Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1901-12-09 · Heft 97 (9.12.1901) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 97 (9.12.1901)
Date
1901-12-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2449146-2449238--54858-2505580
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2143 Makai, der ehemals auch ein Zögling dieser Anstalt gewesen. Die Festlichkeit, der auch mehrere angesehene Schriftsteller beiwohnten, wahr „großartig gelungen." Orgel-Gesang, Borträge und Lieder wechselten einanoer ab. Der jüdische Charakter dieser Trauerfeier u?ar aber nur durch ein hebräisches Gedicht zum Ausdruck gekommen. In dieser „Selbstbildungsanftalt" der zukünftigen Rabbiner ist der Geist von Thora und Jirah überhaupt sehr verblaßt. Presrbnrq, im Dez. (Jubelfest.) Israel Weiner, der Begründer und Oekonom der hiesigen, seit nunmehr 10 Jahren segensreich wirkenden israeli-! tischen Bolksküche, feierte am 24. v. Mts. das seltene j Fest seines 80. Geburtstages. Der geistesfrische und j rüstige Jubilar hat selbst seiner Festfreude dadurch Ausdruck verliehen, daß er nachstehende Beträge hiesigen { Wohlt hätig leitsanstalten und Vereinen gewidmet hat, und zwar: dem städtischen Feuerwehrvercin, Franz Josef-Kinderspital, für städtische Arme je 100 Kronen, dem Vereine „Humanitas" 50 Kronen, dein israelitischen Altersversorgungshaus 500 Kronen, dem Knaben-Waisenhaus, dem Mädchen-Waisenhaus, der israelitischen Volksküche je 800 Kronen, dem Thoras-Chesed-Verein, zur Kohlenvertheilung an Arme, dem orthodoxen Frauen-Verein je 200 Kronen, dem neologen Frauen-Verein, für eine arme Braut, dem Jugend- Verein je 100 Kronen und dem israelitischen Diako nistinnenheim 50 Kronen, in Summa 2850 Kronen. Der Direktionsausschuß der israelitischen Volksküche hat dem hochverdienten Philantropen aus diesem Anlaste deputativ eine Festgabe überreicht; auch seitens der Repräsentanz der israelitischen Kultusgemeinde, sowie von den ineisten anderen Wohlthätigkeitsanstalten waren Ovationen vorbereitet. Bekannt ist seine den armen Schulkindern seit mehr als 25 Jahren gewidmete besondere Obsorge. Seiner eifrigen Sammelthätigkeit ist es zu danken, daß alljährlich 40—50 Schulkinder mit kompleten Winteranzügen versehen werden, und hat! Herr Weiner durch seine bei der Stadtgemeinde hinter-! legten diesbezüglichen größeren Stiftungssnmmen diesem seinem verdienstvollen Werke auch für die Zukunft eine Basis gegeben. Möge es dem greisen Jubilar gegönnt sein, zum Wohle der bedürftigen Mitmenschen noch viele Jahre wirken zu können! Klausenburg, im Dez. Die jüdische Volksküche — welche von Mitgliedern der beiden Kultusgemeinden gegründet wurde — feierte dieser Tage das Einlveihungsfest. Die Cröffnungsrede hielt der neologe Rabbiner Dr. Mathias Eisler, worauf die Vereinspräsidentin, Frau S z a n t o , den Dank der Anstalt aussprach. Die hiesige große orthodoxe Gemeinde war durch den Vizepräses M. P a s k u ß vertreten. Der orthodoxe Oberrabbiner hat der Feier nicht beigewohnt. a>. Mad (Ungarn). In hiesiger Gemeinde existirk unter Leitung unseres berühmten Rabbiners M. L. Winkler, eine Jeschibah, die von 85 Talmudjüngern besucht ist. Unsere Gemeinde ist jedoch zu klein, um diesen genügende Unterstützung zu gewähren. Möchten doch Thorafreunde allerorten sich dieser Pflanzstätte der Thora erinnern und ihr Schärflein zur Erhaltung derselben beitragen. Herr Rabbiner Leopold Winkler wird gerne Spenden entgegennehmen. Venzion Sichermann, Vorsteher. Rumänien. Bukarest, im Dez. (Darlehensbanken in R u m ä n i e n.) Man geht mit der Absicht um, in Rumänien Darlehensbanken für jüdische Handwerker und Arbeiter zu begründen, die den Handwerkern den Erwerb von Werkzeugen und Material, den Dorfbewohnern den Ankauf von Kühen ermöglichen sollen. In Galizien und anderlvärts haben solche Bankinstitute sehr segensreich gewirkt, und für Rumänien ist die Situation augenblicklich günstig, weil eben jetzt angemessene Leitung und Aufsicht für solche Banken vorhan-! den ist und schlechte Geschäftslage eine wirksame Unterstützung der armen Juden erfordert. Für den Anfang sind nach deutschem Geld nur 30,000 Mk. erforderlich. Davon gibt die „Alliance israelite Univers." 10,000 Mark, weitere 10,000 Mark sind in Frankfurt a. M. aufgebracht worden, und die dritten 10,000 Mark will Herr Claude Montefiore in London flüstig machen. In der letzten Sitzung der „Anglo Jewish Association" in London, deren Präsident er ist, sagte Herr Claude Montefiore, indem er zu Beiträgen für diesen guten Zweck aufforderte: „Die Führer der englischen Juden haben im vergangenen Jahre am lautesten gegen die regellose und unvernünftige Auswanderung der rumäi nischen Juden vrotestirt, an ihnen ist es auch, der * „Alliance isr." in dem Bestreben behilflich zu sein, den darbenden Juden in ihrer rumänischen Heimath ein menschenwürdiges Dasein zu schaffen. Es ist ja sehr schön, lvenn wir über das traurige Loos der Armen betrübt sind; aber, wie der Ainerikaner zu sagen pflegt: „Für wieviel sind Sie betrübt?" Herrn Claude Montefiore sind bereits verschiedene Beiträge für seine Sammlung zugegangen. Sprechsaal. Berlin, 5. Dezember. Bei einem Gerichte solle es jüngst der Fall gewesen sein, daß Jemand sich wegen Ehrenbeleidigung zu verantworten gehabt hätte, und auch verurtheilt wurde, weil er im Streite einen andern „Katholik" genannt hätte. Würde vielleicht jemand unter den geehrten Lesern Ihres geschätzten Blattes in der Lage sein, anzugeben, ob in seinem Kreise u. s. w. sich ein solcher Fall ereignet hat und in welcher Zeitung, Datum und Nummer, ich das Nähere finden könnte. Dr. Heinrich L o e w e, Berlin NW 6, Marienstr. 18.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.