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Der Israelit · 1901-11-07 · Heft 88 (7.11.1901) · page 31

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 88 (7.11.1901)
Date
1901-11-07
Page
– (sequence 31)
Language
German
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MWWWWW WWWWWW 1948 Es soll hier noch aus die Traktate Kelim und Menachoth hingewiesen sein, ebenso auf Lholot. Wir lernen Geräthe, Gebrauchsgegenstände, Maße und Gewichte kennen, wir erhalten einen Einblick in das Leben und Treiben entschwundener Geschlechter. Hunderte von Abbildungen sind hier selbst für den Historiker und Ethnographen von Interesse. Welche Rolle spielt beispielsweise der Webstuhl in unserem Schriftthum. Wie Wenige aber haben vielleicht je einen gesehen, um die technischen Ausdrücke wirklich zu verstehen. (Zettel, Einschlag, Bindelitzen.) Für jede Religionsschule ist eine Tabelle erwünscht, auf der die in unserer Lehre vorkommenden Maße und Gewichte dargestellt sind. Erkläre ich den Ausdruck Omerzählen, so weise ich daraus hin. Uebersetze ich im Morgengebete „Wajedaber", so dient mir die Tabelle zur Erläuterung der Worte Efa und Hin. Aus alledem folgt, daß an uns der Ruf ergeht, Wandel zu schaffen in dieser Hinsicht und Anschauungsmittel der verschiedensten Art herzustellen. Welch imvonirenden Eindruck müßte es schon auf den Laien machen, wenn in großem Maßstabe angelegte Anschauungsmittel ihm zu Gesicht kämen. Welcher Segen aber würde für Lehrer und Schüler aus geeigneten Anschauungsmitteln fließen? Wie Vieles würde aus der unklaren verschwommenen Sphäre des Abstrakten hinausgehoben in die Welt der konkreten Dinge, der deutlichen Begriffe. Wie man liest, soll die in den Vorarbeiten steckende und in großem Stile angelegte „jüdisch - amerikanische Encyklopädie" auch an zweitausend Illustrationen enthalten, größtentheils in schönem Farbendruck. Das ist hocherfreulich und dankenswerth. Vorläufig jedoch entbindet uns das nicht der Pflicht, für das „tägliche Brot" zu sorgen.*) Lehrer- und Rabbinervereine sollten hier Zusammenwirken, um nach pädagogischen, theologischen und technischen Gesichtspunkten Material zusammen zu tragen, vorhandenes zu verwerthen oder zu verbeffern. Es müßte ein förmliches „jüdisches Anschauungsbuch" entstehen, das sämmtliche Wissensgebiete des jüdischen Schriftthums umfaßt. Man wende nicht ein, daß es bisher auch so gegangen, d. h. ohne diese Stützen. Das Bessere ist stets ein Feind des Guten. Und wir bedürfen eben mehr und mehr dieser Stützen. Man vergleiche doch unser Thorastudium mit dem intensiven „Lernen" der guten alten Zeit. Ich sehe einen Berg; steil ist der Aufstieg und mit Dornen und Gestrüpp verwachsen sind die Wege. Mancher muthige und muskelkräftige Bergsteiger, ausgerüstet mit scharfem Blick und Qrientirungsgabe, hat den rechten Pfad gefunden. „Kleinere" *) Einige gute Illustrationen enthält der jüngst erschienene erste Band der neuen Encycopledie allerdings, so eine in reichem Farbendruck hergestellte Tafel der „Thiere der Bibel". Die meisten der Bilder des Werkes haben indeß kaum einen pädagogische:! Werth Portraits, Synagogen, alte Münzen und Handfchrssten bilden deren Hauptbestandtheil- Red. b. „Blätter für die i-r. Schule." Menschen, ja Zwerglein, möchten auch hinauf, um die herrliche, reine Luft, die entzückende Fernsicht zu genießen. Wäre es nicht gut, wenn die Bahn für sie geordnet wäre, und hie und da ein kleiner Wegweiser seine willkommenen Dienste anbietet? Das Ziel wird leichter, sicherer, aber auch von Mehreren erreicht. Wohl kenne ich den Satz: nwrr myx vwb, je nach der Mühe ist der Lohn, ebenso auch den Ausspruch: pvnn ’nyr. — Ich kenne aber auch die Mahnung, den Schüler stets mxp -prc zum Ziele zu führen. Dazu können wir beitragen durch Darbietung der rechten Anschauungsmittel. Wir würden dadurch ihm erstens viel Zeit und Mühe ersparen, dadurch aber auch unmittelbar die Arbeitslust und Arbeitsfreude erhöhen, endlich aber ihn auch hüten vor Mißverständniß, Irrungen und falscher Auffassung. Wir werden so dem Prophetenwort gerecht: 'vV ■p’io be>vv ionn, den Strauchel von dem Wege der ewigen Wahrheit zu entfernen. Die Aufgabe ist des Schweißes der Edelsten werth, sie bildet — wie ein Wort der Weisen sich ebenso schön als rücksichtsvoll gegen unsere großen Männer der Vergangenheit ausdrückt — eine ub irrjnp nxnc nrnnb. eine Lücke, welche die Altvorderen zum Ausfüllen uns übrig ließen, auf daß auch den späten Enkeln Gelegenheit geboten sei, die in Israel niemals rastenden Geisteskräfte von Neuem zu segensreichem Wirken zu entfalten. So treffend, wahr und scharf beobachtet die Ausführungen des geehrten Herrn Verfassers sind, so möchten wir uns doch die Bemerkung gestatten, daß Illustrationen nur dann geduldet werden sollen, wenn solche allen Anforderungen der Kunst entsprechen, also nur. wmn sie Meisterwerke wiedergeben Schlechte Illustrationen verderben nicht nur den Geschmack des Kindes, die Ablenkung vom Texte wirkt vielmehr geradezu schädlich. Der Herausgeber dieser Zeitschrift schrieb e nmal vor längerer Zeit für ein bedeutendes illustrirtes Black einen die Buchdruckerkunst behandelnden technischen Aufsatz, dessen Abfassung große Mühe und Sorgfalt erforderte und mehrere Monate beanspruchte Der Verlag der Zeitschrift versah die Arbeit mit einigen alten abgenutzten Illustrationen, die die Arbeit mehr beeinträchtigten, als sie ihr nützten. Wir waren nun gespannt, welchen Eindruck die Abhandlung auf die Fachgenossen machte und frugen einige hervorragende Kollegen wie ihnen der Aufsatz gefallen. Zu unserer Verblüffung erhielten wir die Antwort: Ja wir haben uns nur die Bilder angesehen, die „Beschreibung" dazu haben wir nicht gelesen.- Es ist dies ein Beweis dafür, wie die Illustrationen den Text zu erdrücken im Stande sind. Dahat nichts zu sagen, wenn die Illustrationen über dem Texte stehen, sie wirken aber nachtheilig, wenn das Umgekehrte der Fall ist. Red. d. „Blätter für die isr. Schule." Eine Eigentümlichkeit. Die Bezeichnung unseres Stammvaters Abraham mit dem hebräischen Ausdruck irstf arm, die Erwähnung Jakobs als spr ist so allgemein, daß sie Jedem bekannt sein dürfte. Der Eigenname scheint mit dem Zusatze wsk wie zu einem Worte verschmolzen.

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