Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 97 (9.12.1901)
- Date
- 1901-12-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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2146 zuweilen. Denn je mehr die alte Dame das junge Mädchen kennen lernte, desto mehr lernte sie dasselbe schätzen. Hatte sie doch klarer als Jsabella selbst in deren Herzen gelesen. Hin und wieder hatte auch Doktor Müller seine adelige Hausgenoffin ausgesucht, wenn er nothleidende Patienten ihrer Unterstützung theilhaftig werden lassen wollte. Dann war Jsabella überglücklich und gab mit vollen Händen.- So waren einige Monate verstrichen im traulichen Verkehr der jungen Dame mit der Familie des jüdischen Arztes. Der Herbst war bereits vorgerückt, in vierzehn Tagen war Jsabella volljährig, war Herrin ihrer Person und ihres großen Vermögens. Was sie dann thun würde? — Die Vormundschaft ihres Onkels war ihr nie drückend gewesen und dennoch war es ihr ein sie beglückendes Gefühl, nun bald vollständig unabhängig zu sein.-Wiederholt hatte sie mit ihrer mütterlichen Freundin darüber gesprochen. Frau Müller hatte jedoch zu allen ihren Plänen den Kopf geschüttelt. „Sie sind noch zu jung, liebes Fräulein, Sie sind der Verantwortung, die der Besitz so reicher Güter auferlegt, noch nicht vollkommen gewachsen. Sie müßten heirathen und zwar bald." „Heirathen" — wiederholte Fräulein von Rauhenstein, die Stirn in Falten ziehend, „und sogar bald heirathen, dazu habe ich nun einmal ganz und gar keine Lust. Ich werde sogar me heirathen," fügte sie hinzu. Frau Füller schüttelte abermals den Kops. „Kind, Kind, so muffen Sie nicht reden — und noch weniger denken. Sie, mit den reichen Gaben, die die Natur Ihnen verliehen, mit Ihrem Hellen, klaren Verstand und mit Ihrem weichen, warmen, großen Herzen, so ganz dazu geschaffen, einen Ihrer würdigen Gatten zu beglücken, Sie wollen einsam durch's Leben wandeln?" Jsabella hatte wiederholt die Farbe gewechselt; jetzt blickte sie gezwungen lachend zum Fenster hin. „Aber ich bitte Sie um's Himmelswillen, gnädige Frau, gibt es denn für uns Mädchen kein anderes Heil, als die Ehe?" „Meiner Ansicht nach nicht." „Na, das wäre aber! Verzeihung, gnädige Frau, aber die Natur selbst widerlegt Ihre Behauptung, denn wenn alle Mädchen heirathen sollten, so müßten doch ebensoviel Knaben geboren werden, wie Mädchen, thatsächlich wandeln aber letztere, wie ich gelesen habe, auf unserer lieben Erdkugel weit mehr herum, als Männer." (Fortsetzung folgt.) <Lhcmukka-j)reisräthsel. .pr r'wb r&hm zart ,nn tt“ rx fnx ’jx jptMnnfmexTx rx jTix nxi : irrxv \5B>n pn /er nx ins ’;n r icx pne^B'x ’jx ,prn xb ts? : iex’: sxn tx .iX'b fsr bx bzx Unter den Einsendern von richtigen Lösungen wird geloost und erhält der Gewinner „Werke aus unserem Verlage" nach eigener Wahl bis zum Werthe von 5 Mk. Ansichtskartenaus-tausch. Mittheilungen für diese Rubrik werden kostenfrei veröffentlicht. Ansichtskarten, von wo immer gegen Revanche erbittet Alexander Morgenstern, Wien 8/1, Kederergasse 17a. Wochen-Uolenöer. Mittwoch, 11. Dezember. 1. Tbebet, ttnn t£W>. Freitag, IR Dezember, 3. Thebet, rü;nn roin. Sabbar-Anfang in Mainz ii. Frankfurt a.M. 4 Uhr — Min. Samstag, 14. Dezember, 4. Thebet, ppn. Sabbat-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a. M. 5 Uhr 15 Min. - Berlin 4 Uhr 42 Min - München 5 Uhr 08 Min. — Hannover 4 Uhr 59 Min. — Stuttgart 5 Uhr 09 Min. — Prag 4 Uhr 45 Min. — Straßburq 5 Uhr 20 Min. — Posen 4 Uhr 30 Min. — Stettin 4 Uhr 35 Min. Der „I rraeli 1" erscheint wöchentlich zweimal, Montags and Donnerstags, jcbctwd i* mindestens zwei B> grn. P eis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Ma» abonnirt ganzjährlich, halbjährlich ob r vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen »n. — Der Buchhandel verkehrt durch V. U. Skeinacker. 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