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Der Israelit · 1901-11-07 · Heft 88 (7.11.1901) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 88 (7.11.1901)
Date
1901-11-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1919 der Reisespesen ermöglicht. Die Spesen der Kurbeiträge beliefen sich auf rund 4000 Kronen; durch das Entgegenkommen des gleichfalls wohlthätig wirkenden Vereines „Ferienheim" war es möglich, 8 Männer, 8 .Knaben und 79 Frauen und Mädchen auf's Land zu schielen und wurde hierbei die beste Heilmethode erzielt. Der „Frauenhort" ist auch dem „Verbände zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen" beigetreten. Der „Frauenhort" greift überall dort helfend ein, wo es in seiner Macht liegt. Es wurden mehreren Frauen Augengläser und Bandagen angeschasft; es wurden Hebammen mit Geräthetaschen versorgt. Hausirern durch Entrichtung der Gebühr die Hausirpäffe gesichert, für einige Realschüler die Schulgelder bezahlt und einem Realschüler ein namhafter Studienbeitrag ^ngeioendet. Durch das freundliche Entgegenkommen einer Wohlthäterin wurde der Verein in die Lage versetzt, sechs Näherinnen mit gewerblichen neuen Maschinen zu versehen. Zu den erfolgreichsten Aktionen des „Frauenhort" gehört die Auslösung gepfändeter Mobilien verarmter Familien — in häufigen Fällen wurden die Miethzinse für Verarmte bezahlt, die dadurch vor dem schrecklichen Gespenste drohender Obdachlosigkeit geschützt worden sind. Oesters fiel der Reflex historischer Ereignisse in die Stille des wirkenden Vereinslebens des „Frauenhort": das eine Mal, da durch den Polnaer Prozeß eine mehrköpfige, unschuldige Familie aus einem mährischen Dorfe vertrieben wurde; zum zweiten Male, als im Sommer 1900 Tausende von rumänischen Auswanderern, darunter viele junge Mädchen, donauaufwärts; nach Wien zogen. In beiden Fällen hat der „Frauenj dort" sich an das rühmliche Wirken der „Israelitischen j Allianz" mit einer namhaften Spende angeschlossen.! Im Berichtsjahre wurden ferner 200 Kinder bej kleidet: 107 Knaben und 93 Mädchen reichlich mit j Kleidern, Mänteln, Jacken, Schuhen, Strümpfen,! Winterhandschuhen, —- dann Spielereien, Obst, Backej reien etc. betheilt. Die kostenlose Zustellung der \ Vackete übernahm trotz ihrer stets anwachsenden Anzahl j auch diesmal, wie in den Vorjahren, die Firma E. H.! Hirsch & Cie. in dankenswerther Weise. Frankreich. Piarrist. In anderer Weise als sonst ist diesmal hier das jüdische Neujahrsfest gefeiert worden. Die einheimischen sowie die hier zum Kuraebrauche verweilenden fremdländischen Israeliten versammelten sich diesmal in der von der Familie Vrodsky aus Kiew zur Verfügung gestellten Villa, wo Herr Gabriel Perevre die Funktionen des Chasan mit Salbung und Verständniß verrichtete. Es ist bedauerlich, daß die Bahonner Kultusbehörde. zu deren Sprengel Biarritz gehört, sich nicht etwas mehr um den öffentlichen Gottesdienst in dem iährlich von vielen Inden besuchten Kurvlatz interessirt. Wir benötbigen hier kein großes Tempelgebäude, .■ sondern es genügte schon eine bescheidene Andachtsstätte. um dem religiösen Bedürfnisse Aller gerecht zu werden. Vor einigen Jahren faßte der oben genannte Herr Perrepre die erste Idee zur Errichtung eines Gotteshauses und stellte, unterstützt von vielen Subseriptionen, einen ihm gehörigen Grund und Boden unentgeltlich zur Verfügung. Die Kultusbehörde in Bayonne entsendete auch eine Kommission an Ort und Stelle, um den Platz zu prüfen, beglückwünschte den Schöpfer der Idee und versprach, die Subskriptionen fortzusetzen und mit dem Vau zu beginnen. Seitdem aber ist nichts geschehen, trotzdem bereits mehr als 26,000 Frcs. eingelaufen sind. Unsere Gemeindevertretung steht nun vor der peinlichen Alternative, beim Herannahen jüdischer Festtage die Glaubensgenossen entweder nach Bavonne reisen zu lassen, oder sse der Gelegenheit, die event. Feiertage zu begehen, gänzlich zu berauben. England. London. (Sir Joseph Sebag Montes i o r e.) Mit Rücksicht auf sein hohes Alter und feine angegriffene Gesundheit, die ihn zwingen, mehrere Monate fern von London zuzubringen, hat Sir Joseph Sebag Mcmtifiore sich entschlossen, sein Amt als italienischer Generalkonsul in London niederzulegen. In Anerkennung der werthvollen Dienste, die Sir Joseph Sebag Montefiore in Ausübung seiner wichtigen Amtspflichten geleistet, hat der König von Italien den aus seinem Ehrenamt Scheidenden zum Kommandeur- Ritter des Ordens der italienischen Krone ernannt. Rußland. Warschau, im Nov. Am 10. Marcheschwan ist große Trauer über die hiesige israelitische Gemeinde gekommen. Der Rabbiner Rabbi Samuel Sanwel K l e v f i s ch ist in die himmlische Heimath berufen worden. Er erreichte ein Alter von 76 Jahren und sungirte vier 47 Jahre. Er war das Oberhaupt des hiesigen Rabbinats, einer Gemeinde, die nach Hunderttausenden zählt. In Remirow geboren, erhielt er seinen ersten Thoraunterricht von seinem Vater. Später besuchte er eine Jeschibah, wo er sich das Rabbinatsdiplom erwarb. Er war beliebt und bekannt durch seine große Klugbeit und Gewandtheit und seine edlen Eigenschaften und Tugenden. Sein Haus stand jedem Bedrückten offen; er stand den Armen mit Rath und That bei. Von seiner ersten Frau hinterläßt er einen Sohn, welcher hier Rabbinatsassessor ist; von der zweiten Frau leben zwei Söhne und sieben Töchter, die alle verheirathet sind. Während seiner Krankheit herrschte große Erreguna über jede schlechte Nachricht und oftmals wurde für sein Leben gebetet. Ein Schrecken verbreitete sich, als die Todesnachricht bekannt wurde. Tausende und Abertausende nahmen an der Beerdigung theil, unter ihnen zahlreiche Rabbiner, welche das Leben des aroßen Gelehrten in ergreifenden Rachrufen würdigten. Man fürchtete, bei dem großen Gedränge den Oraun tragen zu lassen und er wurde deßhalb gefahren. Die Jehudim ließen es sich aber nicht nehmen, dem Berstor-

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