Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 96 (5.12.1901)
- Date
- 1901-12-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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3110 Die fünf Vertreter gehören ebenfalls der orthodoxen Richtung an, doch stehen ihre Ramen noch nicht fest. Tie höchste Snmmenzahl mit 096>z vereinigte Frankel auf sich, und da die niedrialle Stimmziffer der orthodoxen Richtung 4072 betrug, die Höchstziffer auf der liberalen Liste aber war 2408, so kommt letztere auch sstr die fünf Vertreter nicht in Betracht. Eine vollständige Niederlage exii-cn die Zionisten, die als Höck>it- Aiiter nur 371 Stimmen auf ihren Kandidaten vereinigten. Berlin, 2. Dez. Hierselbst verstarb im Alter von 7:: Iabren .Herr Abraham Hey mann aus Aurich. der stob behufs einer Operation hierher begeben hatte. Ter Verstorbene ragte durch seine austerordentliche T'-öw'nigkeit und durch seinen seltenen Charakter leuchten^ hervor. Er war Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Rurich und leistete auch hier Vorzügliches. Sein Andenken sei zum Segen. 'Huc Schlesien und Posen, Ende Rov. Bei den in vielen Stadtaemeindcn unserer Provinzen stattgefundeueu Stadtverordneten Wahlen wurden zahlreiche Glaubensgenossen gewählt. In vielen Aemeindekollegien gehören der vierte oder gar der dritte Tbeil der Stadtverordneten dem jüdischen Bekenntnisse an-, in mehreren Stadtverordneten-Kollegien sind die Vorsitzenden oder ihre Stellvertreter Juden, die Magistrate enthalten durchschnittlich zwei Mitglieder — ein Vetoeis von dem Vertrauen, welches die Bürgerschaften ihren israelitischen Mitbürgern entgegenbringen und von der Freudigkeit, mit der diese die schweren Pflichten ihrer Ehrenämter erfüllen. - - In K a t t o w i tz legte der Kreisphysikus Dr. a n r & c r sein Amt aus Altersrücksichten niederihm folgt demnächst Kreisphysikus Dr. Größer in Großtochüh. Die Wiedcrbesetznng derartiger vakant ge- »voriu'ner Vhysikate durch Glaubensgenossen begegnet bei der Strömung des Tages großen Schwierigkeiten. In säst sämnrtlichen jüdischen Gemeinden Sevlenens und Posens iverden zum „Tempeliveiheseste" innerhalb der Woblthätigleitsvereine Festauisübrungen und Kinderbesthcnkungen vorbereitet. Rach der 2 t a t i st i k vom ersten Dezember 1900 bat die Provinz Schlesien 47,086, die Provinz Posen .‘••0,327 Juden, der Regierungsbezirk Breslau 20,280, der Regierungsbezirk Liegnitz 4031, der Regierungsbezirk Oypeln 20,270, der Regierungsbezirk Posen 22,303 und Der Regierunösbezirk Bromberg 13,024 indische Seelen. Jüdische Gemeinden mit mehr als 1000 Seelen find in der Provinz Schlesien: Breslau, Beuthen, Kattowitz, Gleiwitz, Rakibor, und in der Provinz Rosen: die Stadt Posen, Bromberg. Jnowrazlaw, 9'nefen, Lina, Kempen. Ganz Preußen bat 379,716 Juden. In :T{ a tibo r spendete Frau Sanitätsrath )l' o f c n t h a i zum Andenken an ihren verstorbenen Mann eine größere Summe, von deren Zinsen alljährlich, am Todestage ihres Mannes, an die besten jüdischen Religionsschüler und Religionsschülerinnen werthvolle Prämien ans dem Gebiete der jüdischen Religion und Geschichte vertheilt werden sollen. — In Gleiwitz verschied plötzlich Kaufmann Joses B ii r g e r im Alter von 60 Jahren. Vorstand und Repräsentantenversammlung widmen ihm folgenden öffentlichen Nachruf.- „Durch den Heimgang dieses wackeren Mannes hat unsere Gemeinde einen empfindlichen Verlust erlitten. Der Verstorbene war seit 1889 Mitglied der Repräseutantenversammluna und hat dieses Amt mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit und Sacblenntniß voll ausgefüllt. Wir werden ihm, der sich auf dem Gebiete wertthätiger Menschenliebe in hervorragender Weise bewährt hat, ein dankbares Andenken bewahren." — In I a st r o w feierte das Glasermeister Salomon Arndt 'sche Ehepaar die „goldene Hochzeit." Gleichwie König Wilhelm lV. den Eltern des Jubilars, so schenkte auch unser .Kaiser dem Paare eine „hebräische Bibel," die Bürgermeister Hempel feierlich übereichte. Die Glaserinnung, der Herr Arndt seit 00 Jahren angehört, übereichte ihm an dem Doppeljubilänm ein Ehrendiplom. Rach neueren Mitteilungen des Rabbiners Wolfgang aus Iaftrow hätte zwar dieser einen Antrag an das Eioiltabinei des Kaisers gerichtet, daß eine mit Illustrationen versehene hebr. Bibel dem Jubelpaare geschenkt werde, indeß die Antwort erhalten, daß die Gewährung hebr. Bibeln nicht mehr angängig sei, da die Buchhandlung, aus welcher die Bibeln angelauft wurden, schon vor einer Reihe von Jahren eingegangen sei. Die erste Version hatten Posener Blätter gebracht. Cvdtkuhnen, i. Dez. Die Sammellisten für Wvstiten von Stallupenen, hier und außerhalb (auch von Amerika), sind nunmehr geschlossen worden. Aus die Abgebrannten in Wystiten, über 140 Familien, kommen 4071 Ml. zur Vertheilung. lim möglichst Alle gerecht zu berücksichtigen, sind fünf Klassen von Hilfsbedürftigen gebildet worden, wobei mit peinlichster Genauigkeit darauf gesehen worden ist, auch den christlichen Einwohnern von Wvstyten Hilfe in reichstem Maße zu Theil werden zu lasten. Die Liste ist dem Landrath des Kreises Stattupönen zur Prüfung vorgelegt worden. Dieser wird dieselbe dann dem russischen .Kreischef in Willowischken übersenden, damit Niemand Einwände künftig erheben kann, als sei ein Theil der Bevölkerung über Gebühr berücksichtigt worden. Jüngst fand hier eine „Wohlthätigkeits-Theatervorstellung" vom hiesigen „Frauenverein" statt, welche Ml. 000 eingetragen bat. Der „Frauenverein," dem sowohl christliche, wie jüdische Damen angehören, hat nun der seit Jahren gelähmten, armen, jüdischen Wittwe Dluniewitz, die sich nicht ernähren kann und über deren Haupte neuerdings noch das Damokles schwert der Auslveisnng schwebt. Ml. 10 überwiesen, und deren Tochter für die kranke Mutter eine fortlaufende gleiche monatliche Unterstützung versprochen.