Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 93 (25.11.1901)
- Date
- 1901-11-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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2046 „Bin sehr erfreut, mein lieber Junge, Deine Bekanntschaft zu machen. Aber Du hättest mir nicht vorgestellt zu werden brauchen, ich hätte Dich unter Hunderten erkannt als den Sohn Deines Vaters, dem Du ja, wie man es nennt, geradezu aus den Augen geschnitten bist. — Was willst Du einmal werden?" „Ich will Arzt werden, wie der Papa." „Arzt willst Du werden? — Da mußt Du aber ungeheuer viel lernen." „Das macht nichts, das thue ich gern." „Aber warum willst Du nicht lieber Offizier werden, so wie ich?" „Ich werde auch dienen, wenn ich mit dem Universitätsstudium fertig fein werde." „Wie der Papa," schaltete der Oberst ein, der an dem lebhaften Knaben seine Freude hatte. „Dann wünsche ich Dir nur einen ebenso freundlichen Vorgesetzten, wie ich in Herrn von Rauhenstein hatte," sagte der Doktor. „Darüber machen Sie sich keine Sorge. Wenn das Bürschchen so fortfährt — und ich zweifle nicht, daß er so fortfahren wird — dann wird er seine Carriere machen —" „Aber die Herrschaften stehen noch immer hier, — darf ich bitten, sich hinauszubemühen, meine Mutter ist draußen auf der Veranda — und da ist ja auch Ihr Lieblingsplatz, Fräulein von Rauhenstein." Alle begaben sich hinaus auf die Veranda, wo Frau Müller sie mit freundlicher Herzlichkeit begrüßte. Der Oberst verneigte sich vor ihr mit echt ritterlicher Galanterie und sprach auch ihr zunächst seinen Dank aus für all die Liebe und Güte, die sie seiner Nichte erwiesen. Dann setzte er sich zu ihr und war geradezu entzückt von der feinen Lebensart der alten Dame, die ihm so viel Schönes über seinen Liebling zu sagen wußte, und der man es ansah, daß es nicht leere Phrasen waren, sondern daß sie alles, was sie sagte, auch dachte und empfand. Während nun der Oberst mit der alten Dame sich unterhielt, war es selbstverständlich, daß der Doktor sich in der Nähe der jungen Dame niederließ und eine Unterhaltung mit ihr anknüpfte. Dunkle Gluth überzog wiederum im ersten Moment ihr ausdruckvolles Angesicht, ihr Herz klopfte zum Zerspringen; doch schon nach wenigen Minuten gelang es ihr, die Befangenheit zu überwinden und sich als Dame von Welt zu zeigen, als die sie in den feinsten CTirfeln zu glänzen gewohnt war. (Fortsetzung folgt.) Auflösung des Meis-Aäthsets rn Mr. 88. Mnstras enthält na* an atr* Zur Erklärung. ronn ist bekanntlich die Arche, in welche die Brüder hineingingeu; nuTin (mit v ist das Wort, welches die Nanien der drei Brüder enthält, und in welchem sie eingeschlossen ble den. Unter den Einsendern der richtigen Lösungen wurde geloost und erhält der Gewinner, Herr Benny Meyer—H a mbur g. Rappstr. 13, ein Wert nach eigener Auswahl aus unserem Verlag franko zugesandt Weitere richtige Lösungen sandten ein: LA,rer I. Stöffel —Horburg Salomon Bendilt, Prävaran^enschüler- Höchberg, Rabb -Eaud. Samuel G auer—Mikultnce (Galizien), Eantor I Bloch—Blatzheim i Elf , Samuel Wolarski — Zabern i Eis, Alfred Weinberg- Bodenfelde. Wochen-Kalenöer. Freitag, 29. November, 18. Kislew. Sabbar Anfang in Mainz u. Frankfurt a.M. 4 llhr — Min. Samstag, 30. November, 19. Kislew, Sabbat-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a. M. 5 Uhr 15 Min. — Berlin 4 Uhr 40 Min — München 5 Uhr 10 Min. — Hannover 5 Uhr 02 Min. — Stuttgart 5 Uhr 13 Min. — Prag 4 Uhr 55 Min. — Straßburq 5 Ubr 20 Min. - Posen 4 Uhr 36 Min. — Stettin 4 Uhr 39 Min. Der „JSraelit" erscheint wöchentlich aweiuial, Montagg and Donnerstags, iebcfouri fas mindestens zwei Bogen. P>eis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Ma» abonnin ganzjährlich, halbjährlich od?r vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Drr Buchhandel vrrkehrl durch V. jff. Kleinacker, Neipflg, Rohplah jb.— Inserate 25 Pfennig die vierAespalteue Petitzeile »der deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für'S AnSlau» lS*Marl, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3702. Telephon 315. Mae Rücksendung der an die Rcdaction eingesandten Mannscripte findet nicht statt, «an bittet deckchaLb, fich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalten. Stellensuchende erhalten auf Wunsch die Jnseraten-Beilage vier Wochen laug gratist »nd franeo »«gesandt. Ebenso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des JnscrttonsbetragS an außer Stelle Bestnoliche dick nach Erlangung einer solchen. Inhalt: (Hauptblatt): Leitender Artikel: Die jüdischen Verhältnisse in Ungarn. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt a. M. Potsdam. Wiesbaden. Leipzig. Darmstadt. Oesterreich: Wien. Brünn. 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