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Der Israelit · 1901-12-12 · Heft 98 (12.12.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 98 (12.12.1901)
Date
1901-12-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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2167 Megillah." Punkt fünf Uhr erschienen säinmttiche Mitglieder der Vereins im festlich geschmückten Saale des Hotels Monopol. Hierauf trug Se. Ehrw. Herr Herr Dr. Schiffer die letzten Verse aus obengenanntem Traktat oor. Alsdann schlost sich das Vtaario Gebet an. Während des Sonders brachte Se. Ghrw. Herr Dr. Schiffer ein Hoch auf Se. 5kgl. Hoheit den Grostherzoa non Baden aus. Alsdann hielt der erste Vorstand, Herr Jakob Ettlinger, die Fest rede, welcher die Rede des ersten Gründungsmitgliedes, Herrn Dr. i n f ans ^rcinffurt a. M., folgte. Nachdem das Tischgebet verrichtet war, erschienen die Familienangehörigen der passiven Mitglieder und schlost. sich nun eine kleine Abendnnterhaltung an. Hin ausführlicher Bericht über die geistvollen Reden soll m. G. H. noch folgen. Viöge es dem Verein vergönnt sein, auch weiter fort so zu gedeihen und zu bliihen! Hordel berg, 11. Dez. Die unter dem Protektorate des Bezirtsrabbiners Herrn Dr. P i n k u st und einem Damenkomitee veranstaltete Cbanukafeier für die hiesige Schulsugend erfreute sich am 8. Dezember e. der beifälligsten Aufnahme seitens der ganzen isr. Ge meinde. In deni grasten, schön geschmückten städtischen Saalbau vollzog sich ein begeisternder Gestalt. Unser stimmbegabter Kantor, Herr Scheuer m a n n . entzündete bei angebrochener Nacht die Ehanukalichter und dirigirte mehrere von ihm eingeiibte und prächtig gelungene .Kinderchöre, wie: „Wir treten zum Beten" lMoost, und einen Gesang aus dem 'Oratorium „Judas Mattabäus.' Alsdann erläuterte der Herr Nab biner in einer sehr zündenden Ansprache die Bedeutung des Testes und seine Nutzanwendung für unsere tsteit und Jugend. Nach einer Bewirthung der Kinder mit .Kuchen und Khololade. erfolgten von den lieben und beherzten .Kleinen ernste und lustige Deklamationen, die meisten unter Bezugnahme auf das Fest, und musikalische Vorträge, die 'Alle mit grostem Interesse angehört und be wundert tvurden. Auch unser Kantor liest sich nachmals mit zioei schönen Bravourarien hören, die seine prächtige Stimme und seine gute Schulung zur Geltung kommen liesten. Mit einer Bertheilung von Geschenken, die lauten Jubel in die Versammlung und vielfache Ucberraschungen Kir die .Kinderwelt brachten, schlost die svmvathische Feier. Die Damen Iran Dr. (i: l s a s s e r . Frau Bst K. i e b o i d , Iran Mar M a r r , Trau Eduard bi eist, Irau Isidor Wolfs, wie Herr Dr. P i n -! u st können für sich das Verdienst reklamiren, die Cbanukafeier nir die Folge heimathberechtigt iu Heidel berg gemacht zu haben. H. D e st e r r e i ch. ".Kitoloburg, 7. Dez. Anlästlich des fünfzigjähri gen Negierungs-Jubiläums des Kaisers Kranz Joseph gründete die diesige .Kultusgemeinde unter Mitwirkung der ccry irnöc mr eine Siifknng, zufolge welcher am 2. Dezember alljährlich armen jüdischen Kindern .Kleidungsstücke und Verköstigung verabreicht werden. An dieser am 2. Dezember nun stattgefundenen Feier betheiligten sich Abordnungen der Kultus- und der politischen Vertretung des Ortsschulrathes, desv^bv Vereines, der Kehrkörper, sowie ein zahlreiches Publikum. Rabbiner Dr. David F e u ch t w a n g eröffnete das Fest mit einer beifällig aufgenommenen, vom Geiste ve-- Patriotismus durchwehten Rede, nach welcher die Nationalhymne gesungen wurde. Nachdem die Kleinen noch auf die Feier bezughabende Lieder und Gedichte vorgetragen hatten, erhielten sie ein Nachtmahl, womit die Feier schlost. Dieser Tag wird gewiß allen Theilnchmern in bester Erinnerung bleiben. Vno Mähren. 8. Dez. Diesen Samstag hielt Rabbiner Dr. Spira aus Mähr.-Ostrowo eine Prvbcpredigt in Brünn. Dr. Bauer aus Mistlitz 'Neformgemeindel wurde nach einem beifällig aufge nommenen Probevortrag als Rabbiner für Gaya (Statu sgno-Gemeinoe) aeeeptirt. Frankreich. Paris, K. Dez. Gestern hat ein hiesiger, jüdischstudentischer Verein eine sehr schöne und würdige Channkafcier veranstaltet. Einige Redner haben in hebräischer, französischer, deutscher und russischer Sprache auf die bistorische Bedeutung dieses Festes hingewiesen. Gs ist durchaus nothwendig, daß die jüdische studierende Jugend die glorreiche Geschichte ihres Volkes kenne. In den Kreisen, in denen sich der junge jüdische Student bei seinem Gintritt in die Universität bewegt, hört er. wie der Jude als Verkörperung der Feigheit und des Wuchers dargeitellt wird. Da er in den meisten Fällen die Geschichte und die unsäglichen Leiden seines Volkes sehr oberflächlich oder gar nicht kennt, so läuft er Ge fahr, diesen Lügen, die er um sich verbreiten sieht, Glauben zu schenken, und die Folge dieser traurigen Erscheinung ist die ungeheuerlich große Anzahl jüdischer Antisemiten. Jüdische Antisemiten?, welch' contra dictio in ailjrcto. Und trotz alledem sieht man diese elenden Individuen öffentlich ihr noch elenderes Wesen treiben. Durch die Erziehung allein können wir ykv Ausrottung des Nebels gelangen. Jules Simon stigte einst französischen Studenten: „Pour etre bien Francais, mes amis. il taut rester toujours jeunes“. Auch wir dürfen unserer Jugend Zurufen: „um ein guter Jude zu sein, must man immer jung sein," d. h. man. must immer voll Muth, Energie, Unerschrockenheit und Hoffnung sein. Unsere Väter waren es, die für ihre Ideale ruhigen und gefaßten Herzens den Helden tov erlitten haben. Wir, und vor allen Dingen unsere Jugend, denn der Jugend gehört ia die Zukunft! — wüsten uns bemühen, unserer Ahnen dadurch würdig zu sein, daß auch wir jeden Augenblick bereit sind, unsere Ideale zu verfechten und für diese Ideen der Tole ranz und der Gerechtigkeit, in Noth und Tod, mit Gut und Blut einzutreten, trotz alledem icnd alledem. Und darum ist es mit Freuden zu begrüßen, daß der hiesige

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