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Der Israelit · 1901-11-07 · Heft 88 (7.11.1901) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 88 (7.11.1901)
Date
1901-11-07
Page
– (sequence 29)
Language
German
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m 1943 daß alljährlich, wenn ich den Raschikommentar zu den betreffenden Stellen durchsehe, ich jene Erläuterungen in fliegender Eile und doch zugleich mit dem berechtigten Bewußtsein eines klaren Verständnisses zu überschauen vermag. Der Kommentar ist nichts weiter für mich, als die Beschreibung eines sinnlich klar erfaßten Bildes, das deutlich vor meinem geistigen Auge steht. Ohne die Anschauung dürfte aber Jedem die Aufgabe schwer fallen, die Stiftshütte mit ihrem Umhof, ihren Ein- und Abtheilungen so schnell als möglich und so einfach wie nur denkbar zu skizziren. Westen Ganze Breite! 50 Ellen G | Allerc heiligstes Ellen >o Ellen 'Raum Ü; Heilig « tum cs n « g 10 Ellen Eingang Vorhof 50 O Ellen ps -0 Ellen SRaum ß PS Eingang 15 Eilen 2o Ellen >5 Ellen Listen Exodus Kap- 3«, V 9 -20. Es sei mir gestattet, in primitivster Form hier den Grundriß des „Mißkan" und des goldenen Leuchters darzustellem*) *).Die,Zeichnung des Leuchters folgt in nächster.Nummer. Vielleicht beweist diese Zeichnung Manchem, daß seine bisherige Vorstellung mindestens ungenau gewesen. Und nun lese man an der Hand dieser Skizze Pentateuch mit Raschi an den einschlägigen Steven nach. Spielend werden wir Vers für Vers dem Verständniß näher bringen, als ständen wir mit dem geographischen Leitfaden vor der Landkarte, um Dörfer und Städte, Flüsse und Berge nach Angabe des Buches zu suchen und abzulesen. Statt Unmuthes bemächtigt sich unser eine wahre Freude, die Freude am Suchen und Finden der Wahrheit. Sie wird der Sporn zu weiterem Forschen, die Quelle neuer Arbeitslust. Soviel ich mich dunkel entsinne, hörte ich einmal von einer vollständigen Darstellung der Stiftshütte im Modell. Wo, wann und durch wen die Anfertigung geschehen, ist mir nicht bekannt. Geschehenen Falles ist die Sache jedenfalls für die Allgemeinheit ohne Bedeutung geblieben. Eine derartige Modellirung ist heutzutage keinesfalls mehr so schwierig — was nämlich die technische Seite betrifft — als in früheren Jahrzehnten. Ein jedes Spielwaarengeschäft bietet uns Gelegenheit, die Fortschritte zu beobachten, welche auch dieser Zweig der Industrie aufweist. Aus Holz und Karton sind Gebrauchs- und Luxusgegenstände unseres häuslichen Lebens nachgebildet. Die Beziehungen der einzelnen Gegenstände zu einander sind durch Gruppendarstellungen veranschaulicht. Wohnzimmer-, Küchen- und Ladeneinrichtungen, Bauernhöfe, Försterhütten, kleine Dörfchen, kurz alles Erdenkliche ist so reizend und niedlich nachgebildet, daß auch „große Kinder" ihre Freude daran nicht verhehlen können. Die Konkurrenz hat schon dafür gesorgt, daß diese so volksthümlichen, beliebten Jndusirieartikel auch „zivile" Preislagen erhielten. Auch in die Hütten der Armen nehmen diese Maaren gar häufig ihren Weg. Nun gibt cs aber für das natürliche Objekt keinen natürlicheren Ersatz, als das Modell. Es ist der eigentliche Gegenstand, nur in verkleinertem Maßstabe. Solcher Modelle können wir zu Nutz und Vortheil dort verwenden, wo es sich um räumliche und körperliche Verhältnisse handelt. Und gerade da bietet sich in unserer Litteratur ein überaus großes Feld dar, das nur bestellt zu werden braucht. Die Traktate Kilaim, Erubin, Midoth, Tamid, Sukka und noch viele andere sind ihrem ganzen Wesen und Inhalt nach hier in Betracht zu ziehen. Wir kennen ja die Zeichnungen, welche hier und da zerstreut zu finden sind. Die äußerste Noth bat sie geboren. Man iss aber bei diesem Wenigen sieben geblieben, und zwar seit langen Zeiten. Als ein Glück iss es zu bezeichnen, daß der Verfasser des „Tossasot iom tob" auf den Gedanken kam, den Plan des Tempels und seiner Einrichtung dem Traktat Midot anzusssaen. Mir hätten bis heute kein Bild vom einstigen Heiligthum. Rabbi Lippmann Heller s. A. beklagt sich

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