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Der Israelit · 1901-11-14 · Heft 90 (14.11.1901) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 90 (14.11.1901)
Date
1901-11-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1970 „Aber, mein Fräulein —" „Bitte, Herr Doktor, sagen Sie mir, richten sich in Wirklichkeit alle Israeliten nach jenen Vorschriften?" »Jeder gesetzestreue Israelit muß sich danach richten." „Aber — aber — gestatten Sie mir noch eine Frage. Bei allen diesen Vorschriften in Betreff des Eigenthums eines Andern, handelt es sich da nur um das Eigenthum eines Israeliten?" Ein Lächeln umspielte die Lippen des Doktors, als er erwiederte: „Diese Frage, mein verehrtes Fräulein, ziehe ich vor. Ihnen nicht zu beantworten, sondern die Beantwortung meinem Knaben zu überlassen. Nun, Viktor, hast Du verstanden, was Fräulein von Rauhenstein gefragt hat?" „Gewiß," erwiederte er. „Nun, also —" „Also, wenn ich mich an dem Eigenthum eines Israeliten vergreife, dann übertrete ich ein Gottesgebot, wenn ich mich aber an dem Eigenthum eines Nichtjuden vergreife, dann übertrete ich nicht nur dasselbe Gottesgebot, sondern ein noch viel ernsteres, das des Chillul Haschem, der Entweihung des Namens, das nicht einmal am Versöhnungstag gesühnt werden kann." Jsabella war glühend roth geworden. „Ich danke Dir," sagte sie, dem Knaben die Hand reichend, „heute habe ich viel gelernt. Aber ich bitte Sie um's Himmelswillen, Herr Doktor, warum veröffentlichen Sie nicht diese hehren, diese geradezu großartigen Vorschriften Ihrer Religion, dann müßte doch aller Haß und jedes Vorurtheil gegen Ihre Nation sofort schwinden." Der Doktor schüttelte trübe den Kopf. „Alle diese Vorschriften sind längst bekannt, die größten Philosophen aller Zeiten haben es erkannt und ausgesprochen, daß jede sittliche Idee der jüdischen Gesetzeslehre entnommen ist." In diesem Augenblick kam Selma zur Thüre bereingestiirmt und sprang auf das junge Mädchen zu. „Kommen Sie, Fräulein Bella, kommen Sie, die Großmama wartet schon so lange. Auf der Veranda ist es auch viel schöner, da darf man sprechen, so viel man will." (Fortsetzung folgt.) Ivocchencln onik. Sabbat Tauledaus Samstag, 5. Kislew. An diesem Tage 5568 (6. November 1807), wurde Scligmann Bär Bamberger, Rabbiner von Würzburg, in Wiesenbrunn geboren. — Samuel Edels, berühmter Rabbiner in Lublin gest. in Ostroh 5. Kislew 5392 (29 /30. Nov mbcr 163!.) Sonntag, 6. Kislew. Dr. Markus Jost, Oberlehrer in Frankfurt a. M. Vers, einer Geschichte der Israeliten it. a., gest. 6. Kislew 5621 (20. November 1860.) Montag, 7. Kislew. Iehuda b. David, Rabbiner in Amsterdam, Vers, von rT“>N "iu, gest. 7. Kislew 5470 (10. November 1709.) — Joses Weihe, Oberrabbincr in Waag-Neustadtl, Vers. eines Kommentats zur Ehronik u. a., gest 7. Kislew 5656 (2. D zember 1897.) Dienstag, 8. Kislew. Nastali Hirsch Katzcnellenbogen, Rabbiner in Winzenheim, Vers, von u. a., gest. 8. Kislew 5584 (ll. November 1823.) Mittwoch, 9. Kislew. Mosch? b. ^imon Sofer, in Frankfurt, Großvater des nsiD Dnn, gest. 9. Kislew 5448 (13 /14. November 1687.) Donnerstag, 10. Kic-leiv. Moses Mardochai Margolit Rabbiner in Wien und Krakau, Vers, von "1 HDP), u. a., gest. 10. Kislew 5377 (10. November 1616.) Freitag, 11. Kislew. Hirsch Janow, Rabbiner in Fürth (Fpn t£H»n), gest. 11. Kislew 5546 (13. November 1785. > — Elias Willstädter, Rabbiner in Karlsruhe, gest. 11. Kislew 5603 (14. November 1842.) Der „JSraelit" erscheint nöo;‘«iitIic5 zwcIiuhI. MouOsgi und Donnerstags, jedeSnnü itt mindestens zwei Bogen. P eis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Ma» abonnirt ganzjährlich, halbjährlich od:r vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Buchhandel verkehrt durch V. Zf. Slrinackev, Leiprig, Rotzplatz 16. — Inserate 25 Pfennig die vierAespallen« Pelitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Neclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für’fi Ausland 18 Mark, an di« Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3702. Telephon 316. Eine Rücksendung der an die Redaction eingesandten Manuskripte findet nicht statt, «an bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalten. Stellensuchende erhalten ans Wunsch die Jnseraten»Beilage vier Wochen lang gratis und frane» zugesandt. Ebenso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des JnserttonsbetragS an nutzer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt: (Hauptblatt): Leitender Artikel: Die Repatriirunasfrage. — Zeitungsnachrichten u. Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. München. .Oesterreich: Wien. Frankreich: Paris. — Feuilleton: Nach vierhundert Jahren. (Fortsetzung.);: Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Häusliche Gegenströmungen. — Zeitungsnachrichten u. Korrespondenzen: Deutschland: Ems. — Sprechsaal': Hamburg. Aus Norddeutschland. — Personalien. Inhalt'der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Brief aus Warschau — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen': Deutschland: Berlin. — Vermischtes.^ Extra Beilage: Illustration: Kaiser Wilhelm ll. bei den Juden im abgebrannten Whschtyten (Rußland). ^Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz :Druck und Verlagzder^Iojh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei Actien-Gefellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilage«

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