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Der Israelit · 1901-11-25 · Heft 93 (25.11.1901) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 93 (25.11.1901)
Date
1901-11-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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2041 wäre aber selbstverständlich die Anerkennung der Ortho- , doren als separate, jüdische Konfession, also eine J Sanktionirung des orthodoxen Standpunktes seitens > der Kongreßpartei. Das wollen die Herren Josef Simon und Martin Schweiger um jeden Preis Verbindern. Um nun die jungen Hitzköpfe im eigenen Lager theilweise zu besänftigen, wird seit sieben Jahren alleweil um diese Zeit, mit dem Projekte des einheitlichen Kongresses konfessionelle Politik getrieben. Kurzum, der einheitliche Kongreß wird allenfalls nicht sobald zu Stande kommen. Aber doch ist es höchste Zeit, daß die Orthodoxen zur Konsolidirung ihrer Verhältnisse in ernstliche Aktion treten. In ihrem Jahresbericht beklagt es auch die Landeskanzlei, daß die im Sinne des Kongreßgesetzes auf j die Rabbiner verwendete Summe von 7600 Kronen im! Vergleich zu den übrigen Geistlichen eine verschwindend > geringe sei. Die geehrte Kanzlei will auch damit Sand in die Augen streuen. Sie war es, die den Kultusminister insormirt hatte, daß Rabbiner, die nicht maturirt haben, nicht bis 1600, sondern blos bis 800 Kronen ihren Gehalt ergänzt bekommen sollen. Der unparteiische Sekretär der Landeskanzlei wollte auch in d i e s e m Belange das hiesige Rabbinerseminar bevorzugt wissen. Damit aber orthodoxe Rabbiner, die hierzulande in der Regel nach Absolvierung der talmudischen Studien maturiren, von der Kongruabegünstigung ausgeschlossen werden, ist nach Aufklärung der Landeskanzlei vom Kultusminister sogar eine nachträgliche Interpretation erschienen, daß n u r solche maturirte Rabbiner auf 1600 Kronen Anspruch erheben können, die nach der Matura noch drei Jahre hindurch eine ungarische Rabbinerschule frequentirt haben. Und das ist bekanntlich nur bei Seminarzöglingen der Fall. Um die Rothwendigkeit eines einheitlichen Kongresses zur Regelung wichtiger Angelegenheiten zu demonstriren, versuchte es die Landeskanzlei bei gewissen Anlässen auch mit einem„sansten Druck," ihrem Ziele zuzustreben. So ließ sie nach Einführung der Zivilehe offiziell verlautbaren, daß die religiöse Eheschließung, resp. die diesbezügliche Kompetenz des Rabbiners in seinem eigenen Sprengel von gesetzeswegen aufgehoben sei. Dieser sanfte Druck blieb aber ganz erfolglos und so sah sich die geehrte Kanzlei gen'öthigt, das ausschließliche Trauungsrecht des Rabbiners aus dein Gebiete seines Rabbinats durch eine neue Verordnung des Kultusministers feststellen zu lassen. Auch bezüglich der „Einheitlichkeit" des Religionsunterrichts haben di- Distriktspräsidenten Beschlüsse gefaßt. Die Theologen des Budapester Gemeindedistriktes haben die Lehr Keine ausgearbeitet und; eine Landeskommission soll Diefeiben endgiltig seststellen. Die Herren haben sich aber darüber nicht geäußert, ob diese „Einheitlichkeit" auch auf die orthodoxen Gemeinden ausgedehnt werden soll. Die Konstituirung der alten Kongreßdistrikte soll i also die Grundlage des neuen Kongresses bilden und! der s o inaugurirte neuerliche Kongreß soll auch von den Orthodoxen beschickt werden? Wie naiv sind doch diese Herren Distriktspräsidenten! Für solche Znmuthungen hat das gesetzestreue Judenthum nur eine Antwort: , “iSTr naa> M Hinsichtlich des neuerlichen Kongresses wurde noch beschlossen, daß die Landeskanzlei für die ehebaldigste Konstituirung der noch nicht konstituirten Distrikte Sorge tragen möge, damit die Vorbereitung des Kongresses seinerzeit ungehindert vor sich gehen könne. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, im Rov. Das „Komitee für Chanuka- Bescheerung" versendet den folgenden Aufruf: „Tie bevorstehende rauhe Jahreszeit mahnt uns aus'- 'Reue an die Bedürftigkeit der großen Schaar jüdischer Kinder, welche die Kommunalschule besuchen. Wie alljährlich, so ivenden wir uns auch diesmal an die bewährte Mildthätigleit unserer Glaubensgenossen mit der herzlichen Bitte, uns durch Spenden für die Chauuta-Befcheerung zu unterstützen. Es gilt mit diesen Gaben nicht nur dem äußeren Mangel zu steuern, sondern in die jugendlichen Seelen lebensfrohes Vertrauen zu pflanzen und in den Kinderherzen hoffnungsvolle Gefühle für die Zukunft zu erwecken. Es sind im vorigen Jahre nach vollständiger Prüfung jedes einzelnen Gesurbes 1100 Kinder mit Stiefeln, Kleidungsstücken, Wäsche und Lehrmitteln versehen worden; hierbei sind wir bestrebt gewesen, in den Kindern den Sinn für Ordnung und Sauberkeit zu wecken und ihren Fleiß anznsvornen. So haben auch die armen Eltern in ihrer schweren Sorge um Die häuslichen Bedürfnisse eine wohlthuende Enilastung erfahren. Wir geben uns deßhalb der Hoffnung hin, daß unsere Bitte wiederum von Erfolg begleitet sein werde. Durch das Hinscheiden zweier lieben Kolleginnen ist unser Komitee von einem schweren Verlust betroffen. Frau Arnold Weiß und Frau Michael Fiegel haben mit Treue und Hingebung au unserem gemeinsamen Liebeswerk gearbeitet; wir betrauern aufrichtig ihren Heimgang und werden ihr Andenken stels in Ehren halten. — Das Komitee nimmt Beiträge an Geld, Stoffen, Jugendschristen oder dergleichen mit Dank entgegen und ertheilt gerne nähere Auskunft. Das Komitee für Chanuka-Bescheerung. Berlin, im Rov. (Lesehallenwahl.) Nachdem der „Verein Jüdischer Studenten" (im B. I. C0 sich im vorigen Jahre zum ersten Mal an den Lesehallenwahlen betheiligt hat, und zwar mit recht günstigem Erfolge, stellt derselbe auch dieses Jahr wieder eigene Kandidaten aus, nämlich cand. med. Erich Rosenkranz, cand. phil. Emil K o h n und cand. jur. Bruno Blau. Bei der großen prinzipiellen Be-

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