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Der Israelit · 1901-10-28 · Heft 85 (28.10.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 85 (28.10.1901)
Date
1901-10-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1859 sung Sr. Ehrwürden ein großartiger Sium statt, der ähnliche festliche Veranstaltungen weit überbot. theils weil die Theilnehmer — fromme junge Leute aus allen Theilen der Monarchie nnd zum Theil aus dem Auslande — sich hier im gemeinsamen Jnterefsenkreis zusammenfinden nnd es dadurch in den Bereich der Möglichkeit oder sagen wir Wahrscheinlichkeit tritt, daß die hier in junge, für alles Gute und Edle empfängliche Herzen gepflanzten Keime späterhin in den verschiedensten Richtungen der Windrose üppig in die Halme schießen werden, theils weil auch das äußere Gepräge und das Arrangement ein in seiner Art seltenes war. Nachdem Herr Rabbiner Fürst Masech. Makoth beschlossen nnd in zu Herzen gehenden, eindringlichen Worten die Theilnehiner gebeten, unserer heil. Thora auch fernerhin warmes Interesse entgegenzubringen und dem Wunsche Ausdruck gab, daß es ihm vergönnt sein möge, in diesem Kreis noch viele 2"L'7i mr.rrc zu beschließen, begab man sich in gehobener Stimnrung zur festlich gedeckten Tafel. Nach dem dritten Gang erklärte unser Lehrer und Rabbi in gewohnter, meisterhaft scharfsinniger Weise den Zusammenhang zwischen dem Schlüsse und Attfang der Masech. Makoth. Den Reigen der Toaste und Festreden eröffnete sodann mit einer höchst geistvollen Auslegung des Jeruschalmi: nm -j*na xbx vrnnö ctx 171127 -p "jinctt* der Sohn unseres Rabbi, Herr M. A. Fürst, der das innige Verhältniß betonte, das sich in Folge des gemeinschaftlichen Lernens zwischen sämmtlichen Theilnehmern gebildet und die zuversichtliche Hoffnung aussprach, daß dieses Band in Zukunft ein immer engeres und festeres sein werde. Es folgte nun Herr Weinhändler G o i t e i n , der Sohn des ehrw. Rabbiners zu Högyeß, der in vortrefflicher Weife einen entsprechenden Midrasch erklärte und im Namen der Theilnehmer versicherte, nach wie vor ihre freie Zeit dem Lernen der Thauroh zu widmen. Hiernach ergriff Herr kand. med. A. Feuerr i n g aus Halberstadt das Wort, um einen sehr launigen Toast ans seineni Gebiet, gewürzt mit trefflichen Diwre Thauroh, zu sprechen. Es sprach sodann Herr Th .P a p p e n h e i m mit gewohnter Eloquenz: nach ihm sprachen ebenfalls recht geistreich die Herren eand, Phil. R. Glück, Fabrikant L. R o s e n b a n m , Herr I. R e i ch h a r d t und S. L ö w y. Es war eine förmliche Blumenlese von Dilvre Thauroh, die den Zuhörern geboten wurde. Spät in der Nacht erst ging man in animirtester Stimmung auseinander. Um das glänzende Arrangement hat sich in erster Reihe Herr Emil Kritzler verdient gemacht, dem auch allseits die verdiente Anerkennung gezollt wurde. D. S. L. Frankreich. Pari««, 21. Okt. (D a s jüdische Weltp r o l e t r i a t.) Unter diesem Titel veröffentlicht die Oktobernummer der „Revue Blanche" einen Artikel von Henri Dagan, der mit der Legende aufräumt, als schwämmen die Juden im Ueberfluß, als bestände unter ihnen die den Christen abgehende Solidarität, als verabscheuten sie Handwerk und Ackerbau. An der Hand von statistischen Berichten aus Rumänien, Rußland. Persien, Marokko, Algerien, Newyork, London und Paris wird die große Noth unter den Juden, die zu sieben Achtel ungefähr arm sind, geschildert; die Noth wäre undenkbar, wenn jene Solidarität wirklich vorhanden wäre. In Paris gibt es 60,000 Juden, darunter mindestens 20,000 Proletarier, Arbeiter und Handwerker. Uebrigens ist der jüdische Arbeiter, zumal in London, mehr als der christliche das Opfer des Schwitzspstems. Sprcchsaal. Frankfurt a. M., im Oktober. Die „Moderne Weltanschauung und Judenthum" gab Herrn Jacob Ephraimsohn in Nr. 81 dieses geschätzten Blattes Veranlassung, sich einen Artikel in der schärften Tonart zu leisten, wobei merkwürdigerweise die Zionisten wiederum den Prügelknaben abgeben mußten. rm L'7LX “an;. „Als der Stamm Ephraim sprach, wurde gezittert." Und wahrlich, die Sprache, die sich diesmal Herr Ephraim Sohn erlaubte, ist geeignet, die Leser dieses Blattes erzittern und erbeben zu machen. Auch ich, obwohl ein alter Leser und Verehrer dieses Blattes, und trotzdem einer der wärmsten Anhänger der zionistischen Idee, habe das unangenehme Gefühl dec> Zitterns beim Lesen dieses Artikels Mitempfinden müssen. Ich bin überzeugter, gesetzestreuer Jude, kein Gemachter und am allerwenigsten ein Prahler. Ick habe aus der unversiechbaren Quelle, der Twinpn rwn. mein jüdisches Wissen und Können etwas tiefer, wenn ich mir den bescheidenen Anspruch erlauben darf, als Herr Ephraimsohn geschöpft. Trotzdem bin ich ein eifriger Leser und Verehrer der hebräischen Litteratur. Es beschleicht mich ein Zittern beim Lesen dieser gehässigen Angriffe. Die reine, heilige, hebräische Sprache wird hier Kauderwelsch, die Zionisten irreligiös genannt. Millionen Juden lesen in der hebräischen Sprache und ebensoviele stehen im zionistischen Lager, Hand auf's Herz, Herr Ephraimsohn! erzittern Sie nicht selbst vor dieser in höchst eigener Person „abgeschossenen Waffe?" Empfinden Sie denn ob dieser kuaßlosen Angriffe keine Schamröthe? Die meisten der Hebräischkundigen sind gediegene Talmudisten und die meisten der Zionisten sind a'tr* L'vbkrv. Es stehen viel mehr hochorthodoxe Rabbinen im zionistischen Lager, als Deutschland überhaupt an .Kanzeln zu vergeben hat. Die verschwindende Minorität der sreidenkenden Zionisten ist patentirtes deutsches Surrogat. Die Unkenntniß der heiligen Satzungen

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