Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 92 (21.11.1901)
- Date
- 1901-11-21
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449146-2449233--54720-2505437- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3018 „Nicht wahr, davon bist Du wohl auch überzeugt, Onkel, und kannst Dir wohl denken, daß ich mich um seine Vorschriften nicht im Geringsten kümmere." „Hm, hm," machte der alte Herr. „Aber da kommt Juanita, um den Tisch zu decken. Jetzt muß Du vor allem essen." In der That trat die Kammerfrau eben mit dem Speise-Service in das Zimmer. Mit schüchterner Ehrfurcht grüßte sie den Verwandten ihrer Herrin, der den Gruß, gegen seine Gewohnheit, kalt und schroff erwiederte. Denn nicht mit Unrecht gab er der Kammerfrau Schuld an dem eingetretenen Bruch zwischen seinem Sohne und seiner Nichte. Aber er hatte bereits eingesehen, daß sich gegenwärtig nichts in der Sache thun lasse, und obgleich er noch immer hoffte, daß sie sich mit der Zeit wieder zuziehen werde, wollte er vorläufig keinen diesbezügilchen Versuch mehr machen. Ihm war Jsabella's Verkehr mit einer angesehenen jüdischen Familie nicht nur nicht unangenehm, sondern unter den obwaltenden Verhältnissen sogar sehr willkommen. Wo immer das junge Mädchen sich zeigte, mußte ihre ungewöhnliche Erscheinung Aussehen erregen, im Verkehr mit ihren Glaubens- und Standesgenossen war es geradezu unmöglich, sie jedem männlichen Einflüsse fern zu halten, und wie leicht konnte sie da nicht an einen mehr oder weniger interessanten jungen Mann ihr Herz verlieren und dadurch für seinen Alfred definitiv verloren sein. — Im Verkehr Jsabella's mit Juden hatte er dergleichen nicht zu fürchten, mochten die Juden noch so interessant sein, daß eine Rauhenstein ihr Herz an einen Juden verlieren könnte, war undenkbar. — Und daß sein Sohn das nicht einsehen wollte! — Er mußte es ihm demnächst gehörig auseinander setzen, und wenn er nicht geradezu blind für das eigene Interesse war, so mußte er einsehen, daß sein Vater im Recht, und daß er I nichts Gescheiteres thun könne, als sich bei seiner Kou- ' sine wegen seines unqualifizirbaren Briefes zu entschuldigen. (Fortsetzung folgt.) Wochenchronik. Sabbat Wajeze. Samstag, 12. Kislew An diesem Tage 5242 (4. Novemb. 1481) war eine Judenverfolgung in Sevilla. — Salomo Luria, Rabbiner in Lublin (VEnno) Verf. v. pk!? D’ u. a, gest. 12 Kislew 5334 (7. November 1573.) — Jsack Lamvronti, Rabbiner in Farrare, Verf. von "ins pny\ gest. 12. Kislew 5517 (5. Dezember 1756) — Josef Meschulam Kahn. Rabbiner in Hannover, gest. 12. Kislew 5464 (20. November 1703). Sonntag, 13. Kislew. Afarja de Rosst, berühmter Gelehrter, Verf von D'l'y "))NE u. a., gest. 13. Kislew 5338 (23. November 1577) Montag, 14. Kislew. An diesem Tage 5560 (12. Dezember 1790) wurde Maler Oppenheim in Hanau geboren. — An biefem lafle 5424 (13. Dezember 1663) erlitt Matisjahu Ealvari, Avocheker in Krakau, den Feuertod. — Simon Bamberger. Distrittsrabbiner in Aschaffenburg, Vers, von nrro nytp u. a., gest. 14. Kislew 5628 (9. Dezember 1897). Dienstag, 15. Kislew. Moses Kann, KlanSrabbiner und großer" Wohltäter in Frankfurt, gest. 15. Kislew 5522 (11 Dezember 1761.) — Josef Abraham Friedländer, Rabbiner in Brilon, Verf. von *)D9 unw, gest. 15. Kislew 5613 (26. November 1852). Mittwoch, 16. Kislew. Jsack b. Jakob, Rabbiner von Proßnitz, gest. in Lemburg 16. Kislew 5399 (23. November 1638). Donnerstag, 17. Kislew. An diesem Tage 5110 (29. November 1349) war eine Judenverfolgung in Augsburg. — Maier Bunszlau, Rabbinatsassessor in Prag, gest. 17. Kislew 5530 (16. Dezember 1769). Freitag, 18. Kislew. Arje Löw b. Josef, Prediger in Posen, starb infolge der Tortur am 18. Kislew 5497 (22. November 1736). Der „Israelit" erscheint vSciientticb zweimal, Montag» nad Donnerstags, jede»mal t» mindestens zwei Bogen. P eis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Ma» abonniri ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel vrrkrhrl durch V. jff. Skrinsrkrr, Leipzig, Notzplatz sb. — Inserate 25 Pfennig die vierKespaltene Petitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für'* Anstand l< Mark, an di» Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3702. Telephon 315. Eine Rüchfeudung der an die Redaetion eingesandten Manuscripte findet nicht statt, «an kittet deshalk, stch von alle« Einsendungen eine Copie zurückzubehalten. Stellensnchende erhalten auf Wunsch die Jnscraten-Beilage vier Wochen lang gratis nnd ftaucm ingefandt» Ebenso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des JnsertionSbetragS au außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solche«. Inhalt: (Hauptblatt): Leitender Artikel: Himmlische und irdische Gewänder. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Brandenburg a. H. München. Oesterreich: Wien. — Feuilleton: Nach vierhundert Jahren. (Fortsetzung.) Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Ein antisemitischer Graf gegen die Reichspstege. — Zeitungs- »achr chten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Berlin. Arnswalde. München. Darmstadt. Frankreich: Paris. Dänemark: Kopenhagen. — Sprechfaal. — Vermischtes Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Das orthodoxe Judenthum. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oesterreich: Lemberg. Krakau. England - London Rußland: Kiew. Inhalt der dritten Beilage: Die israelitische Bevölkerung Preußens. Verantwortliche Redaetion: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschast in Mainz. Hierzu drei Beilagen.