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Der Israelit · 1901-12-02 · Heft 95 (2.12.1901) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 95 (2.12.1901)
Date
1901-12-02
Page
– (sequence 21)
Language
German
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2103 „Für die durcb das Telegramm aus Dortmund in Veranlassung der Amtseinführung des neu gewählten Rabbiners Dr. Marx am 20. d. M. mir dargebrachte Begrüßung spreche ich dem Vorstande meinen ergebensten Dank aus. gez. von der R e ck e." Nun nahm Herr Dr. M a r x das Wort: „Lassen Sie mich die Erzählung von heute Morgen sortspinnen/' so begann der Redner und sckilderte dann in glühenden Farben das Begegniß Jakob's mit der Rahe! u. s. >v. „In dieser rührenden, einfachen und darum so ergreifenden Erzählung haben mir den Schlüssel zur Lösung des Räthsels, lvie ideale Bestrebungen sicher zum Ziele geführt werden. Jakob schaute in Nahe! nicht die herrliche Jungsrau, die spätere Gattin, Jacob schaute in ihr die Stammmutter, das Sinnbild des jüdischen Volkes der iwiE” no.je, Und der Stein, um im Bild des Midrasch zu sprechen, der auf dem Brunnen ruht, ist ihm der im ist», das sind die Steine, Hindernisse und Schwierigkeiten, die ans dem Brunnen w"n ans -ixe ruhen. Nicht der Hirten, großer Menschenmassen bedarf ein Jacob, um die gewaltigen Hindernisse, den V.-tin px hinwegzuwälzen, aus Rahel nur lenkt er seinen Blick, auf nsjs vniv" sein Ideal, ist sein ganzes Sinnen und Trachten allein gerichtet, nicht beachtend entgegengesetzte hindernde Bestrebungen, und der Einzelne wird riesenstark pxn nx bn'i und Jacob läßt mit Leichtigkeit die ihm nun leicht erscheinende Steine vom Brunnen gleiten, und der Brunnen ist erschlossen. Meine Freunde' Es war für mich ein beglückender Gedanke, als Ihr Ruf mich in Ihren Kreis führte, an der Spitze dieser Vereinigung einen Vorstand zu wissen, der bei Begründung unserer Bestrebungen nicht wartete, bis jxx ’vty b'z lcoxr, bis große Massen da waren, sondern wenn auch einzeln, den Blick nur aus Rahel, unser Ideal, aut das große Ganze allein gerichtet, die D’:ex, keine Hindernisse sah. pxn r» Vr. Und Gott sei Dank, der Begeisterung und Schaffensfreudigkeit unseres verehrten Vorstandes und vor allem unserem unermüdlichen Vorsitzenden glückte es mit Leichtigkeit, die E'rEX wegzu-- ic-älzen und so den wesenlosen Schein desprniX' dem jüdischen Idealen fremden Lande Westfalen zu zeigen. Und nun ist für den ixe die Quelle, der Brunnen, das Gottesgeseh, die alles belebende Thora freie Bahn geschaffen. Die Quelle ist zum breiten Strome geworden, der befruchtend Westfalens Land durchrauscht. Ich erhebe mein Glas mit dem Wunsche, daß wie seither der Vorstand mif mir gemeinsam seinem erhabenen Ziele znstrebe. zum Segen und Glück unserer heiligen Sache, stets schöpfend ans dem cmn wv “ixe seine Rahel's Ideale." Mit einem Hoch auf den Vorstand klang der so schöne Trinkspruch aus. Herr Raphael V r euer brachte alsdann als Delcgirier der Jeschiwoh-Kommission (Frankfurt a. M.) j dem neugewähtten Herrn Rabbiner die Grüße und j Wünsche jener Hochschule dar. Er erklärte den heutigen Tag für einen Ehrentag der Jeschiwoh, an dem einer der ihrigen zu solch auserwähliem Posten auserfehen worden sei. Daun rühmte er den Gefeierten, der einer der hervorragendsten Schüler gewesen sei, der stets mit glühender Begeisterung an;wnpn i;min gehangen und ibr obgelegen habe. Er schilderte ferner in lieblicher, anziepender Weise das innige Verhältniß der Talmiden, die sich bestrebten, gegenseitig sich geistig zu fördern und zu erbeben und, im Hinblick auf das hohe Ideal ihrer Bestrebungen, zu einem unauflöslichen Bunde sich vereinigt und eins fühlen. — " Auch diese Worte, die tvir nur inhaltlich wiedergeben, zündeten mächtig und fröhlich stimmte Alles in das Hoch auf den Herrn Rabbiner Moses Marx ein, in das sie ansklangen. Sinnige, durch mir. nr geschmückte Trinkspeuche brachte daun noch Herr Nathan Kahn- Köln aus, ebenso toasteten die Herren E l s b e r g - Hamm. Einil Gold s ch m i d t - Frankfurt a. M. u. a. lluterdeß liefen immerfort Begrüßungstelegramme und Schreiben ein, so vom Vorstand der „Freien Vereinigung Frankfurt a. M.", der „Jsr. Religionsgesellschaft zu Darmstadt," des Vereins „Sephath Emetb" daselbst, deS Vereins „Mekor Chajim-Frankfurt." ferner von vielen Herren Rabbinen und Privaten aus Frankfurt a. M., Fulda, Marburg. Hannover, Darmstadt, Kopenhagen. München, Leipzig. Gießen, Mainz, Berlin, Wiesbaden, Oldenburg, Lübeck, Düsseldorf u. s. w. So verlief dieser letzte Theil des Festes, das Mahl, ebenfalls in der gemüthlichsten, schönsten Weise. Das Ganze des Festes aber ist als ein herrlicher o»n «mp zu betrachten. Denn die Erhabenheit und Größe unserer heiligen Religion ist den Festtheilnehmern sowohl, tvie den vielen Anderen, die herbeigekommen waren, um von den Verhandlungen und den Prinzipien des Vereins Kenntniß zu nehmen, wiederum durch den beredten Mund der Herren Rabbiner auf das Ueberzeugendste und Mächtigste dargestellt worden, und der Eindruck, den das Ganze gemacht, wird bei jedem der Anwesenden ein unauslöschlicher bleiben. So möge denn der Verein, dessen Devise es ist mwn Ttfr6 mit der strahlenden Krone des Judenthums seine Angehörigen auf's Reue zu schmücken, fernerhin wachsen, blühen und gedeihen zur Ehre Israels und des Namens seines heiligen Gottes Yrrx! Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Frankreich. Paris, 26. Nov. Die Geschworenen von Air haben am 16. d. M. den wegen Mordversuchs ange klagten algerischen Agitator Talhoudec freigesprochen,

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