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Der Israelit · 1901-10-14 · Heft 81 (14.10.1901) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 81 (14.10.1901)
Date
1901-10-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1758 „Lasten wir dies unerquickliche Thema. Wenn es Ihnen recht ist, setzen wir uns hinaus auf die Veranda, ich sel)e, Sie haben Ihr Arbeitskörbchen mitgebracht, das ist gescheidt, bei diesem unaufhörlichen Regen rst's mit dem Sparzierengehen nichts. Aber auf der Veranda sind wir vor jeder Witterungsunbill geschützt." Die Damen ließen sich daußen nieder, die kleine Selma schob denselben je ein kleines Bänkchen unter die Füße, dann holte sie auch für sich eines herbei und setzte sich zwischen beide. Jsabella nahm ihre Häkelarbeit her, Frau Müller griff nach einem Strickzeug und ließ ihre Nadeln munter klappern. „Wie schnell Sie stricken," sagte Jsabella, „Ihre Radeln klappern mit dem Regen um die Wette, es schwindelt mir beinahe, wenn ich Ihnen zuschaue." „Wenn es Sie genirt, so lege ich mein Strickzeug weg," entgegnete Frau Müller, indem sie die Hände sinken ließ. „Nein, nein, ich bitte sehr, Sie dürfen sich meinetivegen nicht stören lassen und überdies plaudert es sich iveit gemüthlicher, wenn die Hände auch nicht ganz um thätig sind." „Der Ansicht bin ich auch, und ich habe die Herren oft bedauert, daß sie bei ihren geselligen Zusammenkünften die Hände zu gar nichts gebrauchen können, als Giaarreten zu drehen und die vollen Gläser zum Munde zu führen." „Was sollten sie denn sonst damit machen?" fragte Jsabella lachend, „ein Mann mit dem Strickzeug in der Hand, der wäre doch eine allzukomische Erscheinung. Uebrigens mögen Sie recht haben, wenn die jungen teilte bei ihren geselligen Zusammenkünften stricken oder bäkeln würden, dann würden sie vermuthlich weniger rauchen und trinken, vielleicht auch weniger spielen. Aeb, ich erinnere mich, wie oft hat sich mein Onkel über meinen Vetter geärgert, ivenn er zuweilen hohlwangig und malt und .mibe herumgegangen ist. Mein Onkel hat dann immer zu meinem Vater gesagt, das sind Spielschulden, sog. Ehrenschulden, hol der Kukuk solche Ebre. da werde ich wieder blechen müssen. Aber in jüngster Zeit soll er überaus solid geworden sein, so versichert wenigstens der Onkel. Ich kann mir's kaum denken, aber d-?r Onkel sucht ihn jetzt beständig herauszull reichen —" „Das ist der Herr, der zu Ihrem künstigen Gemahl bestimmt ist?" „Derselbe. - Das heißt, daß er dazu bestimmt ist, kann man nicht sagen, ihn dazu zu bestimmen, hat Nie uian die Macht. Aber er behauptet, ohne mich nicht leben zu fönnen und der Onkel stimmt ihm darin bei - " „llud Fräulein non Rauhenstein lvird sich vermuthlich erbitten lassen," bemerkte Frau Müller läebelnd. «Fortsetzung folgt.) Wochen-Uolenöer. Freitag, 19. Ccto&ev, 5. Eheschwan. Sabbar-Ansang in Mainz u. Frankfurt a.M. 5 Uhr — Min. Samstag, 2o. Oetober, <> Eheschwan, ru. Sabbat-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a. M. (> Uhr 10 Min. — Berlin Uhr 17 Min — München 5 Uhr nn Min. — Hannover <> Ubr — Min. — Stuttgart 0 Uhr- OS Min. — Prag r> llhr 45 Min. — Straßburg 0 Uhr 10 Min. — Posen 5 Uhr 35 Min. Der „I s r a e l i 1" erscheint wöchentlich zweimal, Montag« und I>onuerslags, jedesmal iu iitürdrstens zwei Bogen. P eis pro Vierteljahr bei der Post 5 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend hoher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oknr vierieljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Buchhandel verkehrt durch D. F. Steinacke r, Leipzig. Bohplatz )ß. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Peiitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für'S Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3702 Telephon 3!5. Eine Rücksendung der an die Redaction eingesandten Manuscripte findet nicht statt, man bittet deshalb, ttch von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalten. Stellensuchende erhalten auf Wunsch die Jnseraten-Beilage vier Wochen lang gratis und franco zugesandt. Ebenso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des Fnsertionsbettags an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt: (Hanptblatt): Leitender Artikel. ^Moderne Weltanschauung und Fudemlium. Zeilungsnachnchtcn und Eorrespondenzkn: Deutschland: Berlin. Glogau. «Liegburg. Limburg. Oesterreich: Wien. Ungarn'.'Budapest. Afrika : Elisabethgrad. — Feuilleton: Nach vierhundert Jahren. (Foitsehnng,) Jnhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Erinnernngdblättcr auf das frische Grab unseres großen Meisters und Lehrers, des Rabbiners Tr. Selig Auerbach in Halberstadl (Fortsetzung. — Zcitungönachrtchren und Eorrespondenzen: Deutschland: Hamburg. Posen. Rußland: Petersburg. — Vermischtes. Inhalt der zweiten Beilage: Das orthodore Judenchum «Forisehung). — Zeitungsnachrichten u. Korrespondenzen : Oesterreich. Wien Rußland: Petersburg. Bulgarien: iLosia. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Job. Wirtb'scken Hofbuchdruckerei Actien Gesc'ischaft in Mainz Hierzu zwei Beilagen.

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