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Der Israelit · 1901-12-12 · Heft 98 (12.12.1901) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 98 (12.12.1901)
Date
1901-12-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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3166 pflege thätig waren. Zwei dieser Letzteren, welche uns vor 21/> Jahren von dem Münchener Verein zur Ausbildung überwiesen waren, wurden am 1. Oltober gemäß unserer Uebereinkunst, in ihren neuen Wirkungskreis nach München entlassen. Im Laufe des Berichtsjahres traten sieben neue Schülerinnen ein, von denen eine nach halbjähriger Thätigkeit zu einem anderen Berufe überging. Am Schluß des Jahres 1900 waren demnach in unserem Verein insgesammt sieben Schwestern und sechs Schülerinnen thätig. Dieser Zahl von Schwestern gegenüber mußte unser junger Pensionsfonds auch bei den bescheidensten Ansprüchen als unzureichend erscheinen. Zur Sicherstellung der unseren Schwestern satzungsgeinäß verbürgten Pensionsrechte, sah sich der Vorstand daher genöthigt, mit der Versicherungsgesellschaft Anker einen Vertrag betreffs Versicherung gegen Krankheit und Invalidität abzuschließen. Aus< Schlesien und Posen, 10. Dez. Bei den in diesen Tagen in den verschiedensten Städten stattgehabten Handelskammerwahlen wurden zu einem großen Theile Glaubensgenossen in allen drei Abtheilungen gewählt. — Der Stadtverordnetenvorsteher Dr. Landsberger in Posen stürzte bei herrschendem Glatteis aus der Straße und brach das rechte Bein. — Im jüdischen Litteraturverein in R awitsch sprach Dr. med. Moses aus Liegnitz über „Leopold Kompert und seine Werke." — In der letzten Woche ging durch die jüdischen Blätter die Nachricht, daß der israelitische Arzt Dr. G r ä tz e r zum Leibärzte des Fürsten von Bulgarien ernannt worden sei. Wir stellen demgegenüber fest, daß Dr. Grätzer zwar der Sohn religiöser israelitischer Eltern ist, indeß anläßlich seiner Verehelichung mit einer Katholikin schon vor einigen Jahren zur katholischen Religion übertrat. — In Kempen starb im blühenden Alter von 38 Jahren das Vorstandsmitglied der dortigen israelitischen Gemeinde, Herr Meyer I e r e s l a w. Der Korporationsvorstand und die Repräsentanten-Versammlung der Kempener Gemeinde widmen dem Verstorbenen in den öffentlichen Blättern den folgenden Nachruf: „Der Verblichene hat sein Amt mit seltener Pflichttreue und größter Aufopferung verwaltet und für die Gemeindeangelegenheiten seine ganze Arbeitskraft eingesetzt. Wir betrauern in dem Dahingescknedenen einen treuen, aufrichtigen und unersetzlichen Kollegen. Die Gemeinde verliert eines der würdigsten und achtbarsten Mitglieder. Die großen Verdienste für das Wohl unserer Gemeinde, sowie sein biederer Ebarakter fuftern if)m ein dauerndes, ehrenvolles Andenken in unserer Gemeinde." München, im Dez. Die alljährlich zu Gunsten der Bekleidung und Beschenkung armer Kinder zu veranstaltende Chanukafeier fand am 8. Dezember, Nachmittags, im Saale des Bayerischen Hof statt. Herr Religionslehrer M. Meier hatte in dankenswerther Weise das Arrangement und die Leitung übernommen. Das Programm wurde durch den Einzugsmarsch ans „Tannhäuser", von den Gymnasiasten Max Lang und Robert Buhler aus dem Klavier gespielt, er öHnet. Hieran reihte sich die Ansprache des Herrn Rab biner Dr. Werner an die Kinder, welche diesen zu Gemüthe führte, daß Chanuka als Lichterfest der Freude und der Gemüthserhebung gewidmet sei: jedoch sei es mit der Freude allein nicht gethan, es müsse auch festgehalten werden, daß diese Tage eine Erinnerung seien an jene schwere Zeit, wo unser kostbarstes Grit, der göttliche Glaube, von einem ruchlosen Feind bedroht und in ernstlicher Gefahr war. Die Wunder, die Gott geschehen ließ, um unseren altehrwürdigen Glaubenschah rein unverfälscht zu erhalten, mögen nie vergessen werden, damit alljährlich, wenn am Eham: lateste die Lichter hell aufflammen, auch die Gluth der Beaeisie rung für unsere heilige Lehre zur emoorlodernden Flamme angefacht werde. Nachdem nun hierauf Berocho und Entzünden der Ehanulalichter durch den zwölfjährigen Schüler Ignaz Ziegler gefolgt war, trug der aus der Schuljugend ae bildete Chor „Moaus zur jeschuosi" vor. Der fernere Verlauf des Programms brachte Deklamtionen, Ebor und Soli-Vortrage, sowie Wiedergabe mundartlicher Dichtungen, sämmtlich seitens Schüler unt Schäle rinnen. Besonders wirksam vorgetragen waren „Der erste Schnee" von Jbo (Anna Weinberg), „Gott lasse Dich werden wie Ephraim und Menasse" von Mich. Levy (Max Brandeis), „Der Fall Zions" von II. Brachvogel (Jenny Brandeis), „Mama bleibt immer schön" von Karl Siebel (Edith Degginger), „Das Kadisch- Gebet" von Josepha Gräfin zll Leiningen-Westerburg (Elsa Allina) und „Unser Chanuka", verfaßt von Joses Ziegler, gesungen von der Schuljugend. Die weiten Räume von Saal und Gallerie waren bis auf den letzten Platz gefüllt; es ist daher die Hoffnung berechtigt, daß ein ansehnliches Reinergebniß den hierfür bestimmten wohlthätigen Zwecken zugeführt werden kann. Neustadt i. H., 10. Dez. Am 1. dfs. Mts. feierten der Kaufmann Hirsch H o r w i tz Hierselbst und seine Ehefrau das seltene Fest der diamantenen Hochzeit im Kreise ihrer zahlreichen Kinder, Enkel und Urenkel, sowie unter reger Betbeiligung der hiesigen Einwohnerschaft und ihrer Behörden. Die Straßen der Stadt, besonders die Kremperstraße, wo das ehrwürdige In belpaar seine Wohnung hat, prangte im schönsten Festschmuck. Die Hauptseier fand im Hotel „Stadt Hamburg" statt, wo Rabbiner Dr. Carlebach aus Lübeck eine herzbewegende Ansprache an das Jubelpaar richtete. Karlsruhe, 9. Dez. Am vergangenen Sckabbos. den 26. Kislew, waren es 23 Jahre, daß hier der damals sehr winzige Verein „Chewrath Ehinoch Neorim" gegründet wurde. Die Feier begann Schabbes Morgen mit der Einweihung der zur Erinnerung des Festes gestifteten Sefer Thora. Hieran schloß sich am Sonn tag die eigentliche Feier solvie ein Sium der „Gemoroh

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