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Der Israelit · 1901-11-14 · Heft 90 (14.11.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 90 (14.11.1901)
Date
1901-11-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1967 für Euren Kaiser und Vater werdet Ihr jetzt Ausdruck geben, indciu. Ihr mit mir ruft: Na sdovowje welitscliestwo •»•osswlarja imperatora Nikolai! Hurrah!" Aus der Schatulle des Kaisers sind 10000 Mark an die Abgebrannten zur Auszahlung gelangt. Aus ein Dankschreiben des Kvmitee'Z antwortete der Kaiser: „Ich danke bestens für den freundlichen Scgensgruß. Ich habe mich gefreut, zur Linderung der dringendsten Noth der vom Brandnngkiick Betroffenen beitragen z:i können und Höfte, dat; das .Komitee durch reichliche Spenden barmherziger Menschenliebe in den Stand gesetzt werde, den in ihrer nairtbschafttichen Existenz schwer bedrohten Unglücklichen noch weiter Hilfe zu senden." Anger der Geldspende sorgte der deutsche Kaiser für die meist jüdischen Abgebrannten nach in anderer Weise, indem er täglich 000 Pfund Brod und koscher geschlachtetes Fleisch durch deutsche Beamte auf dem Marktplätze vertbeilen ließ. Den Moment, wie der deutsche Kaiser seinem Forst meistcr die 0000 Rubel überreicht, hat der Künstler. Herr Gregor S ch tv e n z e r, meisterhaft im Bilde festznhalten verstanden, und auch die autothpische Wiedergabe durch die renomniirte Firma Meisenbach, Risfartb <& Co. in München ist durchaus gelungen. Wir hoffen, unseren Lesern damit eine kleine Freude bereitet zu haben und bitten noch diejenigen unserer Freunde, die das Bild eiurahmen lassen wollen, um Nachricht, damit wir ihnen ein ungefaltetcs Exemplar zukommen lasten. München, 12. Nov. Den reactionüren Elementen in unserer bayer. Abgeordnetenkammer kann gewiß Niemand Ueberftuß an wirklichen eigenen Ideen, die zur Förderung und Befruchtung legislatorischer Arbeiten geeignet wären, zum Vorwurf machen. Dagegen bemühen sich einige Volksbeglücker, mit mehr Eifer als Geschick nach zwar nicht berühmten, aber bekannten Mustern zu arbeiten, sie hiebei möglichst getreu eopirend. Am Schlüße der gestrigen Sitzung des Finanz-Ausschusses machte der Vorsitz nde bekannt, daß von Dr. Heim und Genossen folgender Antrag cingebracht wurde: „Die Kammer wolle beschließen, cs sei die Staatsregierung zu ersuchen, in der Justizverwaltung Israeliten nur in einer.Anzahl anzustellen, die dem Verhältniß der Israeliten zur Gesammtbevölkerung entspricht." Es wird sich ja zeigen, ob es dem bayerischen Iustizminister als erstrebenswerthes Ziel erscheint, in dieser Frage den Spuren seiner Collegen in Preußen und Hessen zu folgen. — — Der Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer hat heute die Berathung des Justizetats ausgesetzt, um die Berathung der Aerarialrente der kgl. bayr. Bank cinzuschieben. Damit ist auch die Entscheidung über den klerikal-baucrnbündlerischen Antrag verschoben wonach in die Justizverwaltung Israeliten nur in einer Zahl einzustellen seien, die dem Verhältniß der Israeliten zur Gesammtbevölkerung des Landes entspreche. Die Antwort des Justizministers wird wohl nicht anders lauten können, als daß eine solche Maßnahme verfassungswidrig wäre. Uebrigens, wenn man den Verhältnißmaßstab bei den Jsrael'tcn anwenden wollte, müßte man es konsiquenterwcise auch bei den anderen Konfessionen thun. Es ist deßhalb zu verwundern, daß die Antragsteller ihren Antrag nicht sogleich dahin formulirt haben, daß auch bei den Protestanten die Verhältniß - ziffer der Bevölkerung maßgebend für ihre Anstellung im Justizdienst sein soll. Oder soll ein solcher „Paritätsantrag" später noch Nachkommen, wenn erst einmal Bresche gebrochen ist? O e st e r r e i ch. Wien. Die in Nr. 87 des Israelit gebrachte Korrespondenz ans Wien über die daselbst bestehende Rabb'mersrage erfordert wegen ihrer Uugeaauigteit eingehende Eorreekur. Bor einem Jahre ließ der Vorstand der israelck. Ealrusgemciudc in Wien durch den H.nn Oberrabbiner Dr. Güdemann bei Herrn Rabb. Dr. Fenchtwang in Nikolsbnrg anfragen, ob er bereit wäre, einer Berufung an die Seite de» Obberrabbiners als Adlatns mit dem Titel und den Rechten eines Rabbiners und Predigers der Eultnsg ineinde Wien Folge zu leisten. Herr Dr. Fenchtwang erkkärte sich dazu bereit. — Wie kam es nun, daß der Wiener Vorstand sich gerade mit Dr. Fenchtwang in Verbindung setzte? Das ist ganz einfach, Herr Dr. Fenchtwang war schon vor 9 Jahren als Adlatns Jellieneks m's Auge gefaßt und wäre auch nach dem ausgezeichneten Erfolge dreier danials abgehaltener Festprcdigteu angestellt worden, wenn er nicht erstens zu jung und nicht schon damals Jntriguen im Spiele gewesen wären. Inzwischen wirkte Dr. Fenchtwang segensreich und inil anerkanntem Erfolge in seiner Gemeinde Nikolsburg, woselbst er in höchsten Ebren lebt und in allen.Kreisen d.r jüdischen und nichtjüdischeil Bevölkerung hoch angesehen ist. Sein Ruf als Rabbiner und Kanzelrcdner ist weit ged: urigen; sein strcngeonscrvativer Standpunkt anerkannt. Er genießt das Vertrauen seiner Aultsgenossen in hohem Maße, er wurde von diesen zum Vorsitzenden des allerdings nicht mehr besteh »den Mährisch -Schlesischen Rabbinerverbandes und von den Oester, cichischen Gymnasialreligionslehrern znm Vicepräsidenten^ ihres Verbandes erwählt. Insbesondere aber seine ernstliche Fürsorge für die religiöse Erziehung der Jugend, Pflege des Talmuds und der jüdischen Wissenschaft und sowie auch durch die äbereinstiminend lobende Kritik seiner publizirten anerkannten bedeutenden Kanzelredcn, verschafften ihm großen Ras und Namen. In Wien galt es seit Jahr und Dag^als ansgemachte Sache, daß Dr. Fenchtwang dorthin berufen werden würde und nnzähligeina e wurde JeinHNamen genannt, der seit jenen erwähnten drei Fcstpredigtcn nicht mehr vergessen wurden konnte. Der Vorstand beschloß nun bereits im vorigen Jahre, nachdem die Zusage Dr. Fenchtwang vorlag,

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