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Der Israelit · 1901-11-18 · Heft 91 (18.11.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 91 (18.11.1901)
Date
1901-11-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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MWWWWW WWWWW 1991 enigegenbrachte, in wenigen Jahren auf 110 Schüler; die (Sdjuh erwarb daher ein eigenes Haus in der Blumenstraße, das 3869 bezogen wurde. Dr. Auerbach unterrichtete während der ersten Jahre in den verschiedensten Fächern, namentlich in der 'beschichte, der deutschen Litteratur und in den fremden Sprachen. Seine Hauptthtäigkeit aber wandte er dem Religionsunterricht Zu und wußte die Jugend für die heiligen Schriften des Judenthums ganz besonders zu erwärmen und zu begeistern. Auch auf die Erwachsenen wirkte er durch regelmäßige religiöse Vorträge, in denen fein reiches Wissen, feine innige Ueberzeugungstreue und seine zündende Beredtsanikeit in gleicher Weise zur Geltung kamen und die Hörer mächtig ergriffen. Für den bedeutenden Einfluß, den er hier ausgeübt, svricht die treue Anhänglichkeit, die ihm zahlreiche hier und auswärts lebende ehemalige Schiiler bis an sein Lebensende bewahrt haben. Sehr schmerzlich berührte es weite Kreise der hiesigen Gemeinde, als Dr. Auerbach im Jahre 1873 einer Berufung nach Halberstadt folgte, um den dort erledigten Nabbinersitz seines Vaters einzunehmen. Der Entschlafene hat dort mehr als 28 Jahre rühmlichst gewirkt und eine führende Stellung unter den deutschen Rabbinern erlangt. Immer aber hat er seine Beziehungen zu Fürth aufrecht erhalten und sich feiner pädagogischen Thätigkeit hier, die ihm so viele Freunde und Anhänger erworben hat, stets gern erinnert. Am Schlüsse des Vortrages wurde noch des vor einigen Monaten verstorbenen eifrigen Vorstandsmitgliedes der Schule, Herrn Henoch Zimmer, der für die Interessen der Schule mir großem Erfolge gewirkt hatte, rühmend gedacht. Hcilvronrr, 11. Nov. Im Saale zum Württenberger Hof" hielt gestern Herr Kirchenrath Dr. Kroner von Stuttgart im Verein für iüd. Geschichte einen Vortrag über „Die Psalmen". Eine außerordentlich große Anzahl von Damen nnd Herren erquickte sich an den formvollendeten, packenden, von jüdischem Geist durchgliihten Ansführungen des gewandten Redners. Einleitend kennzeichnete derselbe die Aufgabe der Talmud- Thorah-Vereine, welche jüdisches Wissen pflegen sollen und der Geschichtsvereine, die jüdisches Fühlen und Bewußtsein wecken müssen Sodann wurde Einteilung, Abfassung, Ueberschriften und Inhalt der Psalmen anschaulich vorgeführt und Stellung genommen gegen die Forscher, welche die Abfassungszeit der Psalmen nicht weit genug Hinausrücken können, namentlich dem König David jegliches poetische Verdienst absprechen. (Olshauien, Staude.) Mit einem warmen Apell an das jüdische Bewußtsein schloß der Redner seinen lehrreichen Vortrag. Herr Rabbiner Kahn erinnerte noch an die Befruchtung, welche die deutsche Poesie durch die Psalmen erfuhr, an den Einfluß auf Schillers ästhetisches Empfinden, was man am Geburtstage unseres größten Schwaben besonders zu sagen verpflichtet sei. Das Studium Schillers sei empfehlenswert!), es dürfe aber das Studium unserer jüd. Schriften nicht verdrängen. Es müsse heißen: „Unsere Psalmen, — unser Schiller!" Ungarn. Budapest, im Rov. (Ein netter KultuS- Präses.) Im Bereger Komitat ist bekanntlich der rühmlichst bekannte Großwardeiner Bürgerschuldirektor Jakob Gabel mit liberalem Programm als Abgeordneter-Kandidat aufgetreten. Sein Gegner war der „jüdische" Advokat Edmund Barta, ein Anhänger der Kossuthpartei. Gabel, der auch die Unterstützung der Regierung hatte, ist vor der Wahl zurückgetreten. Obwohl er nun sein Vorgehen in einer von ihm veröffentlichten Kundgebung rechtfertigte, hat man es doch in vielen Kreisen verübelt, daß er seinem Gegner bas Feld geräumt. Run stellt es sich heraus, daß er vollkommen korrekt gebandelt. Es fand stch nämlich ein jüdischer Kultnsvorsteher, der mit der gefährlichsten antisemitischen Waffe die jüdischen Wähler zu Gunsten des zur traurigen Berühmtheit gelangten Advokaten einschüchterte. Es ist dies der famose Vkzepräses der großen Munkaeser jüdischen Gemeinde, der an den Bilkeer Rabbiner ein Schreiben richtete, in welchem es unter anderem schwarz auf weiß geschrieben steht: „Ich — Gott sei Dank — bin seit meiner Jugend daran gewöhnt. den göttlichen Kampf zu kämpfen und mein Herz emvfand nie das Gefühl der Entmuthigung. Aber diesmal zerfloß auch mein Herz, als ich gestern und auch heute von mehreren christlichen Seelsorgern vernahm, daß in Ihrem Bezirke jüdisches Blut in Strömen fließen wird. Von denselben hörte ich auch, daß die Felvideker Juden sich deßhalb einen Juden sGabeN auS entfernter Gegend nahmen, weil sie zu rituellen Zwecken Ehristenblnt gewinnen wollen. Was wird daraus werden? Abschlachtung, Mord und P künde r u n g." Leib H a r t st e i n heißt dieser saubere Rosche- Kobvl, der diese Drohung an den Rabbiner schrieb. Diese Schandschrist befindet sich im Original — der Brief ist bebräisch geschrieben — im Besitze des gewesenen Abgeordnetenkandidaten Jakob Gabel. Leib .Hartstein gerirt stch sonst als Chastd; auch die Gemeindemitglieder in Munkacs sind zumeist Ehastdim. Wir wollen auch keineswegs die Cbastdimrichtung für die politische Ausschreitung eines ibrer Parteigänger verantwortlich machen. Aber gewiß ist es, daß dieser chnstdische Hochstapler einen Schandfleck in der Mim kaeser orthodoren Gemeinde bildet. Oder wollen vielleicht die Munkaeser Ehastdim die Wahrheit des Weisenspruches demonstriren: .W Sv pee p« vwiNt Sy cnrw rc'rs p cx lieber die Ouali tat des „Juden" Barta haben wir seinerzeit in diesen Plättern ausführlich berichtet. Er war es, der im ungarischen Parlament die aeseßestreuen Juden als Gegner des nnaarischen Staates stpgmatistrte. Bor nicht langer Zeit hat stch in seinem Familienleben folgende charakteristische Evisode zngetraaen. Dieser ..indische" Devntirte bat bekanntlich alle seine Kinder selbst zur Taufe geführt. Run hatte er eine heirathsfähige Tochter, die stch mii einem Budapester Advokaten

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