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Der Israelit · 1901-12-05 · Heft 96 (5.12.1901) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 96 (5.12.1901)
Date
1901-12-05
Page
– (sequence 18)
Language
German
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3124 verewigte, durch sein talmudisches Wissen hervorragende vxa Oberrabbiner zu Nagy- Karoly spricht in seiner, dem Buche angehängten Approbation dem Vers, sein höchstes Lob aus, und so geben wir der Hoffnung Raum, daß Rabbiner und Rabbinatsverweser es nicht unterlassen werden, sich rasch mit dem Inhalte des Buches vertraut zu machen, zumal der Preis, 1.6 Kr., ein geringer ist. Das Buch ist beim Verfasser, Rabbiner Dr. T. Rosenthal in Bonyhad (Ungarn) erhältlich. Wien, 28. Nov. Die „Neuzeit" schreibt über die „F e st b e t r a ch t u n g e n" von Dr. S. M e n e r , Distriktsrabbiner in Regensburg: „Der Herausgeber dieser Reden ist aus dem Felde der jüdischen Litteratur weder Fremdling noch Neuling. Wie der Kämpfer und Streiter dem I o s u a vor Jericho plötzlich mit offenem Schwerte erschien, so hält Dr. Meyer sein gezücktes Schwert in hocherhobener Hand und kämpft seit langen Jahren mit seiner unblutigen Waffe, mit seiner Wochenschrift „Die Laubhütte" (Deutsche Israelitische Zeitung), für die patriarchalisch schönen und gemüthvollen Sitten und religiösen Bräuche inmitten der jüdischen Familien und der Andachtstätten. Er ist abhold den radikalen Reformern und Reformen, Orgeltöne hält er mit der jüdischen Synagoge unvereinbar. Dabei ist er jedoch kein geharnischter Eiferer, kein von schäumender Wuth und verzehrender Gluth erfüllter Feind und Gegner alles Modernen und Zeitgemäßen. Seine religiöse Anschauung ist vielmehr congruent dem schönen Bibelsprüche: „Nicht durch Heeresmacht, nicht durch Streitkraft, sondern allein mit dem Geiste des Ewigen." Von dieser Gesinnungsweise sind auch die vorliegenden Festbetrachtungen durchhaucht, von denen die ersten sieben für die beiden ersten, die weiteren sechs für die letzten Passahtage und fünf für das Schobuoth- oder Wochenfest bestimmt sind. Harmonisch ist in diesen Reden die alte Draschah mit der modernen Predigt verflochten. Der Redner sucht mit klaren, schlichten, ungekünstelten Worten, doch ohne in's Banale zu verfallen, sein Auditorium für das Judenthum zu gewinnen, ihre Herzen für das Ererbte zu erwärmen, um dieses in unverfälschter Treue der erblühenden Jugend in die Seele einzupflanzen und einzuimpfen. Nicht zarte und lieblich duftende, farbenprächtige Blumengewinde und Blütensträuße, die bald zerfallen und zerstieben, sondern saftige und nährende, labende und e r - quickende Früchte, greift und gepflückt vom Lebensbaume der jüdischen Lehre und Lehrer will er bieten. Wer sollte und wollte dies nicht achten, schätzen und würdigen? Das Buch sei daher bestens empfohlen. Zeitungsnachrichten und Correspondenze«. Deutschland. Tamter, 29. Nov. Am Mittwoch bewegte sich ein Leichenzug durch unsere Stadt, wie dieser an Größe der Betheiligung wohl kaum dagewesen, nach dem israelitischen Friedhofe. Es galt dem allgemein in allen Kreisen unserer Bevölkerung und weit darüber hinaus mehr als beliebten, hochgeachteten Buchhändler Julius P e y s e r , der fast 75 Jahre hier lebte, die letzte Ehre zu erweisen, linier dem Trauergefolge bemerkten wir das Oberhaupt der Stadt, den Magistrat vollzählig, das ganze Stadtverordneten-Kollegium und eine überaus große Anzahl Befreundeter aller Konfessionen. Die Trauerrede hielt Herr Rabb. Dr. W r e s ch - n e r, der anknüpfend an die Worte des dieswöchent- Thoraabschnittes 1. B. M., 32. K., 26. V. ,'.srbv nnen rhv dem Schmerze Ausdruck gab, der durch den Tod des Verewigten nicht nur die Gattin und Kinder, die zahlreichen Freunde, sondern auch das Gemeinwesen betroffen. Redner entwickelte in ergreifenden Worten ein Lebensbild des Verblichenen, der sein Wissen und Können mit Rath und That dazu verwandte, um den Armen und Bedürftigen helfend zur Seite zu stehen. Die Gründung des Wohlthätigkeitsvereins dahier, den bedürftigen Israeliten zum Betriebe ihres Gewerbes zinsfreie Darlehen gegen Sicherheit auf Amortisation zu gewähren, ist sein Werk. Mit einer wunderbar kunstvollen Exegese des Schriftwortes 1. B. M., Kap. 31, Vers 17, nns 'ob'i welcher Familie der Verblichene entstammt (dessen Vater ein bedeutender Lamden war), seines Zieles bewußt 702*? nSs 'E'n? auf seine Kinder, die sämmtlich höchst ehrenhafte Stellungen einnehmen, hindeutend, schloß er mit einem Segensspruche und Trostworten an die Hinterbliebenen die wirkungsvolle Rede, die bei der großen Trauergemeinde einen tiefen Eindruck hinterließ. Ehre seinem Andenken! München, 1. Dez. Unter großer Betheiligung von Mitgliedern der hiesigen Synagogengemeinde fand am 24. November, Nachmittags, die Einweihung des neuen Betsaales an der Herzog Maxstraße statt; die Mitglieder der Kultusverwaltung hatten sich fast vollzählig eingesunden. Der neue Betsaal dient während des Winters für die Morgen- und Abendgottesdienste, sowie für die hohen Festtage, an denen die Synagoge sich als räumlich ungenügend erwies, weßhalb schon in diesem Jahre in einem gemietheten Saale ein Filialgottesdienst während der hohen Festtage abgehalten werden mußte. Herr Dr. Werner vollzog den feierlichen Akt mit einer gedankenreichen, eindrucksvollen Ansprache. Das von Herrn Oberkantor K i r s ch n e r vorgetragene Maariv-Gebet beschloß die Feier.

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