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Der Israelit · 1901-11-28 · Heft 94 (28.11.1901) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 94 (28.11.1901)
Date
1901-11-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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3057 falls heute schon Verständniß für die Sache des Vereins sich findet. „Und wenn auch der äugenfällige Erfolg derThatigkeit unseres Vereins noch nicht als glänzende Sonne leuchtend aufgegangen hinter dem Berge der sich e n t g e g e n t h ü r m e n den Schwierigkeiten, so dürfen mir in der Wolke, d i e den Glanz verschleiert, den un t rüglichsten 3t o r - boten des schimmernden Morgenstrahles erb licke n." Mit diesen Worten schloß Redner seine in allen Theilen, in Form wie Inhalt vollendete Rede. Herr Direktor Dr. Lange, dem nun die Einführung des Herrn Rabbiner Dr. Marx in sein neues Amt oblag, vollzog diesen Akt unter einer inhaltlich folgendes zum Gegenstand habenden Ansprache: Seinen Wünschen und Hoffnungen für den Verein habe er schon Ausdruck gegeben, aber er müsse es jetzt aussprechen, daß er fest überzeugt sei, sie würden durch Herrn Dr. Marx erfüllt werden. Er müsse gestehen, ursprüglich sei er nicht so siegesgewiß aewesen, sondern habe ernste Befürchtungen für die Zukunft gehabt. Nicht, daß er. Gott behüte, hochmüthig geglaubt hätte, mehr zu sein als ein Anderer, aber Jeder glaube doch nun einmal, wie er sie sich dächte, müsse sich eine Sache gestalten, denn er habe doch noch nicht lviffen können, ob nicht ein Anderer, der es noch besser vielleicht meinte andere Wege einschlüge, die er, der Redner, nicht für heilsam halte. Jetzt sei er beruhigt, er kenne Dr. Marx gut genug, um zu wissen, was er erstrebe, und wie er es erreichen wolle. Herr Dr. Marx habe es gelernt, sich in schwierigen Verhältnissen zu bewegen, er wisse, daß er nur die Hindernisse wegräumen müsse, die den Strom der Liebe für nun und nxe eindämmten, er sei ein fortissimus in re, fest wie einer in der Sache, aber suavissimus in modo, mild wie einer in der Form. Er würde gleich pnar sprechen drv brxi, würde ieden kleinen Fortschritt mit Freuden begrüßen, ohne gleich das Ganze zu verlangen, wie pnar von ‘iw nicht verlangt habe, daß er seine Natur ganz ändere, sondern daß er sein wildes Waidwerk zunächst nur benutze, dem alten kranken Manne eine Freude zu bereiten, der ihm dann schon den Segen ertheilen will. Er lDr. Marx) würde durch Wort und Beispiel Großes wirken: er brauche sich und seiner Vergangenheit nur treu zu bleiben, dann ginge er den Weg, der nach unser Aller Ansicht zum Ziele führe. Deßhalb, sagte der Redner, freute er sich, selbst das Glück zu haben, seinen Nachfolger in sein Amt einzuführen, er riefe diesem zu nnx *p:i -JXD2 möge sein Eintritt in's Amt der Eintritt eines Gottgesegneten sein, der Segen verbreitet. Herr Dr. Lange wies dann auf die Worte hin, mit denen er zum ersten Male vor diese Versammlung getreten sei, die Worte, mit denen NVv als der Erste seinen Nachfolger begrüßt, und die nach ihm noch mancher gesprochen, der seinen Nachfolger gesehen und von diesem gleich ihm (dem Redner) jetzt das Große erwartet, hätte, das er selbst nicht hätte leisten können, p-rx: prn — stark und fest und unerschütterlich in rvrn stark und fest im j Handeln ptnnr prn p7n wenn er stark sei, dann wür- > den diejenigen, die unter seiner Führung stehen, für das große Werk auch stark sein. — Die zuversichtlichen Hoffnungen, welche der Redner in Bezug auf die zukünftige Amtsführung des neugewählten Herrn Rabbiners zum Ausdruck gebracht : hatte, erfüllten die Anwesenden mit Zutrauen und; innigster Befriedigung, und Herr Lewer^osf sprach | abermals aus den Herzen der Festtheilnehmer, als er 1 den Herrn Dr. Marx mit px:22 nnx begrüßte und! die innigsten Wünsche in schöner Form an ihn richtete.! Alles war nun auf's Höchste gespannt auf die jetzt! folgende Antrittsrede des Herrn Dr. Marr. Allerdings > hatte man nach dem Rufe, der diesem neuen Dberhaupte j der vereinigten westphälischen Gemeinden vorangegangen war, und nach den Worten, mit denen er von seinem hochverehrten Vorgänger eben empfangen und eingeführt worden war, Erfreuliches erwartet. Aber diese Erwartungen tvurden um ein ganz Bedeutendes! übertroffen, als man in dem Herrn Rabbiner einen! Redner kennen lernte, der sowohl was Inhalt, Form, j wie Gewandtheit und Schönheit der Sprache etwas j ganz Außergewöhnliches bot, dessen wohldurchdachte! und plastisch schöne Vortragsart auf den Zuhörer aber? zündend und begeisternd wirkt; einen wahrhaft gotti begnadeten Redner, der durch die Lauterkeit seiner Ein-! pfindungen und edle Wiedergabe sein Auditorium i überzeugt. — (Erwähnt sei noch, daß Herr Dr. Marx i seine rabbinischen Studien bei seinem Vater, Großh.; Landesrabbiner in Darmstadt, im Veth - bamidrasch des Herrn Rabbiners Dr. Biberfeld - Berlin und; an der Rabbinerschule in Frankfurt a. M. absolvirt, : auch an letztgenannter sein Rabbiner-Examen gemacht; hat. Den allgemeinen Studien hat er an den Univer j sitäien Würzburg und Berlin obgelegen und seine! Doktor-Promotion summa cum laude 6efta:tben.) Wir sind in der angenehmen Lage, die herrlichen Worte des; Herrn Rabbiners, wie folgt, bringen zu können. : Hochverehrter Herr Direktor!! Lieber Freund und Kollege! Hochansehnliche Versammlung! Lasten Sie mich in diesem feierlichen Augenblicke, dem weihevollsten Moment meines Lebens, da sich er- , füllt das Sehnen meines Herzens, da zur Wahrheit geworden der Traum meiner Jugend, da zur Frucht herangereift, was ein im heiligen Dienste des Judenthums stehender Vater dem zarten Knaben als Keim in die Brust gelegt, mich dazu erzogen — und mir mein zukünftiges Leben vorgelebt, durch eigenes begeistertes und begeisterndes Wirken und Streben für das Judenthum — lasten Sie mich in dieser Stunde zunächst dem Schöpfer und gütigen Spender alles Glückes und i Segens danken, danken mit den Worten, die der Jude in frohbewegten Stunden seines Lebens spricht:

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