Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 97 (9.12.1901)
- Date
- 1901-12-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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2142 von Spenden und Stiftungen uns in den Stand sehen, die Ansprüche, die an unsere Anstalt gestellt werden, bestens zu befriedigen und ihre segensreiche Wirksamkeit immer mehr auszudehnen. Aber nicht nur zur Erhaltung der Anstalt selbst erbitten wir uns die Mitbilfe aller edeldenkenden Glaubensgenossen, sondern auch zur Erfüllung einer Ehrenpflicht gegen unsere Lehrer, die im Dienste derselben ergraut und durch gewiffenhafte Berussthätigkeit ihre besten Kräfte der guten Sache geliehen, dereinst die wohlverdiente sorgenfreie Ruhe zu gewähren, nämlich zur Errichtung einer „Pensionskasse" für die Anstalt. Ein kleiner Anfang hierzu ist bereits zu verzeichnen, aber unser eifrigstes Bestreben ist es, diesem Ziele immer näher zu kommen und bitten wir sowohl die verehrten Glaubensgenossen im Allgemeinen, als die ehemaligen Schüler der Anstalt insbesondere, auch diesem Zwecke ihr geneigtes Wohlwollen durch Zuwendung von Beiträgen angedeihen lasten zu wollen. Gewiß werden alle Spender reichen himmlischen Lohn hierfür ernten. Zimmersrodc, 4. Dez. Eine A-i nrx, im wahren und echten Sinne des Wortes, Frau L i l l i Wertheim, geb. Epstein aus Fulda, Ehefrau des Lehrers A. W e r t h e i m hierselbft, ist plötzlich, in Folge eines Herzschlages, im noch nicht vollendeten 27. Lebensjahre, am 2. Dezember aus dem Leben geschieden. Die Entschlafene war ihrem Gatten, mit dem sie in echter ce*; rxnx, in Unverbrüchlicher Ehe verbunden gewesen, ein echtes Biederweib. Gottergeben, von wahrer Religiosität und Frömmigkeit erfüllt, war sie in aufopfernder, weiblicher Pflichttreue unablässig für Gatte und Kind besorgt. Ihren seelischen Adel, von dem ihr ach so früh gebrochenes Herz erfüllt, bethätigte sie durch ihr rrx bL' -rn gegen Arm und Reich, L'w-xb nc-E 7VL2 DTtr L'w rx sie spendete und labte gern jeden Rothleidenden. Sie war als eine echte Lehrersgattin in ihrer Gemeinde überall die Erste, wo es galt, Kranke zu pflegen, Trauernde zu trösten unv die letzten Liebesdienste zu erweisen. Aus ihrem leider nur zu früh und für uns alle geschlostenen Auge strahlte ein Blick voll von Menschenliebe und Frieden, mit dem sie ihren Gatten beglückte, ihre Mutter, Geschwister und die gesummten Familienangehörigen erfreute, und den großen Freunden- und Bekanntenkreis ihrer nahen und fernen Umgebung an sich zu fenein verstand. Ihr Haus ist nun verwaist, die zarte Gatten-, Mutter- und Kindesliebe erloschen; ihr verklärter Blick schaut jetzt aus den himmlischen Regionen hernieder, und möge allen um sie tieftrauernden Herzen eine ncnj, ein Trostbalsam A^x "!Xtr cx LbLvw p'X sein. Worms«, 5. Dez. Zu Ihrer Mittheiluna, daß Frl. Oppenheimer aus Darmstadt die erste jüdische Lehrerin in Hessen sei, die staatlich angestellt worden, ist berichtigend zu bemerken, daß Frl. Bernhard aus Darmstadt schon viele Jahre als Lehrerin an der höheren Mädchenschule zu Mainz wirkt. O e st e r r e i ch. Wien, 4. Dez. Obzwar die „Vereinigung zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judenthums in Wien und ROe." nur unter der Bedingung, daß sie sich nicht um die internen Angelegenheiten der Kultusgemeinde kümmere, von dieser bestätigt wurde, so würde es doch von ihr sehr lobenswerth sein, wenn sie sich um nachstehende Angelegenheit kümmern würde, zumal das eine "xrrew xrb'x ist. Seit jeher war der Religionsunterricht das Schmerzenskind der Gemeinden und insbesondere hier in Wien. Da sind Lehrer, die sich nicht einmal die Blühe geben, vor ihren Schülern ihren offen gegen die Thora gerichteten Lebenswandel zu rechtfertigen. Ja noch mehr, sie erklären alles, das gegen ihren Lebenswandel ist, also das strenge Festhalten an “rc r~ für unjiibifdj. Xa ist ein Religionslehrer, der es seiner Stellung als gleichzeitiger Leiter einer Mädchenschule schuldig zu sein meint, wenn er L'^xv tix'X' lind das c: von rb't: in's Reich der Sage weist, das vom -pL L' erklärt der betreffende jüdische Herr als Uebertrcibung und meint, daß dies blos ein Uebergang durch eine seichte Meeresstelle zur Zeit der Ebbe gewesen sei. Ja noch mehr, er erklärt allen Ernstes seinen Schülern, daß der Glaube an n-L'2 nx'z eine thörichte Hoffnung ist. Und solche Leute lehren die Jugend die Lehre des heiligen Gottes. Ja, der betr. Herr ist bei der Gemeinde sehr angesehen, und ist an allen Schulen seine Bearbeitung, bester gesagt Verarbeitung der bilischen Geschichte in Gebrauch. Da ist noch ein Herr „Religionsinspektor," der erst letzten Sabbat einen Beweis seiner Frömmigkeit gegeben, indem er in aller Oeffentlichkeit einen Lift benützte. Und solche Lente wagen es. die alten Rabbonim zu verunglimpfen und die Jugend über den richtigen Lebensweg zu belehren. Da wäre eine gründliche Reinigung der Schicken am Platze, und das wird gelingen, wenn man sich mit dem nöthigen Eifer der Sache annimmt. S. L. Ungarn. Bndapcft. In der ungarischen Haupt- und Residenzstadt hat die Defraudation beim hiesigen Steueramt großes Aufsehen erregt und auch über die Grenzen Ungarns hinaus ist das Interesse für den entflohenen Verbrecher rege. Viktor Keeskemethy, der seine Vertrauensstellung als hauptstädtischer Kassenpraktikant zur Unterschlagung von 600,000 Kronen mißbrauchte und nach Verübung des Verbrechnes entfloh, ist in getvissen Kreisen der ungarischen Hauptstadt ein bekannter ü. angesehener Mann gewesen, der in der antisemitisch-klerikalen Partei eine große Rolle spielte und sich rühmte, einer der Gründer des studentischen Antisemitismus zu sein. Von dem Defraudanten, der mit beispiellosem Raffinement die Behörden irreführte, ist noch keine Spur gefunden, trotzdem 116 Mann zur Verfolgung Keeskemethy's mvbilisirt sind. PnVapest, im Dez. Der „Selbstbildungsverein" des hiesigen Rabbinerseminars veranstaltete dieser Tage eine Gedenkfeier für den verstorbenen Dichter Emil