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Der Israelit · 1901-12-05 · Heft 96 (5.12.1901) · page 39

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 96 (5.12.1901)
Date
1901-12-05
Page
– (sequence 39)
Language
German
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Kairo haben elementare Freiscbnleu für die armen Kinder gegründet. Die israelitischen Kinder der besseren Klassen besuchen die Ordensschulen, wo sie gezwungen werden, die frommen Uebungen mitzumachen, dem Katechismus-Unterricht beizuwohnen und an den Sabbathen und jüdischen Festtagen zu arbeiten. Die aus solchen Ordensschulen hervorgegangene Jugend vergisst, oder besser kennt nicht mehr die Grundsätze der jüdischen Religion und wird gegen die Ansprüche und Interessen des Judenthums gleichgütig. Hierin liegt eine grosse Gefahr für die egyptischen Israeliten. Im Jahre 1896 fasste die Alliance den Entschluss, eine besondere Schule für die israelitischen Kinder der besseren Klassen zu eröffnen; das gehoffte Resultat ist eingetroflfen. Gegenwärtig besuchen ungefähr 500 Kinder, Knaben und Mädchen, diese Anstalt. Die Besoldungen erfordern den grössten Theil der Ausgaben, und wenn das Central- Comite ganz das nöthige Personal besolden könnte, so wäre zu hoffen, dass die ganze israelitische Jugend Kairos die ihr zukommende Erziehung und moralische Richtung erhalten würde. Ermuthigt durch die in Kairo erlangten Erfolge, bat das Central Comite seine Bemühungen auf Alexandrien gerichtet. Schwierigkeiten besonderer Art haben die Entwickelung der Schulen Alexandriens gehemmt; es ist jedoch nicht daran zu zweifeln, dass sie bald dieselben Ergebnisse wie diejenigen Kairo’s haben werden. Im Jahre 1898 gelangte die Alliance nach Persien. In den Berichten der Vertreter der Alliance zu Teheran wurden die glücklichen Erfolge für die Juden Persiens konstatirt, welche das Erziehungswerk, das jene zu verbessern berufen sind, haben wird. Nach Teheran war es die Gemeinde Hamadans, welche im Jahre 1900 mit einer Knaben- und einer Mädchenschule versehen worden ist. Die erste dieser zwei Anstalten wurde im Juli 1900 eröffnet; die Schüler Strömten von Anfang an herbei; die Ordensschulen, welche vor mehreren Jahren zu Hamadan gegründet worden sind, und welche gern und vorzugsweise die israelitischen Kinder aufnahmen, verdoppelten ihre Anstrengungen, die israelitischen Zöglinge zu behalten; nicht allein verlangten sie kein Schulgeld, sie versprachen auch noch jedem israelitischen Kinde eine monatliche Gratifikation. Ihre B-mühungen waren fruchtlos. Zwei Monate später wurde die Mädchenschule eröffnet; von den ersten Tagen ihrer Gründung an zählte sie mehr als 150 Schülerinnen; kurze Zeit nachher richtete man daselbst ein Teppich- und ein Näh-Atelier ein. Am 1. Januar 1901 hatte die Mädchenschule 250 Kinder. Im Jahre 1899 zählte die Alliance in Marokko acht Schulen. Die im Jahre 1862 gegründete Knabenschule; die von Tanger vom Jahre 1879; die von Tetuan vom Jahre 1882; die Knabenschule von Fez vom Jahre 1883; die Mädchenschule vom Jahre 1899; die Schulgruppe von Mogador vom Jahre 1888; die Knabenschule von Casablanca vom Jahre 1897. Zu Ende des Jahres 1900 schuf die Alliance eine Mädchenschule in dieser Stadt. Endlich wurde zur selben Zeit in Marrakesch eine Schulgruppe eröffnet, welche in einigen Monaten mehr als 500 Kinder zählen wird. Es war am Anfänge des Jahres 1901, als zu gleicher Zeit die zwei Knaben- und Mädchenschulen eröffnet wurden. Die Eröffnung war ein wahres Ereigniss für die armen Jaden zu Marrakesch. Zwei französische Offiziere, Herr Lar ras, Artillerie-Hauptmann der französischen Gesandtschaft von Marokko, and der Oberarzt Znmbiehl waren anwesend. Einige Zeit vorher, gegen Ende Dezember 1900, hatte Herr Montet, Professor der fremden Sprachen an der Universität von Genf, begleitet vom Hanptmann Lar ras, das Schullokal besucht und seine Zufriedenheit mit dem Erziehungs- und Lehrlings werke der Alliance geäussert. In Palästina umfasst die SchuUbätigkeit der Alliance allmählich alle grossen Gemeinden; nach Jerusalem im Jahre 1882, Jaffa im Jahre 1894, kam im Jahre 1897 die Reihe an Safed und Tiberias. Im Oktober 1900 wurde die Mädchenschule von Tiberias gegründet. Die Leser der Alliance-Berichte wissen, dass die Allianceschulen Kinder aller Konfessionen aufnehmen. Mehr als 300 mohamedanische, griechische und christliche Zöglinge besuchen die Anstalten der Gesellschaft. In der Mädchenschule von Konstantinopel -H&skeuy findet man acht Griechinnen, zwei Armenierinnen and eine Protestantin, und in der Knabenschule fünf Muselmänner und zwölf Griechen; in Caiffa hat die Mädchenschule einige muselmär nische und christliche Mädchen; in Jerusalem ist das Verhältnis noch grösser. Zu Hamadan sitzen fünfundzwanzig den geachtetsten muselmännischen Familien an gehörende Knaben, auch Söhne Saieds (d. h. der von Ali abstammenden mohamedanischen Priester) auf den Schulbänken; man musste sogar eine besondere Abtheilung für diese Zöglinge bilden. Man begreift leicht, welche Vortheile dieser Besuch auf verschiedene Weise für die Einen und die Anderen hat. Es ist auch zn bemerken, dass nie der geringste Streit zwischen den die Allianceschulen besuchenden jüdischen and nicht-

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