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Der Israelit · 1901-10-21 · Heft 83 (21.10.1901) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 83 (21.10.1901)
Date
1901-10-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1806 „Nein," erwiederte er lachend, „Damen studiren den Talmud nicht." „Aber ich möchte so gern," scherzte sie, „komm', sei so gut, unterrichte mich." „Aber nein, ich darf ja nicht." „Du darfst nicht? — warum darfst Du nicht? Die Großmama würde es gewiß erlauben." „Nein, nein, die Großmama wird es nicht erlauben, denn es ist ja verboten." „Was, es steht ausdrücklich im Talmud, Du darfst mich nicht unterrichten?" „Das nicht, aber es steht darin, man darf seine Tochter nicht im Talmud unterrichten." „Aber ich bin doch nicht Deine Tochter, da könntest Du es thun —" Er schüttelte den Kopf. „Ich weiß es zwar nicht gewiß, denn das habe ich nur gehört, aber nicht gelernt, aber ich denke mir, wenn man nicht einmal seine Tochter darin unterrichten darf, dann andere Damen gewiß nicht." „Aber sage mir nur, was willst Du denn werden, daß Du so eifrig den Talmud studirst?" „Ich will Arzt werden, wie der Papa." „Aber dazu brauchst Du doch nicht den Talmud zu studiren." „Zum Arztwerden nicht, aber um ein pflichttreuer Jude zu sein, dazu ist es nothwendig, denn es ist ein ausdrückliches Gebot, daß jeder Jude die Gesetze studiren soll, da kommt es gar nicht darauf an, was man werden will." „Du bist ein braver Junge und gescheidt bist Du auch, da hoffe ich, daß Du Dir's überlegst und mich doch noch unterrichten wirst." Er schüttelte lachend den Kopf und lief hinaus, um der Dienerin einen Auftrag der Großmutter zu be-! stellen. Das junge Mädchen blickte ihm voll Interesse •; nach. i „Ein selten gescheidter Knabe, der Viktor, wie klar i er denkt und wie korrekt er sich auszudrücken weiß —" | „Na, so überaus korrekt hat er sich Ihnen gegenj über nun gerade nicht ausgedrückt —" i „Aber liebe Iran Müller, ein zehnjähriger Knabe! — und überdies war er im Recht, das mußte ich ihm doch selbst zugestehen. " „Ja, er hat einen guten Kopf, und das klare Denken wird durch das Studium des Talmud sehr gefördert." „Und Sie, gnädige Frau, haben auch den Talmud studirt?" Frau Müller schüttelte lächelnd den Kopf. „Viktor hat ec- Ihnen ja gesagt, Damen werden nicht im Talmud unterrichtet."! "Also hat er Recht? — Ist es wirklich verboten? j — Warum denn eigentlich?" j „Ans verschiedenen Gründen. Vermuthlich auch, j weil das Studium des Talmud überaus schwer und anj strengend ist und die iveibliche Konstitution dem nicht! gcmachsen erscheint und dann wohl auch, lveil das Studium die Frau ihren Pflichten entfremden könnte." (Fortsetzung folgt.) Wochen-K lenöer. Freitag, 25>. October, 12. Eheschwan. Sabbar-Anfang in Mainz u. Frankfurt a.M. 4 Uhr 45, Min Samstag, 26. October, 16. Eheschwan, "p "p. Sabbat AuSgang in Mainz u. Frankfurt a. M. 6 Uhr — Min. — Berlin 5 Uhr 66 Min — München 5 Uhr 47 — Hannover 5, Uhr 47 Min. — Stuttgart 5 Uhr 5,6 Min. — Prag 5, Uhr 65 Min. — Straßburg 6 Uhr — Min. — Posen 5, Ul>r 21 Min. Der „Israeli t" erscheint Izweimal, JIont»*£S und Dounerslitjrs, jedeSmal in mindestens zwei B-'gen. P eis pro Vierteljahr bei der Post 6 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abvnnirt ganzjährlich, halbjährlich od.r vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — •Drr Buchhandel uerstehrt durch V. Zf. Blei nach er, Leipzig, Notzplatz jb. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für'- Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3702 Telephon 31S. Eine Rücksendung der au die Redaction eingcsandten Manuskripte findet nicht statt, «an bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalteu. Stellensuchende erhalten aus Wunsch die Jnseraten-Beilage vier Wochen lang grattS und franco zugefandt. Ebenso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des Insertionsbetrags an anher Stelle Befindliche btS nach Erlangung einer solche«. Inhalt: (Hauptblatt): Leitender Artikel: Jüdische Llmenten. - Zeitungsnachrichten und Corresvondenzen: Deutschland: Berlin. Eydtkuhuen Frankfurt a. M. Memel. Oesterreich: Wien. Amerika: Baltimore. Sprechsaal: Sarbogard. — Vermischtes. — Feuilleton: Nach vierhundert Jahren. (Fortsetzung ) Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Zum Beginn der Wintersaison. — Zeitungsnachrichten und Corresvondenzen: Deutschland: Berlin. Hamburg. Könitz. Eydtkuhuen. Kastel. Burgprcppach. Oesterreich: Telsch. Amerika: New-Aork. — Letzte Nachrichten: Posen. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Israelitische Landesspnode. — Zeitungsnachrichten und Corresvondenzen: England: London. Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Ioh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei Actien Gesellschaft in Mainz. Hierzu zwei Beilage«

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