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Der Israelit · 1901-12-05 · Heft 96 (5.12.1901) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 96 (5.12.1901)
Date
1901-12-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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WWWWWW WWWWWWWWWM P-T anr bilden die Bekenner mosaischer Religion auch hier in Ungarn zwei verschiedene Sekten; sie unterscheiden sich eine von der andern — wie sie es selber behaupten -- auch in wahrhaft dogmatischen Fragen. Wie ich weiß, haben sie sich auch in dieser Causa an zahlreiche rabbinische Autoritäten des Auslandes gewendet und von diesen auch das Gutachten erhalten, daß zwischen beiden Setten ein wahrhafter Unterschied der Dogmen obwaltet/' (Schluß folgt.) (Anmerkung der Redaktion. Mit Rücksicht auf die geschätzte Persönlichkeit des allgemein verehrten Verfassers haben wir diesen intereffanten Ausführungen bereitwilligst Raum gewährt, obwohl die wichtigsten Momente von unserem bewährten ungarischen Mitarbeiter bereits hervoraehoben wurden. Wir wollen auch gerne annehmen, daß die verehrliche Durchführungskommission unter Leitung ihres hervorragenden Präsidenten und im Einvernehmen mit den maßgebenden ungarischen ihre erhabene und heilige Million in ihrem ganzen Umfange erfaßt habe. In dieser Ueberzeugung halten wir es auch nicht für opportun, den in dieser Angelegenbeit von sehr achtbarer Seite eingesendeten Artikel: „Der dreißigjährige Krieg und seine Folgen", zu veröffentlichen. Daß die isr. Landeskanzlei die „Einheitlichkeit" des Judenthums mit aller Gewalt proklamirt — überrascht uns nicht im Mindesten. Es ist dies herkömmliche Taktik bei allen Reologen. Auch ist es eine bekannte, allerdings sehr traurige Thatsache, daß die Reformbestrebungen ü priori bei den Landesregierungen den Vorrang genießen. Die Orthodoxen müssen in der Regel ihre heiligsten und natürlichsten Reckte erst erkämpfen. Ist ihnen aber dies so glänzend wie in Ungarn gelungen, ist es Pflicht der leitenden Kreise, dem heiligen Prinzips jüdischer Gesetzestreue, durch energisch es, männ-' lich - würdiges Auftreten, bei jedem sich darbietenden Anlasse, ganz besonders aber im Verhältniß zu den maßgebenden Landesbehörden, öffentliche Ehrung und Anerkennung zu verschaffen.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 29. Rov. Der Vorstand der israelitischen Svnagogengemeinde (Adaß Jisroel), bestehend aus den Herren: I. R o s e n b l ü t h , A. Za morn und David Struck, versendet den folgenden Verwaltungsbericht: Im Verlaufe der letzten drei Jahre, für welche der gegenvärtige Bericht erstattet wird, hatte unsere Geineinde bedeutsame Ereignisse, wie noch nie seit ihrer Begründung, zu verzeichnen. Am 4. Tamus 5659 (12. Juni 1899) wurde unser geistiges Oberhaupt, Herr Rabbiner Dr. Israel Hildesheimer, uns durch den Tod entrissen. Was dieser Große in Israel, welcher unseren Rabbinerstuhl als Erster geschmückt und dem Ausbau unserer Gemeinde drei Jahrzehnte seine hohe Geisteskraft, seine edeln Herzenseigenschaften, seine unvergleichliche Energie selbstlos geweiht hat, was er uns gewesen ist, das vermag unsere Feder in dem engen Rahmen dieser Kundgebung nicht zu schildern, auch nicht in leiser Andeutung. Aber das segensreiche Ergebnis; seiner erhaltenden und schöpferischen Wirksamkeit glauben wir am zutreffendsten durch Hervorhebung der Thatsache bezeichnen zu können, daß an der Bahre chres in Ehrfurcht geliebten Rabbiners eine zu lebensvoller Entwickelung wohlgerüstete Gemeinde das Gelöbniß ablegen konnte, durch Forterhaltung und Förderung seines Werkes ihres verewigten Meisters Andenken in Ehren zu halten. Ihm vorangegangen war zu ewigem Leben sein wackerer Mithelfer, der vieljährige Vorsitzende unserer Gemeinde, Herr Hermann London. Jede unserer Institutionen bietet ein Zeugniß dar von der emsigen, stets zielbewußten Schaffensfreudiakeit dieses Mannes, welcher länger als ein Vierteljahrhundert in der Lösung schwierigster Aufgaben, aber auch in geduldiger Vollbringung der Kleinarbeit sein besonnenes Urtheil, seinen energischen Willen und seine begeisterte Thatkraft bewährt hat. Sein Name wird für alle Zeit mit der Geschichte unserer Gemeinde in Ehren verflochten bleiben. Trotz der tiefgehenden Wandlungen, welchen die Gemeinde unterworfen war. darf der Rückblick auf die letzte Periode die Mitglieder mit Zuversicht auf eine gedeihliche Fortentwickelung erfüllen. Die Anzahl der Mitglieder ist in Steigerung begriffen. Der Wiederbesetzung des Rabbinates widmeten die Verwaltungsorgane sowohl als die Gesammtheit der Gemeinde ein besonderes reges Interesse. Im November 1899 schied Herr Dr. Eduard Biberf e l d aus seinem Amte, nachdem er etwa 4 Jahre als Rabbinats-Assessor sowohl die Ritualinstitutionen unserer Gemeinde in reichem Maße gefördert, als auch insbesondere der Pflege des Thorastudiums seitens der Gemeindemitglieder seine lebhafteste Fürsorge zugewandt hatte. Am 25. Dezember wurde Herr Dr. Esra Munk, bis dahin 7 Jahre als Rabbiner der Gemeinde Adaß Jisroel in Königsberg i. Pr. segensreich wirkend, als Rabbiner erwählt. Herr Dr. Munk fungirt nun seit Juni 1899 als geistiger Führer unserer Gemeinde und hat bereits in dieser kurzen Zeit nach den verschiedensten Richtungen die aus seine Wirksamkeit gesetzten Hoffnungen gerechtfertigt, indem er stets auf das große Vorbild, das ihm in seinem Vorgänger gegeben ist, hinblickt und im Sinne wie im Geiste desselben für die Erhaltung der religiösen Einrichtungen und die Ausbreitung der Gotteslehre eifrig bestrebt ist. Auf diese Hochziele lenken auch die Predigten und Belehrungen im Gotteshause, welche nach einem regelmäßigen Turnus von ihm und seinem Amtskollegen,

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