs einem einfallen ppp als v*23 Zu betrachten, als nai’’ aus Furcht, als solcher angesehen werden zu können, (Jonah IV 2 und dazu die angeführte Diffcrtation S. 12 bis 22) sich dem Aufträge Gottes hätte entziehen dürfen. Red. Inhaltsverzeichnis des >»U & lk#f v tun d." 2. Jahrgang 1906. a. Aufsätze. Nr. 1. Zum neuen Jahrgang. — Die Brüder Josephs vor Pharao. — Die Behandlung der Opferlehre in der Schule. — Eine antike Photographie eines modernen Jünglings. — Vorn: Lichtfeste zum Fasttag des zehnten Monats. — Mitteilung aus den Vereinen. „ 5. Zum fünfzehnten Schewat. — Wozu lernen wir jüdische Geschichte? — Der Lichtschein des jüd. Lebens. — Etwas von jüdischer Wohl-' tätigkeitspflicht. — Zur Vorbereitung auf das .Pesachfest. — Eine antike Photographie eines modernen Jünglings. „ 10. Schweigen — Gold?? - Zu den Ehrungen Gabriel Rießers. — Das Hohelied. — Die Behandlung der Opferlehre in der Schule. — Die jüdische Frau der Gegenwart. — Etwas von jüdischer Wohltätigkeitspflicht. „ 14. und 15. Frage und Antwort. — Es bleibe dieser Tag euch zum Andenken. — Etwas von jüdischer Wohltätigkeitspflicht. — Das Hohelied. „ 18. Gemeinden Preußens, wahret Euere heiligsten Güter. — Bericht über den Lehrertag des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands. n pxc — Die Behandlung der Opferlehre in der Schule. „ 22. Zum Feste der Gesetzgebung. — Bezirksrabbinate? — Bericht über den Lehrertag des Vereines für die jüdischen Interessen Rheinlands. — Die praktische Ethik des Judentums und ihre Zukunft. „ 27. Tamus. - Sabbat. - rar p*e. - Ein Sofrimbrauch. „ 31. Trostgedanken. — Sabbat. — Die praktische Ethik des Judentums und ihre Zukunft. — Das Hohelied. — Die Geschichte von der Prinzessin Thora. „ 35. Elul. — Rausch haschono. — Die praktische Ethik des Judentums und ihre Zukunft. — Die Geschichte der Prinzessin Thora. „ 40. Post festum. — Winterabende auf dem Lande- — Sabbat. — Die Geschichte der Prinzessin Thora. „ 48. Bericht über die dritte Generalversammlung des Vereins für die jüd. Interessen Rheinlands. — Sabbat. — Nationaljudentum. — Tie praktische Ethik des Judentums und ihre Zukunft. b. Feuilleton. Nr. 1. 5. 10. 14. 15. 18. 22. Das Minchagebet. „ 27. 31. Auf Irrwegen. „ 35. 41. Maaßer.

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