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Der Israelit · 1901-10-28 · Heft 85 (28.10.1901) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 85 (28.10.1901)
Date
1901-10-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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WWWWWWW» 1858 päischem Muster erbauten Steinhäusern 1206 Familien mit 4936 Seelen und 1430 arbeitsfähigen Personen. 4340 Ha. sind dem Getreide-, 2367 dem Wein-, 1330 dem Obst- und 246 dem Gemüsebau gewidmet; 1145 Ha. gehen für Häuser, Ställe, Höfe, Wege etc. ab, während 3240 Ha. Brach- resp. Weideland bilden, auf dem 1676 Stück Arbeitsvieh, 1171 Kühe und 2686 Ziegen und Schafe weiden. Das Vieh ist in 467 Ställen untergebracht. Von den großen, ausschließlich dem Weinbau gewidmeten Flächen waren i. I. 1899 nur etwa 1260 Ha. über das vierte Jahr hinaus, so daß das Produkt, das bis dahin nb-iy war, religionsgesetzlich verwerthet werden durfte. Die Einnahmen der Winzer schwankten je nach der Traubensorte und der Fruchtbarkeit des Bodens zwischen 610 Fcs. in Rochowoth und 246 Frcs. pro Ha. Weinberg in Pethach-Tikwah. Die gesammte Trauben-Produktion belief sich i. I. 1899 auf 18,240 Kantar (6,369,610 Kgr.), wofür 622,191 Fcs. erzielt und 30,000 Hektoliter Wein hergestellt wurden. Hamburg, 24. Okt. Nach fast einjähriger Krankheit stc^rb am Montag, 21. d. M., im 68. Lebensjahre, Herr Moritz D u r l a ch e r Senior, Partner der weltbekannten Firma Gebr. Durlacher, Sociedad vinicola Hamburg und London. Der Verstorbene, der erst vor etwa zwanzig Jahren aus seiner Heimath Baden mit Familie nach hier übersiedelt war, erfreute sich hier sehr bald großen Ansehens und Beliebtheit, nicht allein in der Kaufmannswelt, sondern auch in unserer altehrwürdigen Gemeinde, wo er durch große Mildthätigkeit und reges Interesse für jüdische Institutionen es dahin gebracht, daß man ihn gern zur segensreichen Mitarbeit heranzog. Man wählte ihn in das Repräsentanten- Kollegium der D.-Jsr. Gemeinde, er war Delegierter beim Synagogen-Verband und gehörte der Verwaltung des Siechen- und Verpflegungsheimes an. Gestern Vormittag fand vom Trauerhause, Johnsallee, aus die Beerdigung statt. Im Hause sprachen der Oberrabbiner als Freund und Namens des Synagogen-Verbandes und Herr Dr. med. V. L e v y als Verwandter Namens der Familie. Die überaus große Betheiligung und die allgemeine Trauer zeigten den hohen Grad seiner Werthschätzung. Auch aus der Heimath waren die Gemeindevorsteher von Kippenheim und diejenigen von Schweigheim herbeigeeilt, um Zeugniß dafür abzulegen, daß der Entschlafene auch dort in gutem Andenken geblieben, wo er sich durch segensreiche, gemeinnützige Arbeit einen guten Namen erworben, '“bm ana man on ans dp ans An ihn ist der Ruf ergangen irn^eöi -prwe "sb "sb *]*m new p#n brr "prx rrcei. H. V. Leipzig, 14. Okt. Das hiesige antisemitische Konventikel gab einen neuen, nicht uninteressanten Beitrag zum Wesen des Monarchismus dieser bis auf die Knochen königstreuen Parteien. Redakteur Reuter in Offenbach erklärte: „Wenn hier immer so sehr der monarchische Geist betont wird, der uns beseelt, so muß ich doch sagen, daß derselbe bei uns in Hessen nicht vorhanden i st. (Hört? Hört!) Die Liebe zum Vaterland wird und muß in uns Hessen ertödtet werden, wenn wir sehen J müssen, „wie den sozialdemokratischen Volksvertretern j Audienzen bewilligt werden," wie unser Landesj fürst die Sozialdemokraten aufsucht und wie sie j karressirt werden, während wir Bauern Noth leiden. J Darum müssen wir in erster Linie verlangen, daß der nationale Geist auch an der Stelle, wo gegenwärtig ein anderer Geist — ob jüdischer oder englischer, ist gleichgültig — herrscht, wieder zum Durchbruch gelange, „ehe wir wieder zu einem Verständniß für die monarchische Entwickelung gelangen." Diese Ausführungen fanden von keiner Seite Widerspruch. Der antisemitische Parteitag hat sich damit zu demselben Monarchismus bekannt, den der Delegierte Reuter aus Offenbach verkündete. Der Großherzog von Hessen hat eine einzige Unterredung mit dem sozialdemokratischen Landtags-Abgeordneten llllrich gehabt, um so eine unmittelbare Kenntnis; sozialdemokratischen Wesens und sozialdemokratischer Anschauungen zu gewinnen. Die winzige Ausübung dieser selbstverständlichen Pflicht eines Landesfürsten hat den Monarchismus der hessischen Antisemiten ertödtet. Die deutsch-soziale Reformpartei liefert die eifrigsten Schreier der monarchischen Loyalität: keine Versammlung dieser Leute ohne lauten Tamtam monarchischer Betheuerungen und schwülstige Telegramme an die Landesfürsten. Jetzt ist zugestanden, daß dieser Monarchismus sich sofort in erbitterte Monarchcnschmähung verkehrt, sobald der Monarch der antisemitischen Gesellschaft nicht völlig zu Willen ist und sich nur die Freiheit nimmt, Politiker zu hören, die den Antisemiten nicht gefallen? So ist der Monarchismus der Antisemiten allüberall. Nur sind nicht Alle so dumm, wie der Antisemit aus Offenbach, ihre Gesinnung so offenherzig zu bekennen. Darum verdient dieses Bekenntniß wohl ausbewahrt zu werden. O e st e r r e i ch. Wien. Angesichts der in Großstädten herrschenden trostlosen jüdischen Zustände thut es doppelt wohl, von einer Feier berichten zu können, die jedem Anwesenden die freudige Ueberzeugung beibrachte, daß das jüdische Leben in Wien mit jedem Tage G. L. kräftiger pulsirt und allmählich weitere Kreise für sich gewinnt. Es besteht hier ein großer Kreis junger .Kaufleute und Studirender, die sich mehreremale in der Woche nach vollbrachtem Tageswerk in der Wohnung Sr. Ehrw., des Herrn Rabbiner Fürst, versammeln, um dessen lichtvollen Gemoroh-Vorträgen zu lauschen. Jüngsten Sonntag hatte man Masech. Makoth beendet und aus diesem Anlasse fand in der festlich erleuchteten Behau-

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