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Der Israelit · 1901-11-14 · Heft 90 (14.11.1901) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 90 (14.11.1901)
Date
1901-11-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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leiten könnte. Im (leiste des Midrasch deutet Nai'chi die Motivirnng vnn ts? *d: Jsack selbst mar das 'Mild, das Esan durch allerhand aus Tauschimg berechnete Redensarten zn nrngarnen iviißie: vot: heisi ton ~y rrn Und dann hätte Elans Vcrheirathung mit den glaubens- und sittenlosen Kaiialliteriiinen, wodurch er sich unfähig und abgeneigt zur Fvrlsührnng der abrahamischen Triditionen zeigte, Jsack die Augen über den heuchlerischen Sohn offnen müssen. Zwar bereiteten die unerwnnschten Schwiegertöchter anät Jsack Herzeleid genug: n>-> ':\"rv; aber wie er nicht die Energie besessen, dem Sohne diese Verbindungen zn nnltrsagen, so besann er sich auch jetzt noch nicht daraus, ivas an Esan Wahres, löbliches sen -- Biel besser Hane ihn die Mutter erkannt. it Schrecken dachte sie daran, daß diesem Sohne nach dem Rechte der Erstgeburt und durch die blinde Neigung dcS VarecS die hehre Ausgabe des abrahamischen Hauses ziisallen miisse. Welcher Zukunft ging ihr Geschlecht unter solchem Führer entgegen. Darum muhte sie um jeden Preis verhüten, daß dem Chan diese Führerrolle znnel. Wir billigen nicht die Mittel, die sie angewendet, 5it denen sie auch den Sohn überredet. Die Moral des Fndenihnms hat zu keiner Zeit schlechte Mittel zugelassen zttr Ecürebnng auch der löblichsten Ziele. -i<dn nrnreP 7~'2';2 N-r rry;:. So lautet die rigorose Entscheidung unserer Führer auch in Dingen von viel minder wichtiger Natur, als sie hier in Frage kommen und wir können ruhig dieien San denjenigen unserer Angreifer cnlgegeubalten, deren geistige Schildhalter das zweifelhafte Mittel nicht immer verworfen, wenn ihnen der Zweck nur „löblich" erschien. Wie gesagt, wir versagen Rcbeckas Maßregeln unsere Zustimmung, wenn wir schon die Seelenaugst begreifen, die sie zu solchem Schritte trieb — der ein großes Unheil abwendete. — llnd auch Jsack - wir folgen darin dem Midrasch — ist die Erkeuntniß gekommen, daß er im Begriffe gcsta ’t'cn, einen ungeheuren Mißgriff zu thun. Das gar verschiedenartige Verhalten der Söhne harte ihm zu dieser Einsicht verholten. npy' pip P-pn Diese augeitehme Tonart, dieses feine, urbane We'üm, entspricht demjenigen Jakob's hatte er eben noch anerkennend geäußert, ohne bestimmt zn wissen, welchen der Söhne er vor sich habe, da stürmte Esan in das Ziminer wy ’T □,Tm, da kam die Tatze der Bestie zum Vorschein. Esan hätte nicht uöthig gehabt, zur Bekräftigung der Identität noch seinen Namen zu uenucu, sein rauhes, rohes Wesen machte ihn zur Genüge kenntlich. Niemals war Jsack der Unterschied in der Kultur der Dohne in diesem Grade zum Bewußtsein gekommen. In diesem Augenblicke fühlte er, was er in der Erziehung Esans versäumt, wie dieser Sohn nicht in Frage kommen kannte, wenn es galt, die höchsten Güter der Menschheit zu vermitteln. Und diese plötzliche, beinahe zu spät erlangte Erkeuntniß erfüllte Jsack mit tiefem Schrecken: ind ly ,T?ru rmn Fnsr nm und mit Recht legt ihm der Midrasch die Aeußerung in den Mund: .rvü~on pn 2pyy Poirtt' D'pnn pm 'in tidpd ntt’y:ii£f N<n ’d Welche feindselige Riacht hat sich da zwischen mich und den göttlichen Willen drängen wollen, um Jakob am Empfange der Segnungen zu hindern. Wir suchen die feindseligen Mächte, wie es hier Jsack gethan, gar häufig außer uns, anstatt sie in den eignen Schlvächeu. der eignen .Kurzsichtigkeit zu entdecken. „Von allen Fehlern der Zöglinge", sagt ein berühmter Erzieher, „suche der Kehrer zuerst den Grund in sich." Docl) noch eine andere N'utzailweudung, außer vielen anderen, die nicht noch einmal anfgesührl zu werden brauchen, sei ans der Familiengeschichte Jsacks heransgestellt. Es ist schlimm, wenn die Wirkung.n, die von den verschiedenen Drganen der Erziehnng ausgehen, sich lähmen, sich dnrchkrenzeu. Und ebenso falsch ist die Meiuiing, die in den letztet! Wochen so vielfach laut geworden, als hänge die religiöse nun sittliche Bildung der Jugend überwiegend. von der Min:er ab. Wohl übt die Min rer einen großen Ein st ns; ans die Färbung des GemülbeS, aber das firi*:c!jc Rück um. den Erna d r Kebensnihrnng kann das ebind nur d-.r Einrvl'rknng des Vaters, des K brers verdanken, lind von dieser Hebe: zengnilg ist schon die pädagogische Weisheit des königlichen Sprnchdichters getragen, ivenn ne sich also vernehmen läßt: T-*'' 'j- P'-Z‘ -':h rvTin Auch hier ist die „strenge Zucht" dem Vaier zugewiesen; „die guten Kehren" sind der lUnttcr Theil. Zeitungsrrachrichte« unv (Korrespondenzen. Deutschland. (s'Ms, 11. N00. Das Israel. EentraEWaisen- und Mädchenheim hat das vierte Jahr seines Bestehens vollendet und wiederum einen gedeihlichen Fortgang genommen. Die Zahl der Zöglinge ist gegen Ende des Berichtsjahres aus 33 erhöht worden. Die durch Entlassungen frei gewordenen Stellen lvurden stets durch Neuaufnahmen baldigst wiedelbesetzt. Von den Zöglingen stammen: 1 aus Abterode Rabz. Cassel, l aus Berlin, 3 aus Eöln, l aus Dessau, 1 aus Epe in Westfalen igeln in Holland), 2 aus Erfurt (geb. in Holland) 1 aus Fränkisch Crunibach (geb. in Baltimore), 1 aus Freiendiez, Rgbz. Wiesbaden, i aus Gommersheim i. d. Pfalz, 2 aus Halle a. Saale, 1 aus Hetzerath, Rgbz. Trier, 2 aus Leipzig. 1 aus Linnich, Rgbz. Aachen, 1 aus Lübeck, 1 aus Meppen in Hannover, 1 aus Messingwerk bei Berlin, 1 aus Metz, 1 aus Mörsdorf, Rgbz. Trier, 1 aus Röhrenfurth, Rgbz. Caffel, 1 aus Rogasen, Rgbz. Posen, 1 aus Viersen, Rgbz. Düsseldorf, 1 aus Schwerte in Westf. 1 aus Waldheim bei Dresden (geb. in Liverpool). 2 aus Weilburg a. d. Lahn, 2 aus Witten in Westf., 1 aus Zawisna in Oberschlesien. 6 Zöglinge sind vollständig verwaist, 7 Kadett noch den Vater, 11 noch die Mutter und 9 noch die Eltern, welche jedoch nicht fähig und im Stande sind, ihren Kindern eine Erziehung gewähren zu können.

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