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Der Israelit · 1901-12-02 · Heft 95 (2.12.1901) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 95 (2.12.1901)
Date
1901-12-02
Page
– (sequence 20)
Language
German
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2102 noch den Plan gehabt, regelmäßige Konferenzen, wie solche in Marburg in der That schon vorhanden waren, in'S Leben zu rufen, und er sprach die Hoffnung aus, daß Herr Dr. Marx die Anregung der "Freien Vereinigung" in Frankfurt a. M. aufgreifen und im Verein mit den Lehrern Ersprießliches, auch auf diesem Gebiete, schaffen werde. Im Uebrigen ist im Laufe der Amtsthätigkeit des Herrn Referenten auch für solche Gemeinden Sorge getragen worden, die keinen eigenen Lehrer halten konnten, so daß diele Kinder, die tvie Heiden herangetoachsen. jetzt tlnterricht genössen. Besonders schätzens- und dankenswerth sei aber die seitens der Regierung an drei Orten geleistete Unterstützung, durch welche theils die Erhaltung einer Schule, theils die Anstellung eines Wanderlehrers ermöglicht wurde. Auch hier auf diesem Gebiete erwies sich wie immer die „Freie Vereinigung" hilfreich, und in einem Falle war es die Gemeinde und Ehewroh zu Marburg, die es ermöglichte, für zwölf .Linder Religionsunterricht zu schaffen. Endlich war es schon lange das Bestreben des Vereins gewesen, durch Einrichtung eines Restaurants in dem Mittelpunkte Westfalens auch den nichtwestfälischen Juden dienen zu können, die diese Provinz bereisen und bisher gezwungen gewesen, wochenlang ohne genügende Nahrung jit bleiben. Die Etablirung eines solchen Restaurants in Dortmund hat aber große Schwierigkeiten gemacht, Opfer an Zeit und Geld gekoste!, und mehr Anstrengung verursacht, als man sich denken kann. Aber trotzdem ist auch dies Bestreben nach Ueberwindung großer Hindernisse, namentlich durch die Schaffung einer geordneten Schechita, wofür Herr Dr. Wolf noch zuletzt thätig gewesen, zum Ziel geführt worden. und Biele haben dies mit Freude begrüßt. Durch finanzielle Unterstützung, welche dem Unlernehmen von Frankfurt und der „Freien Bereinigung" daselbst einerseits, durch Herrn Baron von Rothschild s. A. andererseits zu Theil geworden ist, würden die Kosten für Schochet und Schomer bestritten. Allen diesen gebührt der Dank und, sagt Referent, man sähe ein, daß zu leisten möglich sei, wenn nur Mittel vorhanden sind. Deßhalb möge nb U2T “ipk bs nur beisteuern, so viel er könne, dann würde unter beivährter Führung des Herrn Dr. Marx sicher sehr Großes geleistet werden können und mit Gottes Hülfe auch geleistet werden, und ruhig, langsam, aber sicher, würde man an's Ziel gelangen. An dieses Referat reihte sich das des Herrn Dr. B. Wolf-Köln, der in der kurzen Zeit der interimistischen Verwaltung rege Schaffensfreudigkeit entfacht und viel Gutes und Heilsames gewirkt hat. Ramens des Vereins sprach Herr Lewertoff nunmehr für diese hingebungsvolle Thätigteit in innigen Werten den Dank aus und ernannte Herrn Dr. Wolf ebenfalls zum Ehrenmitgliede. Es folgte nun der von dem Vorsitzenden erstattete Bericht über den Stand des Vereins, der als ein sehr erfreulicher zu bezeichnen ist und den Beweis erbringt, daß derselbe in schönster Weise sich entwickelt. So gehören dem Vereine 429 Einzel-Mitglieder und .14 Ehren-Mitglieder an, angeschlosten haben sich 2o Synagogen-Gemeinden. Herr Dr. M. Rubens- Gelsenkirchen, welcher über den Stand der Kasse referirte, erntete für seine Mühewaltung ebenfalls den Dank des Vereins, und es wurde ihm Decharge ertheilt. Die zum Schlüsse stattgehabte Neuwahl des Vorstandes hatte das Ergebnis;, das; sämmtliche bisherige Mitglieder desselben cinstiuunig wiederum ernannt wurden. Durch die herrlichen Reden und die anfeuernden Berichte, welche darthaten, daß die Sache des Vereines in stetem Fortschreiten und in guten Händen liege, hatte sich nun eine fröhliche, begeisterte Stimmung aller Festgäste bemächtigt, und diese kam bei dem nun sich anschließenden Festessen, welches durch schöne, gediegene Trinksprüche unb mir, nigewürzt war, auf das schönste zur Geltung. Das Mahl wurde von Herrn Restaurateur Wolfs in Dortmund, Ludwigstr. 13, zur größten Zufriedenheit der Theilnehmer, hergerichtet. Der erste Toast wurde von Herrn Dir. D. Lange ausgebracht und galt Sr. Majestät unserm Kaiser. In Beherzigung der Worte unserer Weisen 21 “\b ntvv „verschaffe dir einen Führer", und im Hinblick darauf, daß jeder Mensch sich ein bewährtes Vorbild nehmen müsse, nach dem er sich im Leben zu richten habe, feierte der Redner den geliebten Landesvater als Muster eines Führers, der sich nur von seiner heiligen Pflicht und dem ihm von Gott anvertrauten hehren Amte leiten lasse und, was er für recht erkannt, unentwegt ausführe. In das dem hochverherten Monarchen ausgebrachte Hoch stimmte die Versammlung begeistert ein und sang stehend die Nationalhymne. Herr Lewertoff erhob sich nun und gedachte in dankbarer innigster Weise Sr. Exeellenz des Staatsministers Herrn Studt, der in liebenswürdigster Weise den Bemühungen des Vereines für den Religionszweck sich geneigt gezeigt und regierungsseitig finanzielle Unterstützung gewährt hätte, Unvergeßlich, sagte der Redner, würde ihm die Audienz sein, Ivelche ihm Se. Excellenz zur Zeit gewährt, und das huldvolle Entgegenkommen, das er bei jenem hohen Herrn gefunden hätte. Sr. Exeellenz dein Herrn Oberpräsidenten der Provinz, Staatsminister Freiherrn von der Recke von der Horst galt daher das nun ausgebrachte feurige Hoch. Gleichzeitig wurden an beide hohe Herren unter freudiger, jubelnder Zustimmung der Versammlung Begrüßungstelegramme abgesandt. — Beide Depeschen wurden zur größten Freude des Vereins in huldvollster Weise erwiedert. In Dortmund lief Abends 7Vj Uhr folgendes Telegramm Sr. Exeellenz des Herrn Kultusministers ein: „Herzlichen Dank für freundliche Begrüßung. gez. Sind t." Se. Exeellenz der Herr Oberpräsident der Provinz Westfalen depeschirte unterm 22, November:

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