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Der Israelit · 1907-01-03 · Heft 1 (3.1.1907) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 1 (3.1.1907)
Date
1907-01-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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e, wrMstenKopf- Hm nach Schopen- .-, Hockers Meinung me Menschheit erzeugte, Heine, der mit seinem Spotte Könige und Dichterfürsten nicht verschon e, Heine erstarb das lose Witzwort ,r ttiif den ewig spottbereiten Lippen, als er Bernays - sich, als er Bernays hörte. Wie wunderbar groß muß die faszinierende Gewalt seiner Redekunst gewesen sein, wenn sie die „Spottdrossel des deutschen Dichterwaldes" zum Schweigen brachte. Heines Zunge hat sie für eine Weile zum Stillstand gebracht; einem andern für ewig die Zunge Möst. Zur vollen Explosion gelangte der Bernayssche Spiritus erst in der Seele Hirschs. Wenn ein Mensch von der geistigen Begabung tirschs, wenn ein junger Hamburger Jude zu eginn des 19. Jahrhunderts mit den revoluttonären Triebkräften, wie sie in Hirschs Innerem wallten, in das Geleise einer harmonischen Entwicklung gelangen sollte, dann war es nicht Äeichgiltig, welche Stütze ihm gerade in bctt Jahren oeschieden war, in welchen über das Schicksal eines Jeden der Würfel fällt, in welchken es sich entscheidet, - ob ein künftiges Leben Guten oder Bösen anaehören werde. 1821 -WOe Hirsch mxo 12. Im selben Jahre kam ^MÄmys nach Hamburg. Utn ihn auszufangen. Um ihn zu retten und zu erziehen. Um ihn dem großen Hamburger Brande zu entreißen, der damals unter Orgelspiel und Synagogenglockenschall über die jüdischen Häuser züngelte. Elternarme hätten allein nicht genügt, einen solchen niXD de« Judentum zu erhalten. Mit der ganzen Wucht seiner machtvollen Persönlichkeit, deren geistiges Wesen in vollkommener Durchsichtigkeit heute nicht mehr geschaut werden kann, da literarische Anhaltspunkte vollkommen fehlen und die Schriften Hirschs nur das offenbaren, was den Dioskuren der deutschen Orthodoxie gemeinsam, nicht aber das, was dem Hamburger Wunderrabbi als persönliches Besitztum eigen war — mit der geheimnisvollen Unergründlichkeit seines tiefen Verstandes, seines stupenden Wiffens und seiner magischen Redckraft hat Bernays auf diesen jungen Mann eingewirkt. Wäre ich auf einem Gebiete, wo der ttmpn rm eine hervorragende Rolle spielt, ein Freund literarhistorischer Parallelen, ich würde den Chacham, den Lehrer Hirschs, mit einem Seitenblick auf Hamann, den Lehrer Herders, den jüdischen Magus des Nordens nennen. R. B. (Schluß folgt.) 8. Mtwar 1907. €itte zeitweise Huldedimg des Sanbedrin. Von Rabbiner Dr. Bondi in Mainz. II. Mit der rauhen römischen Faust hatte Pompejus in den Bruderzwist Hyrkans und Aristobuls eingegriffen und an einem Versöhnungstage Jerusalem erobert, um Hauptstadt und Reich Rom und Antipater, dem bösen Geist des Hyrkan, unterwürfig zu machen. Der entthronte König Aristobul wurde mit seiner Familie gefangen nach Rom geführt, doch seinem jungen Sohne Alexander gelang es bei der Ueberführung zu fliehen. Mutvoll kehrte Alexander in sein Heimatland zurück, wo sein Erscheinen genügte, um viele Zehntausende, die das Joch des ränkevollen Edomäers nicht tragen wollten, um ihn zu scharen. Doch im Jahre 55 vor d. g. Z. hatte Roms Uebermacht, vertreten durch den Prokonsul Aulus Gabinius, den Makkabäerjüngling mit seiner todesmutigen Schar zu Boden geworfen. Da lesen wir nun bei Josephus, dem Geschichtsschreiber dieser Epoche, in seinen ungefähr 130 Jahre später geschriebenen „Jüdischen Altertümern" folgende bemerkenswerten Sätze: „Alsdann führte er den Hyrkan in Jerusalem ein und übertrug ihm die Sorge für den Tempel. Endlich bestellte er fünf Gericht shöfe(Synhedrien) für ebenso viele Bezirke und zwar zu Jerusalem,Gadara, Amathus, Jericho und zu SePPhoris in Galiläa. So waren also die Juden ihres Königtums verlustig und hatten nun eine aristokratische Regierungsform." Der wichtigste mittlere Satz wird schon in der alten lateinischen Uebertragung richtig als eine Auflösung des das ganze Land umfassenden Gerichtsbezirks in fünf Gerichtssprengel aufgefaßt, und dem folgen die jüdischen Uebersetzer, welche auch die Parallelstelle im ersten Buche des „Jüdischen Krieges" desselben Autors, welche in ihrer Farblosigkeit uns an eine-politische Fünfteilung des Landes denken lassen kann, nicht anders als in den „Altertümern" verstanden wissen wollen. Die nichtjüdischen Darsteller der Geschichte dieses Zeitraumes ergehen sich in Phantasiegebilden, zu welchen sie die falsche Auffassung der Stelle des Josephus nach der politischen Seite hin geführt hat. Die modernen jüdischen Historiker verstehen die Stelle richtig und lasten den Josephus damit sagen, daß die Römer das Eanhedrin aufgehoben und das Land in fünf Gerichtssprengel zerlegt haben. Sie wissen nur nicht, was sie mit dieser Aufhebung des Sanhedrin machen sollen, weil ihnen feststeht, -daß die Funktionsdauer Schemajas und Abtastons bis in die Zeit des Herodes hineinreicht, der diesen berühmten Häuptern des Sanhedrin in den Söhnen Betheras, wie wir gesehen eine durchaus irrige Auffassung, seine Kreaturen als Nachfolger gibt. In überraschender Weise zeigt Halevy in dem jüngst erschienenen Bande seiner historisch - kritischen Untersuchungen, daß diese Verlängerung der Regierungsdauer und des Lebens von Schemaja und Abtalion ebenso auf einem Erbirrtum unserer Modernen beruht, wie die Jnfamierung der Söhne Bethera's. Wie man zu der irrigen Ansicht kam, daß beim Regierungsantritt des Herodes Schemaja und Abtalion noch lebten und ihr hohes Amt bekleideten, ist bald erzählt. An drei Stellen der „Altertümer" nennt Josephus einen hervorragenden jüdischen Gelehrten mit Namen Sameas und an zwei von diesen Stellen nennt er vor Sameas einen anderen geistigen Führer Israels, dem er den Namen Pollion gibt. An der ersten und zweiten Stelle XIV 9, 4 und XV 1, 1 wird von Sameas als einem Richter bei deni bekannten Prozeß des jungen Herodes gesprochen und davon, daß Sameas oder, wie es in der zweiten Stelle heißt, Pollion und Sameas das Volk im Jahre 37 aufforderten, von dem nutzlosen Widerstand abzusehen und dem Herodes die Tore Jerusalems zu öffnen. Unter Sameas konnte des Gleichklang des Namens wegen ebenso aut Schemaja als Schammai verstanden sein. An den beiden ersten Stellen soll nun unter Pollion und Sameas Schamaja und Abtalion gemeint sein, weil Hillel erst im Jahre 32 Nassi wurde und zur Zeit der Belagerung Jerusalems im Jahre 37 noch in Babylonien war. Halevy zeigt, daß bei der Nennung Pollions anläßlich der Eroberung Jerusalems im Jahre 37 einerseits dem Josephus leicht ein Irrtum unterlaufen sein kann, andererseits bei der Schilderung des Herodes-Prozesses Sameas als einfaches Mitglied des Richterkollegiums, nicht aber als Vorsitzender erscheint, während Schemaja, wenn er im Kollegium damals gewesen wäre, sicher den Vorsitz geführt hätte, auch wäre nicht zu verstehen, wieso Sameas als Schemaja hinter Pollion- Abtalim genannt würde, während Schemaja überall an erster Stelle als Nassi erscheint und Abtalion ihm als Ab-Bet-Din folgt. Während nun, wie vorhin bemerkt, unsere Historiker an den beiden ersten Stellen unter Pollion und Sameas Schemaja und Abtalion verstehen, schrecken sie nicht davor zurück, an der dritten Jose phusstelle A. XV 10, 4, die im siebzehnten Re gierungsjahre des Herodes spielt, wieder in Pollion und Sameas Hillel und Schanimai zu sehen, weil hier zwölf Jahre, nachdem Hillel Nassi geworden, Schemaja und Abtalion unmöglich als Lebende - genannt werden können. Ein Genuß ist es nun, bei sie nicht als Ohrringe. An ihrem Glanze freuen können sich nur die anderen, die ste an meinem Ohre hängen sehenwenn ich nun falsche Steine statt echter habe, so kommen die anderen um den Anblick des feurigen Glanzes, also find ste und nur fie die Gefoppten." „Wie kannst Du nur saaen," wandte Dina ein „man kann echte Steine nicht zu Kiddisch und nicht zu Hawdolo gebrauchen, man kann ja die Tochter einer Freundin mit auSgeben!" „Ja das kann man" räumte Cüaja ein, „weil die große Welt an den Wert dieser Steine glaubtdeshalb kann man Kinder damit ausgeben und deshalb steue ich mich auch io mit den echten Steinen, die ich aus rechte, echte Welse angelegt habe und mit den falschen, welche alle Welt für echt hält." Eben erhob sich der Choson um seine Droscho zu halten, wodurch die Unterhaltung der beiden Frauen unterbrochen wurde. Aber der Gegenstand wurde von den wackeren Frauen Noch oft erörtert. Sch'wuoS und Sukkos «W wieder die falschen Ohrringe zum Vorschein kamen und als ein Jahr später Dina einen Enkel erhielt und Chaja als Gevatterin fungierte, immer kamen fie auf das Thema zurück- bis eines Tages die Sache eine ganz eigene Wendung nahm. Es waren gerade drei Jahre seit Rabbi Jakos Ullreichs Reise nach Warschau verflossen als eines Tages kurz vor Purim eM amtliches Schreiber aus Balttmore vintras welches vom Stadtgerichte die Nachricht enthielt, Isidor Ullreich sei am 2. November gestorben, derselbe habe seinen Brüher Joseph zum Universalerben eingesetzt, und zwar unter der Bedingung, daß letzterer die ausgeworfenen L^ate auHahle, den vier übrigen Geschwiftem ihren Teil verabfolge, worauf ihm noch em Anteil von 35,000 Dollar in Gold verbleibe. Obwohl die Auszahlung des Bettags noch von einigen Förmlichkeiten abhtng, deren Erledigung sechs Wochen bis zwei Monaten in Anspruch nehmen konnte, so war diese amtliche Mitteilung doch so gut wie baares Geld. Es gab keinen Kapitalisten in Btalystock, der auf diese Mitteilung hin Jakos Ullreich nicht jeden Kredit bewilligt hätte. Dinas erster Gedanke war zu Chaja Mirels zu eilen und ihr die Freudenbotschaft zu bringen. Aber ihr Mann wolle davon nichts wissen. Während viele den Hang haben lieber arm zu sein und reich zu scheinen zog es Jakos Ullreich vor, reich zu sein und arm zu scheinen Es sollte niemand etwas von dem eingettetenen Wechsel erfahren. Dagegen fand er es selbstverständlich, baß es ihre erste Pflicht sei, die falschen Ohrringe gegen echte umzutauschen. Rabbi Jakos wollte selber wieder nach Warschau fahren und noch viel wertvollere Steine als die stüheren einsetzen lasien. Aber er machte seiner Frau den Vorschlag Chaja Mirels mit dieser Umwandlung zu überraschen. Dina wußte wo das Kästchen mit den falschen Ohrringe steht, fie solle es ohne Wissen von Chaja aus deren Schlafzimmer holen, er wolle dann sofort nach Warschau reisen und die Aenderung vornehmen lasien, dann solle Dina das Kästchen ohne ein Wort zu sagen, wieder an seinen Platz stellen. Peßach müsie Chaja dann die echten Steine statt der unechten vorfinden, das gäbe eine Ueberrafchung, da doch niemand eine Ahnung haben könne, wohcr plötzlich die echten Steine kamen! Dina leuchtete die Idee sehr ein, sie hatte nur das eine Bedenken, daß Chaja im Fall der Rückzahlung eine moderne Fasiung der Steine beabsichtigte. Jakos lachte seine Frau ausdas seien ja atzes nur Vorwände und Ausflüchte von Chaja gewesen, um den Schein zu erwecken, als geschähe ihr eine Gefälligkeit mtt dem ganzen Handel. Eine Frau, die sich so leichten Herzens für eine Mizwo von chren echten Edelsteinen trennen und fie gegen falschen Flitter vertausche, eine solche Frau bringt keine Fasiung außer Fassung. Dina ging sofort unter irgend einem Vorwand zu der Freundin, aber obwohl sie über eine Stunde dort verblieb, fand sie keine Gelegenheit in das Schlafzimmer zu geben und die falschen Schmucksachen zu holen. Sie ging den folgenden Tag wieder hin zu einer Zeit, in den sie Chaja abwesend wußte, aber sie ttaf die Hausleute und konnte nicht, ohne daß es auffallend gewesen wäre, das Schlafzimmer auch nur betreten. Erst an Purim als Jakos und Dina Ullreich einige Stunden bei Mirels verbrachten, gelang es Dina sich in einem unbewachten Moment ins Schlafzimmer zu schleichen und die Ohrringe zu nehmen. Das leere Schächtelchen stellte sie wieder an seinen Ortniemand hatte etwas gemerkt. Am Schuschan Purim reiste Rabbi Jakos Ullreich nach Warschau und kehrte schon nach sechs Tagen wieder zurück. Er halte Steine im Werte von dreihundert und fiinszig Rubel gekauft und fie in die Ohrringe faffen lasien. Die Steine hatten ein.n Schliff und strahlten in einem Glanze, der den Kenner geradezu entzückt. Jetzt handelte es sich darum, die echten Steine wieder an ihren Ort zu bringen, was Dina mit dem Bemerken übernahm, daß die Ohrringe. jedenfalls vor Peßach an ihrem Orte sein sollten, besondere Eile habe es nicht damit, da Chaja vorher doch nichts davon merkte. (Schluß folgt.) Hermann Zttueir-Msztelliwg. Zu den wenigen jüdischen Künstlern der Gegenwart, die nicht nur der Geburt und dem StammeSbewttßtsein nach Juden find, sondern jüdische Pflichttreue in Gr-, stnnung und Levm betätigen, gehört der Berliner Wler

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