Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 86 (31.10.1901)
- Date
- 1901-10-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1876 Außerdem machen wir Alle darauf aufmerksam, daß die amerikanische Regierung sehr strenge Gesetze hat und viele Einwanderer zurückgewiesen werden. Männer und Mütter mögen ihrer selbst und ihrer Kinder wegen sich diese Mittheilung zu Herzen nehmen, um sich vor Enttäuschung zu hüten. I. A.: M. Step ha ny, Schriftführer. Sprechsaal. E i s e n st a d t, 14. Marcheschwan. In der ersten Beilage zu Nr. 78 u. 79 Ihres geschätzten Blattes brachten Sie an leitender Stelle eine biographische Skizze über „Rabbi Ascher Lemel Lewy" aus Glogau, Rabbiner in Eisenstadt, von Herrn Hermann Löwinger. In derselben finden sich einige unrichtige Daten vor und ich ersuche Sie höflichst, diese wie folgt richtig zu stellen: 1) Ist es unrichtig, daß R. Ascher Lemel erst im Jahre 5528 hierher kam, da derselbe schon auf einem Gemeindebeschluß vom Jahre 6527, der sich im alten ^>npn bwb vorfindet, als Rabbiner der hiesigen Gemeinde unterzeichnet ist. R. Oscher Lemel dürste schon im Jahre 5526 hierher gekommen sein und scheint die naaw-Aufschrift darauf hinzuweisen; es heißt dort ip' mxeri mix Tun (5526) *i*r*i*a a Tiar irx w ,,Tnw rfc maa wie nn und ist die Wiedergabe der Aufschrift vom Herrn Korrespondenten, der nar für rvir gelesen hat, und in diesem Satze 11212 r^nea widersinnig ist, nicht richtig. Herrn L. war überhaupt eine fehlerhafte Kopie Vorgelegen, er liest: rann nun wer nva 'rat: nby n eva 71112a es heißt nicht 1 vi'2 sondern irivra (*nby nnaa 'arb ranai u. s. w.; die Leseweise des Herrn Artikelschreibers iit schon aus diesem Grunde unrichtig, da im Jahre iL»a —5550 das Sterbejahr R. Ascher Lemel's .-11171 Tinos» nicht am Freitag, sondern Dienstag war, nämlich ppn na» a"na sO'vn. 2) Ist es nicht richtig, daß rp r"x eine wai erst im Jahre 5524 gestorben ist; ich kopiere die kurze bescheidene Aufschrift seiner naara: biian am pva na tra iapai no b"an nanoni t?"x ppi Tax 1'xo i''inoo .TaaMTi p"vb i'pTi T"a 'x 5504 — rpn, also 20 Jahre früher. Ebenso unrichtig ist es, daß R. Ascher Lemel der unmittelbare Nachfolger des V"x trino ia’ai war, da diesem erst mo am }z pj^xti ptraa .-no Snan am (**yjnpnx der im Jahre 7i"apn — 5526 starb, folgte und ist neben ihm Rabbi Ascher Lemel gebettet. Endlich ist noch richtig zu stellen, daß der Verfasser des rm 7i'a bekanntlich b"i rpi'v bxi' ia'ai ist, der Rabbiner zu Krakau war und nicht, wie Herr L. schreibt irx fa apr ia'ai er hat den Namen des Verfassers der v'iiv nxaix mit dem der v'iiv "1 by n"an nee* verwechselt. I. H., Talmudist. *) Richtig wäre nnby. **) Wortlaut seiner naLv-Aufschrift. Feuillelo«. Nach vierhundert Jahren. 13] Von Friedrich Rott. Inzwischen bewegte sich Jsabella im Kreise der Familie Müller in heiterster Weise; sie schritten auf dem schönen Strande dahin und blickten auf die leichtbewegte See, in den die untergehende Sonne immer tiefer und tiefer zu tauchen schien. Eine fortdauernde Unterhaltung war jedoch hier kaum möglich, da Frau Müller allzuoft von Bekannten, die bei ihr stehen blieben, begrüßt wurde. Endlich schlossen sich ihr zwei ältere Damen an, die überaus langsam neben ihr gingen. Da erbat sich das junge Mädchen von der Großmutter die Erlaubniß, mit den Kindern vorausgehen zu dürfen. „Ich bringe sie Ihnen pünktlich zurück, in einer Stunde sind wir wieder hier, Sie können unbesorgt sein." — „Schon gut, schon gut, liebes Fräulein, wenn die Kinder unter Ihrer Obhut sind, habe ich keine Sorge." „Also kommt, lasset uns gehen." Beide Kinder waren freudig einverstanden. Selma nahm ihre rechte Hand, Viktor ging an ihrer Linken und so schritten sie auf dem weißen, weichen, noch etwas feuchten Sande leichtfüßig dahin. „Ach wie schön ist es, daß wir mit Ihnen vorausgehen dürfen. Nicht wahr, Viktor?" „Freilich," stimmte er zu, „mit Fräulein Jsabella ist es viel schöner." „Sehr schmeichelhaft für mich," scherzte das junge Mädchen. „Aber Du, Viktor, mußt jetzt unser Cavalier sein, verstehst Du das?" „O gewiß. Cavalier heißt Ritter, und als Ihr Ritter werde ich Sie schützen vor allen Drachen und Ungeheuern und —" „Befiehlt das der Talmud auch?" fragte sie neckend. „Wie meinen Sie das? — Ob das der Talmud befiehlt?" „Daß man Damen beschützen muß —" „Ob das der Talmud befiehlt? — Das weiß ich wirklich nicht, gelernt habe ich's nicht. Aber deßhalb kann es doch darin stehen, denn ich habe doch noch lange nicht den ganzen Talmud gelernt. Gehört habe ich nur, daß der Talmud gebietet, man dürfe einer Frau kein unfreundliches Wort sagen, weil die Frauen ein weiches Gemüth haben und leicht darüber weinen könnten." „Das gebietet der Talmud? — sieh', das gefällt mir, und weißt Du, was mir noch sehr gefallen hat? — — daß Ihr vor dem Essen Eure Hände waschet, und ich habe mir vorgenommen, von nun an das auch